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Episodenbild (c) CBS

Originaltitel: Hard Time
Episodennummer: 4x19
Bewertung:
Erstausstrahlung USA: 15. April 1996
Erstausstrahlung D: 04. November 1996
Drehbuch: Robert Hewitt Wolfe, Daniel Keys Moran & Lynn Barker
Regie: Alexander Singer
Hauptdarsteller: Avery Brooks als Captain Benjamin Sisko, Rene Auberjonois als Odo, Michael Dorn als Lt. Commander Worf, Nana Visitor als Major Kira Nerys, Terry Farrell als Lieutenant Jadzia Dax, Colm Meaney als Chief Miles O'Brien, Siddig El Fadil als Doctor Julian Bashir, Cirroc Lofton als Jake Sisko, Armin Shimerman als Quark.
Gastdarsteller: Craig Wasson als Ee'char, Rosalind Chao als Keiko O'Brien, Margot Rose als Rinn, Hana Hatae als Molly O'Brien, F.J. Rio als Enrique Muniz, Judi Durand als computer voice u.a.

Kurzinhalt: Während einer Mission auf Argratha wird Miles O'Brien aufgrund seiner Nachfragen der Spionage bezichtigt und zu zwanzig Jahren Gefängnis verurteilt. Eben diese Strafe findet allerdings nur in seinem Kopf statt; in Wahrheit vergehen nur wenige Stunden. Als man ihn befreit und er in Anwesenheit von Major Kira aufgeweckt wird, muss er sich an den Gedanken, dass die letzten zwanzig Jahre gar nicht wirklich stattgefunden haben, erst gewöhnen. Denn seine Erlebnisse in dieser Zeit erscheinen ihm äußerst real – und plagen sein Gewissen. Nach außen hin lässt er sich davon jedoch erstmal nichts anmerken. Er behauptet, es ginge ihm gut, lässt schon bald die ersten Sitzungen mit dem Counselor ausfallen, und kehrt rasch wieder zur Arbeit zurück. Die eine oder andere gereizte Reaktion seinerseits beweist jedoch, dass er seine virtuelle Gefangenschaft auf Argratha noch lange nicht überwunden hat. Captain Sisko sieht keine andere Wahl, als ihn erstmal zu beurlauben, doch auch damit scheint O'Brien nicht wirklich geholfen zu sein. Dass er zugleich jedwede Hilfe, sei es vom Counselor oder auch von Julian ablehnt, hilft seiner Situation auch nicht gerade. Als er dann schließlich sogar fast die Hand gegen Molly erhebt, droht ihn die Verzweiflung endgültig zu übermannen…

Denkwürdige Zitate: "It wasn't real."
"It's real to me."
(O'Brien, nachdem die Strafe vollzogen wurde.)

"After six years in a place like this, you either learn to laugh or you go insane. I prefer to laugh."
(Ee'chars bewundernswerte Lebensphilosophie.)

"When we were growing up, they used to tell us humanity had evolved, that mankind had outgrown hate and rage. But when it came down to it, when I had the chance to show that no matter what anyone did to me, I was still an evolved human being, I failed. I repaid kindness with blood."
(O'Briens Beichte an Bashir…)

"The Argrathi did everything they could to strip you of your humanity. And in the end, for one brief moment, they succeeded. But you can't let that brief moment define your entire life."
(…und dessen Replik.)


Review: Episodenbild (c) CBS Beginnen wir mit meinem größten Kritikpunkt an "Strafzyklen": Dass sich Miles einen Phaser schnappt und sich diesen ans Kinn hält, und scheinbar tatsächlich darüber nachzudenken scheint, sich das Leben zu nehmen, war mir dann doch einen Hauch zu überdramatisiert. Ich finde, ohne diese Verzweiflungstat wäre es auch gegangen, und die Folge um nichts weniger mitreißend und berührend gewesen. Wenn ich schon dabei bin: Der Robinson Crusoe-O'Brien sah doch ein wenig seltsam (um nicht zu sagen lächerlich) aus. Und auch wenn man es natürlich grundsätzlich in der Art und Weise, wie Miles unter den Erinnerungen seiner Gefangenschaft leidet (auch wenn diese nur künstlich sind) durchaus behandelt, hätte man ruhig die originelle und interessante Bestrafungsmethode Argrathi noch etwas genauer und ausführlicher thematisieren können. Vor allem die Frage, ob es nun weniger oder vielmehr noch grausamer ist, wenn die verstreichende Zeit in Wahrheit gar nicht stattgefunden hat, wäre noch ein paar allgemeinere, theoretischere Diskussionen und Gedanken wert gewesen. Und dann war "Strafzyklen" auch wieder mal eine jener Episoden, wo ich den Mangel einer (stärkeren) fortlaufenden Handlung bedauert hat. Denn O'Briens entsprechendes Trauma hätte sich ruhig über ein paar Episoden erstrecken dürfen.

