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Die Macht der Paragraphen Drucken E-Mail
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Originaltitel: The Ensigns of Command
Episodennummer: 3x02
Bewertung:
Erstausstrahlung USA: 02.10.1989
Erstausstrahlung BRD: 10.07.1992
Drehbuch: Melinda M. Snodgrass
Regie: Cliff Bole
Hauptdarsteller: Patrick Stewart als Captain Jean-Luc Picard, Jonathan Frakes als Commander William T. Riker, LeVar Burton als Lt. Geordi LaForge, Michael Dorn als Lt. Worf, Gates McFadden als Dr. Beverly Crusher, Marina Sirtis als Counselor Deanna Troi, Brent Spiner als Lt. Commander Data, Wil Wheaton als Wesley Crusher
Gastdarsteller: Eileen Seeley als Ard'rian McKenzie, Mark L. Taylor als Haritath, Richard Allen als Kentor, Colm Meaney als Miles O'Brien, Mart McChesney als Sheliak u.a.

Kurzinhalt: Die Sheliak, mit denen vor Jahrzehnten ein Abkommen getroffen wurde, informieren die Föderation darüber, dass sie in Kürze den Planeten Tau Cygna V besiedeln werden, auf dem sich Menschen befinden. Sie geben der Föderation vier Tage Zeit, um die Bewohner vom Planeten zu schaffen – danach werde man diese gewaltsam entfernen. Die Föderation weiß nichts von einer Kolonie auf dem Planeten. Die starke Strahlung sollte diesen für Menschen eigentlich unbewohnbar machen. Da die U.S.S. Enterprise dem Planeten am nächsten ist, wird sie losgeschickt um die Angelegenheit zu untersuchen. Da die Strahlung für ihn ungefährlich ist, wird Data auf Tau Cygna V heruntergebeamt, um mit den Siedlern Kontakt aufzunehmen und die Evakuierung vorzubereiten. Er erfährt, dass es sich bei ihnen um die Nachkommen eines vor rund 90 Jahren auf dem Planeten abgestürzten Kolonieschiffes handelt. Statt nur ein paar überlebenden eines Raumschiffabsturzes, wie von der Crew ursprünglich vermutet, leben mittlerweile vielmehr über 15.000 Menschen auf dem Planeten. Da die Transporter aufgrund der Strahlung nicht funktionieren, würde die Evakuierung nur mit den Shuttles mindestens vier Wochen dauern. Während sich Captain Picard an die Sheliak wendet, um über eine Ausweitung der Frist zu verhandeln, sieht sich Data auf Tau Cygna V mit einem anderen ganz großen Problem konfrontiert: Denn die Siedler denken gar nicht daran, den Planeten zu verlassen…

Denkwürdige Zitate: "Knowing your limitations is one thing. Advertising them to a crew can damage your credibility as a leader."
(Picard gibt Data einen Rat betreffend Führungsqualitäten.)

"This is the most incredible android I've ever seen."
"Have you seen many?"
"Actually, no. You're the first."
(Diese Klarstellung relativiert das Kompliment nicht unerheblich.)

"Use that fancy positronic brain of yours and carry out your mission."
(Riker zu Data.)

"Sir, if I do not succeed, how violent is the Sheliak reaction likely to be?"
"The treaty is the only thing that prevented them from eradicating the colony the moment they discovered it."
"Ah."
(Datas Reaktion ist einfach nur wunderbar.)

"He wants the impossible."
"That's the short definition of Captain."
(Netter Dialog zwischen Wesley und Geordi.)

"That was the stun setting. This is not."
(Data, unmittelbar bevor er das Aquädukt zerstört.)

"Things can be replaced. Lives cannot."
(Wie wahr, Data, wie wahr.)


Review: ImageEs hat zwar zwei Staffeln gedauert, aber nun scheint die "Next Generation" endlich Fuß gefasst zu haben. Zwar gab es auch in den ersten beiden Seasons schon vereinzelte Highlights und einige wirklich gute Folgen, aber mit Beginn der 3. Staffel wirkt alles irgendwie selbstsicherer, stimmiger, überzeugender und müheloser. So mich meine Erinnerung nicht trügt, sollten wir jetzt jedenfalls die Anfangsschwierigkeiten endlich hinter uns haben, und die Qualität der Episoden etwas konstanter sein, und sich somit auf höherem Niveau einpendeln als bei den ersten beiden Staffeln. Nach "Die Macht der Naniten" bekräftigt mich auch "Die Macht der Paragraphen" in dieser Hoffnung, zumal man hier auf den ohnehin schon soliden Staffelstart noch einmal eins draufsetzt, und eine wirklich gute Episode präsentiert, die dank der drei Hauptschauplätze und den zahlreichen Figuren, die mit der Problematik rund um die Evakuierung von Tau Cygna V beschäftigt sind, sehr abwechslungsreich geraten ist. Zudem ist die Geschichte durchaus flott erzählt, und insgesamt sehr unterhaltsam.

