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S. Darko Drucken E-Mail
Eine absolut unwürdige Fortsetzung Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Montag, 21 Dezember 2009
 
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S. Darko
(S. Darko, USA 2009)
 
S. Darko
Bewertung:
Studio/Verleih: Silver Nitrate Films/Sunfilm Entertainment
Regie: Chris Fisher
Produzenten: U.a. Adam Fields, Ash R. Shah & Sundip R. Shah
Drehbuch: Nathan Atkins
Musik: Ed Harcourt
Genre: Science Fiction/Thriller
DVD-Release (Deutschland): 04. Dezember 2009
DVD-Release (USA): 12. Mai 2009
Laufzeit: 103 Minuten
Altersfreigabe: Ab 16 Jahren
Trailer: klick
Kaufen: DVD, Blu Ray
Mit: Daveigh Chase, Briana Evigan, James Lafferty, Ed Westwick, Walter Platz, John Hawkes, Jackson Rathbone, Bret Roberts, Elizabeth Berkley u.a.


Kurzinhalt: Wir schreiben das Jahr 1995: Sieben Jahre sind nach den Ereignissen aus "Donnie Darko" vergangen. Seine jüngere Schwester Samantha ist mittlerweile zum einen Teenager herangereift und mit ihrer besten Freundin ausgebüchst, um nach Kalifornien zu gehen. Dort wollen sie sich ihren Traum, professionelle Tänzerinnen zu werden, erfüllen. Doch auf dem Weg dorthin hat ihr Auto eine Panne. Ein netter junger Mann, in den sich Samantha's Freundin auch sogleich verschaut, nimmt sie ins nächstgelegene Kaff mit, wo sie in einem Motel unterkommen. Doch über dem Ort ziehen dunkle Wolken auf: Nicht nur, dass ein Serien-Kinderschänder sein Unwesen treibt, wird dem von allen als Spinner angesehenen Golfkriegsveteranen "Iraq Jack" eine gar grauenvolle Prophezeiung gemacht: In 4 Tagen, 17 Stunden, 26 Minuten und 31 Sekunden wird die Welt untergehen…

Review: ImageDass "S. Darko" ein heißer Kandidat auf den Titel "unnötigstes Sequel aller Zeiten" sein würde, war eigentlich bereits nach der Ankündigung dieser DTV-Fortsetzung klar. Immerhin war die Geschichte abgeschlossen – wie sollte man daran noch vernünftig anknüpfen? Worauf ich jedoch – vor allem nach dem recht atmosphärischen Trailer, der in mir die Hoffnung aufkeimen ließ, der Film könnte wenigstens halbwegs akzeptabel werden – nicht gefasst war, ist die Tatsache, dass "S. Darko" nicht einfach nur als unnötigste, sondern wohl auch unwürdigste Fortsetzung in die Filmgeschichte eingehen wird. Mit "Donnie Darko" ist Richard Kelly im Jahr 2001 nicht einfach nur ein Kultklassiker, sondern ein absolutes Meisterwerk gelungen, dass ich nach wie vor zu den 25 besten Filmen aller Zeiten zähle. Diese katastrophal billige und billig-katastrophale Fortsetzung ist jedoch filmischer Sondermüll von der ersten bis zur letzten Sekunde, und muss zu den schlechtesten Filmen aller Zeiten gezählt werden.

Durch verkrampft und konstruiert wirkende – und noch dazu völlig unlogische – Anspielungen zu Vorgänger wird versucht, einiges von dem was laut Ansicht der Filmemacher den Erfolg von "Donnie Darko" ausgemacht hat zu kopieren, um in seinem Fahrwasser ebenfalls ein paar Silberscheiben verkaufen zu können. Das Ergebnis ist jedoch nur absolut peinlich. So gibt es auch bei "S. Darko" zu Beginn ein Musikstück aus jener Zeit, in der die Geschichte des Films spielt, zu hören. Die Handlung versucht ähnlich geheimnisvoll zu sein wie beim Vorgänger, scheitert aber daran, dass man hier keine eigene Interpretation für das Geschehen mehr finden kann, da man einzig und allein auf die Erklärung von Richard Kelly aufbaut. Der einzige ansatzweise positive Aspekt des Films – nämlich dass sich Samantha als (Achtung, Spoiler!)manipulierende Tote (Spoiler Ende) offenbart – funktioniert sogar nur, wenn man nicht einfach nur den Vorgänger gesehen hat, sondern vor allem auch diese Interpretation kennt und versteht. Und das, obwohl Richard Kelly – in der besseren Kinofassung – ganz bewusst Interpretationsspielraum geboten hat, so dass sich jeder seine eigene Erklärung zusammenreimen kann. Völlig bescheuert ist auch die im Film eingebaute "Zeitschleife in der Zeitschleife". Sie mag der einzige originelle Aspekt der Produktion sein, ergibt aber nicht den geringsten Sinn.

