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Good Omens Drucken E-Mail
Ein Engel, ein Dämon, und das Ende der Welt Kategorie: Literatur & Comics - Autor: Christian Siegel - Datum: Samstag, 05 August 2017
 
Titel: "Good Omens"
Deutscher Titel: "Ein gutes Omen"
Bewertung:
Autoren: Terry Pratchett & Neil Gaiman
Umfang: 415 Seiten
Verlag: Victor Gollancz
Veröffentlicht: 10. Mai 1990
ISBN: 978-0-552-13703-4
Kaufen: Taschenbuch (D), Kindle (D), Taschenbuch (E), Kindle (E)
 

Kurzinhalt: Selbsternannte Propheten gibt es viele. Die Prophezeiungen von Agnes Nutter, einer Hexe aus dem Mittelalter, haben jedoch die Besonderheit, sich als wahr herauszustellen. Das Problem daran ist nur, dass sie nicht chronologisch sind, und teilweise erst entschlüsselt werden müssen; oftmals ist ihre Bedeutung erst klar, nachdem das Ereignis eingetroffen ist. Eines ist aber jedenfalls klar: Das Ende der Welt naht. Dieses wird durch den Sohn des Teufels ausgelöst werden. Dieser wurde vor elf Jahren geboren. Da er einem anderen Baby zum Verwechseln ähnlich sah, wurden sie nach der Geburt vertauscht. Während also ein ganz normaler Junge zum Sohn des Teufels erzogen wurde, wuchs Adam Young in einer gewöhnlichen, liebevollen Familie auf. Zu seinem elften Geburtstag kommt jedoch die unvergleichliche Macht, die er besitzt, zum ersten Mal zum Vorschein. Geht es nach dem Teufel, soll Adam den Krieg zwischen Himmel und Hölle einleiten, in dessen Zuge die Menschheit als Kollateralschaden ausgelöscht wird. Doch der Engel Aziraphale sowie der Dämon Crowley, die sich an ihre Existenz auf der Erde gewöhnt haben, lehnen sich gegen den göttlichen Plan auf, und versuchen, die Apokalypse zu verhindern…

Review: Da ich mittlerweile alle "Scheibenwelt"-Romane (das allein sind rund vierzig) und darüber hinaus auch noch ein paar andere Werke von Terry Pratchett gelesen habe, bin ich mit seiner Arbeit sicherlich stärker vertraut, als mit jener von Neil Gaiman (von dem ich erst 3-4 Romane kenne; auch wenn ich fest vorhabe, auch daran in absehbarer Zeit etwas zu ändern). Möglicherweise ist mein Eindruck auch diesem Umstand geschuldet, aber auch wenn im Nachwort geschildert wird, dass die beiden "Good Omens" quasi parallel geschrieben haben, meinte ich im Großen und Ganzen definitiv eher Pratchetts Stimme und Stil herauszulesen, als Gaimans. Der spielt, soweit ich das bislang beurteilen kann, in seinen Romanen – auch wenn sie an Kinder und Jugendliche gerichtet sind – durchaus gerne auch mal mit Horror-Elementen, die hier z.B. völlig fehlen. Auch die Dialoge hatten einen starken Pratchett-Touch. Und die Figuren wären größtenteils auf der Scheibenwelt auch nicht fehl am Platz gewesen. Gaiman selbst hat ja die Grundidee zu diesem Roman geschrieben, der als Kurzgeschichte begann, wo der Autor aber nicht wusste, wie es weitergehen soll, weshalb er sich an seinen Autoren-Freund Pratchett gewandt hat. Und tatsächlich würde ich das Konzept eher bei Gaiman als Pratchett verorten (schon allein zu "American Gods" zeigen sich gewisse Parallelen). Aber der Ton des Buchs schien zumindest mir überwiegend Pratchetts zu sein.

