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Star Wars: Der Kristallstern Drucken E-Mail
Ein (weiterer) Tiefpunkt des Expanded Universe Kategorie: Literatur & Comics - Autor: Christian Siegel - Datum: Sonntag, 08 Juli 2018
 
Titel: "Der Kristallstern"
Originaltitel: "The Crystal Star"
Bewertung:
Autorin: Vonda McIntyre
Übersetzung: Hans Sommer
Umfang: 366 Seiten
Verlag: Heyne (D), Bantam Spectra (E)
Veröffentlicht: November 1995 (D), 08. Dezember 1994 (E)
ISBN: 978-3-453-10801-9
Buch kaufen: Taschenbuch (D), Kindle (D), Taschenbuch (E)
 

Kurzinhalt: Leia Organa Solo befindet sich zusammen mit Chewbacca und den Kindern auf einer diplomatischen Mission auf Munto Codru. Dort kommt es immer wieder zu Entführungen, die auf dem Planeten ganz einfach zur Kultur gehören, wobei den Opfern bei Bezahlung des Lösegelds – das ist Ehrensache – nie ein Haar gekrümmt wird. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen werden schließlich Jacen, Jaina und Anakin entführt. Leias Kontaktmann auf Munto Codru meint, dass kein Grund zur Sorge bestünde, doch Leia hegt schon bald die Vermutung, dass die Entführer nicht vom Planeten stammen, sondern vielmehr zum Imperium gehören – und die Kinder somit schon längst von Munto Codru fortgebracht wurden. Zusammen mit dem beim Angriff schwer verletzten Chewbacca bricht sie auf, um die Verfolgung aufzunehmen. Jaina, Jacen und Anakin finden sich indes in den Händen von Hethrir wieder, der das Imperium wieder zum Leben erwecken will. Doch vor allem die älteren Zwillinge sind nicht auf den Kopf gefallen, und bereiten ihren Wächtern schon bald Schwierigkeiten. Han und Luke befinden sich indes auf einer Mission, die sie zur Forschungsstation Crseih führte, die den sogenannten Kristallstern – eine Sonne, die dabei ist, von einem Schwarzen Loch verschlungen zu werden – umkreist. Dort stoßen sie auf eine Störung in der Macht, die vom angeblichen Wunderheiler Waru ausgeht. Doch dieser verbirgt ein schreckliches Geheimnis…

Review: Eigentlich dachte ich ja, mit der Callista-Trilogie – insbesondere "Palpatines Auge" hätte ich das schlimmste, was das Erweiterte "Star Wars"-Universum zu bieten hat, hinter mir. Dabei hatte ich allerdings ganz auf "Der Kristallstern" vergessen. Nicht, dass ich ihn früher schon mal gelesen hätte (so hätte ich wohl noch in etwa erahnt, was mich erwartet), allerdings habe ich doch schon einige negative Reaktionen vernommen, und weiß daher, dass er für viele zu den schlechtesten "Star Wars"-Romanen aus dem Legends-Universum zählt. Ein Urteil, dem ich mich anschließen muss – und das in diesem Fall alle drei parallel verlaufenden Handlungsstränge gleichermaßen betrifft. Schon allein die Grundidee wirkt ziemlich bescheuert. Ich mein, jetzt mal ehrlich: Welche Rabenmutter nimmt die eigenen Kinder auf einen Planeten mit, dessen Bewohner Entführungen für einen Sport halten? Warum die drei nicht mit Winter (und ev. Chewbacca) auf Coruscant zurücklassen? Ich will ja jetzt nicht mit dem Spruch "Selber Schuld, kein Mitleid" kommen, aber zumindest unüberlegt (wenn nicht gar fahrlässig) wirkt das schon. In weiterer Folge fand ich dann vor allem alles rund um die Kinder mühsam. Ich bin kein Pädagoge und/oder Kinderpsychologe, und kann daher nicht einschätzen, wie authentisch die Beschreibung ihrer Reaktionen, Überlegungen und Empfindungen in dieser Situation ist, ich persönlich tat mir eben damit teilweise aber doch ordentlich schwer. Grundsätzlich sind alle drei Handlungsstränge kein Highlight, aber das fand ich persönlich am anstrengendsten.

