HOME PROJEKTE LINKS CHAT JOBS DATENSCHUTZ ARCHIV
Startseite arrow Reviews arrow Literatur & Comics arrow Star Wars - Episode III: Die Rache der Sith
Star Wars - Episode III: Die Rache der Sith Drucken E-Mail
Der Roman zum Film von Matthew Stover Kategorie: Literatur & Comics - Autor: Christian Siegel - Datum: Sonntag, 18 Januar 2015
 
Titel: "Episode III: Die Rache der Sith"
Originaltitel: "Episode III: Revenge of the Sith"
Bewertung:
Autor: Matthew Stover
Übersetzung: Andreas Brandhorst
Umfang: 444 Seiten
Verlag: Blanvalet
Veröffentlicht: April 2005 (D)
ISBN: 978-3-442-36431-2
Buch kaufen: Gebunden (D), Taschenbuch (D), Kindle (D), Gebunden (E), Taschenbuch (E), Kindle (E)
 

Kurzinhalt: Nachdem es Anakin Skywalker und Obi-Wan Kenobi gelungen ist, Kanzler Palpatine aus den Fängen der Separatisten zu befreien und dabei auch gleich Count Dooku zu töten, scheint das Ende der Klonkriege nahe, und der Frieden in greifbarer Nähe zu sein. Doch nachdem Anakin nach Coruscant zurückkehrt und mit Padme wieder vereint wurde – die sein Kind in sich trägt – plagen ihn zunehmend alptraumhafte Visionen davon, wie sie im Kindbett stirbt, die ihn zutiefst quälen. Er kann den Gedanken nicht ertragen Padme zu verlieren. Zugleich droht der Graben zwischen dem Kanzler und den Jedi immer tiefer zu werden – und Anakin ist zwischen den Stühlen gefangen, verbindet ihn mit Palpatine doch eine langjährige Freundschaft. Als sich dieser ihm schließlich als Darth Sidious – jener Sith-Lord, nachdem die Jedi nun schon seit Jahren suchen – offenbart, und eine Gruppe von Jedi-Meistern, angeführt von Mace Windu, loszieht um ihn zu vernichten, muss sich Anakin zwischen dem Wohl Padmes oder der gesamten Galaxis entscheiden…

Review: Von wenigen Punkten abgesehen (die zudem auch mehr die Saga insgesamt als die innere Logik der Geschichte von "Die Rache der Sith" betreffen) finde ich die Story von "Episode III" ja bekanntlich großartig. Dementsprechend hatte ich schon erwartet, dass mir eigentlich auch der Roman sehr gut gefallen müsste. Und von einem einzigen kleinen Kritikpunkt abgesehen war dies auch absolut der Fall. Um diesen gleich aus der weit weit entfernten Galaxis zu schaffen: Angesichts der Tatsache, dass ich damals zu Beginn der Prequels ein Liebesdreieck bzw. einen Eifersuchtsanfall von Anakin als Grund für seinen Wechsel auf die dunkle Seite befürchtet hatte, was ich zum Kotzen gefunden hätte, war mir selbst die kurze entsprechende Andeutung auf gerade mal 3-4 Seiten schon zu viel. Dementsprechend wünschte ich, das hätte sich Matthew Stover gespart. Davon abgesehen ist ihm mit "Die Rache der Sith" aber eine großartige Romanversion des Films bzw. Drehbuchs gelungen, die für mich mit Abstand den bisher besten "Star Wars"-Filmroman darstellt, den ich bisher gelesen habe (mit anderen Worten: von den Prequels). Und das nicht nur, weil ich die Story aus "Episode III" von den drei Prequel-Filmen mit Abstand am gelungensten halte. Der Roman an sich ist in meinen Augen am besten geschrieben. Während die bisherigen Filmromane von Terry Brooks ("Die dunkle Bedrohung") und R.A. Salvatore ("Angriff der Klonkrieger") der Vorlage sehr nahe waren und sich kaum Freiheiten nahmen, und generell fast wie eine leicht umgeschriebene Version des Drehbuchs wirkten, nützt Matthew Stover die Möglichkeiten von Romanen voll und ganz aus – insbesondere was das Eintauchen in die Gedanken der Protagonisten betrifft, aber auch bezüglich einer Erweiterung/Vertiefung der Handlung, da man an keine fixe Seitenzahl gebunden ist (im Vergleich zu Filmen, wo man sich bemüht hat, eine zweistündige Laufzeit nicht zu weit zu überschreiten).

