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Star Wars: Die Meister der Macht Drucken E-Mail
Kevin J. Andersons Abschluss der Jedi-Akademie-Trilogie Kategorie: Literatur & Comics - Autor: Christian Siegel - Datum: Sonntag, 20 Mai 2018
 
Titel: "Die Meister der Macht"
Originaltitel: "Champions of the Force"
Bewertung:
Autor: Kevin J. Anderson
Übersetzung: Thomas Ziegler
Umfang: 314 Seiten
Verlag: Heyne (D), Bantam Spectra (E)
Veröffentlicht: August 1995 (D), Oktober 1994 (E)
ISBN: 978-3-453-09939-7
Buch kaufen: Taschenbuch (D), Kindle (D), Taschenbuch (E)
 

Kurzinhalt: Kyp Durron ist der dunklen Seite der Macht verfallen. Mit Hilfe des von ihm erbeuteten Sonnenhammers löscht er ein imperiales System nach dem anderen aus. Als seinem unerbittlichen Rachefeldzug dann auch noch sein eigener Bruder zum Opfer fällt, ergibt er sich endgültig seinem Schicksal. Han Solo, der sich für den Jungen verantwortlich fühlt – immerhin hat er Kyp aus den Gewürzminen von Kessel befreit – hofft indes, ihn zur Vernunft bringen zu können. Falls dies nicht gelingt, ist er notfalls auch bereit, auf Gewalt zurückzugreifen, aber allen – auch innerhalb der Neuen Republik – ist klar, dass man Kyp nicht ungehindert die Galaxis verwüsten lassen darf. Just während dieser großen Krise verschlechtert sich Mon Mothmas Gesundheitszustand zusehends. Als sie zu schwach ist, um sich weiter ums Tagesgeschäft zu kümmern, wird Leia Organa Solo zur neuen Anführerin des Rates der Neuen Republik bestimmt. Auf Yavin IV versuchen indes die anderen Jedi-Anwärter, ihrem Meister Luke Skywalker zu helfen, der nach seinem Duell mit dem Geist von Exar Kun im Koma liegt…

Review: "Die Meister der Macht" untergliedert sich nicht nur wieder in unterschiedliche Handlungsstränge, sondern fast ein bisschen in einzelne Episoden. Sprich, die einzelnen Stories ziehen sich nicht von Anfang bis Ende, vielmehr gibt es zwischendurch immer wieder Zäsuren – oder auch einzelne kleine Nebenhandlungen, die mittendrin anfangen und dort dann auch wieder aufhören. Dies macht zwar den Roman einerseits wieder sehr abwechslungsreich, lässt in andererseits aber auch etwas zerfahren und nicht ähnlich durchdacht bzw. wie aus einem Guss wirken, wie das z.B. bei der Thrawn-Trilogie von Timothy Zahn der Fall war. Exemplarisch für diese kleinen Mini-Handlungen sei der Versuch des Imperiums erwähnt, Anakin Solo zu entführen. Mal abgesehen davon, dass das stark an "Empire's End" erinnerte, wird der Plan nach ca. einem Drittel des Romans geschmiedet, in der Mitte dann durchgeführt, scheitert dann aber natürlich eh, und ist somit zum Ende des zweiten Drittels auch schon wieder Geschichte – und hat auf den weiteren Verlauf der Handlung dann auch keine Auswirkungen mehr. Da stellt sich mir dann schon ein bisschen die Sinnfrage, bzw. wirkt das so, als hätte sich Anderson den entsprechenden Handlungsstrang erst später überlegt und diesen nachträglich eingefügt, weil der Roman sonst zu kurz gewesen wäre. Ein zweites gutes Beispiel für die etwas sprunghafte und zerfahrene Handlung ist die Story rund um Kyp Durron und den Sonnenhammer. So sehr ich diese nächste Superwaffe kritisiert hatte, so interessant fand ich die Idee, dass sich diese nun in den Händen der Neuen Republik (wenn auch einem der dunklen Seite der Macht verfallenem Jedi, der sich dieser verschrieben hat) befindet. Das war einfach mal etwas Neues. Leider ist jedoch diese Story nach dem ersten Drittel auch schon wieder vorbei – und wird noch dazu durch einen einfallslosen Plot ersetzt, wo erst recht wieder ein Todesstern einen Planeten bedroht. Ich finde, aus der Idee hätte man mehr und sich dafür den x-ten Todesstern schenken sollen.

