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Nightmare on Elm Street 6: Freddy's Finale Drucken E-Mail
oder: Wie man eine Horrorikone ermordet... Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Freitag, 29 Oktober 2010
 
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Nightmare on Elm Street 6 - Freddy's Finale
(Freddy's Dead: The Final Nightmare, USA 1991)
 
Nightmare on Elm Street 6: Freddy's Finale
Bewertung:
Studio/Verleih: New Line Cinema
Regie: Rachel Talalay
Produzenten: U.a. Michael De Luca, Aron Warner & Robert Shaye
Drehbuch: Michael De Luca & Rachel Talalay
Filmmusik: Brian May
Kamera: Declan Quinn
Schnitt: Janice Hampton
Genre: Horror
Kinostart (Deutschland): 05. September 1991
Kinostart (USA): 13. September 1991
Laufzeit: 89 Minuten
Altersfreigabe: Ab 18 Jahren
Trailer: klick
Kaufen: DVD (Sammelbox), Soundtrack
Mit: Robert Englund, Lisa Zane, Shon Greenblatt, Lezlie Deane, Ricky Dean Logan, Breckin Meyer, Yaphet Kotto u.a.


Kurzinhalt: 10 Jahre nach Freddy’s letzter Mordserie in Springwood hat nur mehr ein einziges Kind, nun ein Teenager, überlebt. Auch er wird von Freddy terrorisiert, doch dieser hat nicht vor, ihn zu töten. Vielmehr benutzt er ihn als Köder, um damit neue Opfer anzulocken. Nach einem Alptraum verliert er sein Gedächtnis, und wird als "John Doe" in ein Jugendheim gebracht. Auf eine der dortigen Betreuerinnen, Maggie Burroughs, scheint es Freddy besonders abgesehen zu haben. Als Maggie erkennt, dass "John" unter Angstzuständen leidet und befürchtet, ihm könnte im Schlaf etwas schlimmes zustoßen, beschließt sie, mit ihm nach Springwood zurückzukehren, um seinem Gedächtnis wieder auf die Sprünge zu helfen. Doch damit begeben sie sich genau in Freddy’s Fänge – und damit in größte Gefahr…

Review: ImageWer geglaubt hat, mit "Das Trauma" hätte New Line Cinema bereits den filmischen Bodensatz dessen, was man mit Freddy anstellen kann erreicht, wird von "Freddy’s Finale" leider eines besseren belehrt. Zwar hat mir schon seine Wandlung zu einem One-Liner schleudernden, coolen Schurken in den letzten Teilen der Reihe überhaupt nicht zugesagt, doch im 6. Teil wird Freddy endgültig zu einem Clown degradiert. Vom sadistischen Monster, das in den ersten Teilen die Teenager seiner früheren Peiniger terrorisiert hat, ist jedenfalls nichts mehr zu erkennen. Stattdessen darf Freddy z.B. gleich zu Beginn als böse Hexe aus dem Westen (siehe "Der Zauberer von Oz") an einem aus dem Himmel fallenden Haus vorbeifliegen, oder etwas später ein Videospiel mit einem seiner Opfer spielen, und dabei blöde Witze über seinen "Power Glove" reißen…

Ich mag die One-Liner der Vorgänger kritisiert haben, da ich mit dieser neuen Ausrichtung von Freddy nichts anfangen konnte, aber Sprüche wie „How’s that for a wet dream“ waren wenigstens LUSTIG. Hier fallen leider alle Gags flach. Auch die Alpträume und Todesszenen sind völlig überzogen und wirklich ein Graus. Getreu dem Motto „sei vorsichtig was du dir wünscht – es könnte in Erfüllung gehen!“ wurden die Alpträume mit jedem Teil der Reihe ausgefeilter (beim 1. Teil habe ich die verhaltenen Traumszenen ja noch kritisiert) – spätestens aber in "Freddy’s Finale" hat man es heillos damit übertrieben. Ein Teenager fällt tausende Kilometer in die Tiefe und landet auf einem Nagelbrett. Ein weiteres – schwerhöriges – Opfer bekommt von Freddy ein ultrastarkes Hörgerät eingepflanzt, mit dem die Gehörgänge übersensibel werden, so dass er zuerst mit dem Geräusch von Wassertropfen und Nadeln die auf dem Boden landen terrorisiert werden, ehe ihm beim markerschütternden "Klingen über eine Tafel"-Sound der Kragen platzt. Die mit Abstand schlimmste Traumszene ist aber jene, als Freddy Breckin Meyer (in seiner ersten Filmrolle) in ein Videospiel transportiert, den NES-Controller in die Hand nimmt und ihn dort mit immer neuen Spielfiguren angreift. Das Schlimmste daran ist sogar weniger die Videospiel-Umgebung, als dass der Charakter sämtliche Bewegungen, die er in seinem Videospiel-Alptraum durchführt, auch in der realen Welt macht. Und so springt er munter wie weiland Mario durch das Haus in der Elm Street, begleitet von comichaften „Boing“-Geräuschen. Definitiv eine der lächerlichsten und grauenhaftesten Szenen, die ich je in einem Film gesehen habe.