Im Zentrum steht dabei Data, der sich diesmal mit einem Problem konfrontiert sieht, dass nicht mit reiner Logik zu lösen ist. Um die Siedler dazu zu bewegen, ihren Planeten zu verlassen, ist mehr nötig als Informationen, Analysen und Fakten. Data muss hier über seine Programmierung hinauswachsen und lernen, Führungsqualitäten zu übernehmen, wenn er die Bewohner von Tau Cygna V retten will. Von seinem rauschbedingten Techtelmechtel mit Tasha Yar mal abgesehen, sieht er sich zudem zum ersten Mal mit dem so komplexen Themengebiet der Liebe konfrontiert – hat Ard'rian doch ganz offensichtlich ein Auge auf ihn geworfen. Die gemeinsamen Szenen der beiden gefielen mir ausgesprochen gut. Ihre "Beziehung" erinnerte mich dabei ein bisschen an Christine Chapel und Spock aus der klassischen Serie – wobei Spock ja immerhin wenigstens über Gefühle verfügt, und diese "nur" unterdrückt. Data verfügt jedoch von vornherein über keinerlei Emotionen, und kann Ard'rians Gefühle für ihn somit auch nicht erwidern - was vor allem ihrem Abschied eine bittersüße Note verlieh, die ich sehr zu schätzen wusste. Darüber hinaus gefiel mir aber vor allem, wie Data verzweifelt versucht, die Siedler davon zu überzeugen, den Planeten zu evakuieren. Zuerst versucht er es – für einen Androiden ja naheliegend – mit logischen Argumenten, doch schon bald musste er erkennen, dass er damit bei einem Großteil der Kolonisten gegen die leidenschaftlichen und charismatisch vorgetragenen Reden ihres Anführers Gosheven nicht ankommt. Nach einer durchaus cleveren List – nur Ard'rians Kommentar war zu offensichtlich gespielt – beschließt er zuletzt, zu drastischen Mitteln zu greifen, um die Notlage der Kolonisten zu verdeutlichen. Die Zerstörung des Aquädukts war optisch durchaus imposant, aber auch davon abgesehen konnte diese Szene sehr gut gefallen.

ImageAuch die gemeinsamen Szenen von Data und Picard konnten wieder einmal gefallen. Gleich zu Beginn gibt Picard dem Androiden einen wichtigen Rat. Als der Captain dann aufgrund der Meldung der Sheliak das Konzert verlassen muss, könnte man fast meinen, Enttäuschung auf dem Gesicht des Androiden zu erkennen. Am Ende hört sich der Captain jedoch die Aufzeichnung des Konzerts an, und spricht Data sowohl für seine Performance dort als auch auf dem Planeten großes Lob aus. Insgesamt hatte ich jedenfalls am Ende der Episode das Gefühl, dass Data in seinem Bestreben, menschlicher zu werden, oder zumindest Menschen besser zu verstehen, wieder einen großen Sprung nach vorn gemacht hat. Gut gefällt mir auch, dass in dieser Folge – soweit ich mich erinnern kann – zum ersten Mal die Möglichkeit angesprochen wird, dass Data eines Tages das Kommando über ein Schiff übernehmen könnte. Der Captain scheint ihn diesbezüglich richtiggehend unter seine Fittiche zu nehmen, um ihn auf diese Aufgabe vorzubereiten. Ihre gegenseitige Dynamik – ja man ist fast versucht, Freundschaft zu sagen – kam jedenfalls in dieser Episode wieder ganz besonders gut zur Geltung.

