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"Fringe": Interview mit Walter-Bishop-Darsteller John Noble Drucken E-Mail
"Es wird einen starken Schub in der Fringe-Mythologie geben..." Kategorie: Interviews - Autor: Ulrike Waizenegger - Datum: Donnerstag, 08 Januar 2009
 
Die neue Mystery-Serie "Fringe" bietet nicht nur bizarre Geschichten, sondern auch ziemlich schräge Charaktere. Der schrägste davon ist sicherlich der ständig verwirrte, defintiv verrückte, aber genauso geniale Wissenschaftler Doctor Walter Bishop. Diese beliebte, für die "Fringe"-Mythologie sehr wichtige Figur wird von dem ausstralischen Schauspieler John Noble dargestellt. Am 20. Januar 2009 geht es auf dem US-Sender FOX mit den übrigen Episoden der 1. Staffel weiter. Damit wir uns bis dahin schon mal wieder ins "Fringe"-Universum hineinlesen können, präsentiert euch fictionBOX die Übersetzung eines ausführlichen, witzigen und sehr informativen Interviews mit John Noble.


Zur Person

John Noble als Doctor Walter BishopJohn Noble ist ein australischer Bühnen-, Film- und Fernsehschauspieler und darüber hinaus ein Theaterregisseur von mehr als 80 Stücken. Derzeit spielt er Walter Bishop in der FOX-Erfolgsserie Fringe, deren ausführender Produzent J.J.Abrams (Lost, Alias) ist und in weiteren Rollen mit Joshua Jackson und Anna Torv besetzt ist. Während sie die unscharfe Grenze zwischen dem Möglichen und dem Unmöglichen untersuchen, entdecken FBI Special Agent Olivia Dunham (Torv), der brillante, aber ehemals eingewiesene Wissenschaftler Walter Bishop (Noble) sowie sein durchtriebener, widerwilliger Sohn Peter (Jackson) ein tödliches Mysterium, welches eine Reihe von unglaublichen Ereignissen umfasst, und sie erkennen, dass das Alles möglicherweise Teil eines viel größeren, viel schlimmeren Plans ist.

Dr. Walter Bishop, der früher als eines der genialsten wissenschaftlichen Gehirne seiner Generation gefeiert wurde, versteht besser als jeder andere, wie gefährlich und vielversprechend diese Randwissenschaft ist. Seine bahnbrechende Arbeit mit Laborpartner William Bell in Bereichen von Quantenphysik bis Gentechnologie, eröffnete ihm eine geheim gehaltene Beziehung mit der US-Regierung, welche ihre wissenschaftlich innovativen, aber ethisch fraglichen Forschungsprojekte vorantreiben will. Aber das war alles vor dem Unfall im Jahre 1991, welcher einen Laborassistenten unter die Erde und Walter selbst in die St. Claires Nervenklinik brachte. 17 Jahre später tauchte Walter wieder auf der Bildfläche auf, angeworben von FBI Special Agent Olivia Dunham und von seinem entfremdeten Sohn Peter überwacht, um die nötige Portion eines wissenschaftlichen Genies und technologische Hexerei zu liefern, um "Das Muster" (The Pattern) zu untersuchen; eine Reihe von Ereignissen, die beunruhigend oft zu Walters eigenen wissenschaftlichen Untersuchungen zurückführen.


Das Interview mit John Noble führte Christina Radish vom MediaBlvd Magazine.
Übersetzung für fictionBOX: Ulrike Waizenegger

MediaBlvd Magazine: Wie viel Spaß macht es, Walter Bishop zu spielen?
John Noble: Genausoviel Spaß wie es aussieht. Es ist einfach zum Schreien komisch, ihn zu spielen, auch wenn es natürlich ernsthafte Seiten gibt. Das Schwierigste ist wohl, das Timing richtig hinzubekommen und die Vorbereitung auf die wissenschaftliche Arbeit. Aber bei Fringe zu arbeiten ist ein großartiger Job. Man arbeitet mit großartigen Leuten zusammen und hat überwältigende Scripts, die von J.J. Abrams und anderen Leuten stammen. Das sind Genies. In ihren Köpfen zu leben, muss sehr seltsam sein, denn sie kommen ständig mit etwas völlig Neuem. Alles in allem ist es eine fantastische Erfahrung.

