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Star Trek - TNG: Planet der Schuldner Drucken E-Mail
Ralph Offenhouse auf diplomatischer Mission Kategorie: Star Trek (Literatur) - Autor: Christian Siegel - Datum: Montag, 18 Juni 2018
 
Cover (c) Heyne
Titel: "Star Trek - TNG: Planet der Schuldner"
Originaltitel: "Star Trek - The Next Generation: Debtor's Planet"
Bewertung:
Autor: W.R. Thompson
Übersetzung: Uwe Anton
Umfang: 314 Seiten (Print-Ausgabe)
Verlag: Heyne
Erstveröffentlichung: Mai 1994 (E) bzw. 1997 (D)
Deutscher eBook-Release: 25. Februar 2014
ISBN: 978-3-641-11692-7
Kaufen: Taschenbuch (D), Kindle (D), Taschenbuch (E), Kindle (E)
 

Kurzinhalt: Die Zivilisation des Planeten Megara hat sich in den letzten Jahren schneller entwickelt, als dies eigentlich der Fall sein sollte. Man verdächtigt die Ferengi, in die natürliche Entwicklung der Gesellschaft eingegriffen zu haben. Die U.S.S. Enterprise soll der Sache nachgehen. Dafür kommt Ralph Offenhouse an Bord, jener Geschäftsmann, den die Enterprise einst aus einer Kälteschlafkapsel befreite. Dieser hat mittlerweile den Posten des Sonderbotschafters inne, und soll in dieser mit den Megaranern sowie den Ferengi verhandeln. Schon bald zeigt sich jedoch, dass die raffgierigen Ferengi lediglich Strohmänner sind, während vielmehr die Cardassianer im Hintergrund die Strippen ziehen – und wohl hoffen, die Megaraner durch Verstärkung ihrer fremdenfeindlichen Tendenzen zu einem Angriff auf die Föderation bewegen zu können…

Review: Es gibt AutorInnen, die haben ein echtes Gespür für die Figuren, die Umgebung, den Ton usw. der jeweiligen "Star Trek"-Serie, und schaffen es somit, dass man sich praktisch von der ersten Seite wie zu Hause fühlt. W.R. Thompson gehört leider nicht dazu. Zwar ist es nicht so schlimm, als dass ich mich gleich in einem verzerrten Spiegeluniversum wähnen würde, dennoch rissen mich die jeweiligen Misstöne doch immer wieder aus der Geschichte. Wie z.B., wenn sich Captain Picard im Gespräch mit den Megaranern für ihn höchst untypisch arrogant gibt, und sie in Gedanken als Neandertaler bezeichnet. Auch die Freundschaft zwischen Geordi und Alexander (den ersterer doch tatsächlich mit "Al" anspricht – WTF?) kommt völlig aus dem Nichts, und geht am Ende auch eben dort wieder hin (zumindest hätte ich davon in der Serie nie viel gesehen). Deanna hat nach einem einzigen Wodka Martini gleiche eine schwere Alkoholvergiftung (der Roman behauptet zwar, sie hätte mehrere getrunken, aber wenn sie diese nicht ex runtergestürzt hat, war in der Szene für mehr als einen – und bei dem hat sie sich schon beeilt – keine Zeit). Und Worf ruft an einer Stelle die Enterprise – genauer gesagt Captain Picard – auch doch eher respektlose Art und Weise ("Antworten Sie, Sie taHgeg von Tribblefreund!"). Sollte wohl witzig sein, passt nur halt leider überhaupt nicht zu Worf. Auch kleinere Kontinuitätsfehler wie die Heimatwelt der Ferengi (Ferenginal statt Ferenginar) oder die getarnten cardassischen Schiffe (what?) helfen "Planet der Schuldner" nicht. Und dass Thompsons Schilderungen vom Eugenischen Krieg nicht zu Greg Cox – später verfassten – Khan-Duologie passt, mag ihm zwar objektiv betrachtet nicht vorzuwerfen sein – irritiert hat's mich aber dennoch insofern, als ich Cox' Version nun mal für die Ultimative halte. Wie auch die Formulierung "Seine Gefühle prallten oft aufeinander wie zwei Gladiatoren auf Triskelion" im Hinblick auf Alexander (warum sollte dem das etwas sagen?).

