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Star Wars: Jedi Knight Drucken E-Mail
Eines meiner Lieblings-PC-Spiel aller Zeiten Kategorie: Games - Autor: Christian Siegel - Datum: Sonntag, 07 Januar 2018
 
Jedi Knight
Titel: Star Wars: Jedi Knight
Erschienen: 1997
Plattform: PC/MAC/Playstation
Genre: Ego-Shooter
Publisher: LucasArts
Entwickler: LucasArts
Kaufen: GOG.com
   

Bewertungen:

   
Grafik:  
Sound:  

92%

Steuerung:  
Spieldauer:  
Story:  
Atmosphäre:  
Gameplay:
 

Kurzinhalt: Der dunkle Jedi Jerec und seine Anhänger suchen nach dem sagenumwobenen Tal der Jedi, wo vor Tausenden von Jahren eine große Schlacht zwischen Jedi und Sith stattgefunden hat. Seitdem ist die Macht der damals verstorbenen dort gefangen. Jerec möchte diese anzapfen, und so die Macht gewinnen, über die Galaxis zu herrschen. Doch zuerst muss er die Karte aufspüren, die ihm den Standort des Tals verrät. Diese war einst im Besitz von Kyle Katarns Vater Morgan – doch dieser wurde bereits vor Jahren vom Imperium ermordet. Jerec überfällt Morgans früheren Landsitz, und entdeckt die Karte im Dach des Hauses. Der Söldner Kyle, der mittlerweile praktisch ausschließlich im Dienste der Rebellion steht und der auf den Angriff auf das frühere Heim seiner Familie aufmerksam wird, ist in der Zwischenzeit in den Besitz einer alten Aufzeichnung seines Vaters gelangt, die ihm offenbart, dass es sich bei diesem um einen Jedi-Ritter handelte. Um Jerec aufzuhalten, wird sich Kyle mit der Macht vertraut machen und in die Fußstapfen seines verstorbenen Vaters treten müssen…

Review: Screenshot (c) LuscarArts "Jedi Knight" zählt neben "Wing Commander III: Heart of the Tiger" und "Monkey Island 2: LeChuck's Revenge" zu meinen Lieblings-PC-Spielen aller Zeiten – und ist wohl insgesamt auch jenes, dass ich in meinem Leben (bislang) am öftesten durchgespielt habe. Auch wenn "Dark Forces" ein spielhistorischer Meilenstein war, erweist er sich rückwirkend betrachtet doch eher nur als Generalprobe für LucasArts Meisterstück, setzt "Jedi Knight" doch im Vergleich zum Vorgänger in allen Belangen eins drauf. Die größte Stärke findet sich dabei bereits im Titel: So toll es auch war, sich in "Dark Forces" als Söldner der Rebellion durch das "Star Wars"-Universum zu schießen und in bester Ego-Shooter-Manier Sturmtruppen und andere Feinde umzunieten, so gab uns "Jedi Knight" zum ersten Mal die Möglichkeit, ein Lichtschwert zu schwingen, sich mit der Macht vertraut zu machen, ihre Fähigkeiten zu "erlernen", gegen dunkle Jedi zu kämpfen, und generell den Weg eines Jedi-Ritters zu beschreiten. Eine Erfahrung, die ich damals wie heute einfach nur cool und faszinierend finde – und die das Spiel nachhaltig bestimmt.

Die größte Errungenschaft des Spiels im Vergleich zum Vorgänger sind dabei die rollenspielartigen Elemente. Sobald wir die Ausbildung zum Jedi beginnen, erhalten wir nach jeder Mission Machtpunkte, die wir nach Belieben auf die einzelnen Machtfähigkeiten aufteilen können. Diese sind teilweise neutral (wie Geschwindigkeit und Sprünge), oder aber der hellen (z.B. Heilen, Unsichtbarkeit und ein Schutzschild) bzw. dunklen Seite (Würgen, Machtblitze) zugeordnet. Je nachdem, auf welcher Seite des Macht-Spektrums wir unsere Punkte verteilen, und wie wir uns im Spiel verhalten (retten wir z.B. unschuldige Zivilisten, oder töten wir sie?), wenden wir uns an einem entscheidenden Punkt im Spiel dann entweder der hellen oder der dunklen Seite zu. Ab da stehen dann auch nur mehr die Machtkräfte der jeweiligen Seite zur Verfügung (der anderen Seite zugeordnete Punkte können daraufhin wieder frei verteilt werden). Da sich das Gameplay je nachdem, ob man als heller oder als dunkler Jedi spielt, im weiteren Spielverlauf sehr unterschiedlich gestaltet, und sich ab dem besagten Wendepunkt auch die Geschichte selbst anders entwickelt, lädt "Jedi Knight" dazu ein, das Spiel mindestens zwei Mal durchzuzocken, um beide Pfade kennen zu lernen. Aber auch der gesamte Aufbau des Spiels ist fantastisch. Die ersten Level spielen sich noch genau so wie "Dark Forces", müssen wir doch sowohl ohne Macht-Fähigkeiten als auch ohne Lichtschwert auskommen. Danach steigern wir dann zunehmend unsere Fähigkeiten, die wir im weiteren Verlauf der Missionen auch immer wieder einsetzen müssen, um die Level zu bewältigen, und die generell ein völlig neues Spielgefühl erlauben. Wir können uns schneller bewegen, große Abgründe überspringen, und so weiter. Und auch, die Fähigkeiten der hellen und dunklen Seite kennenzulernen und auszuprobieren, macht ungemein viel Spaß. Zwar steht es dem Spieler auch nachdem er das Lichtschwert erhalten hat immer noch frei, mit unzivilisierten Schusswaffen zu kämpfen, und es gibt auch einzelne Bereiche, wo es definitiv sinnvoller ist, auf die traditionelleren Waffen zurückzugreifen. Dennoch war es damals wie heute ein tolles Gefühl, sich mit einem Lichtschwert zuerst Sturmtruppen und anderen Feinden entgegenzustellen, und sich in weiterer Folge Duelle mit anderen Jedi zu liefern.