Nicht, dass es der Story rund um Leia besser ergehen würde. Diese fand ich nämlich überwiegend langweilig. Sehr bescheuert fand ich dann auch die Idee der Autorin, Leia und Chewie nachdem sie ihre verdeckten Identitäten angenommen hatten, auch nur mehr mit diesen anzusprechen – womit sie wohl verdeutlichen wollte, dass die beiden ihre Decknamen und -Identitäten verinnerlichten. Ich fands aber einfach nur verkrampft und dämlich. Und auch die Geschichte von Han und Luke fand ich teilweise nervig. Vor allem das Verhalten von letzterem war mir teilweise völlig unverständlich, sei es, wenn er eifersüchtig auf Han reagiert (wegen dessen Wiedervereinigung mit einer alten Flamme), oder auch die Art und Weise, wie er Warus Zauber erliegt. Vonda McIntyre scheint kein großer Fan von Luke Skywalker zu sein – jedenfalls aber schreibt sie ihn so, als wäre er immer noch der naive Farmerjunge von Tatooine. Die seither stattgefundene Entwicklung, sowohl aus den Filmen als auch den daran anknüpfenden Romanen, negiert sie leider völlig. Last but not least fand ich dann auch die Aufklärung rund um den Kristallstern, das negative Paralleluniversum welches die Macht beeinflusst usw., einfach nur bescheuert. Von der konstruierten Art und Weise, wie die Plots rund um die Entführung der Kinder und die Geschehnisse auf Crseih natürlich in Verbindung zu einander stehen, ganz zu schweigen. Einzig der Auftritt von Xaverri hatte etwas – wobei ich selbst diesen Reiz "Der Kristallstern" insofern nicht anrechnen kann, als er meiner chronologischen Besprechung der Romane bzw. Ann C. Crispins Verwendung der Figur in der Han Solo-Trilogie (was in meinem Fall also zu einem Wiedersehen mit ihr hier führte) zu verdanken ist. Somit bleibt als einzig nennenswerter rettender Faktor, dass "Der Kristallstern" zumindest leichter zu lesen war als "Palpatines Auge". Wo ich dort nach zwei Kapiteln pausieren musste, kam ich bei "Der Kristallstern" wieder mit meinen üblichen Rhythmus von knapp 100 Seiten pro Lese-Session durch. Sprich: Es tat zwar weh, aber es war aushaltbar (da habt ihr euer Werbezitat für den Klappentext, Heyne!).

Fazit: Wenn das Positivste, dass du über einen Roman sagen kannst ist, dass du ihn erträglich fandst, weißt du, dass du gerade ein ziemlich furchtbares Buch gelesen hast. An "Der Kristallstern" hat für mich leider praktisch überhaupt nichts funktioniert. Die Szenen mit den Kindern waren anstrengend, dass sich die Autorin genötigt sieht Leia und Chewbacca nachdem sie ihre Tarnidentitäten annehmen auch nur mehr in diesen anzusprechen extrem konstruiert, verkrampft, und unsinnig, und die Charakterisierung von Han als rücksichtslosen Spieler und Luke als naiven Bauernjungen negiert völlig die Entwicklung, die beide seit ihrem ersten Auftritt in "Eine neue Hoffnung" durchgemacht haben. Und der Plot ist ebenfalls völlig hirnrissig, voller bequemer Zufälle, und kulminiert in einem schwachsinnigen Finale. Da hat jemand "Star Wars" aber mal so überhaupt nicht kapiert. Einzig die Tatsache, dass ich "Der Kristallstern" nicht so anstrengend fand wie "Palpatines Auge" verhindert, dass sich ihm die absolute Tiefstwertung angedeihen lassen muss. Mein Urteil ist aber in beiden Fällen das gleiche: Finger weg!

Bewertung: 1/5 Punkten
Christian Siegel





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