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Star Wars: X-Wing - Isards Rache Drucken E-Mail
Ysanne Isard kehrt von den Toten zurück Kategorie: Literatur & Comics - Autor: Christian Siegel - Datum: Sonntag, 18 März 2018
 
Titel: "X-Wing: Isards Rache"
Originaltitel: "X-Wing: Isard's Revenge"
Bewertung:
Autor: Michael Stackpole
Übersetzung: Heinz Nagel
Umfang: 376 Seiten
Verlag: Blanvalet (D), Bantam Books (E)
Veröffentlicht: Oktober 2000 (D), 13. April 1999 (E)
ISBN: 978-3-442-35198-7
Buch kaufen: Taschenbuch (D), Kindle (D), Taschenbuch (E)
 

Kurzinhalt: Gerade erst hat die Neue Republik Großadmiral Thrawn besiegt, da wartet schon die nächste Herausforderung auf sie: Die totgeglaubte ehemalige Chefin des imperialen Geheimdienstes, Ysanne Isard, ist zurückgekehrt, und will zusammen mit Kriegsherrn Krennel die durch Thrawns Tod entstandene Machtlücke füllen und die Kontrolle über das Imperium übernehmen. Dafür muss sie jedoch zuerst den Stachel in ihrem Fleisch entfernen: Die Sonderstaffel unter dem Kommando von Wedge Antilles, der nach dem Feldzug gegen Thrawn zum General befördert wurde. Mit Krennels Hilfe lockt sie die Sonderstaffel in eine Falle – doch die bekommt dann Hilfe von unerwarteter Stelle, nämlich dem imperialen Commander Vessery, der wiederum unter Befehl einer alten Widersacherin der Sonderstaffel steht: Ysanne Isard! Denn bei jener Isard, die Krennel unterstützt, handelt es sich um einen Klon. Die echte Isard meint nun, dass sie einfach nur den Rest ihres Lebens in Ruhe verbringen und deshalb ihren Klon ausschalten will. Doch natürlich verfolgt das Eisherz in Wahrheit ganz andere Pläne…

Review: Mit "Isards Rache" übernahm Michael Stackpole kurzzeitig wieder das "X-Wing"-Ruder von Aaron Allston, und legte eine Fortsetzung zu seinen Romanen der Reihe nach. Sprich, statt der Gespenster- steht hier wieder die Sonderstaffel im Mittelpunkt des Geschehens. Zudem reaktivierte er Ysanne Isard, die zuvor in "Bacta-Piraten" vermeintlich den Tod fand, was sich hier nun jedoch als Irrglaube herausstellt. "Isards Rache" knüpft dabei unmittelbar an die (erste) Thrawn-Trilogie an, und zeigt zu Beginn den Kampf um die Bilbringi-Werften aus Sicht der Sonderstaffel. Dass sich Stackpole somit hier mit der Zeit unmittelbar nach Thrawns Untergang auseinandersetzt, fand ich sehr interessant, und wertete den Roman für mich ungemein auf. Immerhin fragte man sich natürlich nach "Das letzte Kommando" unweigerlich, ob bzw. wie es nach Thrawns Tod nun mit dem Imperium weitergehen wird. "Isards Rache" gibt daraufhin die Antwort, und zeigt, wie einzelne Kriegsherrn wie Krennel oder eben auch Ysanne Isard, die sich während seiner "Amtszeit" im Verborgenen hielt, versuchen die Lücke zu Füllen und sich an die Spitze des Imperiums zu hieven – und damit auch, wie das Imperium ohne klare Führung langsam aber sicher auseinanderbricht. Insofern geht es letztendlich auch mehr um Isards sehr persönlichen Kreuzzug gegen die Sonderstaffel, als um den Krieg zwischen der Neuen Republik und den Imperium. Zumindest ich empfand eben dies aber als Stärke. Jedenfalls: So kritisch ich es überwiegend auch sehe, wenn totgeglaubte Figuren zurückkehren, in Isards Fall hielt ich dies für eine gute Idee, wäre ihr Ende in "Bacta-Piraten" doch ziemlich unpersönlich gewesen.

