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Star Wars: Das dunkle Imperium I Drucken E-Mail
Luke Skywalker verfällt der dunklen Seite der Macht Kategorie: Literatur & Comics - Autor: Christian Siegel - Datum: Sonntag, 25 März 2018
 
Titel: "Star Wars: Das dunkle Imperium I"
Originaltitel: "Star Wars: Dark Empire I"
Bewertung:
Autor: Tom Veitch
Übersetzung: Nicht bekannt
Zeichnungen: Cam Kennedy
Tusche: Cam Kennedy
Farben: Cam Kennedy
Lettering: Todd Klein
Cover: Mark Zug
Umfang: 148 Seiten
Verlag: Panini (D), Dark Hors Comics (E)
Veröffentlicht: 21. März 2007 (D), 01. Mai 1993 (E)
ISBN: 978-3-8660-7344-9 (D)
Kaufen: Taschenbuch (D)
 

Kurzinhalt: Luke Skywalker und Lando Calrissian sind auf dem vom Imperium besetzten Coruscant abgestürzt. Han, Leia und Chewie eilen im Millennium Falken zu ihrer Rettung, doch nachdem ihnen dies gelungen ist, weigert sich Luke, mit ihnen zu kommen. Er spürt eine Erschütterung der Macht, die ihn zum Planeten Byss ruft. Dort angekommen sieht er sich einem Klon von Imperator Palpatine gegenüber, der von ihm verlangt, dass er sich ihm unterwirft. Luke sieht keine andere Möglichkeit, als sich zu ergeben, wenn er seine Freunde und die Neue Republik retten will. Er plant, das Imperium von innen heraus zu zerstören – auch wenn dies bedeutet, sich der dunklen Seite der Macht bedienen zu müssen. Er teilt mit Hilfe seiner Gedanken Leia mit, dass sie keine Rettungsmission starten und sich um ihn keine Sorgen machen muss, doch seine Schwester spürt, dass sich Luke überschätzt hat, und dabei ist, der dunklen Seite zu verfallen. Und so bricht sie zusammen mit Han, Lando und Chewie nach Byss auf, um ihren Bruder zu retten…

Review: Was die (erste) Zahn-Trilogie im Romansektor war, ist im Comic-Bereich "Das dunkle Imperium". Sprich: Die Reaktivierung – oder auch Gründung (denn bis zu dem Zeitpunkt waren die Geschichten kontinuitätsmäßig ja lose bis gar nicht miteinander verbunden) – des Expanded bzw. mittlerweile Legends-Universums, so wie man es heute kennt. Auch das den Bekanntheitsgrad (was die Popularität betrifft, kann ich es nicht wirklich beurteilen) betrifft, stehen beide wohl in ihren jeweiligen Bereichen auf einer Stufe: "Das dunkle Imperium" ist zusammen mit seinen Nachfolgern (und ev. noch mit dem Crossover-Event "Schatten des Imperiums") wohl die bekannteste Comic-Geschichte, die (im Legends-Bereich) von "Star Wars" erzählt wurde. Allerdings muss ich gestehen: Mir selbst erschloss sich die Faszination noch nie so wirklich – und auch die "Zweitlesung" hat daran nicht wirklich etwas geändert. Einerseits liegt dies am sich aus der problematischen Produktionsgeschichte ergebenden Kontinuitätsfehler, der einem den Einstieg doch ziemlich erschwert. So hätte "Das dunkle Imperium" ursprünglich relativ bald nach der Schlacht von Endor spielen (und an die rund zehn Jahre zuvor von Marvel Comics eingestellte, fortlaufende "Star Wars"-Reihe) anknüpfen sollen, doch Timothy Zahn war nicht damit einverstanden, die Ereignisse hier für seine Zahn-Trilogie zu berücksichtigen, weshalb man sie chronologisch nach hinten verlegte. Allerdings hätte man dann zugleich den Einstieg auf einen anderen Planeten verlegen sollen, weil ein Coruscant, das nach wie vor vom Imperium besetzt ist, ergibt nun mal überhaupt keinen Sinn. Insofern fühlte ich mich bei "Das dunkle Imperium" von Beginn an in einer Art Infinity-Geschichte.