ImageDer wohl dümmste und unlogischste Aspekt, den man aus dem Vorgänger geklaut hat, ist aber die unheimliche Hasenmaske. Die Macher dachten sich wohl "Wenn's bei Donnie Darko geklappt hat, wird es auch bei uns klappen", und fallen damit – wie mit dem Film an sich – völlig auf die Nase. Vor allem auch, da das erneute Auftauchen völlig unsinnig ist. Sie versuchen zwar verzweifelt, es dadurch, dass es sich dabei um "Donnie Darko's Traumgesicht" handelt, zu erklären, aber… woher zum Teufel soll S. wissen, dass Donnie Visionen von diesem Kostüm hatte? (Achtung, Spoiler zum Vorgänger!) Immerhin hatte er diese ja nur während der Handlung im Tangentenuniversum – die jedoch durch seine Aktion am Ende aufgehoben wurde. Und bevor ihm die Turbine auf den Kopf gekracht ist, hatte er wohl kaum noch Zeit für ein kurzes Pläuschchen mit seiner kleinen Schwester. Das gleiche Problem ergibt sich übrigens mit Roberta Sparrow's Tagebuch (Spoiler Ende)! Ja, die Maske mag das einprägsamste Symbol des Vorgängers gewesen sein, aber es hätte von mehr Verständnis, Eigenständigkeit und auch Kreativität gezeugt, sich ein eigenes Symbol für die Fortsetzung zu überlegen.

Was lässt sich sonst noch über diesen Film sagen? Die schauspielerischen Leistungen sind kaum als solche zu bezeichnen, sind aber trotzdem noch das Beste am wenigsten schlechte an diesem Film dieser Ansammlung von 24 Einzelbildern pro Sekunde. Die Inszenierung ist absolut billig, und für eine Fortsetzung des ebenfalls nicht sonderlich teuren ($6 Mio. Budget statt $4 Mio.), aber optisch beeindruckenden Vorgängers eine Schande – womit sich dieser Aspekt der Produktion perfekt dem Gesamtbild anpasst. Die Handlung ist weder spannend, noch mysteriös, noch ist eine klare dramaturgische Struktur erkennbar. Stattdessen plätschert alles vor sich hin und man hangelt sich mühsam von Szene zu Szene - so als hätte man das geniale Puzzle "Donnie Darko" in seine Einzelteile zerlegt, ein paar Stücke herausgenommen und sie nun unmotiviert wieder zusammengewürfelt. Die Figuren sind entweder unsympathisch oder uninteressant (oder beides), der Soundtrack eine billige Kopie von Michael Andrews genialer Filmmusik zum Original, und die Effekte sind fast so lachhaft wie die Story. Abgerundet wird der katastrophale Gesamteindruck dann schließlich durch Chris Fisher's völlig inkompetente Inszenierung sowie einige grauenhafte Szenen – allen voran das Finale und dessen Nachspiel, wo man erneut den grandiosen Vorgänger kopiert, ohne nicht mal im entferntesten dessen Qualität und emotionale Wirkung zu erreichen. Egal ob ihr "Donnie Darko" kennt oder nicht – dieses Machwerk solltet ihr unter allen Umständen meiden.

Fazit: "S. Darko" ist nicht einfach nur eine schlechte Fortsetzung; er ist derart grauenhaft, dass es geradezu eine Frechheit ist, ihn auch nur in einem Atemzug mit dem grandiosen Original zu nennen. Es gibt kein einziges positives Element an diesen Film, keine gute Szenen oder irgend etwas, dass seine Existenz auch nur ansatzweise rechtfertigen bzw. entschuldigen könnte. Stattdessen ist er eine filmische Katastrophe, von der ersten bis zur letzten Sekunde, und das quer über alle Aspekte der Produktion hinweg; wobei vor allem die inkompetente Inszenierung von Chris Fisher sowie das bescheuerte Drehbuch von Nathan Atkins negativ hervorstechen. Darüber hinaus stören vor allem zahlreiche Momente und Aspekte des Films, in denen zwanghaft versucht wird "Donnie Darko" zu kopieren – auch wenn dies nicht den geringsten Sinn ergibt, wie bei der Hasenmaske. Lange Rede, kurzer Sinn: "S. Darko" ist eine absolute Schande für das Original, und einer der schlechtesten Filme, die ich je gesehen habe. Wenn ihr dennoch meint, ihn euch antun zu müssen, bitte schön. Aber sagt danach nicht, ich hätte euch nicht gewarnt!!!

Wertung:1 von 10 Punkten



Christian Siegel
(Bilder © Sunfilm Entertainment)


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