ImageAuch die schauspielerischen Leistungen sind eine eher durchwachsene Angelegenheit. Lisa Zane kann als Freddy’s Gegenspielerin zwar grundsätzlich überzeugen, bleibt jedoch gegenüber den bisherigen Heroinen der Nightmare-Reihe (Heather Langenkamp, Patricia Arquette und Lisa Wilcox) deutlich zurück. Breckin Meyer ist interessanterweise hier besser als in so manchem seiner späteren Filme, und Yaphet Kotto bereichert zwar grundsätzlich jeden Film in dem er mitspielt, scheint hier jedoch schlafzuwandeln (was in Anbetracht der Thematik des Films nicht einer gewissen Ironie entbehrt). Die Cameos von Roseanne und Tom Arnold haben mich eher herausgerissen, dafür fand ich die Gastauftritte von Alice Cooper und vor allem Johnny Depp recht gelungen. Schauspielerischer Tiefpunkt des Films ist Shon Greenblatt als "John Doe", der mit seiner mal völlig uncharismatischen, dann wieder völlig überzogenen und insgesamt sehr hilflos wirkenden Performance unliebsame Erinnerungen an Mark Patton aus "Die Rache" weckt.

Ein weiterer Aspekt dem es zu kritisieren gibt ist das Drehbuch. Das beginnt schon damit, dass "Freddy’s Finale" zwar der abschließende Teil der Reihe sein will, der die Handlung rund um Freddy Krueger abrundet, man aber zugleich alle früheren Teile, die dortigen Handlungen und Figuren fast vollständig ignoriert. Dadurch wirkt der 6. Teil fast mehr wie ein Neustart denn ein Finale. Noch schlimmer sind aber die zahlreichen logischen Ungereimtheiten und Inkonsistenzen – nicht nur zur Reihe insgesamt, sondern auch innerhalb des Films. Nur ein paar kurze Beispiele: Maggie trägt ihren Schützlingen auf, mit dem Wagen zurückzufahren – nur, wie will dann eigentlich sie mit John Doe wieder zurückkommen? Auch die Idee, Freddy würde nicht einfach nur die Kinder/Teenager töten, sondern sie zudem aus der Erinnerung der anderen streichen, hat mich nicht überzeugt. Erstens ist es eine völlige Neuerung im Vergleich zu den bisherigen Teilen der Reihe, zweitens wird dieses Konzept ohnehin nur am Rande gestreift und bleibt genau genommen völlig belanglos, und drittens wird es noch dazu inkonsequent umgesetzt, so dass es in erster Linie für Verwirrung sorgt. Dass Freddy nun auf einmal eine Tochter hat, in der man in keiner der früheren Filme etwas gehört hat, wirkt ebenfalls sehr konstruiert. Und dass man Freddy um ihn ein für allemal zu vernichten aus seiner Traumwelt in die reale Welt holt, ist nun auch nicht unbedingt neu; immerhin hat Nancy bereits im ersten Teil der Reihe genau das selbe gemacht (und dort hat es nicht funktioniert).

ImageIn anderen Fällen scheitert es weniger am der Idee als der Umsetzung, wie beim Konzept einer an einer Massenpsychose leidenden Kleinstadt. Und eine der mit Abstand schlechtesten Neuerungen sind diese seltsamen Traumdämonen, die Freddy’s Unkaputtbarkeit erklären sollen. Vor allem, da diese in ihren kurzen Auftritten wie in der Luft herumfliegende Monsterspermien aussehen und damit ziemlich lächerlich wirken. Auch haben sie mehr von einer Deus Ex Machina, einem ziemlich schwachen und verzweifelten Versuch, in letzter Sekunde eine Erklärung in die Reihe reinzubringen; jedoch stellt man mit dieser Idee nie wirklich etwas an, denn außer dass sie um Freddy herumfliegen tun sie eigentlich nichts. Weder ihr Ursprung noch ihre Motivation werden näher erklärt. Die Inszenierung von Erstlings-Regisseurin Rachel Talalay ist zwar soweit in Ordnung und kann mit einigen interessanten Kniffen aufwarten (wie das Spiel mit dem Ton bei der Traumszene von Carlos), aber gegen das grauenhafte Drehbuch kommt sie einfach nicht an. Zudem inszeniert sie sehr unatmosphärisch und leuchtet viele Szenen zu stark aus, was den comichaften Look von Freddy’s Maske allzu offensichtlich macht.