Screenshot (c) LucasArts Was "Jedi Knight" ebenfalls auszeichnet, sind die FMV-Zwischensequenzen, die Mitte der 90er zunehmend in Mode kamen (und sich nicht lange halten sollten; etwas, dass ich persönlich nach wie vor schade finde). Wie schon bei "Rebel Aussault II" wird man auch bei "Jedi Knight" nicht nur von einem animierten Intro-Video mit Schauspielern begrüßt, sondern zwischen den Level auch immer wieder mit entsprechenden Sequenzen belohnt. Heutzutage könnten die betreffenden Szenen aufgrund der niedrigen Auflösung natürlich nicht mehr wirklich begeistern, damals waren diese aber absolut auf der Höhe der Zeit. Und als ein Fan solcher Sequenzen gefallen sie mir auch heute immer noch sehr gut. Zumal die Darsteller auf mich hier einen besseren Eindruck machten als noch bei "Rebel Assault II", wo diese doch recht laienhaft agierten. Vor allem Christopher Neames Darstellung als Jerec sticht hervor (nicht zuletzt ist er das bekannteste Gesicht aus dem Ensemble), aber auch Jason Court als Kyle Katarn schlägt sich wacker. Erwähnenswert erscheint mir darüber hinaus, dass CGI-Kreaturen wie Boc und Maw "Episode I" den Weg zu ebnen schienen. Angesichts der mangelnden Starbesetzung kann "Jedi Knight" zwar den späteren "Wing Commander"-Spielen was die Zwischensequenzen betrifft nicht das Wasser reichen. Dennoch werteten sie das Spiel für mich auf.

Was die Grafik betrifft, kommt der Eindruck, den das Spiel heutzutage hinterlässt, enorm darauf an, auf welchem System man spielt. Denn solange das eigene Betriebssystem noch die DirectX-Hardwarebeschleunigung unterstützt, kann sich die Grafik, so veraltet sie natürlich auch sein mag, auch heute noch durchaus sehen lassen. Nicht nur, weil dann hohe Auflösungen bis 1920x1080 möglich sind (wenn auch nur im damals üblichen 4:3-Format, sprich auf heute gängigen 16:9-Schirmen muss man mit schwarzen Balken links und rechts leben), sondern vor allem auch aufgrund der Kantenglättung. Natürlich fehlt es selbst mit 3D-Hardwarebeschleunigung im Vergleich zu modernen Spielen an Details und Texturen, dennoch finde ich die Grafik mit der entsprechenden Unterstützung noch durchaus ok. Spießen sich hingegen das Betriebssystem, die aktuelle DirectX-Version, oder die Grafikkartentreiber mit der vom Spiel unterstützten Hardwarebeschleunigung, und muss man somit ohne diese auskommen, sieht das ganze doch eher ernüchternd aus. Abseits der höheren Auflösung ist dann im Vergleich zu "Dark Forces" kaum ein nennenswerter Unterschied erkennbar, und wirkt das Ganze teilweise doch ziemlich pixelig. Mich persönlich stört zwar selbst das nicht sonderlich, aber wer auf Grafik mehr wert legt als ich, sollte dies berücksichtigen. Mir waren halt nur immer schon andere Dinge wichtiger, und eben diese sind es, wo "Jedi Knight" nun mal – altbackene Grafik hin oder her – immer noch glänzt. Wie z.B. die weitläufigen Levels bzw. generell das abwechslungsreiche Leveldesign. Mal befinden wir uns in einer Raumstation oder einem Raumschiff, dann wieder auf einem Planeten, die sich ebenfalls stark voneinander unterscheiden. Zwischendurch immer wieder eingestreute Einfälle wie z.B. zeitkritische Sequenzen sorgen dabei ebenso für Abwechslung wie die unterschiedlichen Feinde und Boss-Gegner. Die Story ist zwar ein bisschen klischeehaft, aber wesentlich ausgeklügelter und komplexer als noch bei "Dark Forces", wobei eben vor allem die Möglichkeit, sich für eine Seite zu "entscheiden", hervorsticht. Und auch das Gameplay ist durchaus abwechslungsreich.

