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Star Wars: Rebellion der Verlorenen Drucken E-Mail
Ein toller, epischer Roman mit echtem "Star Wars"-Flair Kategorie: Literatur & Comics - Autor: Christian Siegel - Datum: Sonntag, 05 August 2018
 
Titel: "Rebellion der Verlorenen"
Originaltitel: "The New Rebellion"
Bewertung:
Autorin: Kristine Kathryn Rusch
Übersetzung: Heinz Nagel
Umfang: 539 Seiten
Verlag: Heyne (D), Bantam Spectra (E)
Veröffentlicht: September 1998 (D), Dezember 1996 (E)
ISBN: 978-3-453-15200-X
Buch kaufen: Taschenbuch (D), Kindle (D), Taschenbuch (E)
 

Kurzinhalt: Völlig aus dem Nichts spüren Luke, Leia, sowie Leias und Hans machtsensitive Kinder Jaina, Jacen und Anakin, eine Erschütterung der Macht. Tausende von Lebewesen wurden mit einem Schlag ausgelöscht. Doch wo, und durch wen? Luke bricht auf, um der Sache auf den Grund zu gehen. Er fürchtet, dass ein früherer Schüler von ihm dafür verantwortlich ist, und der dunklen Seite verfiel. Die Spur führt ihn zuerst zur Droidenfabrik auf Telti, und danach ins Almania-System – wo jener frühere Jedi, der sich nun Kueller nennt, ihn schon erwartet. Währenddessen wird im Senat auf Coruscant ein Anschlag verübt. Als erste Hinweise andeuten, dass Han Solo mit diesem etwas zu tun haben könnte, gerät Leia in Bedrängnis, und tritt schließlich als Ratspräsidentin der Neuen Republik zurück. Han hat es indes in den Smuggler's Run verschlagen. Doch nicht alle seiner ehemaligen Kollegen sind ihm Wohlgesonnen. Als Lando darauf aufmerksam wird, dass sein alter Kumpel geradewegs in die Falle läuft, eilt er ebenfalls dorthin – und das, obwohl dort ein Haftbefehl gegen ihn vorliegt, und der dortige Herrscher Nandreeson ihn lieber heute als morgen tot sehen würde. C-3PO und R2-D2 begleiten indes den Techniker Cole Fardreamer, der entdeckt hat, dass alle neu produzierten X-Flügler mit imperialen Sprengfallen versehen wurden. Als sich herausstellt, dass die Verschwörung auch Droiden umfasst, begeben sie sich ebenfalls nach Telti. Und nachdem sie erfährt, dass Luke von Kueller gefangen genommen wurde, bricht Leia mit einer Streitmacht nach Almania auf, um ihn zu befreien…

Review: Vor allem nach den letzten, schwach bis grauenhaften Romane des Expanded Universe, gleicht "Rebellion der Verlorenen" einer Offenbarung. Eigentlich merkt man erst wenn man ihn liest so richtig, wie sehr sich die Callista-Trilogie, "Der Kristallstern", und "Die schwarze Flotte" denn eigentlich nicht wie "Star Wars" angefühlt haben. "Rebellion der Verlorenen" verströmt hingegen praktisch von der ersten Seite an den unvergleichlichen Charme der Original-Trilogie. Man mag bemängeln, dass dies auch bedeutet, dass sich erst recht wieder eine neue Bedrohung für die Neue Republik erhebt, inklusive eines neuen, mächtigen dunklen Jedi, der hier nun quasi Vader, Palpatine, dessen Klone C'Baoth, Exar Kun usw. ersetzt. Aber, ganz ehrlich: Letztendlich gehören diese Zutaten nun mal einfach zu "Star Wars" dazu. Zumal es Kristine Kathryn Rusch trotz aller Parallelen zur Original-Trilogie durchaus auch gelingt, neue Akzente zu setzen. Wie z.B. die sehr interessante Idee, dass die Neue Republik nun langsam aber sicher damit beginnt, auch Planeten bzw. Gouverneure, die bis zuletzt treu zum Imperium standen, aufzunehmen – und die damit einhergehenden Vorbehalte sowie das dadurch verursachte Misstrauen im Senat, dass diesen zu spalten droht. Vor allem aber stellt sie mit der neuen Rebellion das Konzept der Original-Trilogie, soweit es den Kampf David gegen Goliath betrifft (und das bislang in der Sequel-Trilogie recht einfallslos kopiert wurde) auf den Kopf. Denn nun ist die Neue Republik das große, mächtige Reich, und führt Kueller quasi eine neue Rebellion gegen sie an. Damit findet sich vor allem Leia, aber durchaus auch die anderen Helden der Original-Trilogie, in einer völlig neuen Situation, da nun die Guerrila- und Terror-Taktiken, die sie zuvor anwendeten, nun gegen sie eingesetzt werden. Und auch das Komplott rund um die sabotierten X-Flügler sowie die explodierenden Droiden sticht hervor. Auch dies war ein neuer, origineller Einfall.

