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Star Wars: Dark Forces Drucken E-Mail
Brachte das Ego-Shooter-Genre in den Mainstream Kategorie: Games - Autor: Christian Siegel - Datum: Sonntag, 31 Juli 2016
 
Dark Forces
Titel: Star Wars: Dark Forces
Erschienen: 1995
Plattform: PC/MAC/Playstation
Genre: Ego-Shooter
Publisher: LucasArts
Entwickler: LucasArts
Kaufen: GOG.com
   

Bewertungen:

   
Grafik:  
Sound:  

75%

Steuerung:  
Spieldauer:  
Story:  
Atmosphäre:  
Gameplay:
 

Kurzinhalt: Nach der Zerstörung des Todessterns sucht das Imperium nach neuen Mitteln und Wegen, um die aufkommende Rebellion im Keim zu ersticken. Eines der betreffenden Maßnahmen ist das sogenannte Dark Trooper-Programm, bei dem mechanische Sturmtruppen erschaffen werden sollen. Nachdem er die Rebellen mit den Plänen des Todessterns versorgt hat, wird der Söldner Kyle Katarn von Mon Mothma als nächstes auf eben dieses Programm angesetzt. Begleitet von seiner treuen Pilotin Jan Ors, führen ihn seine Versuche, mehr über die Dark Trooper herauszufinden, auf zahlreiche, verschiedenste Welten, wo ihn neben imperialen Sturmtruppen auch noch weitere Gegner wie Suchdroiden, gamorreanische Wächter, Trandoshaner sowie die besagten Dark Trooper erwarten. In seinem Bestreben, das Programm zu beenden, bekommt er es darüber hinaus mit Jabba the Hutt, einem waschechten Krayt-Drachen sowie Boba Fett zu tun. Ist er erfolgreich, kann er sich neben der Bezahlung darüber freuen, dem Imperium einen schweren Schlag zugeführt und einen entscheidenden Beitrag zum Erfolg der Rebellion geleistet zu haben…

Review: Screenshot (c) LuscarArts Der wegweisende Charakter und/oder die spielhistorische Bedeutung von "Dark Forces" im Bereich der PC-Spiele kann gar nicht überbewertet werden. Bei seinem Release von einigen Nörglern als schlichter "Doom"-Klon abgetan (wobei dieses Spiel von id seinerseits eine Weiterentwicklung des vermeintlich ersten großen Ego-Shooters, "Wolfenstein 3D" war), war "Dark Forces" maßgeblich dafür verantwortlich, das Spielgenre der Ego-Shooter aus der Nische zu befreien und in den Mainstream zu führen. Denn wo die Spiele von id-Software – ob berechtigt oder nicht, sei dahingestellt – mit ihrer Brutalität im Ruf standen, eine besonders gewaltbereite Spielerschaft anzuziehen, ging es hier was die Darstellung von Blut und Gewalt betrifft deutlich gesitteter zu (was die deutsche BPJM dennoch nicht davon abhielt, das Spiel damals zu indizieren). Und auch die "Star Wars"-Lizenz – und damit einhergehend die Möglichkeit, zum ersten Mal "Mann gegen Mann" gegen die Bösewichte aus der klassischen Trilogie vorzugehen, und dadurch so tief in das Universum einzutauchen, wie vielleicht nie zuvor – trug natürlich ganz wesentlich dazu bei, ein weitaus breiteres Publikum für das Spielprinzip zu interessieren, als es zuvor der Nazis und Höllenkreaturen jagenden id-Konkurrenz gelungen war.

