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Akte X - Das Spiel Drucken E-Mail
Spannendes, aber spielerisch dürftiges FMV-Game Kategorie: Games - Autor: Christian Siegel - Datum: Samstag, 19 März 2016
 
Akte X - Das Spiel
Titel: Akte X - Das Spiel
Erschienen: 1998
Plattform: PC/MAC/PlayStation
Genre: Adventure
Publisher: FOX Interactive
Entwickler: HyperBole Studios
Kaufen: PC, PlayStation
   

Bewertungen:

   
Grafik:  
Sound:  

75%

Steuerung:  
Spieldauer:  
Story:  
Atmosphäre:  
Gameplay:
 

Kurzinhalt: Als Mulder und Scully während ihrer Ermittlungen spurlos verschwinden, wendet sich der stellvertretende Direktor des FBI, Walter Skinner, an die lokale Außenstelle in Seattle. Der Agent Craig Willmore wird damit beauftragt, nach den beiden verschollenen FBI-Agenten zu suchen, wobei sich ihm Skinner für die ersten Etappen seiner Untersuchung anschließt. Gemeinsam besuchen sie jenes Motel, in dem Mulder und Scully zuletzt gesehen wurden, und untersuchen es nach Hinweisen. Diese führen sie schließlich zu einem Lagerhaus nahe des Hafens, wo sie unter anderem eine Blutlache entdecken. Die weiteren Ermittlungen, denen sich schließlich mit Mary Astadourian auch eine örtliche Polizistin anschließt, lassen Willmore glauben, russischen Plutoniumschmugglern auf der Spur zu sein. Erst als er in einem abgebrannten Waggon eine mysteriöse Entdeckung macht, und sich mit einem geheimnisvollen Informanten trifft, wird Willmore langsam bewusst, dass er vielmehr mit einer gefährlichen außerirdischen Lebensform zu tun hat, die von Menschen Besitz ergreifen kann und über die Fähigkeit verfügt, jeden in ihrer Umgebung augenblicklich verbrennen zu lassen. Erst nachdem es ihm endlich gelungen ist, Mulder und Scully ausfindig zu machen, haben sie gemeinsam eine Chance, die Bedrohung zu beseitigen…

Review: Screenshot (c) Psygnosis Mitte der 90er, als CD-ROM-Laufwerke zunehmend Verbreitung fanden, begannen einige PC-Spiele-Firmen, mit interaktiven Filmen herumzuexperimentieren. Einige davon zählten meiner Ansicht nach zu den besten Games, welche die 90er hervorgebracht haben (wie z.B. die Teile 3 und 4 von "Wing Commander", die "Tex Murphy"-Spiele ab "Under a Killing Moon", "Gabriel Knight II: The Beast Within", sowie "Jedi Knight"). Was diese auszeichnet ist, dass sie die mit echten Schauspielern aufgenommenen Filmsequenzen lediglich in ein Gameplay-Gerüst einbinden, dass durch sie zwar aufgewertet wird, grundsätzlich jedoch auch ohne sie funktionieren würde. Die Schattenseite dieses Trends waren dann jene interaktiven Filme, wo tatsächlich ein Film vor unseren Augen abläuft, und sich der Beitrag des "Spielers" darauf beschränkte, einzelne (oftmals völlig willkürliche, wie z.B. ob sich die Spielfigur nach links oder nach rechts bewegen soll) Entscheidungen zu treffen – was man in meinen Augen auch nicht mehr wirklich "Gameplay" nennen kann. "Akte X – Das Spiel", mit dessen Produktion in der (kurzen) Blütezeit des Genres begangen wurde, dass jedoch erst als diese vermehrt in Verruf gerieten und der Trend somit zunehmend wieder abebbte, veröffentlicht wurde, vermeidet zwar einige der bekannten Fallen, jedoch bei weitem nicht alle – und bleibt dadurch letztendlich hinter den oben angeführten Klassenprimussen zurück.

