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James Bond 007 - Casino Royale Drucken E-Mail
Der erste Einsatz von Ian Flemings 007 Kategorie: Literatur & Comics - Autor: Christian Siegel - Datum: Montag, 03 Dezember 2012
 
50 Jahre Bond… James Bond

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Titel: "Casino Royale"
Originaltitel: "Casino Royale"
Bewertung:
Autor: Ian Fleming
Übersetzung: Stephanie Pannen & Anika Klüver
Umfang: 240 Seiten
Verlag: Cross Cult
Veröffentlicht: 2012 (D, Neuauflage) bzw. 1953 (E)
ISBN: 3-8642-5070-5
Kaufen: Deutsch, Englisch
 

Klappentext: Geheimdienstchef M schickt Bond auf eine Mission, um einen russischen Agenten namens "Le Chiffre" auszuschalten. Er soll ihn am Baccara-Tisch ausnehmen und so seine sowjetischen Auftraggeber zwingen, ihn in den "Ruhestand" zu schicken. Zunächst scheint es so, als ob das Glück Bond hold ist - Le Chiffre hat eine Pechsträhne. Doch manche Leute weigern sich einfach, nach den Regeln zu spielen…

Kurzinhalt: Der russische Agent Le Chiffre steckt in Geldnöten: Er hat die finanziellen Mittel der Organisation SMERSH verspielt – jenem russischen Geheimbund, der sich den Tod aller feindlicher Spione sowie von Verrätern zum Ziel gesetzt hat. Um das Geld wieder zu beschaffen, versucht er sich im Casino Royale am Baccara-Tisch. Der MI6 sieht dahin eine perfekte Gelegenheit, um einen feindlichen Spion aus dem Verkehr zu ziehen, ohne sich dabei selbst die Hände schmutzig zu machen. Sie schicken ihren besten Baccara-Spieler ins Casino Royale, um Le Chiffre zu besiegen. Sein Name: Bond, James Bond. Doch Le Chiffre hat nicht vor, sich auf die wankelmütige Fortuna zu verlassen, und nimmt sein Glück selbst in die Hand…

Review: "Casino Royale" war der erste James Bond-Roman, den Ian Fleming geschrieben hat. Bislang kannte ich von 007 nur die filmischen Abenteuer – es war also mein erster Vorstoß in die literarischen Vorlagen… und ich war sehr angetan. Die Handlung ist fast 60 Jahre später natürlich schon wohlbekannt – nicht zuletzt aufgrund der in den wichtigsten Eckpunkten durchaus werksgetreuen Verfilmung aus 2006 – aber Fleming erzählt sie auf sehr spannende, interessante und faszinierende Art und Weise. "Casino Royale" ist sehr gut geschrieben und überzeugt immer wieder mit (damals) originellen Einfällen, wie dem Abdrucken eines Berichts zur Organisation SMERSH, oder auch Szenen, die man so nicht erwartet hätte. Hier stechen vor allem die Einblicke in Bonds Persönlichkeit und seine Gedanken hervor. Teilweise wirkt er zwar doch etwas chauvinistisch, bei diesem Urteil muss man jedoch auch berücksichtigen, in welcher Zeit "Casino Royale" geschrieben wurde – und für damalige Verhältnisse ist 007 ja schon fast progressiv, wird doch die ihm zur Seite gestellte Vesper Lynd als annähernd ebenbürtig dargestellt.

Auch ist Bond keinesfalls perfekt. Neben seiner Angewohnheit, Frauen zu unterschätzen, leistet er sich bei "Casino Royale" doch ein paar kleine Schnitzer, die deutlich machen, dass auch er nur ein Mensch ist, und ihm gelegentlich Fehler passieren. Vor allem, dass er Vespers Warnungen nicht ernster nimmt, wirkt etwas unvorsichtig. Das Ende gefällt mir dann ebenfalls sehr gut. Nicht ganz so dramatisch wie im Film, mit der ertrinkenden Vesper, aber mit ihrem Abschiedsbrief sicherlich der emotionale Höhepunkt des Romans. Die größte Stärke war für mich aber die Charakterisierung von Bond selbst, die mich ab dem ersten Kapitel faszinieren konnte. Besonders interessant fand ich jenes Kapitel, in dem Bond darüber nachdenkt, in den Ruhestand zu gehen, und sich sehr kritisch mit seiner Arbeit auseinandersetzt. So etwas hätte ich nun wirklich nicht erwartet – schon gar nicht im allerersten Roman! Besonders gut gefiel mir daran auch, wie Ian Fleming dort dem leider auch heutzutage oftmals noch vorherrschenden Schwarz-Weiß-Denken eine klare Absage erteilt.

Abschließend noch ein paar Worte zur Neuauflage von Cross Cult: Die Cover orientieren sich an den Neuauflagen des Penguin-Verlags, und sind vom Illustrator Michael Gillette mit einheitlichem Design versehen, die jeweils ein Bond-Girl in einer bestimmten Farbe oder Farbschattierung zeigen. Die deutschen Ausgaben sind dabei sogar noch einmal hochwertiger als die Original-Veröffentlichungen, da der Titel sowie Ian Flemings Name mit einem besonderen, hervorstechenden glänzenden Kunstdruck versehen wurden. Den Buchrücken ziert, wie bei den Cross Cult-Veröffentlichungen üblich, einerseits die Nummer des Romans innerhalb der veröffentlichten Reihe, sowie ein kleiner Cover-Ausschnitt. Die Neuübersetzung, welche Ian Flemings Texte im Gegensatz zu so manchen früheren Auflagen werksgetreu und ungekürzt wiedergibt, ist sehr liebevoll und hochwertig gemacht, und liest sich absolut flüssig. Selbst jene, welche die Romane bereits ihr Eigen nennen, sollten daher angesichts des Mehrwerts dieser Edition eine erneute Anschaffung in Betracht ziehen. Für alle anderen Bond-Fans sind sie ohnehin ein Pflichtkauf.

Fazit: Mit "Casino Royale" begannen 1953 die literarischen Abenteuer von 007. Fast 60 Jahre später hat der Roman nichts an Faszination eingebüßt. Er ist ein sehr gut geschriebener, packender Agententhriller mit einer phantastisch charakterisierten Hauptfigur, und einigen unvergesslichen Momenten. Die Neuauflage von Cross Cult präsentiert den Roman in neuer, werksgetreuer Übersetzung, und mit einem eleganten, hochwertigen Cover. Wenn ihr so wie ich James Bond bisher nur aus dem Kino/dem Fernsehen kanntet, dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt, dies zu ändern! Und allen anderen sage ich eh nichts neues, wenn ich "Casino Royale" als tollen Roman preise, der von der ersten bis zur letzten Seite phänomenal unterhält.

Christian Siegel

Bewertung: 4/5 Punkten






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