MediaBlvd: Walter Bishop ist eine solch unglaublich geniale, lustige Figur, aber er hat auch eine bedrohliche Seite. Wie schaffen Sie es die Balance zu finden zwischen diesem liebenswerten Kerl und seiner angsteinflößenden Ader?
John: Ich glaube, wir alle besitzen so etwas, aber bei Walter - weil er ist, wer er ist, weil er so clever und so gestört ist -bricht es einfach öfters und etwas radikaler durch als bei dem Rest von uns. Ich finde es nicht schwer, das darzustellen. Wenn ich eine Szene drehe, gehe ich jede Sekunde durch und denke an die Dinge, die er durchgemacht hat und manchmal geschehen die Reaktionen einfach aufgrund des Frusts der Figur oder ihrer größeren Bestimmung oder ihres Wahnsinns. Es ist natürlich unglaublich interessant, das zu spielen und es schockiert die Leute, mit denen ich drehe ab und an, aber genau das macht den Spaß an der Sache aus.

MediaBlvd: Auch wenn Sie die Figur sehr groß und frei spielen dürfen, kommt jemals jemand zu Ihnen und sagt, „John, in dieser Szene lehnen Sie sich ein bisschen zu sehr aus dem Fenster?"
John: Klar, aber ich habe mit jedem Regisseur die Vereinbarung, dass ich erst mal die Grenzen auslote und sie können mich in jede Richtung lotsen, die sie wollen. Ich finde es leichter auf's Ganze zu gehen und dann jemanden zu haben, der mir sagt, dass es zuviel war, als mit nichts oder nur sehr wenig anzufangen. Ich fange mit viel an und manchmal heißt es „schalt einen Gang runter." Ich hab da kein Problem mit. Oder es heißt, „Änder dies," oder „dreh dort die Lautstärke ein bisschen runter," was ich auch nur zu gerne tu, aber es bedeutet, dass ich den Regisseuren vertrauen muss. Ich versuche lieber gleich mit dem großen Knall anzufangen und schraube dann ein bisschen zurück, als mit Nichts anzufangen und von dort aus aufzubauen. Man muss Vertrauen in seinen Regisseur haben. Man muss seinen Regisseuren und Redakteuren sagen, „Hört mal her, ich werde das tun, aber lasst mich nicht im Regen stehen." Ich habe jenes Vertrauen zu den Leuten, mit denen ich arbeite. Es wäre furchtbar, wenn man im Regen stehen gelassen würde, wenn man an dieser großen Leistung arbeitet, aber man völlig daneben liegt, sie es aber dennoch drin lassen und einen wie einen Idioten aussehen lassen. Das wäre dann nicht so angenehm.

MediaBlvd: Haben Sie selbst jemals solche Walter-Momente, in denen Sie geistig wegtreten?
John: Ja, ich habe solche Walter-Momente. Meine Gedanken wandern durchaus an die seltsamsten Orte. Es macht für mich absolut Sinn, deshalb verwirrt es mich, warum andere Leute es einfach nicht verstehen.

MediaBlvd: Die Handlungsstränge der Serien, die J.J. Abrams produziert sind immer unglaublich intelligent, aber sie sind auch komplex und hin und wieder eine Herausforderung für die Zuschauer ihnen zu folgen. Empfinden Sie es als Cast-Mitglied als Herausforderung, all diesen Drehungen und Wendungen zu folgen?
John: Ja, voll und ganz. Als Zuschauer liebe ich es, etwas zu lesen oder zu sehen, bei dem ich mich konzentrieren muss. Und das ist es, was Fringe macht. Es ist faszinierend etwas anzusehen, was Konzentration erfordert.

MediaBlvd: Sind alle Zeilen von Walters Dialogen im Skript? Ist irgendetwas davon improvisiert?
John: Alles, was ich bekomme, ist die Tinte auf dem Papier, aber die Interpretation der Figur liegt an mir. Als Schauspieler rede ich furchtbar viel über Rhythmus, wenn ich über Schauspielerei rede. Ich kreiere einfach verschiedene Rhythmen innerhalb der Szene. Ich bin immer auf der Suche nach Rhythmen, die funktionieren, denn es macht das Leben interessant, im Gegensatz dazu, etwas einfach nur durchzuspielen, auf einer Linie, die ganze Zeit. Die Zeilen klingen einfach nicht richtig, wenn man es so macht.

MediaBlvd: Da Walter oft vieles erklären muss, wenn er über die Wissenschaft redet, die hinter allem steht, was so passiert, gab es da irgendetwas Bestimmtes, was für Sie eine Herausforderung war? Verstehen Sie überhaupt etwas von dem, worüber Sie reden?
John: Ja. Wann immer ich kann, recherchiere ich etwas, und ich nutze dabei das Internet. Wenn irgendeine Chemikalie beschrieben wird, dann sehe ich nach, wovon da die Rede ist, hauptsächlich aus reinem persönlichem Interesse oder fürs Prozedere. Was sich hingegen viel wahrscheinlicher bei mir auswirkt sind die Tage, an denen wir für etwa 15 Stunden gedreht haben und wir uns dem 10. Take nähern. Dann wird es wirklich interessant. Wenn wir anfangen, müde zu werden, bringen wir Dinge durcheinander und dann kostet es schon einige Mühen.

