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Donnie Darko Drucken E-Mail
Beklemmend, verstörend, faszinierend: Ein Meisterwerk! Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Mittwoch, 24 Dezember 2008
 
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Donnie Darko
(Donnie Darko, USA 2001)
 
Donnie Darko
Bewertung:
Studio/Verleih: Pandora Cinema/Newmarket Films
Regie: Richard Kelly
Produzent: U.a. Christopher Ball, Sean McKittrick und Drew Barrymore
Drehbuch: John Richard Kelly
Musik: Michael Andrews
Kamera: Steven Poster
Schnitt: Sam Bauer & Eric Strand
Genre: Science Fiction
Kinostart (Deutschland): -
Kinostart (USA): 28. Oktober 2001
Laufzeit: 113 Minuten
Altersfreigabe: ab 16 Jahren
Homepage: klick (Achtung, enthält Spoiler!)
Trailer: klick
Kaufen: Einzel-DVD, Collector's Edition, Director's Cut, Soundtrack, Drehbuch (englisch)
Mit: Jake Gyllenhaal, Jena Malone, James Duval, Maggie Gyllenhaal, Holmes Osborne, Mary McDonnell, Daveigh Chase, Patrick Swayze, Drew Barrymore, Beth Grant, Seth Rogen, Noah Wyle, Katharine Ross, Patience Cleveland u.a.


Kurzinhalt: Wir schreiben das Jahr 1988: Der 16-jährige Teenager Donnie Darko hat psychische Probleme, und ist deshalb in Therapie. Zudem leidet er unter Schlafwandel, und wacht immer wieder irgendwo im Freien auf, ohne zu wissen, wie er dort hingekommen ist. Als wären diese Probleme und die zunehmende Entfremdung von seiner Familie nicht schon schlimm genug, scheinen ihn auf einmal auch noch Halluzinationen zu plagen: Frank, ein Mann in einem unheimlichen Hasenkostüm, lockt ihn des nachts aus dem Haus und überbringt ihm eine schreckliche Nachricht: In 28 Tagen, 6 Stunden, 42 Minuten und 12 Sekunden ist das Ende der Welt gekommen...

Review: ImageNormalerweise neige ich in meinen Reviews ja gerade bei Filmen die mich begeistern dazu, ewig auszuschweifen; in diesem Fall möchte ich mich allerdings entgegen meinem Naturell zurückhalten, und insbesondere auf die Handlung nur äußerst vage eingehen; denn je unvorbereiteter man "Donnie Darko" sieht, desto besser. Der Film war einer meiner wenigen Blindkäufe, und wohl der größte Glücksgriff, den ich in dieser Hinsicht je getätigt habe, denn obwohl ich von Richard Kelly's Erstlingswerk schon viel positives gehört hatte und dementsprechend mit ungemein hohen Erwartungen in den Film gegangen bin, hat es "Donnie Darko" geschafft, mich zu überwältigen, als ich ihn mir 2003 zum ersten Mal gesehen habe. Seither hat er trotz mehrmaliger Sichtungen nichts von seiner Faszination verloren, und einen fixen Stammplatz in meiner Top 10 der besten Filme aller Zeiten erobert. Allerdings... "Donnie Darko" ist kein Film, den man sich mal schnell zur Entspannung einlegt; man muss schon in der richtigen Stimmung sein, ist er doch eine wahre Tour de Force, die dem Zuschauer alles abverlangt, und ihn auf eine faszinierende Achterbahn der Gefühle nimmt.

Ohne näher auf die Handlung einzugehen, sei gesagt, dass sie ungemein faszinierend und vielschichtig ist. Quasi ab der ersten Minute, spätestens aber nach Franks Ankündigung des drohenden Endes der Welt, hält "Donnie Darko" den Zuschauer in einem eisernen Griff aus Spannung, Faszination, Horror und Suspense, und lässt ihn bis zur letzten Sekunde nicht mehr los. Emotional bietet dieser Film alles, was man sich nur wünschen kann. Die Szenen mit Frank dem Hasen sind ungemein beklemmend und atmosphärisch dicht, und gehören zum beängstigendsten und angsteinflössendsten, dass ich jemals in einem Film gesehen habe. Die Liebesgeschichte zwischen Donnie Darko und Gretchen Ross wirkt nicht nur ungemein authentisch, sie ist zudem eine der süßesten Teenie-Romanzen, die je auf Film gebannt wurden. Selten habe ich mit einem Paar so mitgefiebert und auf ein glückliches Ende für die beiden gehofft; tatsächlich denke ich sogar, von allen Elementen die Donnie Darko bietet hat mich dieses am meisten berührt und am längsten beschäftigt, diese wunderbar eingefangene erste Liebe. Trotz aller Düsternis bietet der Film auch immer wieder Gelegenheit zum Lachen; exemplarisch sei der kultige Schlumpf-Dialog erwähnt, den wohl niemand der "Donnie Darko" gesehen hat je vergessen wird. Es gibt unzählige kleine Elemente, die mit der zentralen Handlung des Films nichts zu tun haben, aber ihn trotzdem ungemein aufwerten, wie die Streitereien innerhalb Donnie Darko's Familie (vor allem sein erster Streit mit seiner Schwester ist absolut genial und verleiht einem sofort das Gefühl, hier eine ECHTE Familie zu sehen); das hohle Motivationsgenie Jim Cunningham; die völlig ahnungslose Lehrerin, die sich nicht einmal die Mühe macht, ihre Schüler zu verstehen; und und und.