Mein letzter Kritikpunkt ist dann, wie gar schnell Kyp Durrons Rehabilitation von statten geht. Klar, Darth Vader ist letztendlich auch durch eine einzige gute Tat wieder auf die helle Seite zurückgekehrt. Aber der hatte den "Vorteil", als Folge seiner Heldentat auch gleich zu sterben. Über Kyp hätte sich nun die Gelegenheit geboten, sich auf ernsthafte Art und Weise mit der Thematik auseinanderzusetzen. Kyp hat, während er der dunklen Seite der Macht verfallen war, Massenmord begangen. Kann für solche unvorstellbare Taten überhaupt jemals so etwas wie Wiedergutmachung geleistet werden? Eine spannende Frage – über die Kevin J. Anderson aber leider drübergeht, da er an einer tiefergehenden Betrachtung nicht interessiert ist. Vielmehr ist Kyp Durrons Fall und späterer Wiederaufstieg nur Mittel zum Zweck, um die Geschichte wie von ihm gewünscht erzählen zu können. Das fand ich dann doch ziemlich schade. Trotz dieser ausführlichen Kritik hat mir aber auch der abschließende Teil von Kevin J. Andersons "Jedi Akademie"-Trilogie insgesamt gut gefallen. Wie schon erwähnt machten die vielen verschiedenen Figuren, Schauplätze, Handlungsstränge etc. die Geschichte sehr abwechslungsreich. Zudem war der Roman – wenn auch teilweise etwas oberflächlich – durchgehend unterhaltsam und kurzweilig. Und wie schon bei den bisherigen Teilen der Trilogie hat mir auch diesmal wieder alles rund um die Jedi-Akademie auf Yavin IV und die dortigen Jedi-Schüler ganz besonders gut gefallen. Egal, ob sie ihre Kräfte bündeln um Exar Kun ein für alle Mal zu besiegen, oder eine von ihnen am Ende ihre Heilkräfte einsetzt, um Mon Mothma zu heilen. Und auch Luke bekam, nachdem er aus dem Koma geholt wurde, den einen oder anderen netten Moment. Wie generell Kevin J. Anderson wieder gut darauf achtet, die aus den Filmen bekannten Figuren geschickt einzubinden, so dass sie alle gut zur Geltung kommen und eine wichtige Rolle in der Geschichte zu spielen haben. Insgesamt war jedenfalls auch wieder "Die Meister der Macht" sehr kurzweilig, und machte größtenteils Spaß. Was nur halt irgendwie jene Punkte, wo Kevin J. Anderson Potential liegen lässt, nur umso bedauerlicher macht.

Fazit: Zwar bin ich weder Schriftsteller noch Filmemacher, aber wenn man so viel konsumiert wie ich, kommt es doch Gelegentlich vor, dass man ein gewisses Potential in einer Geschichte erkennt und sich denkt: "Das hätte ich anders gemacht". Genau so ging's mir bei "Die Meister der Macht", wo ich aus dem zentralen Dilemma rund um Kyp Durron einfach viel mehr gemacht hätte. Weil so ging mir das mit seiner Rehabilitierung doch irgendwie zu schnell. Generell war mir die interessante Idee einer solchen Massenvernichtungswaffe in den Händen einer Person, die der Neuen Republik zugeneigt ist, jedoch der dunklen Seite der Macht verfallen ist und daher keine Skrupel kennt, irgendwie viel zu schnell vorbei. Zudem wirkt der Roman teilweise etwas zerfahren, wobei die einzelnen Geschichten oftmals nur rudimentär miteinander verbunden sind. All dies klingt allerdings schon wieder viel dramatischer, als es ist. "Die Meister der Macht" ist trotzdem ein guter und vor allem sehr unterhaltsamer Roman, der – nicht zuletzt aufgrund der abwechslungsreichen Geschichte (was im Hinblick auf die episodenhafte Handlung eben wieder die andere Seite der Medaille ist) – keine Langeweile aufkommen lässt. Zudem gelingt es Kevin J. Anderson sehr gut, das mittlerweile große Ensemble zu schultern, und jedem von ihnen eine wichtige Rolle im Geschehen spielen zu lassen. Und vor allem alles rund um Lukes Jedi-Akademie auf Yavin IV hat mir wieder einmal sehr gut gefallen. Die Höhen der Zahn-Trilogie bleiben für die Jedi Akademie-Trilogie zwar außer Reichweite, insgesamt hat Kevin J. Anderson mit ihr allerdings eine gelungene und lesenswerte Fortsetzung der "Star Wars"-Trilogie vorgelegt.

Bewertung: 3.5/5 Punkten
Christian Siegel





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