MediaBlvd: Haben Sie ein Händchen für Grundlagenwissenschaften?
John: Ja, habe ich, aber eher auf der theoretischen als auf der praktischen Ebene. Einer meiner besten Freunde ist jemand, mit dem ich jahrelang in einem Haus gelebt habe und wir waren zusammen auf der Uni, und er ist ein brillanter Wissenschaftler. Er ist auch ziemlich verrückt. Wir konnten stundenlang miteinander reden. Wir haben gemeinsame Interessen in der Theorie gefunden. Die hab ich immer verstanden und ich habe auch reichlich darüber geschrieben. Aber wenn Sie mich in ein Labor mit lauter verschiedenen Instrumenten setzen, werde ich wohl ziemlich alt aussehen.

MediaBlvd: Die Grenze zwischen Genie und Wahnsinn ist sehr, sehr dünn und Walter spaziert eindeutig auf beiden Seiten dieser Grenze. Sehen Sie Ihren Freund als Inspiration für Walter an?
John: Ja, das tue ich in der Tat. Sein Name ist Dr. Ted Steal, und er ist ein außergewöhnlicher Mann. Er hing schon immer am Rande der wissenschaftlichen Gesellschaft, denn er hat mit Politik rein gar nichts am Hut, aber er ist ein Genie. Was auch immer er getan hat, hat er mit voller Leidenschaft und Hingabe getan. Egal ob wir was getrunken oder gefeiert haben, oder ob er Tennis oder Fußball gespielt hat, oder einem Mädchen nachgerannt ist, er hat es mit voller und totaler Hingabe gemacht. Das ist eine der Seiten, die Walter ebenfalls besitzt. Er war auch ein liebenswerter Mann, aber er hat sich auch mit Leuten auseinandergesetzt, er war also ein faszinierender Mann. Er ist ein unglaublicher Mensch und vieles von Walter basiert auf ihm.

MediaBlvd: Wie werden ein paar dieser großartigen Walter-Momente in den kommenden Episoden aussehen?
John: Es gibt rauhe und dunkle Momente, die man manchmal sieht, und es gibt aber auch die Momente, die in den komödiantischen Bereich gehen. Er verhält sich einfach sehr unangemessen. Er klärt diese außergewöhnlichen Dinge auf, entweder weil er sie bereits in der Vergangenheit vorgenommen hat oder weil er einfach den Intellekt besitzt um jetzt über sie nachzudenken. Wir werden mehr Episoden zu sehen bekommen, in denen Walter dieses bestimmte Experiment noch nicht durchgeführt hat, aber er hat die Fähigkeit einen Weg zu finden, der hindurch führt. Das ist die Richtung, in die Dinge in nächster Zeit laufen. Und die Beziehung zu seinem Sohn wird natürlich vertieft. Im Laufe der Staffel und auch in den darauffolgenden Staffeln wird man viel mehr Zusammenarbeit der verschiedenen Schauspieler sehen, als es jetzt der Fall ist. Seine Beziehung zu Olivia wird so werden wie Beziehungen sich nun mal entwickeln, wenn Menschen, die sich schon eine Weile kennen, anfangen gegenseitig etwas zu investieren und der andere ihnen am Herzen liegt. In der ersten Episode im neuen Jahr, schließen wir uns alle zusammen um Olivia zu unterstützen, und sie tut das Gleiche für uns. Auf solche Dinge kann man sich freuen.

MediaBlvd: Versuchen Sie mit Logik an die seltsamen, und oft völlig zusammenhangslosen Dinge, die Walter so sagt, ranzugehen, oder denken Sie da gar nicht darüber nach?
John: Als Schauspieler muss ich immer eine Begründung finden. Ich kann nicht einfach aus dem Nichts drauflosreden, deshalb suche ich immer eine Art Nerven-Verbindung, oder ein Bild, mit dem es verknüpft ist. Wir riechen etwas oder hören ein Geräusch und das löst eine Erinnerung aus. Er hat also unentwegt diese Erinnerungsschübe, aber anstatt dass er sie für sich behält, redet er darüber, deshalb verhält er sich hin und wieder ziemlich unangemessen.