Wie zudem die Inhaltsangabe zeigt, ist bei "Rebellion die Verlorenen" richtig was los. Der Roman ist sowohl was die Länge als auch den Inhalt betrifft wirklich episch. Viele verschiedene Handlungsstränge, die dann teilweise ineinanderlaufen, sich prima ergänzen – und die vor allem dafür sorgen, dass auch wirklich jeder der Helden etwas zu tun bekommt. Lando fliegt los, um Han zu retten, gerät dabei jedoch selbst in die Bredouille. Han und Chewie geraten auf der Spur der Attentate im Smuggler's Run ebenfalls in Bedrängnis, ehe sie sich zuletzt – mit Hilfe von Talon Karrde und Mara Jade – der Schlacht bei Almania anschließen. Wedge trifft zwar erst etwas später in Erscheinung, dafür kommt ihm in eben dieser Schlacht dann eine entscheidende Rolle zu, als er jene Taktik ausarbeitet, die der Flotte der Neuen Republik dann schließlich zum Sieg verhilft. C-3PO und R2-D2 erleben indes zuerst auf Coruscant – rund um die Umbauten der X-Flügler – und später dann auf Telti ihr eigenes spannendes Abenteuer, begleitet mit der neu hinzugekommenen Figur Cole Fardreamer, der so wie Luke von Tatooine stammt, und der hier ein bisschen dessen Rolle als unerfahrener Farmersjunge, der über sich hinauswachsen muss, erfüllt. Aber auch die beiden Droiden bekommen so manch heldenhaften Moment, insbesondere dann zum Ende hin, wenn sie sich den Gladiatoren-Droiden gegenüberstellen. Letzteres wiederum ist ein netter Rückgriff auf die "Droids"-Comics von Dark Horse; wie Rusch generell unzählige Referenzen auf frühere Romane und Comics einbaut, und damit dabei hilft, dass sich das EU wie aus einem Guss anfühlt. Die größten Rollen kommen aber zweifellos Luke und Leia zu. Letztere erleidet zuerst auf Coruscant einen herben Rückschlag – der es ihr jedoch erlaubt, wieder in ihre alte Rolle als Rebellen-Prinzessin zu schlüpfen und aktiv ins Geschehen einzugreifen. Und Luke muss sich hier einem gefallenen Schüler stellen.

Positiv ist dabei, dass Rusch im Gegensatz zu einigen ihrer VorgängerInnen die Charakterentwicklung innerhalb der OT und in den EU-Romanen danach nicht ausblendet. Gerade auch bei Luke merkt man dies, der hier eben nicht wie in früheren Romanen wie der naive Bauernjunge agiert, sondern vielmehr teilweise Obi-Wan ähnelt. Lediglich ein Fauxpas ist ihr, meiner Meinung nach, bei seiner Geschichte unterlaufen: Weil zum Ende hin ist er dann bereit, sein Leben zu geben, ähnlich wie dies Obi-Wan in "Eine neue Hoffnung" tat. Sie interpretiert dabei, dass Luke im Zorn kämpfte, und eben dieser die dunkle Seite und damit Kueller stärkte. Da war ich mir nicht sicher, ob ich da mit kann, und mir diese Erklärung für Obi-Wans Opfer gefällt – glaube ich doch, dass ohne Hass zu sein bzw. zu kämpfen nicht gleichbedeutend damit sein muss, aufzugeben bzw. sich selbst zu opfern. Mir wäre es lieber gewesen, wenn er emotionslos geblieben wäre, sich jedoch letztendlich in einem Patt mit Kueller befunden hätte – aus dem ihm dann Leia bzw. Han herausgeholfen hätten. Davon abgesehen sind jedoch alle Figuren gut getroffen. Zudem wirkt der Roman (ohne Kenntnis des Originaltexts ist eine entsprechende Beurteilung ja immer etwas schwer) von Heinz Nagel überaus gut übersetzt; wann immer Rusch stellen aus der Original-Trilogie zitiert, passt sich Nagel an der entsprechenden Übersetzung und/oder Formulierungen aus den Filmen an. All dies, in Verbindung mit dem actionreichen Abenteuer, dass sich auch als Episode X (nach der Thrawn-Trilogie) gut gemacht hätte, sorgt dafür, dass sich "Rebellion der Verlorenen" (endlich wieder) wie "Star Wars" anfühlt. Und jeder, der glaubt, dass sei ja nicht so schwer und keine große Leistung, die man gesondert hervorheben müsste, dem empfehle ich, die oben zitierten Negativbeispiele zur Hand zu nehmen.

Fazit: "Rebellion der Verlorenen" ist ein toller "Star Wars"-Roman, der mir – nachdem zuletzt die Nieten dominierten – den Glauben an das "Legends"-Universum wieder zurückgegeben hat. Timothy Zahns Thrawn-Trilogie mag noch die Spur stärker sein, und zum Ende hin tat ich mir mit Lukes Einstellung ein bisschen schwer, davon abgesehen macht Kristine Kathrine Rusch hier aber alles richtig, und praktisch nichts falsch. Von der ersten Seite an verströmt "Rebellion der Verlorenen" echtes "Star Wars"-Feeling. Dabei schafft es die Autorin auf fabelhafte Art und Weise, altbekannte Elemente mit neuen Ideen zu vermischen. Was letzteres betrifft, hatten es mir vor allem die Unstimmigkeiten im Senat nach der Aufnahme früherer imperialer Systeme, sowie die umgedrehten Machtverhältnisse im Hinblick auf die Neue Republik als das "neue" Imperium, und Kuellers Aufstand als die neue Rebellion, angetan. Der Roman ist darüber hinaus abwechslungsreich, wirkt dank zahlreicher zuerst parallel ver- und in weiterer Folge stellenweise ineinander laufende Handlungsstränge sehr episch, und schafft es vor allen Dingen auch, wirklich jede größere, beliebte Figur aus der Original-Trilogie eine wichtige Rolle im Geschehen spielen zu lassen – und fährt zudem mit dem einen oder anderen netten kleinen Gastauftritt von EU-Figuren auf. Vor allem aber baut sich die Geschichte des Romans sehr schön auf, und kulminiert dann in einem wirklich packenden Finale. Nach längerem gibt es also mit "Rebellion der Verlorenen" endlich wieder einmal einen Legends-Roman, den ich allen "Star Wars"-Fans uneingeschränkt empfehlen kann!

Bewertung: 4/5 Punkten
Christian Siegel





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