Womit wir schon beim ersten wesentlichen Pluspunkt des Romans wären: Er bügelt meinen größten – und einzigen wesentlichen Kritikpunkt – am Film aus, nämlich Anakins etwas gar plötzliches "Ich werde euch dienen, mein Meister" (frei aus dem Gedächtnis) gegenüber Palpatine/Sidious, unmittelbar nachdem er diesem dabei geholfen hat, Mace Windu zu töten. Wie in meinem Filmreview geschrieben: Wenn man mal darüber nachdenkt, hatte er in diesem Moment ohnehin kaum mehr andere Optionen. Zudem könnte man sagen, dass er diese Entscheidung in Wahrheit schon zuvor im Jedi-Tempel, spätestens aber als er zugunsten Palpatines in den Kampf eingegriffen hat, getroffen. Dennoch war mir der Sprung von "Was habe ich getan?" zu "Ich bin euer ergebener Diener" etwas zu plötzlich. Hier bessert Matthew Stover nach. Er widmet sich ausführlich Anakins Gedanken und Gefühlen, die ihn in diesem Moment durch den Kopf gehen, und machen so deutlich, dass es aus seiner Sicht einfach an dieser Stelle gar keine andere Option mehr gab, als sich Sidious zu ergeben. Doch die Tatsache, dass seine Entscheidung hier schon fast logisch erscheint, liegt nicht nur daran, wie Stover diesen Moment beschreibt; auch davor leistet er bereits wertvolle und wichtige Arbeit, um ihr den Weg zu ebnen. Noch stärker als im Film streicht er heraus, wie Anakin von den Visionen von Padmes Tod geplagt wird. Wie er von ihr abhängig ist und ein Leben ohne sie für ihn undenkbar ist. Aber auch Palpatines Ränkeschmieden und seiner Manipulation von Anakin räumt Stover hier viel Raum ein. Als Ergebnis daraus wirkt dieser Moment, der auf mich im Film etwas überhastet gewirkt hat und mich nicht 100%ig überzeugt hat, wie die (einzig) logische Konsequenz. Jedenfalls wertete Matthew Stover die Geschichte für mich mit seiner ausführlichen Betrachtung des Geschehens noch einmal auf.

Auch sein Schreibstil hat mich voll und ganz überzeugt. Er hat die Angewohnheit, da und dort die eigentliche Geschichte zu pausieren und sich einer bestimmten Figur zu widmen, wirklich in sie einzutauchen, eventuell ihre Vorgeschichte zu beschreiben, und so weiter. Es ist fast so, als wenn jemand beim Film kurz auf Pause drückt und dir interessante Hintergrundinformationen zum Geschehen oder zu den Figuren gibt. Solch ein beschreibender Erzählstil, in dem sich quasi eine Art Erzähler einschaltet, kann in meinen Augen durchaus schon mal schief gehen – nehmt nur Una McCormacks "Star Trek"-Romane, wo dies für mich des Öfteren schon nicht funktioniert hat und mich aus der Story herausgerissen hat. Da Stover jedoch die Geschichte an diesen Stellen quasi pausiert, hat es mich bei ihm nicht gestört, und für mich den Roman vielmehr aufgewertet. Generell ist sein Schreibstil durchaus gehoben, und vor allem auch angenehm charakterorientiert. Andere Autoren hätten sich vielleicht auf die Action konzentriert, und davon abgesehen eher oberflächlich durch die Handlung gehetzt, doch Stover scheut nicht davor zurück, wirklich tief in die Figuren – insbesondere Anakin Skywalker – einzutauchen. Und dann ist da natürlich noch die Geschichte selbst, die mir nach wie vor sehr gut gefallen kann – insbesondere so Dinge wie die Tatsache, dass Anakin nicht aus Boshaftigkeit, sondern aus Liebe, der dunklen Seite der Macht Anheim fällt, oder auch der Ironie, dass nicht die dunkle, sondern vielmehr die helle Seite den Schlüssel zur Unsterblichkeit (wenn auch nur für sich und nicht für andere) in den Händen hält. Anakin ist ein klassischer tragischer Held, und auch die Geschichte selbst ist sehr tragisch und düster. Zudem fand ich, dass Palpatines Genialität und die Ausgeklügeltheit seines Plans im Roman noch einmal deutlicher zur Geltung kam als im Film. Die Sahnehäubchen oben drauf waren dann für mich, dass Stover Yodas Entscheidung, sich vom Kampf zurückzuziehen verständlich(er) macht, und zudem auch der potentielle Logikfehler rund um Lukes späte Ausbildung aufgegriffen und ausgeschaltet wird – und die Geschichte der weit, weit entfernten Galaxis somit auch deutlich schlüssiger wird.