Unschlüssiger bin ich hingegen wenn es um die Frage geht, ob sie denn wirklich gleich im Doppelpack zurückkehren musste. Ich weiß, dass Klone bereits im allerersten "Star Wars"-Film etabliert wurden und von Timothy Zahn als er quasi das Expanded Universe erschuf mit Joruus C'Baoth sowie den Klontruppen ja ebenfalls prominent vertreten waren, aber insgesamt sehe ich die Möglichkeit, Klone von allen möglichen vermeintlich toten Figuren zu präsentieren, doch eher kritisch. Mich persönlich hätte es jedenfalls nicht gestört, wenn diese Technologie zusammen mit Thrawn bzw. der Anlage auf Wayland untergegangen wäre – und insgesamt hätte mir eine Isard wohl gereicht. Noch kritischer sehe ich aber die ganzen Scheintode innerhalb der Sonderstaffel. Das ist ein Stilmittel, dem sich Stackpole in der Vergangenheit bereits für meinen Geschmack zu oft bedient hatte, und hier treibt er es endgültig auf die Spitze. So wird zur Mitte des Buchs angeblich ziemlich die gesamte Staffel ausgerottet – was man ihm von vornherein nicht abkauft. Aber selbst die vermeintlich definitiven Verluste, wie Wes und Asyr, stellen sich dann als Fehlalarm heraus. Problematisch ist dies aus zweierlei Gründen. Einerseits, weil man sich als Leser in solchen Fällen doch auch irgendwie immer ein bisschen betrogen vorkommt, da sich eine allfällige emotionale Reaktion auf den betreffenden Todesfall als "unnötig" herausstellt. Vor allem aber verliert ein Autor, wenn er dieses Stilmittel zu inflationär einsetzt, das Vertrauen des Lesers – was dann da zu führen kann, dass man ihm später dann tatsächliche Tode nicht mehr abkauft, und diese somit die gewünschte emotionale Wirkung verlieren. In geringer Dosis ist es ja legitim, und bis zu einem gewissen Grad ja auch ein fast schon traditioneller Bestandteil der Fantasy- und Science Fiction-Kultur. Aber bei "Isards Rache" schoss Stackpole diesbezüglich nun mal weit übers Ziel hinaus.

Davon abgesehen war "Isards Rache" aber unterhaltsam, und ein gelungener Abschluss für "seinen" Teil der "X-Wing"-Reihe (vom Corran-fokussierten Roman "Ich, Jedi" jetzt mal abgesehen). Neuerlich konzentriert er sich in erster Linie auf Wedge Antilles und Corran Horn, was mir insofern ganz recht ist, als ich die beiden für die interessantesten Figuren aus der Riege der Piloten der "X-Wing"-Reihe (egal ob Sonder- oder Gespensterstaffel) halte. Die Geschichte ist spannend geschrieben, und bietet die eine oder andere nette Wendung (ich mag mir selbst nicht sicher sein, ob ich die zweite Isard gut finde, aber zumindest ist es Stackpole hier wirklich gelungen, mich zu überraschen). Zudem ist das Erzähltempo aus meiner Sicht genau richtig. Stackpole findet die richtige Mischung wenn es darum geht, einerseits die Handlung stetig voranzutreiben, jedoch andererseits auch dem Innenleben der Figuren ausreichend Beachtung zu schenken, dass der Roman nicht zu einer reinen, oberflächlichen Beschreibung von Ereignissen verkommt. Die Action ist ebenfalls wieder packend beschrieben, und zudem auch wieder recht abwechslungsreich. Das ist etwas, dass Stackpole halt einfach liegt (und man nicht über jeden "Star Wars"-Autor sagen kann). Auch der Humor hatte es mir wieder angetan, wobei mir die bei ihm übliche Dosis auch mehr zusagt als bei Allston, der es mir mit den Witzeleien manchmal ein bisschen übertreibt. Vor allem aber mochte ich einzelne Momente, wie die Begegnung zwischen Wedge und Isard, den Showdown mit dem Isard-Klon, sowie vor allem, wie Wessely die echte Isard auf der Lusankya stellt. Klar, unmittelbar nach der grandiosen Thrawn-Trilogie hat es natürlich jeder Roman schwer. Insgesamt hat sich Stackpole mit "Isards Rache" aber gut geschlagen.

Fazit: Mit "Isards Rache" legt Michael Stackpole einen gelungenen Abschluss seines Teils der X-Wing-Reihe – also rund um die Sonder- statt der Gespensterstaffel – vor. Der Roman ist flott geschrieben, die Handlung interessant und wendungsreich, der auflockernde Humor sowohl gelungen als auch wohl dosiert, und die Action packend und abwechslungsreich. Unschlüssig bin ich allerdings, ob Isard unbedingt im Doppelpack zurückkehren musste. Vor allem aber sehe ich die hier nun endgültig ausufernden Scheintode (an denen es der Reihe bislang eh auch schon nicht gemangelt hat) kritisch. Davon abgesehen hat mir "Isards Rache" aber gut gefallen.

Bewertung: 3.5/5 Punkten
Christian Siegel





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