HOME PROJEKTE LINKS CHAT JOBS DATENSCHUTZ ARCHIV
Startseite arrow Star Trek arrow Merchandising arrow Star Trek - TOS: Der Verräter
Star Trek - TOS: Der Verräter Drucken E-Mail
Fortsetzung zu "Das Schlachtschiff" Kategorie: Star Trek (Literatur) - Autor: Christian Siegel - Datum: Montag, 06 Mai 2024
 
Cover (c) Heyne
Titel: "Star Trek: Der Verräter"
Originaltitel: "Star Trek: Battlestations!"
Bewertung:
Autor: Diane Carey
Übersetzung: Andreas Brandhorst
Umfang: 312 Seiten (Print-Ausgabe)
Verlag: Heyne (D), Pocket Books (E)
Erstveröffentlichung: 1991 (D), November 1986 (E)
Deutscher eBook-Release: 25. Februar 2014
ISBN: 978-3-641-11473-2
Kaufen: Kindle (D), Taschenbuch (E), Kindle (E)
 

Kurzinhalt: Nachdem es ihnen gelungen ist, die Pläne von Vizeadmiral Rittenhouse rund um ein großes Schlachtschiff, mit dem er einen Krieg auslösen wollte, zu durchkreuzen, ist die Crew der Enterprise für einen kurzen Landurlaub zur Erde zurückgekehrt. Ein Teil der Brückencrew inklusive der segelerfahrenen Lieutenant Piper nehmen dabei an einer Regatta teil. Doch gerade, nachdem die Enterprise-Crew den Sieg einfuhr, erhält man Besuch von der Sicherheitsabteilung der Sternenflotte. Diese befragt Captain Kirk im Hinblick auf Lieutenant Sarda, da dieser in Verdacht steht, den Prototypen eines Transwarp-Antriebs gestohlen zu haben. Lieutenant Piper ist eine gute Freundin des Vulkaniers, und dementsprechend erschüttert im Hinblick auf die Vorwürfe. Sie bricht mit einem Schiff, welches James T. Kirk ihr in Erwartung der Untersuchung bereitstellen ließ, und ihren beiden Freunden Scanner und Dr. Merete zum Planeten Argelius auf, um der Sache auf den Grund zu gehen. Im Laufe ihrer Reise schließen sich auch noch Dr. McCoy und Spock an. Auf Argelius angekommen, geraten sie jedoch in eine Falle. Um dieser zu entkommen, muss es Piper gelingen, zu Sarda durchzudringen, und sie auf ihre Seite zu ziehen…

Review: "Der Verräter" ist eine Fortsetzung von Diane Careys erstem TOS-Roman "Das Schlachtschiff", und setzt die Abenteuer von Lieutenant Piper fort. Die Autorin bleibt dabei wenig überraschend auch der dort gewählten Perspektive – werden die Ereignisse doch aus Sicht von Lt. Piper geschildert, bzw. in der Ich-Perspektive erzählt – treu. Grundsätzlich ein interessanter und für "Star Trek" auch ungewohnter Zugang – den mir jedoch insofern beim Vorgänger ein bisschen besser gefallen konnten, als mich einige der hier von Piper "live" geäußerten Gedanken doch eher mit den Augen rollen ließen. Generell muss einem bewusst sein, dass Piper ein klarer Fall einer – sonst doch eher im Bereich der (Gratis-)Fan-Fiction denn bei käuflich erwerbbaren Lizenzromanen üblichen – Mary Sue-Erzählung ist; Piper ist ganz offensichtlich eine Stellvertreterin für die Autorin selbst, die auch ihre Vorliebe für das Segeln teilt. Dagegen ist zwar grundsätzlich nichts einzuwenden, im Vergleich zum ersten Roman – wo sie natürlich ebenfalls eine wichtige Rolle spielte, aber doch auch stark die Dynamik zwischen ihr und dem Rest der Enterprise-Besatzung im Fokus stand – übertreibt es Carey diesmal aber mit der Wichtigkeit ihrer Figur (und damit quasi von sich selbst) für die Story, vor allem im Vergleich zu den bekannten Helden. Generell habe ich den Vorgänger irgendwie interessanter und auch packender in Erinnerung. Da und dort schleichen sich auch etwas gar eigenwillige Formulierungen und/oder Ideen in den Roman ein, wie z.B., wenn Piper versucht, einen sie festhaltenden Vulkanier rein mit der Kraft ihrer Gedanken zu beeinflussen, was dann so klingt: "Ich bohrte ihm den Dolch meines Zorns in den Leib, und der Schmerz dieser Wunde ließ ihn innerlich explodieren." Da konnte ich mir ein Lachen dann doch nicht verkneifen. An einer anderen Stelle wundert sich Piper, dass sie die Präsenz Kirks (an Bord der Enterprise) nicht spürt, und ich fragte mich so: Na ja, warum solltest du auch? Bist du etwa Betazoidin? Und den Begriff "kosmische Balgerei" fand ich auch seltsam (um nicht zu sagen albern). Also ja, es gab schon die eine oder andere Stelle, die mich mit dem Kopf schütteln ließ.