Was ebenfalls sehr enttäuscht, ist der Showdown, der nicht nur für diesen Film sondern auch für die gesamte Reihe bewertet werden muss – war er doch ursprünglich als ultimatives Finale der Freddy-Reihe gedacht. Das mit dem 3D mag zwar eine interessante Idee gewesen sein, und sogar in der auf DVD vorliegenden zweidimensionalen Fassung kann man in den entsprechenden Szenen etwas mehr Tiefe erkennen, leider aber ist und bleibt es nichts anderes als ein zwar nettes, aber auch irgendwie verzweifelt wirkendes Gimmick, um dem Film doch noch irgendetwas positives/besonderes zu verleihen. Und die Idee, die 3D-Szenen quasi dadurch anzukündigen, dass auch Maggie im Film eine 3D-Brille aufsetzt, ist einfach nur lächerlich. Doch auch davon abgesehen ist der Showdown sehr enttäuschend. Dass man damit lediglich das Ende des 1. Teils kopiert, habe ich ja bereits erwähnt. Darüber hinaus findet man aber in diesem Jugendheim plötzlich ein Sortiment an schrägen Waffen, wie Ninjasterne…?!?! Ich meine… wirklich? Meinen die das ernst? Und auch, wie sich Maggie schließlich ihres Vaters entledigt ist eine absolute Enttäuschung, und kommt an keine der Freddy-Sterbeszenen aus den Vorgängern heran. „Happy Father’s day“, und Freddy’s resignierende Erwiderung „Kids…“ ist wirklich das beste, dass den Drehbuchautoren hier eingefallen ist? Autsch.

ImageDas einzig Positive an "Freddy’s Finale" war für mich jener Rückblick in sein früheres Leben, als seine Tochter seine Geheimkammer entdeckt und seine Frau ihn zur Rede stellt und er sie daraufhin tötet. Auf den ganzen Rest (wie Freddy den Tierquäler oder die angedeuteten Misshandlungen seines Stiefvaters) hätte ich gut und gerne verzichten können, da dies viel zu klischeehaft war. Aber diese eine Szene war wirklich großartig – nicht nur, da es von Robert Englund sehr gut gespielt wurde, zudem hat es uns das Monster mal in Menschengestalt gezeigt – und ich fand Freddy in den Momenten als er ganz ruhig mit seiner Tochter spricht wirklich beängstigend. In diesen Momenten war er so angsteinflößend wie seit Teil 1 nicht mehr! Puristen mögen anmerken, dass Freddy mit diesen Rückblenden seines Schreckens und des Mysteriums beraubt wird. Angesichts der Tatsache, dass man bereits in Teil 3 seinen (wenig überzeugenden) Ursprung erklärt hat, und es sich damit hier nur mehr um eine Vertiefung und Weiterführung handelt, kann ich dem nicht zustimmen. Ich wünschte nur, dieser eine kurze gelungene Moment wäre von einem deutlich besseren Film umgeben…

Fazit: Angesichts der Tatsache, wie grauenhaft schlecht dieses ursprünglich als letzter Teil der Reihe gedachte "Freddy’s Finale" war, kann man nur froh sein, dass Wes Craven nur zwei Jahre später selbst hinter die Kamera zurückgekehrt ist, um es besser zu machen. Denn dieser grottenschlechte Film ist einer Horrorikone wie Freddy Krueger absolut unwürdig. Zugegeben, schon die Fortsetzungen haben überwiegend enttäuscht, aber in derartige filmische Untiefen war man vor Teil 6 noch nie untergetaucht. Weshalb die kurzen Bilder aus früheren Filmen, die während des Abspanns eingeblendet werden, auch eher wie ein Hohn denn eine Hommage wirken – machen diese doch erst so richtig deutlich, wie "Freddy’s Finale" selbst im Vergleich zu den weniger gelungenen Vertretern der Reihe abstinkt. Ende gut, alles gut? Mitnichten…

Wertung:2 von 10 Punkten


Christian Siegel
(Bilder © New Line Cinema)


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