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Dunkle Materie Drucken E-Mail
Spirituell-esoterisch angehauchte Science Fiction Kategorie: Literatur & Comics - Autor: Christian Siegel - Datum: Samstag, 18 März 2017
 
Titel: "Dunkle Materie"
Originaltitel: "Dark Orbit"
Bewertung:
Autorin: Carolyn Ives Gilman
Übersetzung: Markus Mäurer
Umfang: 384 Seiten
Verlag: Cross Cult
Veröffentlicht: 23. November 2016
ISBN: 978-3-95981-150-7
Kaufen: Taschenbuch (D), Kindle (D), Taschenbuch (E), Kindle (E)
 

Kurzinhalt: Sara Callicot ist nur eine von vielen Weltraumreisenden, die es gewohnt sind, dass für sie keine Zeit vergeht, während in der Galaxis um sie herum Jahre wenn nicht gar Jahrzehnte verstreichen. Dementsprechend sind diese Weltraumreisenden eine eingeschworene Truppe, die nur sich als Anker haben, während die Welt um sie herum beständig weiterzieht. Gerade erst von einer längeren Reise zurückgekehrt, wird Sara von einem reichen Industriellen damit beauftragt, eine Expedition zu einem neu entdeckten Planeten zu begleiten, der sich in der Nähe eines Clusters Dunkler Materie befindet. Offiziell soll sie die Zusammenarbeit der einzelnen wissenschaftlichen Sektoren beobachten, in Wahrheit geht es ihm jedoch in erster Linie darum, dass sie ein Auge auf seine Tochter Thora hat, die erst vor kurzem einer Tortur entflohen ist. Nach der Ankunft im Orbit des Planeten stattet man der kristallinen Welt einen Besuch ab. Doch ehe es sich die Landegruppe versieht, ist Thora verschwunden…

Review: "Dunkle Materie" begann sehr vielversprechend. Mir gefiel die Darstellung der Weltraumreisenden als quasi Zeitreisende, die mir auch schon in vielen anderen Science Fiction-Romanen untergekommen ist. Das ist einfach ein sehr interessanter Gedanke, und dürfte wohl zudem auch, falls wir wirklich eines Tages zu den Sternen vordringen sollten, wissenschaftlich am plausibelsten sein. Ungemein faszinierend fand ich dann die erste Außenmission auf dem Planeten, mit seiner kristallinen Struktur, und wie sich die Landegruppe dort aufgrund der ganzen Spiegelungen usw. zu verlieren droht. Am besten gefiel mir an "Dunkle Materie" aber wohl die Idee dieser Zivilisation, die völlig im Dunkeln lebt, und wie sich diese deshalb entwickelt hat. Das war einerseits ein sehr origineller Einfall (zumindest mir wäre das bislang noch nirgends untergekommen), und wirkte zudem enorm durchdacht. So können aus ihrer Sicht Wesen, die sehen können, quasi in die Zukunft blicken, da sie eben sehen, wo sie sich hinbewegen. Und auch die Art und Weise, wie Thora sich ans Leben in dieser Umgebung ohne einen Funken Licht gewöhnen muss, war sehr eindringlich und nachvollziehbar beschrieben. Hier ist es der Autorin sehr gut gelungen, mich in ihre Lage versetzen zu lassen.

Etwas enttäuscht war ich hingegen von den Figuren, die ich mit Ausnahme von Thora nur recht oberflächlich ausgearbeitet fand. Thoras Tagebucheinträge waren zudem teilweise etwas gar philosophisch, und boten diesbezüglich teilweise schon fast eine Überdosis. Aus den Ermittlungen an Bord rund um Thoras Verschwinden hätte man meines Erachtens auch mehr machen können. Ein bisschen enttäuscht war ich auch von der weiteren Entwicklung zwischen Sara und dem Soldaten, der sie ursprünglich abstößt. Wie sie in weiterer Folge dann doch seinem "Bösen Buben"-Charme verfällt, war doch etwas klischeehaft. Vor allem aber wurde der ursprünglich sehr wissenschaftlich-bodenständige Roman mit der Zeit sehr spirituell, und schlug mit Thoras Erfahrungen, als sie in ihre eigene Vergangenheit springt (und diese verändert?) und meint, dabei eine Göttin zu kanalisieren, schon fast esoterische Züge an. Zwar kann die Mischung von solchen mit klassischen SF-Elementen auch funktionieren (im TV- und Film-Bereich beweisen das z.B. "Lost" und "Interstellar"), hier ging es aber dann in eine (u.a. auch religiös geprägte) Richtung, die meinen persönlichen Geschmack nicht unbedingt getroffen hat. Und vor allem auch das überaus abrupte Ende, das entweder von der Autorin auch wirklich als solches gedacht ist und dann für meinen Geschmack viel zu offen wäre, oder aber den Leser quasi dazu zwingt, in eine Fortsetzung zu investieren, fand ich doch eher enttäuschend.

Fazit: "Dunkle Materie" hat ein paar interessante Ansätze, und beginnt insgesamt überaus vielversprechend. Zwar waren mir Thoras Tagebucheinträge teilweise zu trocken-philosophisch und nahmen auch etwas zu viel Platz ein, aber mit der Ankunft auf dem Planeten gelang es dem Roman dann, mich richtiggehend zu faszinieren. Neben der Kristallwelt fand ich vor allem alles rund um die Zivilisation, die in völliger Dunkelheit lebt, sehr interessant, originell, und gut beschrieben. Hier konnte ich mich auch in Thora sehr gut hineinversetzen. In weiterer Folge schlug "Dunkle Materie" dann jedoch eine zunehmend esoterisch-spirituelle Richtung ein, die meinen Geschmack nicht wirklich getroffen hat. Und das sehr plötzliche und offene Ende des Romans, dass entweder zu viel der Phantasie des Zuschauers überlässt oder zu deutlich auf eine allfällige Fortsetzung vertröstet, fand ich auch sehr enttäuschend. Der starke Mittelteil und die teils originellen und interessanten Ansätze machen "Dunkle Materie" für Leser anspruchsvoller Science Fiction-Literatur mit philosophisch-spirituellen Anleihen aber durchaus empfehlenswert.

Bewertung: 3/5 Punkten
Christian Siegel





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