Von diesen Punkten abgesehen fand ich diesen Perspektivwechsel aber grundsätzlich, wie schon beim Vorgänger, durchaus interessant. Auch die Story war nicht schlecht, wobei mir vor allem gefiel, wie Piper hier in jeder Etappe der Reise/Mission vor eine neue Herausforderung gestellt wird. Eine meiner Lieblingsstellen war dabei jene, wo sie verzweifelt versucht, die Kontrolle über ihr Schiff – welches automatisch nach Argelius steuert – zu erhalten, und es ihr dann schließlich gelingt, den Computer diesbezüglich auszutricksen. Auf Argelius muss sie dann wiederum zusammen mit ihren Kameraden einen Weg finden, um aus der Gefangenschaft zu entkommen. Dann gilt es, zu verhindern, dass die gekaperte Enterprise entkommt, und zuletzt, eben diese zurückzuerobern. Dies mitzuverfolgen war durchaus spaßig. Nett fand ich auch die ausgedehnte Rückblende zu einem Wettbewerb an der Sternenflottenakademie, den Piper und Sarda einst gemeinsam bestritten haben. Die bekannten Figuren mögen hier zwar nur eine Nebenrolle spielen – darauf muss man sich als Trekkie jedenfalls einstellen – aber wenn sie auftreten, gelingt es Carey zweifellos sehr gut, ihre Persönlichkeit und "Stimme" treffend einzufangen. Und auch die Zitate zur klassischen Serie zu Beginn eines jeden Kapitels waren ein netter Touch. An den Vorgänger "Das Schlachtschiff" kam die Autorin in meinen Augen bei "Der Verräter" aber leider nicht mehr ganz heran.

Fazit: "Der Verräter" folgt grundsätzlich dem Ansatz des Vorgängers "Das Schlachtschiff". Sprich: Die Stammbesetzung aus der Serie spielt hier doch eher eine Nebenrolle; zudem ist Lieutenant Piper ein klassischer "Mary Sue"-Charakter, und wird die Geschichte – für "Star Trek" ungewöhnlich – aus ihrer (Ich-)Perspektive heraus erzählt. Ich fand den Ansatz grundsätzlich auch hier wieder interessant, insbesondere im Hinblick darauf, dass wir die uns bekannten Helden aus der Sicht einer anderen Figur erleben. Andererseits gibt der Mary Sue-Ansatz dem ganzen schon einen gewissen Fan Fiction-Charakter. Im direkten Vergleich mit dem Vorgänger fand ich auch Pipers Gedanken deutlich gelungener; demgegenüber schlich sich hier so manches ein, was mich eher zum Fremdschämen einlud. Die Story ist allerdings grundsätzlich zweckmäßig und abwechslungsreich, und präsentiert Piper & Co. mit der einen oder anderen netten Herausforderung. Im Gegensatz zu "Das Schlachtschiff" überwogen für mich hier aber leider doch die negativen Aspekte.

Bewertung: 2/5 Punkten
Christian Siegel






Artikel kommentieren
RSS Kommentare

Kommentar schreiben
  • Bitte orientiere Deinen Kommentar am Thema des Beitrages.
  • Persönliche Angriffe und/oder Diffamierungen werden gelöscht.
  • Das Benutzen der Kommentarfunktion für Werbezwecke ist nicht gestattet. Entsprechende Kommentare werden gelöscht.
  • Bei Fehleingaben lade diese Seite bitte neu, damit ein neuer Sicherheitscode generiert werden kann. Erst dann klicke bitte auf den 'Senden' Button.
  • Der vorgenannte Schritt ist nur erforderlich, wenn Sie einen falschen Sicherheitscode eingegeben haben.
Name:
eMail:
Homepage:
Titel:
BBCode:Web AddressEmail AddressBold TextItalic TextUnderlined TextQuoteCodeOpen ListList ItemClose List
Kommentar:




  fictionBOX bei Facebook   fictionBOX bei Twitter  fictionBOX als RSS-Feed

TV-Planer
Im Moment keine TV-Einträge vorhanden