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James Bond 007 - Dr. No Drucken E-Mail
James Bond ermittelt auf Jamaika Kategorie: Literatur & Comics - Autor: Christian Siegel - Datum: Samstag, 27 April 2013
 
50 Jahre Bond… James Bond

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Titel: "Dr. No"
Originaltitel: "Doctor No"
Bewertung:
Autor: Ian Fleming
Übersetzung: Stephanie Pannen & Anika Klüver
Umfang: 360 Seiten
Verlag: Cross Cult
Veröffentlicht: 2013 (D, Neuauflage) bzw. 1958 (E)
ISBN: 3-8642-5080-4
Kaufen: Taschenbuch (D), Kindle (D), Taschenbuch (E), Kindle (E)
 

Kurzinhalt: James Bond hat den Mordanschlag zwar überlebt, es dauerte jedoch mehrere Monate, ehe er sich körperlich und geistig wieder soweit erholt hatte, um in den aktiven Dienst zurückzukehren. Sein Boss M ist jedoch skeptisch, ob er wirklich schon dazu bereit ist, sich auf eine neue gefährliche Mission zu geben, und erteilt ihm vielmehr einen harmlos klingenden Auftrag, auf dem sich 007 weiter erholen und langsam wieder in seinen Job zurückfinden kann. Die vermeintlich absurde Beschwerde von Tierschützern, dass der Bestand einer vom Aussterben bedrohten Vogelart auf einer Insel nahe Jamaika stark zurückgehen würde, führt James Bond jedoch in das gefährliche Netz von Dr. No; einem reichen Einsiedler, dem viel ans einer Privatsphäre liegt, und der jene tötet, die einen Fuß auf seine Insel setzen. Ein Agent des Secret Service fiel ihm bereits zum Opfer – und als Bond und eine hübsche junge Muschelsammlerin namens Honey Rider von Dr. Nos Schergen gefangen genommen werden, wird aus dem vermeintlichen Urlaub ein bitterer Kampf ums Überleben…

Review: "Dr. No" hat mir wieder eine Spur besser gefallen als der nicht vollständig überzeugende Vorgänger – insgesamt muss ich aber sagen, dass ich (erneut) den Film eine Spur stärker einschätze als die Vorlage. Was diesmal wieder gepasst hat, ist der Unterhaltungswert. Wo sich "Liebesgrüße aus Moskau" doch die eine oder andere Länge und/oder zähe Stelle geleistet hat (hier sei insbesondere an den ausgedehnten Einstieg bei SMERSH erinnert), war "Dr. No" wieder durchgängig unterhaltsam. Nachdem man den Cliffhanger aus dem vorherigen Roman recht zügig aufgelöst hat, nahm die Handlung ziemlich schnell Fahrt auf. Auch wenn für lange Zeit nicht klar ist, was gespielt wird, weiß man – selbst wenn man die Filmkenntnis ausblendet – dass M mit seiner Einschätzung falsch liegt. Dem Roman gelingt es danach, mit einigen netten Wendungen, einer flotten Erzählweise, vielen Schauplatzwechsel und geheimnisvollen Figuren eine spannende und interessante Geschichte zu erzählen, in deren Zentrum das Mysterium rund um Dr. No und seine Insel steht. Vor allem zum Ende hin nimmt die Spannung merklich zu; doch auch die Flucht von Bond, Ryder und Quarrel wird sehr packend beschrieben. Und wie im Film so ist Dr. No auch im Roman ein sehr charismatischer Bösewicht.

Ein Aspekt, der mir im Film besser gefallen hat, war Dr. Nos Plan. Dort hat er ja die Mondraketen der USA gestört. Hier ist sein böses Treiben etwas einfallsloser. Gut fand ich auch, dass man dort die ganze Geschichte rund um die Vögel, die sich letztendlich als McGuffin entpuppt um die Handlung ins Rollen zu bringen, gestrichen hat. Und was mir im Roman doch etwas gefehlt hat, ist Nos Verbindung zu SPECTRE. Falls es eine solche gibt, werden wir davon wohl erst später erfahren. Hier ist er noch ein unabhängig arbeitender Größenwahnsinniger. All diese Dinge sind dem Roman letztendlich nicht vorzuwerfen – sehr wohl aber der meines Erachtens nicht sehr überzeugende Showdown. Dr. Nos ganzes perverses Spielchen fand ich ziemlich überzogen. Bisher waren die Romane ja ziemlich bodenständig, und James Bond ein "normaler" Agent, und kein Superheld. Das höchste der Gefühle war da schon der heiße Dampf, dem er in "Moonraker" ausgesetzt war. In "Dr. No" schießt Ian Fleming aber meines Erachtens mit der Tortur die er seinen Hauptprotagonisten durchleiden – und überleben – lässt, doch etwas übers Ziel hinaus. Und der Endkampf gegen einen Riesenkraken – ganz ehrlich, solch eine Szene hätten sich nicht einmal die Moore-Bonds getraut. Das war definitiv etwas zu viel des Guten.

Fazit: "Dr. No" bot wieder gute, spannende Agenten-Unterhaltung. Die Handlung bewegte sich zügiger vorwärts als bei "Liebesgrüße aus Moskau", und wies auch keine Längen auf. Das Mysterium rund um Dr. No und die Insel wird recht früh vorgestellt, und die interessanten Figuren und die vielen Schauplatzwechsel trugen ebenfalls dazu bei, den Roman praktisch von Anfang an sehr unterhaltsam und abwechslungsreich zu machen. Jedoch: Als jemand, der den Film zuerst gesehen hat – und noch dazu in- und auswendig kennt – fiel mir doch so einiges auf, dass ich in der Verfilmung überzeugender fand; bzw. auch Elemente, die mir hier fehlten. Deutlich schwerer wiegt aber der meines Erachtens ziemlich überzogene Showdown, der aus einem bisher recht bodenständigen Agenten einen Superhelden macht, und ihn am Ende sogar gegen einen Riesenkraken kämpfen lässt. Hier schien mir Ian Fleming beim Versuch, ein großes Bond-Abenteuer zu verfassen, stellenweise doch recht deutlich über das Ziel hinauszuschießen. Davon abgesehen war "Dr. No" aber wieder sehr unterhaltsam.

Bewertung: 3.5/5 Punkten
Christian Siegel







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