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Johnny und seine Freunde reisen durch die Zeit Kategorie: Literatur & Comics - Autor: Christian Siegel - Datum: Samstag, 08 Juli 2017
 
Titel: "Johnny and the Bomb"
Bewertung:
Autor: Terry Pratchett
Umfang: 242 Seiten
Verlag: Doubleday
Veröffentlicht: 1996
ISBN: 978-0-552-55104-5
Kaufen: Sammelband (E), Einzelband (E)
 

Kurzinhalt: Johnny Maxwell und seine Freunde finden Mrs. Tachyon, eine alte verwirrte Frau die mit ihrem Einkaufswagen durch die Straßen der Stadt zieht, verletzt auf der Straße liegen, und verständigen das Krankenhaus. Zusammen mit Kirsty stattet er ihr kurz darauf im Spital einen Besuch ab. Ihren Einkaufswagen hat er indes nach Hause gebracht, damit dieser nicht verschwindet. Dieser erweist sich jedoch schon bald als Zeitmaschine, als es ihn und Kirsty wenige Stunden in die Vergangenheit verschlägt. Auf der Flucht vor einem schwarzen Wagen landen Johnny und seine Freunde dann überhaupt gleich im Jahr 1941, und damit mitten im Zweiten Weltkrieg. Aus seinem Geschichtsunterricht erinnert sich Johnny daran, dass noch am gleichen Abend eine Bombe in Blackburry einschlagen und mehreren Menschen das Leben kosten wird. Können – und sollen – Johnny dies verhindern? Die Sache verkompliziert sich nochmal zusätzlich, als sie noch einmal kurz in die Gegenwart springen – und sich in einer alternativen Zeitlinie wiederfinden…

Review: Nach dem etwas enttäuschenden "Johnny and the Dead" lag "Johnny and the Bomb" wieder genau auf meiner Wellenlänge. Nach dem Ausflug in die Fantasy kehrt er hier wieder zur eher in der Science Fiction verhafteten Thematik aus "Only You Can Save Mankind" zurück, und wendet sich mit Zeitreisen noch dazu einem meiner Lieblingsthemen aus diesem Bereich zu. Ich liebe Zeitreisegeschichten nun einmal, insofern hat "Johnny and the Bomb" meinen persönlichen Geschmack genau getroffen. Zumal die Geschichte auch wunderbar erdacht war, mit den unterschiedlichen Zeitlinien, wie diese ausgelöst werden, und wie Johnny und seine Freunde zwischen ihnen hin- und herspringen. Besonders gelungen fand ich dabei die Auflösung der Identität von Sir John, aber generell konnte mir die Handlung einfach sehr gut gefallen, und gab es gerade auch rund um die Zeitreisen ein paar tolle Momente und interessante Offenbarungen. Auch der Humor stach für mich – wie für Pratchett ja üblich – hervor. Neben den zahlreichen popkulturellen Anspielungen die sich natürlich gerade auch bei so einer Geschichte aufdrängen waren auch die Figuren wieder einmal wunderbar geschrieben. Auch die Dialoge bestachen wieder mit viel Witz, aber auch Situationskomik lässt sich da und dort antreffen, wie z.B. wenn Bigmac just eine deutsche Uniform erwischt, als sie sich für die zweite Reise in die Vergangenheit fertig machen.

Im Vergleich zu "Only You Can Save Mankind" wirkte das Geschehen diesmal auch nicht so gehetzt. Die im direkten Vergleich dreißig Seiten mehr tun "Johnny and the Bomb" gut, und sorgen dafür, dass ausreichend Zeit bzw. Platz ist, damit sich die Geschichte so richtig entfalten kann, und die dramatischen Höhepunkte die gewünschte Wirkung erzielen. Vor allem aber ist "Johnny and the Bomb" der spannendste Teil der Maxwell-Trilogie. Vor allem zum Ende hin, als es gilt, die Sirene auszulösen und die Bewohner von Blackbury rechtzeitig vor der Bombe zu warnen, baut sich einiges an Spannung auf. Und auch die Offenbarung am Ende rund um Johnnys Großvater gefiel mir. Zudem hat Pratchett bei "Johnny and the Bomb" mit Mrs. Tachyon eine wunderbar schrullig-abgefahrene neue Figur erfunden, die den Roman für mich ebenfalls bereicherte. Und auch über die Rückkehr von Kirsty, die beim vorangegangenen Abenteuer mit Abwesenheit glänzte, hatte ich mich sehr gefreut. Zumal dies das erste Mal war, dass sie wirklich in seinem Freundeskreis mit dabei war und mit ihrer Art die Dynamik innerhalb der Gruppe ordentlich aufgemischt hat. Last but not least fällt positiv auf, dass sich letztendlich, trotz sehr unterschiedlicher Geschichten, alle drei Romane auf die eine oder andere Art und Weise mit Krieg auseinandersetzen – für eine Kinderbuchreihe zweifellos ungewöhnlich, aber für mich eben deshalb irgendwie auch so wichtig.

Fazit: Nach dem doch etwas enttäuschenden "Johnny and the Dead" fand Terry Pratchett mit "Johnny and the Bomb" wieder zu alter Stärke zurück. Die Zeitreise-Geschichte lag nun einmal genau auf meiner Wellenlänge, und war zudem wunderbar durchdacht; einerseits nicht zu vereinfacht, aber andererseits auch so schön erklärt dass auch die junge Hauptzielgruppe keine Verständnisprobleme haben sollte. Generell hat mich die Geschichte diesmal wieder richtig gepackt. Auch Johnny und seine Freunde fand ich wieder wunderbar beschrieben, wobei ich mich vor allem auch über die Rückkehr von Kirsty sehr gefreut habe, welche die Bubenbande doch nochmal ordentlich aufmischt. Und Pratchetts Schreibstil ist ja ohnehin über jeden Zweifel erhaben. Kleinere Abstriche gibt es lediglich für die teilweise aufgrund der aufgesplitteten Gruppe etwas zerfahren wirkende Handlung. Was Komplexität betrifft, darf man "Johnny and the Bomb" zudem natürlich nicht mit Pratchetts Werken für Erwachsene vergleichen. Und zugegebenermaßen war "Only You Can Save Mankind" schon noch eine Spur origineller. Trotzdem ist "Johnny and the Bomb" ein wunderbarer, gelungener und mehr als zufriedenstellender Abschluss der Johnny Maxwell-Trilogie.

Bewertung: 4/5 Punkten
Christian Siegel






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