Mit: Robert Downey Jr., Mickey Rourke, Gwyneth Paltrow, Don Cheadle, Sam Rockwell, Scarlett Johansson, Paul Bettany, Samuel L. Jackson, Jon Favreau u.a.
Kurzinhalt:
6 Monate nachdem er der Welt offiziell erklärt hat, dass er Iron Man ist, eröffnet Tony Stark auf gewohnt pompöse Art und Weise die Stark Expo in New York, wo ein Jahr lang die hellsten Köpfe der Welt ihre Innovationen und Erfindungen vorstellen sollen. Doch Stark plagt ein Problem: Die amerikanische Regierung möchte ihn unbedingt dazu zwingen, seinen Anzug dem Militär zu übergeben, um daraus eine Armee von "Iron Men" zu erschaffen. Stark denkt gar nicht daran - er hat in den letzten 6 Monaten für Weltfrieden gesorgt, und möchte auch weiterhin unabhängig von allen Regierungen - und allein - arbeiten. Dies ruft wiederum seinen großen Konkurrenten Justin Hammer auf den Plan, der darin die Möglichkeit sieht, Tony Stark und seine Firma endlich auszustechen und als neuer großer Lieferant für das Pentagon zu arbeiten. Doch dafür muss er sich erst Stark's Technologie unter den Nagel reißen. Der bekommt es wiederum bei einem Autorennen unverhofft mit seiner ersten richtigen Bedrohung zu tun: Der Russe Ivan Vanko hat sich nämlich selbst einen Generator und einen kleinen Anzug gebastelt - Iron Man kann ihn nur mit Müh' und Not überwältigen. Und als wäre das alles nicht schon genug, droht ihm zudem just jenes chemische Element, das er für den Energiekern seines lebensrettenden Magneten über seinem Herzen verwendet, langsam aber sicher zu vergiften…
Review:Wie schon der Vorgänger macht "Iron Man 2" einiges richtig, aber auch so manches falsch. Wo er dem ersten Teil meines Erachtens überlegen ist, ist die Action. Diese ist bei "Iron Man 2" nicht nur zahlreicher, sondern auch packender und spektakulärer. Vor allem der Angriff beim Autorennen in Monte Carlo weiß zu gefallen und bietet einige optische Leckerbissen – wenn das Ganze für meinen Geschmack auch etwas zu kurz gehalten war. Auch der Showdown war etwas besser als im Vorgänger, wenn auch immer noch nicht perfekt. So dauerte mir der Kampf gegen die Drohnen schon fast wieder etwas zu lange, während der eigentliche Endkampf gegen Ivan Vanko wiederum viel zu schnell vorbei war. Trotzdem bietet "Iron Man 2" – wie es sich für eine handelsübliche Fortsetzung ja auch gehört – mehr und bessere Action als der Vorgänger. Deutlich überlegen ist er dem ersten Teil auch, was den Soundtrack betrifft. Während mich Ramin Djawadi's Komposition für den ersten Teil nicht überzeugen konnte, fand ich John Debney's Arbeit schon deutlich gelungener. Wirklich hängen geblieben ist zwar auch von seiner Komposition nichts, aber zumindest während dem Film fand ich sie um einiges auffälliger, wodurch es der Filmmusik im Vergleich zum Vorgänger diesmal gelungen ist, die Wirkung einzelner Szenen zu verstärken.
Eine Stärke, die "Iron Man 2" mit dem ersten Teil gemein hat, sind die Schauspieler. Robert Downey Jr. liefert erneut eine tolle Performance ab, mit dem er den Film ungemein aufwertet – auch wenn man teilweise das Gefühl hat, dass er Tony Stark auch im Schlaf spielen könnte, einfach da ihn die Rolle nicht wirklich zu fordern scheint. Die zweitbeste Leistung kommt von Mickey Rourke. Zwar weit von seiner Glanzleistung als "Wrestler" entfernt, besticht er dennoch durch seine Leinwandpräsenz, wobei er mir insbesondere durch sein für einen Hollywood-Bösewicht angenehm untypisches Understatement aufgefallen ist (vor allem im direkten Vergleich zu Jeff Bridges aus dem Vorgänger). Sein kurzer gemeinsamer Dialog mit Tony Stark im Gefängnis zählt zu den wenigen echten Highlights des Films. Gwyneth Paltrow bekam diesmal etwas mehr zu tun als im Vorgänger, und überzeugt vor allem wieder im gelungenen Zusammenspiel mit Robert Downey Jr. Was den optischen Aufputz betrifft, muss sie sich diesmal aber einer Scarlett Johansson im engen Lederoutfit geschlagen geben – leider ist die Optik auch schon alles, was sie ihrer Figur mitzugeben vermag (wobei das Drehbuch einen Großteil der Schuld daran trägt). Als Tony’s Freund ist diesmal Don Cheadle mit von der Partie, dem es meines Erachtens genauso wenig wie Terrence Howard gelingt, aus der eher flachen Figur etwas herauszuholen und ihr seinen Stempel aufzudrücken – wodurch mir der Wechsel auch nicht wirklich negativ aufgefallen ist. Nach seinem Cameo-Auftritt am Ende des ersten Teils hat diesmal auch Samuel L. Jackson eine größere Rolle, bleibt aber relativ blass und uninteressant. Eine typische halbherzige Performance, wie man sie in den letzten Jahren von ihm leider gewohnt ist. Und Sam Rockwell bekommt leider zu wenig zu tun, um in seiner Rolle wirklich glänzen zu können.