MediaBlvd: Walter hat wohl einige der besten Dialogzeilen im derzeitigen Fernsehen. Haben Sie es als schwierig oder als Herausforderung empfunden eine Figur zu spielen, die nicht nur technische, wissenschaftliche Dialoge hat, sondern außerdem einen extrem sprunghaften Denkprozess?
John: Nein. Ich weiß nicht, was das über mich aussagt, aber ich habe das ehrlich gesagt überhaupt nicht als schwierig empfunden. Ich finde es lustig. Mir hat solche Art Humor sowieso schon immer gefallen. Bei uns zuhause haben wir alle diese Art unkonventionellen Humor, deshalb ist es nicht schwer. Es macht mir Spaß. Es ist nichts, was ich als furchtbar schwierig empfinde oder etwas, über das ich mir Gedanken machen müsste. Es geschieht ganz automatisch.

MediaBlvd: Walter basiert offensichtlich sehr stark auf der Mythologie zwischen William Bell und Massive Dynamic. Werden wir davon in Zukunft mehr zu sehen bekommen?
John: Es wird einen starken Schub in der Mythologie geben. Es wird nicht für jedermann auf Anhieb in einer Episode zu erkennen sein, J.J. macht sowas einfach nicht. Diese Leute gestalten den Prozess ziemlich dynamisch und je nachdem was bei ihnen im Hirn vor sich geht, wird eine der Figuren etwas erfinden, oder eine neue Figur wird auf der Bildfläche erscheinen. Selbst das Skript wird ständig angepasst, während sie weitere Ideen haben. Wir bekommen ständig neuere Fassungen. Manchmal bekommen wir ganz kurz bevor wir ans Set kommen eine Neu-Fassung, weil sie eine bessere Idee hatten, wann welche Zeile in welcher Situation gesagt werden soll. Das ist also eine Herausforderung, aber es hält alles sehr dynamisch. Ich persönlich liebe es, so zu arbeiten.

MediaBlvd: Ihre normale Stimme unterscheidet sich sehr stark von der, die Sie in der Serie verwenden. Wie sind Sie auf die Idee dieser Stimme für die Figur gekommen?
John: Aufgrund seiner Abstammung, Walter ist ein exzellenter Akademiker. Er wurde in England geboren, hat aber den größten Teil seines Lebens ins Boston verbracht, was einen einzigartigen Akzent hat, und er hat doch sehr weltlich gelebt, indem er mit Wissenschaftlern von der ganzen Welt zu tun hatte. Er hat in einer anderen Welt gelebt und hat sich einen sogenannten Transatlantischen Akzent angewöhnt. Es ist also Amerikanisch, aber man findet auch Britische Elemente darin. Wir haben das eigentlich recht bewusst so gemacht, wegen dem Hintergrund der Figur. Es war meine Aufgabe, darüber nachzudenken und mir was einfallen zu lassen, und das wurde so akzeptiert. Wenn es ihnen nicht gefallen hätte, hätten sie es mir bestimmt gesagt.

MediaBlvd: Wie wichtig ist die Vater/Sohn-Beziehung und erwarten Sie, dass die Dynamik zwischen den beiden sich grundlegend ändern wird?
John: Meiner Meinung nach, und ich denke Josh Jackson ist der gleichen Ansicht, lag unser Hauptinteresse bisher in dieser Beziehung. Und als individuelle Schauspieler haben Josh und ich darüber glaube ich mehr geredet, als über irgendetwas anderes. Wir fühlen, dass sie etwas Besonderes ist, und wir haben eine Art Verantwortung zu versuchen, sie so richtig wie möglich hinzubekommen. Wenn man nach den Rückmeldungen geht, die wir erhalten, funktioniert es, und es findet bei vielen Leuten Anklang, also werden wir weiter so daran arbeiten. Es wird nicht auf einmal zu einem weichherzigen „Oh, ich verstehe, und nun hab ich dich lieb"-Ding werden und dann spazieren sie in den Sonnenuntergang. Das wird hier genausowenig geschehen wie in echten Familien. Aber ihre Beziehung wird weiter größere Ausmaße bekommen. Daran besteht kein Zweifel.

