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Sherlock Holmes: Das Tal der Angst Drucken E-Mail
Der letzte Holmes-Roman von Sir Arthur Conan Doyle Kategorie: Literatur & Comics - Autor: Christian Siegel - Datum: Samstag, 13 Mai 2017
 
Titel: "Sherlock Holmes: Das Tal der Angst"
Originaltitel: "Sherlock Holmes: The Valley of Fear"
Bewertung:
Autor: Sir Arthur Conan Doyle
Übersetzung: Hans Wolf
Umfang: 216 Seiten
Verlag: Haffmans
Veröffentlicht: 1986 (D, Haffmans Verlag) bzw. 1915 (E)
ISBN: 978-3-251-20103-4
Kaufen: Taschenbuch (D), Taschenbuch (E)
 

Kurzinhalt: Sherlock Holmes wird zu Hilfe gerufen, um den mysteriösen Mord an Mr. Douglas aufzuklären. Dieser lebt in einem Schloss, das nur über eine Zugbrücke zu erreichen ist. Wie also konnte der Mörder, nach vollbrachter Tat, von dort entkommen? Dies ist nur eines der zahlreichen rätselhaften Details, die Holmes erwarten, als er mit seinen Ermittlungen beginnt. Er selbst scheint seine Aufmerksamkeit dabei – sehr zur Verwunderung der örtlichen Polizei – auf eine verschwundene Hantel zu konzentrieren. Eben diese spielt dann jedoch eine entscheidende Rolle, um die Hintergründe der Tat aufzuklären. Nachdem der Täter geschnappt wurde, gibt er in einer ausführlichen Rückblende einen Einblick in seine Motive – die ihn ins Jahr 1875 und in das sogenannte Tal der Angst, welches im amerikanischen Pennsylvania angesiedelt ist, zurückführen…

Review: "Das Tal der Angst" war der vierte und letzte richtige Roman, den Sir Arthur Conan Doyle über Sherlock Holmes verfasst hat (daneben gibt es natürlich noch zahlreiche Kurzgeschichten, die schließlich in Sammelbänden zusammengefasst wurden). Der Aufbau spiegelt dabei recht eindeutig das allererste Holmes-Abenteuer "Eine Studie in Scharlachrot" wider: Die erste Hälfte ist der Aufklärung des mysteriösen Mordfalls gewidmet, während man sich in der zweiten Hälfte ausführlich den Hintergründen der Tat widmet, und die Vorgeschichte der beteiligten Figuren erzählt. Und ebenfalls wie bei "Eine Studie in Scharlachrot" offenbart sich der vermeintlich hinterlistige Mörder vielmehr als der eigentliche Held der Geschichte, der in diesem Fall in reinem Selbstschutz gehandelt hat. Die Auflösung den Falls selbst zähle ich mit zu den besten, die Sir Arthur Conan Doyle je ersonnen hat, weshalb ich hier nicht näher darauf eingegangen bin. Beim erneuten Lesen hat man es natürlich schon im Hinterkopf und erkennt die zahlreichen Hinweise, aber damals beim ersten Mal hatte mich diese doch ordentlich überrascht – eine Erfahrung, die ich euch nicht nehmen will. Jedenfalls, im Vergleich zu Holmes' erstem Roman ist der Mordfall diesmal wirklich herrlich ausgeklügelt, und kann mit zahlreichen offenen Fragen und rätselhaften Details aufwarten, die den Leser dazu einladen, selbst Detektiv zu spielen und zu versuchen, zusammen mit Holmes auf die Lösung des Falls zu kommen.

Darüber hinaus ist "Das Tal der Angst" auch wieder sehr schön geschrieben und von Hans Wolf in der mir vorliegenden Ausgabe auch sehr gut und werksgetreu übersetzt. Bereits der erste Dialog zwischen Holmes und Watson lädt zum Schmunzeln ein, und während Watson selbst danach ein bisschen in den Hintergrund rückt, überzeugt Holmes wieder einmal mit seiner unvergleichlichen Beobachtungsgabe und seinen Fähigkeiten zur Deduktion. Sehr gut gefallen hat mir auch die – rückwirkende – Verbindung zu "Das letzte Problem", durch die man auch Professor Moriarty als Holmes' Erzfeind nachträglich weiter aufbaut. Liest man es also in "meiner" Reihenfolge, zuerst die Romane, dann die Sammelbände, kommt Moriarty somit nicht mehr völlig aus dem Nichts. Der Hauptgrund, warum das Buch im Vergleich zu den ersten drei Holmes-Romanen in meinen Augen doch ein bisschen abfällt, ist die sehr ausgedehnte Rückblende. Zwar kann auch diese mit einer überraschenden Wendung aufwarten, allerdings sorgte eben dies dafür, dass zumindest ich mich mit der Figur – bei der Erstlesung – nicht so recht verbunden fühlte. Er später erfahren wir, was es mit ihm auf sich hat, ehe es soweit war musste ich aber 50 Seiten über einen Kerl lesen, der mir jetzt nicht unbedingt sonderlich sympathisch war. Eben dies ist kein Vergleich zu "Eine Studie in Scharlachrot", wo mich John Ferriers Leidensgeschichte in ihren Bann gezogen hatte, und ich so richtig mit ihm mitfieberte. Und generell hat es Doyle mit dem Umfang der Rückblende doch ein wenig übertrieben, weshalb sich da und dort ein bisschen Langeweile einschlich. Etwas straffer hätte er den betreffenden Teil ruhig erzählen können. Die Idee dahinter, die Hintergründe der Tat genau zu erklären, konnte mir aber wie schon bei "Eine Studie in Scharlachrot" grundsätzlich wieder gefallen.

Fazit: Herzstück von "Das Tal der Angst" ist der wirklich ausgeklügelte Kriminalfall, der in der ersten Hälfte im Mittelpunkt steht. Hier hat sich Sir Arthur Conan Doyle wirklich ein faszinierendes Rätsel ausgedacht, dass mit zahlreichen interessanten Indizien, ein paar packenden offenen Fragen und – beim ersten Lesen – einer doch ziemlich überraschenden Auflösung aufwarten kann. Auch Holmes kommt wieder einmal herrlich zur Geltung – während Watson diesmal doch eher in den Hintergrund rückt. Die zweite Hälfte, wo wie schon bei "Eine Studie in Scharlachrot" die Hintergründe des Verbrechens aufgeklärt werden, fällt hingegen doch ein wenig ab. Der Twist in der zweiten Hälfte erscheint mir insofern ein bisschen unglücklich, als er davor verhinderte, dass man als Leser mit der Hauptfigur eine starke Verbindung aufbaut; John Ferrier war hier als Identifikationsfigur um einiges geeigneter. Generell ist die Rückblende, so interessant ich den Aufbau grundsätzlich auch fand, doch eine Spur zu lang geraten. Immerhin, in den letzten 1-2 Kapiteln der Rückblende macht man wieder einiges an Boden gut, und auch die Erwähnung von Moriarty wertete sowohl diesen Roman als dann auch "Das letzte Problem" für mich auf. Insgesamt ist jedenfalls auch der vierte und letzte "vollwertige" Sherlock Holmes-Roman von Sir Arthur Conan Doyle wieder sehr gelungen.

Bewertung: 4/5 Punkten
Christian Siegel
Umschlagbild © 1986 Haffmans Verlag





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