Die Fülle der oben genannten Schauspieler und –innen macht auch schon eine der Schwächen des Films deutlich. Der Film heißt zwar "Iron Man 2", wirkt aber teilweise mehr wie ein Prequel zum angekündigten "Avengers"-Film. Man verbringt mehr Zeit damit, zukünftiges vorzubereiten als die eigentliche, nicht uninteressante Geschichte des Films zu erzählen. Auch Titelheld Iron Man tritt darob stark in den Hintergrund, und muss erstaunlich viel Zeit auf der Leinwand an die Fülle von anderen Figuren abtreten. Streckenweise wird er gar schon fast zu einer Nebenfigur degradiert! Dadurch wirkt die Handlung leider oftmals etwas zerfahren, es fehlt eine klare Struktur. Immerhin gelingt es John Favreau, allen Darstellern, die neben den oben genannten auch noch sich selbst als Stark’s Bodyguard beinhaltet, zumindest einen Moment zu geben, um zu glänzen. Das macht für den geplanten Avengers-Film durchaus Hoffnung, dass es auch dort gelingen könnte, derart viele Helden unter einen Hut zu bringen. Für einen Film mit dem Namen "Iron Man 2" halte ich es aber doch für etwas fehl am Platz.
Die größte Schwäche ist aber wie bereits beim Vorgänger die Oberflächlichkeit. Konnte man bei Teil 1 noch sagen, dass er von vornherein ja gar nichts anderes sein wollte als luftig-lockere Unterhaltung, bietet der 2. Teil einige dramatische Wendungen, die aufgrund des mangelnden Tiefgangs die gewünschte Wirkung einfach nicht entfalten können. So muss sich Tony Stark seiner Sterblichkeit stellen und der Möglichkeit ins Auge sehen, dass ihn gerade jenes Element dass ihn am Leben hält schon in Kürze umzubringen droht. Leider wird seine Verzweiflung nie wirklich thematisiert. Robert Downey Jr. tut in den stillen Szenen zwar sein bestes, um es zu vermitteln, doch einige Szenen die seine innere Verzweiflung stärker zu Tage gefördert hätten, hätten nicht schaden können. So bleibt es bei einem kurzen Satz in Richtung Natalie und einer Szene mit einem betrunkenen Stark, die das ganze eher ins Lächerliche zieht. Wie sich solch dramatische Momente halt generell schwer tun, wenn sie von 100 Minuten seichter Unterhaltung umgeben sind. Am schlimmsten hat es diesbezüglich aber den Konflikt zwischen Tony und Rhodey erwischt. Als die beiden sich streiten und miteinander kämpfen, und Rhodey (Achtung, Spoiler!) Tony zuletzt hintergeht (Spoiler Ende), verfehlt diese Wendung leider dadurch völlig ihre Wirkung, da es weder der Vorgänger noch "Iron Man 2" geschafft haben, mir ihre angeblich so tief empfundene Freundschaft glaubwürdig zu vermitteln. Daher fällt auch diese, potentiell berührende Wendung, völlig flach. Was bleibt, sind recht unterhaltsame zwei Stunden mit guter (wenn auch nicht überragender) Action und einigen gelungenen Gags – aber nichts, dass mir länger in Erinnerung bleiben wird.
Fazit:"Iron Man 2" ist dem Vorgänger in einigen Belangen überlegen. Der Bösewicht hat nicht nur eine bessere und nachvollziehbarere Motivation, sondern wirkt auch bedrohlicher. Die Action ist nicht mehr ganz so rar (wenn auch immer noch zu spärlich für einen Action-Blockbuster) gesät und etwas spektakulärer, und die Filmmusik ist jener des Vorgängers klar überlegen. Dafür verliert man sich diesmal etwas in der Fülle an Figuren, weshalb der Film stellenweise etwas zerfahren wirkt. So interessant ich die Idee, langsam auf einen "Avengers"-Film hinzuarbeiten auch finden mag, so dürfen doch die einzelnen Filme bzw. Figuren an sich nicht darunter leiden. Der größte Schwachpunkt war für mich aber erneut die Oberflächlichkeit, die diesmal aufgrund einiger dramatischer Wendungen, die dadurch einfach nicht die gewünschte Wirkung entfalten können, gleich doppelt so stark auffällt. Alles in allem recht gute Unterhaltung dank einem erneut sehr spielfreudig agierendem Robert Downey Jr. und den gelungenen eingestreuten Gags, aber für meinen Geschmack doch etwas zu luftig-locker. Eben genau so wie Popcorn: Geschmacklich nicht unbedingt gehaltvoll, und nicht gerade ein 5-Gänge-Menü, dass einem noch lange in Erinnerung bleiben würde, aber zum kurz mal nebenbei einwerfen ganz ok…
Wertung:6 von 10 Punkten
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