ImageDas im Zentrum stehende Mysterium weiß zu packen, und Richard Kelly versteht es, uns laufend neue Brotkrumen auszulegen, ohne die Auflösung je zu offensichtlich werden zu lassen. Am Ende überschlagen sich dann schließlich die Ereignisse, die Spannung steigt ins Unermessliche – ehe dann das emotionale Finale (kongenial untermalt mit "Mad World") kommt. Wichtig dabei ist, von vornherein zu wissen, wass "Donnie Darko" keine eindeutige Auflösung bietet, sondern vom Zuschauer erwartet, seine eigene Interpretation der Geschehnisse zu finden. Es ist nicht so, dass nichts aufgelöst wird; am Ende laufen zahlreiche zuvor ausgelegte rote Fäden gekonnt zusammen und es werden einige Fragen beantwortet. Aber was hier nun genau passiert ist, sowie einzelne Detailfragen zum Geschehen, bleiben der Phantasie des Zuschauers überlassen. Für mich ist das die größte Stärke des Films; es gab für mich nichts Schöneres, als unmittelbar danach über ihn nachzudenken und mir zu überlegen, was das wohl zu bedeuten hat. "Donnie Darko" hat mich in der darauffolgenden Nacht und noch lange darüber hinaus beschäftigt, ich habe unzählige Stunden im Internet verbracht um über das Ende mit anderen zu diskutieren – und eben das macht(e) für mich (unter anderem) den großen Reiz des Films aus. Wenn ihr zu jenen gehört, die alles vorgekaut haben wollen oder ohne eine klare Auflösung am Ende nicht leben können, dann ist dieser Film definitiv nichts für euch.

Richard Kelly's Inszenierung ist einfach nur grandios. Er verwendet einige Regietricks (wie Zeitraffer, Zeitlupen etc.) ohne zu aufdringlich zu werden. Sein Gefühl dafür, dem Zuschauer einerseits durch die Bilder und andererseits durch den absolut genialen Soundtrack von Michael Andrews, der zahlreiche denkwürdige Tracks bietet und ungemein viel zur Atmosphäre des Films beiträgt, immer genau die richtige Emotion zu entlocken, ist überwältigend. Auch die Schauspieler sind allesamt grandios, wobei mich vor allem Patrick Swayze angenehm überrascht hat, der ja nun sonst nicht gerade für seine mutige Rollenauswahl bekannt ist. Die beste Leistung vollbringt aber natürlich Jake Gyllenhaal, der meines Erachtens an diese Performance, so gut er auch in einigen Filmen war, zumindest bis jetzt nie wieder herangekommen ist. Abschließend noch ein paar Worte zum Director's Cut: Wenn ihr zu jenen gehört, die sich eine halbwegs eindeutige Auflösung erwarten, ist der DC wohl die bessere Wahl für euch; dieser wird euch immer noch mehr als genug dazu auffordern, eure Gehirnzellen anzustrengen, unterstützt euch aber mit einigen eingeblendeten Textinformationen. Grundsätzlich würde ich aber eher zur Kinofassung raten. Diese ist weniger eindeutig, was die Handlung betrifft, und lässt euch so eure eigene Interpretation finden, während der Director's Cut zwar eine etwas klarere Auflösung bietet, dafür euch jedoch diese in gewisser Weise aufdrängt und dadurch einige andere Interpretationen die ich nach der 1. Sichtung der Kinofassung noch in Erwägung gezogen habe von vornherein ausschließt. In beiden Fassungen ist "Donnie Darko" allerdings ein ungemein origineller Film, den ich allen Cineasten und Fans der anspruchsvollen Science Fiction nur wärmstens ans Herz legen kann.

Fazit: "Donnie Darko" nimmt euch auf eine faszinierende Tour de Force durch die originelle und komplexe Vision eines Regisseurs, dem es auf Anhieb gelungen ist, einen Kultklassiker und ein Meisterwerk der Filmgeschichte zu erschaffen. Seine Inszenierung ist absolut großartig, da äußerst stilvoll, ungemein atmosphärisch und mit zahlreichen grandiosen Bildern, die man so schnell nicht vergessen wird. Die schauspielerischen Leistungen sind allesamt top, und der Soundtrack von Michael Andrews einfach nur grandios. Die Handlung ist – wie auch der gesamte Film – ungemein vielschichtig, jedoch auch sehr fordernd; verlangt sie doch vom Zuschauer nicht nur, mitzudenken, sondern auch am Ende seine eigene Interpretation für das Geschehen zu finden. "Donnie Darko" ist beklemmend, spannend, bewegend, faszinierend, beängstigend, witzig, traurig, unheimlich und intelligent zugleich, und bietet allen, die bereit sind sich auf ihn einzulassen, ein unvergleichliches und unvergessliches Filmerlebnis, dass euch so schnell nicht loslassen wird.

Wertung:10 von 10 Punkten


Christian Siegel
(Bilder © MC-One Entertainment)

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