"Good Omens" hat seit seinem Erscheinen 1990 Kultstatus erlangt, und die beiden Autoren vor allem auch über dem Atlantik zu einer bekannten Größe gemacht. Ich selbst fühlte mich vom Roman ebenfalls sehr gut unterhalten – an die besten Werke Pratchetts (oder auch Gaimans) kam er aus meiner Sicht aber nicht heran. Dies lag für mich in erster Linie am zerfahrenen Eindruck, den dieser teilweise vermittelte. "Good Omens" präsentiert ein Kaleidoskop an Figuren, die zwar allesamt interessant und faszinierend sind, denen es aber teilweise, da sie sich die Aufmerksamkeit mit so vielen anderen, teils gleichwertig behandelten Charakteren teilen müssen, die nötige Tiefe fehlt. Nun waren die herrlich schrulligen Figuren sowie ein großes Ensemble auch schon immer starke Elemente der Scheibenwelt, nur gab es dort eigentlich immer einen oder mehrere (man nehme z.B. die Hexen-Romane) klare Protagonisten; der Rest diente der Ausschmückung und Bereicherung. Zudem konnten auch die kleinsten Nebenfiguren über viele Romane und dementsprechend mehrere Auftritte hinweg der Scheibenwelt ihren Stempel aufdrücken (wie z.B. CMOT-Dibbler). Hier kämpft aber nun eine Riege an unterschiedlichsten Figuren um die Aufmerksamkeit des Lesers: Adam Young, die Hexenjäger Newton Pulsifer und Shadwell, die Hexe (und Nachfahrin von Agnes Nutter) Anathema Device, die Seherin Madame Tracy, sowie der Engel Aziraphale und der Dämon Crowley. Letztere beiden stechen noch am ehesten als Hauptfiguren hervor, aber selbst sie verschwinden über weite Strecken des Romans von der Bildfläche, um Platz für die anderen zu machen. Dadurch wirkte der Roman auf mich teilweise etwas zerfahren.

Von diesem Punkt abgesehen ist "Good Omens" aber tatsächlich im wahrsten Sinne des Wortes phantastisch. Er sprudelt nur so über vor Wortwitz, originellen Ideen, interessanten Betrachtungen der Menschheit bzw. der Welt, amüsanten Randnotizen (eine Spezialität von Pratchett), und eine abwechslungsreiche und gut ausgearbeitete Handlung. Wie auch bei den Scheibenwelt-Romanen gab es dabei auch abseits der lustigen Stellen die eine oder andere bemerkenswerte Testzeile, wie z.B. Aziraphales Worte darüber, dass das Böse immer die Saat seiner eigenen Zerstörung in sich trägt. Zudem ist der Roman, abseits des Einstiegs, den ich noch etwas verwirrend fand, auch sehr unterhaltsam, und liest sich leicht (wenn man auch für die Originalversion ein gehobenes Verständnis der englischen Sprache mitbringen sollte) und flüssig. Und nach einem kleinen Einbruch im Mittelteil steigert sich das Ganze dann zu einem durchaus packenden und mitreißenden Finale. Sehr gefreut habe ich mich zudem über den Gastauftritt von Tod, der natürlich auch HIER SO SPRICHT, als einen der Reiter der Apokalypse (was wiederum an "Sourcery" und "Thief of Time" erinnert). Aber auch die neu geschaffenen Figuren sind wunderbar, so schräg und eigen, wie man das von Pratchett und Gaiman gewohnt ist, und müssen sich vor ihren Gegenstücken von der Scheibenwelt nicht verstecken. Insgesamt macht es zweifellos Spaß, "Good Omens" zu lesen – an die allerbesten Werke von Pratchett und Gaiman kam er für mich aber halt eben nicht ganz heran.

Fazit: "Good Omens" ist Anfang der 90er eingeschlagen wie eine Bombe, erlangte schnell Kultstatus, und katapultierte die Popularität seiner beiden Autoren in neue, bis dahin unbekannte Sphären. Ich persönlich meinte dabei insgesamt stärker Pratchetts als Gaimans Handschrift herauszulesen, dennoch wird auch dessen Beitrag zwischendurch immer wieder deutlich; zudem mag es daran liegen, dass ich von Pratchett bislang deutlich mehr gelesen habe und daher mit seiner Stimme vertrauter bin und sie daher schneller und deutlicher herauslese. Ihre Kollaboration hat allerdings offen gestanden meine (angesichts meiner Vorliebe für beide Autoren wohl unverschämt hohen) Erwartungen nicht ganz erfüllt. An die besten Werke beider kommt "Good Omens" wie ich finde nicht ganz heran. Was jedoch nicht heißt, dass er nicht ein sehr guter, unterhaltsamer und vor Originalität und Witz nur so übersprudelnder Fantasy-Roman wäre, denn das ist er zweifellos. Allerdings fehlte mir persönlich im Kaleidoskop an schrägen und interessanten Figuren ein bisschen ein klarer Protagonist, um den sich alles dreht und wendet. Fast wirkt es so, als hätten sich die beiden Autoren nicht für einen Favoriten entscheiden können, so als hätte man sie gefragt, welches Kind sie lieber haben. Dies lässt den Roman teilweise ein bisschen zerfahren wirken. Das ist allerdings auch schon die einzige Kritik, die ich anzubringen habe, denn davon abgesehen war "Good Omens" ein großartiger und phantasievoller Roman voller origineller Einfälle und amüsanter Momente, den ich zwar nun endlich zum ersten, aber sicherlich nicht zum letzten Mal gelesen habe.

Bewertung: 4/5 Punkten
Christian Siegel






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