Die Probleme sind dabei zwar für sich genommen jeweils nicht sonderlich gravierend, wirken sich in Summe jedoch durchaus spielspaßschädigend aus. So sollte man sich im Vorfeld darauf einstellen, hier ein Spiel im Stile eines "Myst" vor sich zu haben, wo man sich nicht frei bewegen kann, sondern sich vielmehr von einem Bild zum nächsten klickt. Dies mag aufgrund der Umsetzung des Spiels mit Bildern bzw. kleinen abspielenden Videos nicht anders möglich gewesen sein, ist der Immersion jedoch nur bedingt zuträglich. Generell ist die visuelle Präsentation etwas durchwachsen. Am besten haben mir jene Schauplätze gefallen, wo auch wirklich ein Video abgespielt wird. Egal ob leise Wellen im Wasser, sich bewegende Bäume oder ähnliches, in diesen Momenten hatte ich – trotz der ruckartigen Fortbewegungsart – kurzzeitig die Illusion, mich in einer echten, lebenden Welt zu befinden. Leider sind diese aber die Ausnahme, denn die meisten Locations sind nichts weiter als statische Fotos, wobei einige davon sogar in ziemlich erbärmlicher Auflösung vorliegen. In jenen Momenten geht die Illusion dann wiederum leider völlig flöten – und das kann teilweise von einem Klick auf den nächsten passieren. Zwar der Spannung förderlich und teilweise (jedoch nicht immer) durch das Zurücksetzen des Spielers vor der fatalen Tat entschärft, leidet das Spiel auch unter teils willkürlichen Toden. In Fällen von zeitkritischen Rätseln mögen diese Sinn ergeben und wichtig sein, um beim Spieler die Adrenalinproduktion anzuregen. Nach einigen eher unerwarteten Toden zuvor leistet man sich dann aber insbesondere im letzten Abschnitt die eine oder andere Einlage nach dem oben beschriebenen Muster völlig willkürlicher Tode, die sich letztendlich danach richten, ob man sich nach links oder rechts dreht, eine bestimmte Location aufsucht oder nicht, usw.

Screenshot (c) Psygnosis Worunter "Akte X – Das Spiel" ebenfalls leidet, ist die dem Charakter des interaktiven Films geschuldete Linearität. Aufgrund der zahlreichen Arten und Weisen, wie man versagen kann, musste man zwar eh einiges an zusätzlichen Material drehen, und gelegentlich gibt man dem Spieler den Freiraum, bestimmte Antworten auszuwählen die den Gesprächsverlauf beeinflussen. Letztendlich führt aber nur ein ganz bestimmter Weg zum angestrebten, positiven, Ziel. Zudem erscheinen einzelne Auslöser für bestimmte Ereignisse die wichtig sind, damit das Spiel weitergeht, teils etwas willkürlich. Und das Gameplay mag zwar wesentlich besser sein als in den oben erwähnten reinen Entscheidungsorgien, leidet aber einerseits unter dem einen oder anderen dämlichen Rätsel (wobei vor allem eines der ersten, rund um Craig Willmores Passwort, an Blödheit kaum zu überbieten ist – immerhin sollte man angesichts der Tatsache, dass der Spieler ja er sein soll, meinen, die Figur sollte ihr eigenes Passwort eigentlich kennen), sowie vor allem auch darunter, dass das Spiel teilweise zu einem reinen Pixel-Hunting verkommt, wo man auf der Suche nach einem kleinen Indiz einen Bildschirm nach dem anderen von oben bis unten genau abfährt, um auch ja nichts zu übersehen. Vor allem das Lagerhaus zeichnet sich diesbezüglich – in negativer Hinsicht – aus.