Zudem hat sich LucasArts nicht einfach damit begnügt, das Erfolgsrezept von id-Software zu kopieren, sondern baut in vielerlei Hinsicht darauf auf, passt es an, wandelt es um, und führt die eine oder andere Innovation ein. So bietet man für die Spielfigur ein paar Aktionen mehr (wie z.B. kriechen und springen) als bei der Konkurrenz, und führt zudem das nach oben- und unten schauen ein (wenn auch bedauerlicherweise noch nicht mit Maus-Unterstützung, was sich nur kurz darauf im Genre als Standard etablieren sollte). Die einzelnen Level sind deutlich größer und teilweise auch "offener" angelegt; statt immer nur in Raumstationen o.ä. bewegt man sich auch mal durch bergige Schluchten, ein Eismeer, eine Mine und ähnliches. Die Spielwelt ist dabei immer logisch und nachvollziehbar begrenzt; man läuft also nie in eine unsichtbare Wand. Im Vergleich zu den Klassikern von id-Software (die ich hier keinesfalls schlecht reden will) legt man zudem etwas mehr Wert auf eine Story (wenn diese hier auch ebenfalls noch nicht sonderlich ausgeklügelt und/oder beeindruckend ist, und sich abseits vereinzelter Zwischensequenzen auf Texttafeln und die Missionsbeschreibungen reduziert), und gibt dem Spieler sowohl für die Mission an sich als auch die eigene Spielfigur etwas mehr Background als z.B. "Du bist der einzige Überlebende eines misslungenen Experiments, und musst dir deinen Weg freikämpfen." (wobei "Half-Life" ein paar Jahre später gezeigt hat, dass selbst dies für ein packendes und auch storytechnisch interessantes Spiel reichen kann). Das Gameplay ist zudem mit Passagen, die cleveres Vorgehen belohnen und den Rambo-Zugang bestrafen, ein paar Jump & Run-Einlagen sowie vereinzelten "Rätseln" doch etwas ausgeklügelter, abwechslungsreicher und fordernder als bei den "Vorgängern".

Screenshot (c) LucasArts Wie schon angesprochen bezieht "Dark Forces" natürlich vor allem auch aus dem "Star Wars"-Setting viel von seinem Reiz. Gegen Sturmtruppen, Gameorraner und in weiterer Folge sogar Boba Fett antreten zu können, macht einfach ungemein viel Spaß. Trotz der Tatsache, dass wir eine neu geschaffene und bislang unbekannte Figur spielen, bleibt der "Star Wars"-Bezug dank der Mission, der grafischen Umsetzung, vereinzelten Gastauftritten, den originalgetreuen Soundeffekten, den stimmigen Umgebungen, sowie natürlich vor allem auch der Musik, immer erhalten. Gerade auch so Momente wie gleich in der ersten Mission, wenn man das Hologramm des Todessterns erblickt, lassen beim geneigten "Star Wars"-Fan das Herz höherschlagen. Die Story mag eher nur Standardware bieten und nicht überaus ausgeklügelt sein, fügt sich aber stimmig in die Ära der Orginal-Trilogie ein, und bietet wie schon erwähnt diesbezüglich definitiv mehr Stoff, als die Konkurrenz von id-Software. Kyle Katarn hingegen bleibt als Spielfigur doch leider etwas blass. Es ist nicht ganz so schlimm wie z.B. bei "Doom", wo die Hauptfigur ja nicht mal einen Namen erhält, aber sonderlich viel Tiefe erhält die Figur leider nicht. Was das betrifft, muss man auf die Fortsetzungen warten.

Grafisch mag der Titel 20 Jahre später kaum mehr beeindrucken, für die damalige Zeit war "Dark Forces" jedoch auch was dies betrifft eine wesentliche Verbesserung im Vergleich zu "Doom". Die Figuren selbst mögen zwar auch hier recht pixelig geraten sein, vor allem auch, wenn sie näher auf einen zukommen, aber die Landschaften sind sehr stimmungsvoll umgesetzt, und teilweise auch schön abwechslungsreich – man nehme nur den Kontrast zwischen dem felsigen Fest, dem Eisplaneten Anteevy, sowie der Mine auf Gromas. Vor allem letztere Mission sticht optisch aufgrund des Schleiers aus rotem Staub, der sich über den Boden zu befinden scheint, hervor. Aber auch danach gibt es noch ein paar Augenöffner, wie z.B. wenn man sich während der Mission auf der imperialen Tankstation Ergo mal kurz zur Seite dreht und in den von Raumschiffen bevölkerten, offenen Weltraum blickt. Die Innenlevels können hier zwar zugegebenermaßen nicht ganz mithalten, bleiben jedoch dank der wechselnden Gegner, die teilweise mit unterschiedlichen Taktiken besiegt werden müssen, besonderen Bossgegnern wie dem Krayt-Drachen oder Boba Fett, sowie Einfällen wie z.B. jener Mission, wo einem nach der Gefangennahme durch Jabba the Hutt alle Waffen abgenommen werden und man sich somit anfänglich nur mit den Fäusten durchschlagen und gegen die Gegner behaupten muss, abwechslungsreich. Dabei hat mir zugegebenermaßen zwar nicht jedes Level gleich gut gefallen, und teilweise – dazu gleich noch – kam doch auch ein wenig Frust auf. Aber zumindest kann man den Machern nicht vorwerfen, bei den Leveln quasi nur copy & paste gemacht und die Gegner ein bisschen ausgetauscht zu haben.