Aber auch inhaltlich hat mich "Das dunkle Imperium" damals wie heute nur bedingt überzeugt. Das beginnt schon beim Klon des Imperators. Auch hier war ursprünglich etwas anderes geplant, nämlich ein Hochstapler, der sich als Darth Vader ausgibt – diese Idee wurde jedoch von George Lucas beeinsprucht (so viel zum Thema, dass dieser mit dem EU nie etwas zu tun gehabt hätte). Deshalb aber nun den Imperator wiederauferstehen zu lassen, fand ich halt doch ziemlich einfallslos. Wie auch, einen weiteren Planetenvernichter, quasi als Todesstern-Ersatz, aufzufahren. Was Timothy Zahn in der Thrawn-Trilogie so phantastisch gelungen ist, war, ein neues Abenteuer zu schaffen, dass sich einerseits eindeutig wie "Star Wars" anfühlt, jedoch ohne dabei die Filme zu kopieren. Neue Figuren, neue Bedrohungen, neue Herausforderungen. Im direkten Vergleich wirkt "Das dunkle Imperium" leider doch ziemlich einfallslos. Überaus kritisch sehe ich auch die Entscheidung, den Imperator nach seinem aus "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" bekannten, alten und abgewrackten ich, in weiterer Folge in einem jüngeren Klon zurückkehren und ihn in einem jungen, frischen und fitten Körper gegen Luke im Lichtschwertduell antreten zu lassen. Mir gefiel die Macht, die der Imperator eben gerade durch seine "Inaktivität" ausstrahlte. Der Kerl BRAUCHTE einfach kein Lichtschwert in die Hand nehmen, weil er so schon gefährlich genug war. Eben dieser Eindruck geht durch "Das dunkle Imperium" verloren (und ja, in "Die Rache der Sith" hat er auch mit Lichtschwert gekämpft, man könnte aber sagen, dass er damals ganz einfach noch nicht jene Macht hatte, die er dann in Episode VI besaß). Und als letzten Kritikpunkt halte ich ganz einfach auch von der Idee nicht viel, dass Luke der dunklen Seite der Macht verfällt. Zumal es Tom Veitch meines Erachtens auch nicht wirklich gut gelang, seinen inneren Konflikt und seine Motivationen zu verdeutlichen. Er fliegt nach Byss, trifft dort den Imperator, und sieht keine andere Möglichkeit als sich ihm und damit der dunklen Seite zu ergeben. Sorry, aber mir gab er einfach entschieden zu schnell bzw. leicht nach.

Trotz dieser teils harschen Kritik fand ich "Das dunkle Imperium" jetzt nicht unbedingt schlecht. Ich für mich muss die Geschichte halt irgendwie aus dem "Legends"-Universum herausnehmen und für sich betrachten – dann funktioniert es auch halbwegs. Auch die künstlerische Gestaltung war nicht schlecht. Zwar merkt man dem Comic die Zeit, in der er entstanden ist, schon an, gerade auch was die Farbgebung betrifft. Allerdings gefiel mir der Stil grundsätzlich sehr gut. Es ist nicht photorealistisch, wirkt aber durchaus kunstvoll, und ist interessant anzusehen. Kritisch sehe ich was die Bilder betrifft in erster Linie die Illustrationen, insbesondere der Gesichter. Han, Luke, Leia und Lando sind (im Gegensatz zum verdammt gut getroffenen Imperator) teilweise rein von den Zeichnungen her kaum zu erkennen, und sehen ihren jeweiligen Darstellerinnen nur sporadisch ansatzweise ähnlich. Davon abgesehen fand ich die Bilder aber eigentlich recht nett. Und die Story an sich hat, abseits der etwas einfallslosen Bedrohung rund um den wieder zum Leben erwachten Imperator und seine "World Devastators", sowie Lukes nicht nachvollziehbaren Fall auf die dunkle Seite, auch was für sich. Sie ist spannend geschrieben, entwickelt sich flott weiter, bietet einzelne wirklich gelungene Momente, die Figuren sind gut getroffen, und die Dialoge gut geschrieben. Für sich genommen vermag "Das dunkle Imperium" durchaus zu unterhalten. Ihn als Teil des bekannten Legends-Universums, oder gar als Quasi-Fortsetzung zur Thrawn-Trilogie anzusehen, damit tue ich mir hingegen sehr schwer.

Fazit: Im Gegensatz zur Thrawn-Trilogie kann ich beim "Dark Empire"-Comic den Kultstatus den er in Teilen der "Star Wars"-Fangemeinde besitzt nicht ganz nachvollziehen. Ich fand einfach die Idee bzw. das Konzept hinter der Story nicht sonderlich berauschend, sowohl was den der dunklen Seite verfallenden Luke, den Klon des Imperators, sowie die Weltenvernichter als Todesstern-Ersatz betrifft. Dass der Einstieg einen schweren Kontinuitätsfehler im Vergleich zur im Legends-Universum zu diesem Zeitpunkt etablierten Kontinuität beinhaltet, half auch nicht gerade; vielmehr erschwerte mir dies den Einstieg doch enorm. Und der Zeichenstil hat zwar irgendwie schon einen gewissen Charme; zudem fällt auf, dass viele Bilder über eine ganze Seite gehen und man sich somit wirklich ausreichend Zeit und Platz nimmt, um die Geschichte zu erzählen. Aber die Gesichter von Han, Luke und Leia hätte man schon stärker an die DarstellerInnen die sie verkörpern anlehnen können; so sind diese nämlich kaum zu erkennen. Zudem verlegt sich Tom Veitch ein bisschen zu sehr auf Textbeschreibungen, als die Bilder für sich stehen zu lassen, bzw. die Geschichte über sie zu erzählen. Trotz all dieser Kritikpunkte ist "Das dunkle Imperium" jetzt nicht unbedingt schlecht. Die Interaktionen zwischen den Figuren sind treffsicher geschrieben, die Action ist abwechslungsreich, und es gibt ein paar packende, starke Momente. Aber wenn man halt so wie ich mit der Grundidee hinter der Story nicht viel anfangen kann, hilft das alles halt nur bedingt.

Bewertung: 2.5/5 Punkten
Christian Siegel
Coverbild © 2007 Panini Comics






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