In weiterer Folge konnte mir "Strafzyklen" dann aber sehr gut gefallen. Während zu Beginn für mich noch in erster Linie die schöne Aufnahme von Anflug auf die Station hervorstach, gelang es danach der Story zunehmend, mich in Beschlag zu nehmen. Ich mochte die Art und Weise, wie die Rückblenden zwischendurch immer wieder eingeblendet werden, wobei vor allem auch O'Briens Hinweis, er hätte die zwanzig Jahre völlig allein im Gefängnis verbracht, nachdem wir unmittelbar zuvor seinen Zellengenossen kennengelernt haben, gleich das Interesse des Zuschauers schürt – und andeutet, dass diese Bekanntschaft nicht gerade harmonisch geendet hat. In weiterer Folge verlaufen beide dann sehr schön parallel, und werten sich gegenseitig auf, da wir auf der einen Seite durch O'Briens zunehmend aggressives Verhalten das Trauma erkennen, welches er während seiner (virtuellen) Gefangenschaft erlitten hat, und andererseits in den Rückblenden mehr darüber erfahren, was genau vorgefallen ist. Auch die kurzen Auftritte von Ee'char – bzw. O'Briens Halluzination desselben – in der "Gegenwart" verdichten die Spannung. Und auch wenn man sich zugegebenermaßen schon bald denken konnte, was in etwa in der Zelle vorgefallen ist, ist es dann am Ende wenn die Ereignisse vollständig aufgerollt werden dennoch ein Schock, zu sehen, wie Miles seinen Zellengenossen eiskalt ermordet. Die damit einhergehende Aussage, die auch im Gespräch zwischen O'Brien und Bashir deutlich wird, nämlich dass in uns allen unter den richtigen – oder eher falschen – Umständen immer noch ein "Tier" steckt, mag sich mit Roddenberrys utopischer Zukunftsvision spießen, in diesem einen Fall hatte ich damit jedoch kein Problem. Nicht zuletzt, da die Episode letztendlich nur deutlich macht, dass wir jeden Tag um eben diese Zukunft kämpfen und in der Wachsamkeit uns selbst gegenüber keine Sekunde lang nachlassen dürfen. Eine Aussage, mit der ich mich durchaus anfreunden kann.

Fazit: Episodenbild (c) CBS Nach kurzer Eingewöhnungsphase gelang es "Strafzyklen" dann zunehmend, mir sehr gut zu gefallen. Zwar hätte ich mir gewünscht, dass man die Bestrafungsmethode an sich im Vergleich zu deren Auswirkungen auf O'Brien noch etwas mehr Beachtung geschenkt hätte. Und dass Miles aufgrund dieser Erfahrung gleich Selbstmord begehen will war mir dann doch eine Spur zu dick aufgetragen. Gut gefiel mir dafür der Aufbau der Handlung. Aus dem Wechselspiel zwischen den Rückblenden zu O'Briens Tortur, sowie den Szenen in der Gegenwart, die uns deren Auswirkungen zeigen, bezieht die Folge einiges an Dramatik und emotionaler Wirkung, die schließlich in Miles' wundervoll-berührender Beichte an Julian mündet. Neben dem Drehbuch bestechen dabei auch die schauspielerischen Leistungen, insbesondere von Colm Meaney. Und auch die Grundaussage, die etwas düsterer ist, als man das von "Star Trek" sonst gewohnt ist – immerhin lässt man hier O'Brien einen kaltblütigen Mord begehen; wenn auch "nur" in seinen Gedanken – konnte mir gefallen. Macht insgesamt eine sehr starke und gute Folge, bei der die Kritikpunkte letztlich nicht mehr allzu sehr ins Gewicht fallen.

Wertung: 4 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © CBS/Paramount)




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