Eine Mordserie erschüttert das viktorianische London
Kategorie:
Literatur & Comics -
Autor: Christian Siegel - Datum:
Samstag, 22 April 2017
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Titel: |
"Doctor Who: Silhouette" |
Originaltitel: |
"Doctor Who: Silhouette" |
Bewertung: |
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Autor: |
Justin Richards |
Übersetzung: |
Susanne Döpke |
Umfang: |
243 Seiten |
Verlag: |
Cross Cult |
Veröffentlicht: |
26. Oktober 2015 (D), 11. September 2014 (E) |
ISBN: |
978-3-86425-799-9 (D), 978-1-84990-772-9 (E) |
Kaufen: |
Taschenbuch (D), Kindle (D), Taschenbuch (E), Kindle (E) |
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Kurzinhalt:
Der Doktor und Clara statten dem viktorianischen London einen weiteren Besuch ab, wo sie u.a. eine Kuriositätenschau besuchen, die den Doktor zu faszinieren scheint. Kurz darauf werden sie auf eine rätselhafte Mordserie aufmerksam, die sich gerade in London zuträgt. Auch ein guter Freund von Strax fiel dieser gerade erst zum Opfer. Zusammen mit Madame Vastra, Jenny und Strax gehen sie dem mysteriösen Treiben, das irgendwie mit der Kuriositätenschau in Verbindung zu stehen scheint, auf den Grund. Der Doktor interessiert sich dabei ganz besonders für Silhouette, die dort Schattenspiele vorführt – die so gut gemacht sind, dass der Doktor die Fäden usw. nicht erkennen kann. Besteht eine Verbindung zwischen ihr und den wie von Zauberhand herumfliegenden Origami-Vögel, auf die er mit Clara stößt? Ihre Spur führt sie schließlich in eine verlassene Fabrik – und zu einem außerirdischen Wissenschaftler, der dort Menschen zu schrecklichen, illegalen Waffen umwandelt…
Review:
Justin Richards ist ein Veteran unter den "Doctor Who"-Schriftstellern. Da ich jedoch die noch nicht auf deutsch erschienenen Romane aus der BBC Books-Reihe noch nicht gelesen habe, war "Silhouette" mein erster Who-Roman von ihm. Ich kann daher zu seinen früheren Arbeiten nichts sagen, aber von seinem ersten Buch zum zwölften Doktor war ich überaus angetan. Am besten hat mir dabei sein Schreibstil gefallen. Justin Richards erzählt zumindest dieses Abenteuer auf sehr humorvolle Art und Weise, wobei vor allem die amüsanten Dialoge zwischen den Figuren hervorstechen. Da gab es einige wirklich witzige Momente und Aussage, die mich zum Lachen brachten. Vor allem Strax bekommt so manch lustigen Spruch, aber auch die Dialoge zwischen dem Doktor und Clara sprühen nur so über vor Witz. Eben dies machte "Silhouette" sehr unterhaltsam. Darüber hinaus beweist Richards auch ein gutes Gespür für die Figuren. Vor allem die mutig-feurige Clara war sehr gut getroffen, aber auch den zwölften Doktor fing er sehr gut und treffend ein. Die Geschichte an sich konnte mir ebenfalls gut gefallen. Mit der titelspendenden Silhouette sowie den weiteren beiden Waffen, Empath und Affinity, schuf Richards eine denkwürdige Widersache-Riege, die sich neben ihren originellen, faszinierenden Eigenschaften – wobei vor allem das von selbst fliegende Papier in Erinnerung bleibt – vor allem auch durch die innewohnende Tragik auszeichnen, da keiner von ihnen freiwillig agiert, und sie alle zu diesen schrecklichen Taten gezwungen werden. Der die Strippen ziehende Oberbösewicht war dann letztendlich auch die uninteressanteste Figur aus dem Ensemble, und ein eher klischeehafter verrückt-größenwahnsinniger und unmoralischer Wissenschaftler. Und auch die Art und Weise, wie der Doktor dann schließlich die Bedrohung rund um die Wut-Wolke zurückschlägt, hat mich nicht 100%ig überzeugt. Angesichts des hohen Unterhaltungswerts des Romans waren diese kleineren Mankos aber zu verschmerzen.
Fazit:
Mit "Silhouette" ist Justin Richards ein überaus unterhaltsamer Roman gelungen, der vor allem mit den zahlreichen amüsanten Dialogen bestach. Eben den Dialogen zwischen dem Doktor und Clara stach dabei vor allem auch der Auftritt von Strax hervor – doch auch Madame Vastra und Jenny bekommen ihre Momente, um zu glänzen. Und auch die von ihm erdachten Widersacher Silhouette, Affinity und Empath hatten es mir angetan. Wie mich die Geschichte insgesamt überzeugen konnte. Sie bestach von Anfang an mit einem interessanten Mysterium, und wurde auch danach nie langweilig. Der hinter allem steckende Bösewicht selbst mag etwas klischeehaft und das Finale ein wenig unspektakulär gewesen sein. Von diesen kleineren Mankos sollten sich Whovians aber nicht abschrecken lassen.
Bewertung: 4/5 Punkten
Christian Siegel
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