Aber auch abseits dieser kleineren Unstimmigkeiten die dafür sorgten, dass ich mich bei "Planet der Schulder" nie so richtig zu Hause fühlte, hat mich der Roman nicht immer überzeugt. Besonders schwer tat ich mir mit dem Plan der Cardassianer, der mir nicht so recht einleuchten wollte. Ich verstehe schon grundsätzlich, was sie hier vor hatten, halte nur die Megaraner für die falschen, um dieses Ziel zu erreichen, und kann mich generell des Eindrucks nicht erwehren, dass sie hier sau viele Ressourcen für ein vergleichsweise kleines Ergebnis reinstecken. Ich fand das alles jedenfalls nicht wirklich schlüssig. Aber auch die Taktik, die Ferengi die Enterprise angreifen zu lassen, damit sich das cardassianische Schiff unbemerkt anschleichen kann… Hallo? Schon mal was von Sensoren gehört? (Und falls auch dieses Schiff getarnt gewesen sein sollte – so genau ging das für mich nicht heraus – brauchst du wiederum keine Ablenkung, weil dann kommst du eh unbemerkt bis vor die Haustür.) Vor allem aber tat ich mir mit der Ausdrucksweise der Megaraner schwer. George Lucas hat es bei Yoda geschafft, ihn einerseits anders, aber dennoch auch "schön" sprechen zu lassen. Eben daran scheitert Thompson leider, da ich die von ihm gewählte Satzstellung extrem mühsam fand (Beispiel: "Das wir nicht werden tun."). Tonal fällt wiederum auf, dass die Dialoge teilweise übertrieben auf bemüht-witzig getrimmt sind – mit der Betonung auf "bemüht". Und dann fand ich auch noch die zugrundeliegende Story weder übermäßig spannend, interessant noch originell. Eine der wesentlichen positiven Aspekte des Romans ist der neuerliche Auftritt von Ralph Offenhouse, dem sich Thompson auch – trotz Picards offenkundiger Abneigung – sehr respektvoll widmet, und ihm somit hier die Möglichkeit gibt, sich beim Leser ansatzweise zu rehabilitieren (nicht, dass er dies, wenn's nach mir geht, nötig gehabt hätte). Zudem ist die Geschichte abwechslungsreich, schlägt einige nette Haken, und entwickelt sich generell flott weiter, so dass zumindest beim Lesen keine Langeweile aufkommt. Und auch wenn ich kein großer Wesley-Fan bin, aber ihn nach den Ereignissen aus "Ein missglücktes Manöver" (auch diese Episode scheint der Autor somit zu kennen) wieder auf der Enterprise auftreten zu lassen, war – aufgrund der ganz eigenen Dynamik mit Captain Picard – schon interessant. Must-read ist "Planet der Schuldner" aber selbst für TNG-Fans sicher keins.

Fazit: "Planet der Schuldner" vermittelte mir leider nicht den Eindruck, als wäre der Autor mit TNG allzu vertraut. So leistet sich W.R. Thompson in der Art und Weise, wie sie sich (zueinander) verhalten und (miteinander) reden, doch ein paar Schnitzer. Auch kleinere Kontinuitätsfehler haben sich eingeschlichen. Und den typischen Ton der "Next Generation" schien er mir ebenfalls nicht so recht einzufangen. Im Gegensatz zu anderen "Star Trek"-Romanen hatte ich somit leider nie den Eindruck, hier eine Episode der Serie zu lesen. Erschwerend kommt nun noch hinzu, dass ich auch den Plot an sich nicht übermäßig spannend fand. Auch die Auflösung der Pläne der Cardassianer wollte mir nur bedingt einleuchten. Und vor allem mit der Art und Weise, wie die Megaraner sprechen, tat ich mir ungemein schwer. Dafür ist "Planet der Schuldner" aber wenigstens flott und abwechslungsreich erzählt, Wesley nach seinem Fall in Ungnade wieder auf die Enterprise zurückkehren zu lassen war ein interessanter Einfall, und vor allem über die Rückkehr von Ralph Offenhouse hatte ich mich gefreut. Zumindest "Die neutrale Zone" (und "Ein missglücktes Manöver") scheint W.R. Thompson also gesehen zu haben. Wirklich heimisch schien er sich im "Next Generation"-Universum aber nicht zu fühlen – und das übertrug sich beim Lesen seines Romans dann halt leider auch 1:1 auf mich.

Bewertung: 2/5 Punkten
Christian Siegel


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