Screenshot (c) LucasArts Jedoch: Ganz so beeindruckt wie vor 20 Jahren war ich vom Spiel heute leider nicht mehr. Damit, dass die Grafik heutzutage natürlich schon ordentlich veraltet wirkt, hat das jedoch nichts zu tun, sondern vielmehr daran, dass "Dark Forces" zu einem Zeitpunkt herausgekommen ist, bevor sich gewisse Standards im Genre etablierten. Wie z.B. die – neben dem Gamepad – zum Standard gewordene Maus & Tastatur-Steuerung. Gerade auch, dass man nicht nach oben und unten sehen kann, dies teilweise aber muss, verkompliziert die Steuerung angesichts der Tatsache, dass man mit der Maus nur nach rechts und links blicken kann, erheblich (und unnötig). Auch die zusätzlichen Tasten für ducken, springen usw. machen, in Kombination mit der Möglichkeit zu Laufen, gelegentlich doch einiges an Fingerakrobatik erforderlich. Vor allem die Jump & Run-Sequenzen stechen diesbezüglich als doch eher Frust- denn Spaß-fördernd hervor. Und generell hat man sich in den seither vergangenen 20 Jahren halt einfach – zumindest als Gamepad-averser Spieler wie meiner einer – an diese Steuerungsmethode gewohnt, weshalb die mangelnde Möglichkeit, nach oben und unten zu blicken, unnötig restriktiv – und rückständig – wirkt.

So positiv ich die weitläufigen Areale bzw. Level grundsätzlich auch sehe, aber in einigen der Missionen ist es leider nur allzu leicht, in der Spielewelt die Orientierung zu verlieren, im Kreis zu laufen, nicht mehr weiter zu wissen, etc. Vor allem die Mission auf Anoat, mit dem labyrinthartigen Kanalisationssystem, sticht diesbezüglich negativ hervor. Wenn man zum x-ten Mal den gleichen Bereich abgrast, wird es halt mit der Zeit doch eher fad. Selbst die einblendbare Karte half da oft nicht mehr weiter, was gerade auch für Level mit unterschiedlichen Ebenen (wie z.B. Fest) gilt. Der mit Abstand größte Knackpunkt ist jedoch die mangelnde Speichermöglichkeit innerhalb eines Levels, der einige der gerade erwähnten Kritikpunkte noch einmal verschärft. Aufgrund der teils großen Level erfordert jede Mission von vornherein einiges an zeitlichem Commitment – was mich als Schüler zugegebenermaßen nicht groß abgeschreckt hat, ich nun als arbeitender Erwachsener jedoch teils schon als Hürde empfand. Und gerade auch die Jump & Run-Einlagen trieben mich angesichts der fehlenden Speichermöglichkeit teilweise an den Rand der Verzweiflung – und gelegentlich auch darüber hinaus. Zwar hat man einige Leben, und muss die Mission sofern man diese nicht zur Gänze verbraucht hat wenigstens nicht von vorn beginnen. Dies macht aber gerade auch die frustrierenden Jump & Run-Einlagen, wenn man z.B. über eine Schlucht springen muss, um nichts weniger nervenaufreibend. Und spätestens, wenn es dann doch mal vorkommt, dass man alle Leben verbraucht hat und eines der großen Level noch einmal von vorne spielen muss, sinkt die Motivation doch ordentlich in den Keller. Als Schüler hat mir das noch nicht so viel ausgemacht. Aber heute, wo ich mir meine Freizeit genau einteilen muss, und somit der Spielpass für mich gegenüber der Herausforderung im Vordergrund steht, war das für mich bei diesem Re-Play doch ein ordentliches Manko.