Findet man sich mit diesen Schwachpunkten ab – was Fans der Serie zweifellos um einiges leichter fallen wird, als unbedarften Gelegenheitsspielern – lässt sich mit "Akte X – Das Spiel" aber einiges an Spaß haben. Eine der größten Stärken des Spiels ist dabei, dass es von Beginn an echtes "Akte X"-Feeling verströmt, und einem – angefangen vom neugierig machenden Teaser, in dem Mulder und Scully ein Lagerhaus untersuchen und angegriffen werden, über die klassische Intro-Sequenz, die Einblendung der Credits bis hin zu den aus der Serie bekannten Orts- und Zeitangaben – das Gefühl vermittelt, eine Episode der Serie zu spielen. X-Philes freuen sich zudem über das eine oder andere Easter Egg, dass seinen Weg ins Spiel gefunden hat, sowie über das Wiedersehen mit vielen aus der Serie bekannten Figuren (wenn dieses teilweise auch überaus kurz ausfällt). Überaus wichtig war zudem, dass auch für die Musik von "Akte X – Das Spiel" wieder Mark Snow verpflichtet wurde, wodurch das Spiel auch wie die Serie klingt. Positiv fällt dabei zudem auf, dass man sich statt einer Dauerbeschallung, wie man sie sonst von den meisten Adventure-Spielen gewohnt ist, ebenfalls getreu der Serie darauf verlegt, vielmehr bestimmte Momente und Szenen durch diese zu akzentuieren. Wenn also beispielsweise zuerst – abseits eines gelegentlichen (je nach Screen, auf dem man gerade ist) Meeresrauschens – bei der Untersuchung der Tarakan völlige Stille herrscht, und dann als wir die Mannschaftskabinen untersuchen plötzlich unheilverkündende Musik erschallt, hebt dies augenblicklich den Adrenalinspiegel. Hier hat man wirklich sehr sorgfältig gearbeitet, und verleiht dem Spiel stellenweise eine ungemein dichte Atmosphäre.

Screenshot (c) Psygnosis Die Filmsequenzen können sich ebenfalls sehen lassen. Aufgrund der Beschränkungen des Speicherplatzes – immerhin nahm das Spiel auch so schon rekordverdächtige 7 CDs ein (wobei später auch eine DVD-Version erschienen ist) – liegen diese zwar nicht in der höchsten Auflösung vor; zudem meinte ich da und dort einen, wohl dem Quick Time-Mastering der Szenen geschuldeten, von modernen Fernsehern bekannten Bewegungsoptimierungs-Effekt zu bemerken, den ich persönlich immer eher störend finde (so ziemlich der einzige Aspekt, wo das Spiel optisch mit der Serie bricht). Davon abgesehen bestechen die Filmszenen aber mit einer für Interaktive Filme dieser Art bestechend hohen Produktionsqualität. Denn während viele andere Spiele dieser Machart in erster Linie vor einem Bluescreen entstanden sind, wurde "Akte X – Das Spiel" offenkundig auf einem gewöhnlichen Filmstudio mit echten Sets bzw. zu einem Großteil sogar direkt "on Location" gedreht. Schauspieltechnisch darf man sich zwar keine Wunder erwarten – dies ist für mich auch ein weiterer wesentlicher Aspekte, wo "Akte X" den besseren Vertretern des Interactive Movie-Banners hinterherhinkt – dennoch ist das Spiel diesbezüglich absolut ok. Und auch die Synchro muss positiv hervorgehoben werden; nicht zuletzt, da für alle bekannten Figuren auch wirklich die Original-Sprecher verpflichtet wurden (und gerade auch nach dem diesbezüglichen Staffel 10-Debakel war es eine Wohltat, wieder Benjamin Völz auf Mulder zu hören).