Fazit: Angesichts der Tatsache, dass ich den Film – unter anderem auch wegen der dort erzählten Handlung – sehr schätze könnte man meinen, dass es keine große Überraschung ist, dass mir auch der Roman gut gefallen konnte. Ich persönlich war mir allerdings nach meinen teils kritischen Ansichten zu den Filmromanen von Episode I und II alles andere als sicher. Matthew Stover machte jedoch in meinen Augen bei seiner Romanadaption von "Die Rache der Sith" alles richtig. Er scheut sich nicht davor, tiefer in die Handlung und vor allem auch in die Gedankenwelt der Figuren einzutauchen, und somit einen der größten Vorteile von Büchern gegenüber Filmen auch zu nutzen. Besonders gut haben mir dabei jene Momente gefallen, in denen er die Handlung quasi unterbricht, und sich ausführlich einer bestimmten Figur oder einem speziellen Ereignis widmet. Zudem erweitert er die Handlung des Films um zahlreiche zusätzliche bzw. erweiterte Szenen, welche die Handlung noch einmal epischer machen, als sie ohnehin im Film schon war. Dabei gelingt es ihm zudem, den einen oder anderen kleineren Kritikpunkt aus der Filmversion auszumerzen, wie z.B. Anakins etwas überhastet wirkender Entscheidung, sich Sidious zu unterwerfen, Yodas Flucht vor Palpatine, oder auch der Frage, warum man sich mit Lukes Ausbildung gar so lange Zeit lässt, wenn doch schon Anakin eigentlich schon zu alt war. Natürlich fehlen der Romanfassung im Vergleich zum Film die Action und das Spektakel – aber im Gegensatz zu den Filmromanen zu Episode I und II habe ich diese hier nicht im Geringsten vermisst. Einzig eine einzige Stelle im Roman ist mir sauer aufgestoßen. Insgesamt ist das Buch zu "Die Rache der Sith" dem Film in meinen Augen aber ebenbürtig.

Bewertung: 5/5 Punkten
Christian Siegel





Artikel kommentieren
RSS Kommentare

Kommentar schreiben
  • Bitte orientiere Deinen Kommentar am Thema des Beitrages.
  • Persönliche Angriffe und/oder Diffamierungen werden gelöscht.
  • Das Benutzen der Kommentarfunktion für Werbezwecke ist nicht gestattet. Entsprechende Kommentare werden gelöscht.
  • Bei Fehleingaben lade diese Seite bitte neu, damit ein neuer Sicherheitscode generiert werden kann. Erst dann klicke bitte auf den 'Senden' Button.
  • Der vorgenannte Schritt ist nur erforderlich, wenn Sie einen falschen Sicherheitscode eingegeben haben.
Name:
eMail:
Homepage:
Titel:
BBCode:Web AddressEmail AddressBold TextItalic TextUnderlined TextQuoteCodeOpen ListList ItemClose List
Kommentar:




  fictionBOX bei Facebook   fictionBOX bei Twitter  fictionBOX als RSS-Feed

TV-Planer
Im Moment keine TV-Einträge vorhanden