Fazit: Screenshot (c) LucasArts Als "Dark Forces" herauskam, war es eine kleine Revolution – da es die bis dahin doch eher in einer Nische existierenden, durch id-Software populär gemachten Ego-Shooter sowohl durch das geringere Gewalt-Level sowie den "Star Wars"-Bezug einem größeren Publikum schmackhaft machten, und somit wesentlich dazu beitrugen, das Genre massenkompatibel zu machen und in den Mainstream zu bringen. Zudem brachten Lucas Arts einige kleinere Innovationen ins Spiel, legten etwas mehr Wert auf Story und Figuren als die id-Konkurrenz, und sorgten mit ein paar Puzzle-artigen Einlagen und den großen Arealen generell für ein anspruchsvolleres Gameplay. Jedoch war "Dark Forces" auf dem Weg zum modernen Ego-Shooter, so wie wir ihn heute kennen, halt erst nur ein weiterer – wenn auch großer – Schritt, letztendlich aber doch noch vom Ziel entfernt. Negativ macht sich dabei vor allem die noch nicht perfekt durchdachte Steuerung bemerkbar, da man über die Maus noch kein freies Blickfeld steuern kann. Die Jump & Run-Einlagen trieben mich zudem in Verbindung mit der mangelnden Möglichkeit, während der Level zu speichern (auch dies ein sehr veralteter Zugang), regelmäßig an den Rand der Verzweiflung, und gelegentlich auch darüber hinaus. Und vor allem auch aufgrund der teils großen Level, in denen man sich da und dort zudem auch schon mal verirren kann, erfordert die mangelnde Speicherfreiheit ein zeitliches Commitment vom Spieler, das mir als Schüler zwar nichts ausgemacht hat, heutzutage aber doch eher abschreckt.

Positiv sticht in erster Linie das "Star Wars"-Flair hervor. Es macht einfach Spaß, teils mit originalgetreuen und teils mit neu geschaffenen Waffen gegen aus der Original-Trilogie bekannte Gegner anzutreten. Generell war man wohl selbst bei den X-Wing-Spielen nicht so "mittendrin", wie hier. Die originalgetreu gestalteten Schauplätze, die Soundeffekte sowie die Musik sorgen für perfektes "Star Wars"-Feeling, welches zudem sporadisch durch den einen oder anderen Gastauftritt noch einmal verstärkt wurde. Grafisch bewegte sich das Spiel damals auf der Höhe der Zeit, und auch wenn es heutzutage natürlich sehr pixelig wirkt, kann mir die Gestaltung grundsätzlich immer noch gefallen – gerade auch dank Details wie z.B. dem roten Dunst beim Minen-Level. Zudem sind die Level, optisch gesehen, teilweise sehr abwechslungsreich, und auch was das Gameplay betrifft lässt man sich das eine oder andere einfallen, damit es nicht zu monoton wird, wie z.B. der kurzzeitige Verlust aller Waffen, unterschiedliche Gegner (die auch mit unterschiedlichen Taktiken zu besiegen sind), oder spezielle Widersacher wie z.B. ein Krayt-Drache, oder auch Boba Fett. Schafft man es, über die veralteten Aspekte hinwegzusehen, und stört sich an der mangelnden Speicher-Möglichkeit nicht, lässt sich auch über 20 Jahre später mit "Dark Forces" noch viel Spaß haben. Die "Jedi Knight"-Nachfolger ziehe ich persönlich jedoch deutlich vor, und insgesamt sehe ich in "Dark Forces" eher einen essentiellen, spielhistorischen Schritt bei der (Weiter-)Entwicklung von Ego-Shootern als ein Glanzstück des Genres an sich.

Gesamtwertung:       75%

Christian Siegel


Weiterführende Links:
FollowTheBox #31: Dark Forces & Jedi Knight





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