Screenshot (c) LucasArts Im Vergleich zu "Dark Forces" profitiert "Jedi Knight" dann neben dem Jedi-Schwerpunkt vor allem noch durch einige wesentliche Neuerungen (bzw. Verbesserungen). Mit der Maus ist nun endlich ein freies Sichtfeld – auch nach oben und unten – gegeben. Neben der traditionellen first person-Ansicht steht auch eine 3rd Person-Perspektive zur Verfügung (ich persönlich verwendete diese zwar nur sporadisch, da die Immersion im FPS-Modus größer ist, aber bei den Duellen sowie den vereinzelten Jump & Run-Einlagen ist sie schon praktisch). Die bekannte "Star Wars"-Musik von John Williams steht statt in MIDI- vielmehr in CD-Qualität auf. Vor allem aber ist hier nun endlich das Speichern innerhalb eines Levels möglich, was ich angesichts der teilweise wieder sehr großen und langen Level für essentiell halte. Wem's nicht passt, der wird ja auch nicht dazu gezwungen, die Funktion zu nutzen, aber da bei mir mittlerweile der Spaßfaktor gegenüber der Herausforderung im Mittelpunkt steht, ist das für mich schon eine wesentliche Stärke im Vergleich zum Vorgänger. Eben deshalb bin ich persönlich auch kein Freund des Levels mit dem abstürzenden Schiff. Ich bin generell eher ein langsamer Spieler, der sich Zeit lässt, alles genau absucht usw., dort ist man jedoch dazu gezwungen, durchs Geschehen zu hetzen, um das Schiff rechtzeitig zu verlassen. Für mich das einzige Level des Spiels, dass – so einfallsreich es gewesen sein mag – doch eher für Frust bei mir sorgt. Weitere Härchen in der Suppe, wenn man unbedingt nach ihnen suchen muss, wäre dann noch, dass sich die Story nur bedingt mit dem Erweiterten Universum in Einklang bringen (fragt man sich doch unweigerlich, wo ein Jahr nach "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" auf einmal die ganzen dunklen Jedi herkommen), sowie die Duelle mit den dunklen Jedi, die doch ein bisschen enttäuschend sind. Ich hatte bald mal den "um sie im Kreis herumlauf"-Trick draußen, was sie doch etwas eintönig und auch spielerisch wenig herausfordernd machte. Letztendlich sind diese Kritikpunkte aber vernachlässigbar.

Fazit: Im Vergleich zum Vorgänger "Dark Forces" setzt "Jedi Knight" in allen Belangen noch einmal eins drauf. Mit aktivierter Hardware-Beschleunigung machte die Grafik nochmal einen deutlichen Sprung nach vorne. Die optimierte Steuerung macht sich ebenso positiv bemerkbar wie die Möglichkeit, auf eine 3rd-Person-Ansicht zu wechseln. Ein enormer Pluspunkt ist auch die neu hinzugekommene Möglichkeit, innerhalb der Level zu speichern. Vor allem aber profitiert "Jedi Knight" davon, dass man hier nicht einfach nur als gewöhnlicher Söldner agiert, sondern den Weg zum Jedi-Ritter beschreiten darf – ob auf der hellen oder dunklen Seite, bleibt dabei dem Spieler überlassen. Eben dies machte "Jedi Knight" damals wirklich zu etwas besonderen, und zeichnete das Spiel aus. Aber auch das Gameplay hat es mir angetan. Mit einer Ausnahme spiele ich sämtliche Level, die viel Abwechslung bieten, nach wie vor ungemein gerne – wie ich das Spiel generell selbst mehr als 20 Jahre später immer wieder gerne mal zur Hand nehme. Ein paar kleinere Kritikpunkte sind zwar vorhanden, und heutzutage ist die Grafik natürlich heillos veraltet. Meinen Spielspaß tut jedoch beides selbst heute noch kaum einen Abbruch. Für mich zählt "Jedi Knight" jedenfalls zu den ganz großen Klassikern des PC-Spiele-Sektors, und auch eindeutig zu den besten "Star Wars"-Spielen aller Zeiten.

Gesamtwertung:       92%

Christian Siegel


Weiterführende Links:
Review zu "Dark Forces"
FollowTheBox #31: Dark Forces & Jedi Knight





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