Captain Picard bekommt jedoch in "Die Macht der Paragraphen" noch etwas anderes zu tun, als "nur" Data zu mentorieren. Denn während der Androide auf dem Planeten versucht, die Siederl von der Notwendigkeit zu überzeugen, Tau Cygna V zu verlassen, tritt der Captain mit dem Sheliak in Verbindung, um über eine Verlängerung der Frist zu verhandeln. Hier muss vor allem der künstlerischen Abteilung Lob ausgesprochen werden. Die Kontrollzentrale der Sheliak mit ihren Kristallen sowie das Aussehen dieser Außerirdischen an sich weiß absolut zu gefallen, wobei die Wesen vor allem mit ihrer Fremdartigkeit bestechen. Das Set der Brücke des fremden Schiffes mag zwar etwas minimalistisch sein, vermittelt aber ein herrliches Gefühl von Größe und auch Eleganz. Darüber hinaus kann dieser Teil der Handlung auch inhaltlich überzeugen. Wie Picard & Co. versuchen, mit dem Sheliak eine Einigung zu erzielen, war durchaus nett anzusehen. Ein besonderes Highlight ist dann natürlich, wie Picard den entscheidenden Paragraphen findet und mal die Sheliak anrennen lässt, statt umgekehrt. Wie er genüsslich über die Brücke spaziert, den Staub von der Plakette wischt usw. – köstlich! Man merkt richtig, wie er es genießt, endlich die Oberhand zu haben – und kann als Zuschauer sowohl dies als auch seinen Frust zuvor nachvollziehen. Positiv ist gegenüber dieser Lösung auch zu vermerken, dass man nicht auf eine technologische Deus Ex Machina zurückgreift. Tatsächlich dürfen Geordi, Miles und Wesley hier doch – bei der Serie eher ungewöhnlich – mit der ihnen übertragenen Aufgabe einmal scheitern.

ImageEin paar Kritikpunkte gibt es dann aber auch. Einer davon hat gleich mit der angesprochenen Handlung rund um den Transporter zu tun. Denn so amüsant es auch gewesen sein mag, wie Riker und Picard immer wieder bei ihnen reinschneien – aber logisch nachvollziehbar ist es nicht, warum sie sich nicht einfach über den Kommunikator über den aktuellen Stand der Tests informieren. Was die Handlung auf dem Planeten betrifft, hat mir die sich mir aufdrängende Argumentationslinie gefehlt, dass wenn die Siedler sterben, alles was ihre Vorfahren geleistet haben umsonst gewesen sein wird (was sich vor allem nach Goshevens Worten über die außergewöhnliche Leistung ihrer Ahnen angeboten hätte). Und das sie keine Phaser kennen, wirkt auch etwas seltsam. Die gab's nämlich vor 90 Jahren auch schon. Dann könnte man einwenden, dass so manches an der Episode doch ein wenig konstruiert erscheint und darauf ausgelegt ist, die gewünschte Konstellation an Figuren, Hindernissen etc. zusammenzubekommen. Und insgesamt fehlte mir dann doch ein wenig die Spannung – wie auch ein Mysterium, oder auch ein "sense of wonder". Insgesamt bietet "Die Macht der Paragraphen" doch eher oberflächliche Unterhaltung – was ihr zwar zugegebenermaßen gut gelingt; aber dieser letzte Funken, der mich zu Begeisterungsstürmen hinreißen würde, hat mir dann doch gefehlt.

Fazit: "Die Macht der Paragraphen" ist eine überwiegend gelungene Episode, bei der vor allem Data wieder glänzen darf. Der Androide sieht sich hier nämlich mit einem Problem konfrontiert, dass sich nicht mit reiner, kühler, berechnender Logik lösen lässt – und muss somit lernen, auch andere Taktiken und Fähigkeiten in sein Arsenal aufzunehmen. Ihm dabei zuzusehen, wie er wieder einmal ein bisschen wächst und seinem Ziel, menschlicher zu werden, ein kleines bisschen näher rückt, war definitiv unterhaltsam. Auch seine gemeinsamen Szenen mit der für ihn schwärmenden Ard'rian wussten zu gefallen. Dennoch ist "Die Macht der Paragraphen" keine reine Data-Folge. Vor allem Picard kommt mit seinem Streit gegen die Sheliak noch eine größere, bedeutende Rolle zu. Positiv fand ich auch, dass keine technologische Lösung für das Problem gefunden wird, sondern eine taktische – und zudem Geordi, Miles und Wesley, die sonst so oft Wunder vollbringen, hier einmal mit ihrer Aufgabe scheitern dürfen. Neben dem Drehbuch wussten auch Soundtrack, Regie und Spezialeffekte wieder einmal zu gefallen, wobei für mich vor allem Design und Umsetzung der Sheliak hervorstachen. Der eine oder andere Kritikpunkt sowie das Fehlen von diesem gewissen Etwas, dass aus einer guten eine großartige Folge macht, mögen zwar den ganz großen Wurf verhindern. Dennoch setzt "Die Macht der Paragraphen" die dritte Staffel auf eine Art und Weise fort, die mich hoffen lässt, dass die nächste Generation ihre Kinderkrankheiten nun endlich überwunden hat.

Wertung: 3.5 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © CBS/Paramount)




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