Womit wir zuletzt zu einem Aspekt kommen, der damals nach der Veröffentlichung stark kritisiert wurde: Dadurch, dass wir nicht Mulder und/oder Scully selbst spielen, sondern vielmehr einen Agenten, der nach ihnen sucht, lässt uns "Akte X – Das Spiel" abseits des Teasers auf den Auftritt von Gillian Anderson und David Duchovny recht lange warten. Erst an den letzten beiden Tagen machen wir sie dann ausfindig, und spielen das Abenteuer an ihrer Seite. Als ich das Spiel damals nach der Erstveröffentlichung spielte, war ich auch davon schwer enttäuscht – mittlerweile sehe ich das jedoch ein bisschen anders. Denn dadurch, dass die beiden so sporadisch eingesetzt werden, bietet man dem Spieler einerseits eine Motivation, um weiterzuspielen, und belohnt ihn in weiterer Folge mit ihrem Auftritt auch für seine entsprechenden Mühen. Vor allem aber sorgt man damit dafür, dass man sich das Beste auch wirklich für den Schluss aufhebt – denn vor allem auch das Finale in der geheimen Militärbasis in Alaska, wo wir Seite an Seite mit Mulder und Scully die Anlage erforschen, während wir versuchen, das außerirdische Wesen aufzuspüren und auszuschalten, bietet (abseits der schon angesprochenen willkürlichen Tode) zum Ende hin noch einmal ein echtes Highlight. Und vor allem das Finale war dann ungemein packend und mitreißend. Und zuletzt muss ich auch noch die Story an sich loben, die ebenfalls direkt der TV-Serie entstammen könnte, mit der Erforschung eines vermeintlich weltlichen Phänomens (Plutoniumschmuggels), wo wir dann zunehmend auf mysteriöse Aspekte und zuletzt eine übernatürliche Erklärung stoßen. Einzig die Tatsache, dass man als Spieler– mit dem Wissen aus der Serie – der eigenen Figur für lange Zeit weit voraus ist, macht sich etwas negativ bemerkbar; wobei dies neben der Auflösung, was es mit der Bedrohung auf sich hat, in erster Linie auch für die viel zu durchsichtige Identität des Verräters gilt. Dass Willmore so etwas selbst nie vermutet (wobei uns das Spiel leider auch nicht die Möglichkeit gibt, einem entsprechenden Pfad zu folgen), lässt ihn doch ziemlich begriffsstutzig erscheinen. Davon abgesehen hätte sich die Story des Spiels aber auch als TV-Episode sehr gut gemacht.

Fazit: Screenshot (c) Psygnosis "Akte X – Das Spiel" lebt in erster Linie von seiner Atmosphäre. Von Beginn an vermittelt einem das Spiel das Gefühl, eine Episode der Serie zu spielen. Die Videoclips mögen zwar nicht in der höchsten Auflösung vorliegen, überzeugen aber mit einer hochwertigen Inszenierung, sowie vor allem der Tatsache, dass auf echten Schauplätzen oder zumindest in einem Filmstudio mit richtigen Sets (statt Bluescreens) gedreht wurde. Die Story ist ebenfalls sehr gelungen, und leidet lediglich darunter, dass man der eigenen Spielfigur lange Zeit voraus ist, sowie einer viel zu durchschaubaren Wendung, welche somit die gewünschte überraschend-schockierende Wirkung gänzlich verfehlt. Was mir hingegen diesmal – im Vergleich zu damals bei der Erstveröffentlichung, als ich das Spiel zum ersten Mal gezockt habe – gut gefallen konnte, ist, wie rar sich Mulder und Scully machen. Ihr späteres Auftreten kann somit als Belohnung für den Spieler angesehen werden – und sorgt zugleich dafür, dass sich das Spiel das Beste auch wirklich zum Schluss aufhebt, wobei vor allem das wirklich sauspannende Finale in der Militärbasis in Alaska hervorsticht. Spielerisch muss man sich hingegen leider eher auf Schonkost einstellen. Während einzelne Momente – wie wenn man am Computer nach Telefonnummern und Kennzeichen sucht – plausibel das Gefühl vermitteln, ein FBI-Agent zu sein, beschränken sich die Rätsel überwiegend auf schlichtes, Wimmelbild-artiges Pixelhunting sowie gelegentliche Action-Einlagen. Und die wenigen Dialog- und Kombinationsrätsel sind leider wenig fordernd. Zudem dürfte die eine oder andere hektische Einlage unter (teils großem) Zeitdruck und nachfolgendem tödlichen Ausgang bei jenen, die eher traditionelle, ruhige Adventure-Kost bevorzugen, für Frust sorgen. Und da der Tod an späterer Stelle auch schon Mal recht willkürlich Auftreten kann, sei an dieser Stelle häufiges Speichern empfohlen. Trotz dieser Kritikpunkte halte ich es jedoch angesichts des "Akte X"-Feelings, welches das Spiel von Anfang an verströmt, für Fans der Serie für durchaus empfehlenswert.

Gesamtwertung:       75%

Christian Siegel





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