MediaBlvd: Können Sie darüber sprechen, welche Erfahrungen Sie gemacht haben, als Sie die Beziehung zwischen Walter und Peter aufgebaut haben? Wie haben Sie und Joshua Jackson das ausgearbeitet, damit es so eine authentische Vater / entfremdeter Sohn-Beziehung wird?
John: Joshua und ich haben ehrlich gesagt von Anfang an sehr offen über diese erstaunliche Sache geredet. Ich bin Vater eines Sohnes und, glücklicherweise, habe ich eine sehr gute Beziehung zu ihm. Aber uns war klar, wie komplex diese Dinge zwischen Männern sind, bei Frauen selbstverständlich auch. Dies war etwas, das uns beide bewegte und interessierte, deshalb waren wir von Anfang an mit vollem Eifer dabei, vor allem hinsichtlich der Verantwortung die ganze Sache richtig zu spielen und ordentlich rüberzubringen. Wir reden noch immer darüber und werden dabei völlig aufgeregt. Wir setzen uns zusammen in einen unserer Wohnwagen und reden über das Thema und versuchen die Wahrheit darin zu finden. Manchmal ist es eine hässliche Angelegenheit. Es passiert nicht das, was man erwartet, und wir versuchen alle diese Elemente da reinzupacken. Wir nehmen die Sache ziemlich ernst.

MediaBlvd: Walter hat eine Beziehung zu Peter, aber entwickelt nebenbei auch sowas wie eine Beziehung zu Olivia und Astrid. Was denken Sie, wie das für ihn ist?
John: Das war einer der Aspekte, die langsam entwickelt werden mussten. Walter ist ein Mann der meines Erachtens eh nie gut mit Frauen ausgekommen ist. Er wäre ein äußerst schlechter Ehemann gewesen, aber nicht, weil er ein schlechter Mensch ist, sondern weil es ihm einfach nicht in den Sinn gekommen wäre, nett zu sein. Dann kommt er aus der Nervenklinik raus und wird mit diesen beiden Mädels konfrontiert, und er hat keine Ahnung, wie man mit Mädels redet, es hat also eine Weile gedauert, das zu lernen. Er kann sich noch immer nicht Astrids Namen merken. Einer der Punkte, warum es Spaß macht, mit Jasika Nicole zusammen an dieser Namensgeschichte zu arbeiten ist, dass sie so ein lustiges Mädel ist. Ich kann es gar nicht abwarten zu sehen, was denen für neue Ideen für sie einfallen, da sie eine sehr, sehr lustige Frau ist. Und die Beziehung zu Olivia ist faszinierend, weil sie viel tiefer geht. Mein Gefühl sagt mir, dass Walter anfängt, fast so etwas wie elterliche Gefühle ihr entgegenzubringen. Gelegentlich sehe ich Olivia, wie sie Walter etwas fragen will, aber dann zieht sie sich wieder zurück. Irgendwo auf dieser Strecke denke ich, werden die zwei schon noch zusammenfinden.

MediaBlvd: Wieviel denken Sie über Das Muster nach und was Das Muster ist? Wie oft haben Sie mit Fans der Serie zu tun, die versuchen aus Ihnen Informationen rauszubekommen, weil sie denken, dass Sie zu diesem Zeitpunkt mehr wissen als sie?
John: Wir wissen es nicht. Ich hab keine Ahnung, was Das Muster ist. Walter hat keine Ahnung, also ist das okay für mich. Wir kennen alle die globalen Verschwörungstheorien. Wenn es darum geht, was in den Hirnen der Schreiber so vor sich geht, da will ich eigentlich gar nichts darüber wissen. Was Leute betrifft, die Fragen stellen, die gibt es, aber sie sind nicht unverschämt. Klingt in etwa wie „Wissen Sie irgendetwas?," und ich sage, „Ich hab keine Ahnung," und das meine ich auch so. Diese Autoren haben einen Plan vor Augen, der ein, zwei oder drei Jahre oder wie lange auch immer dauern kann. Sie werden alles zu einem Abschluss bringen, zum richtigen Zeitpunkt. Wir können jetzt noch nicht alles enthüllen, wo sollten wir dann schließlich noch hin? Es liegt noch ein weiter Weg vor uns.

MediaBlvd: Da Blair Browns Figur so völlig gegensätzlich zu Walter ist, weil sie sich so gut auf eine Sache konzentrieren kann, meinen Sie, es wird jemals irgendwelche Szenen mit den beiden geben?
John: Die muss es einfach geben, mal abgesehen davon, dass Blair und ich gerne zusammenarbeiten wollen. Sie hat gesagt, „Walter und Nina waren mal zusammen." Sie hat dieses ganze Szenario erfunden. Die Idee ist die, dass sie irgendwann einmal vielleicht zusammen waren, was absolut plausibel ist. Ich bin mir sicher, dass es eine sehr interessante Herausforderung wird, mit Blair Brown zusammenzuarbeiten. Sie ist eine umwerfende Schauspielerin.

MediaBlvd: Walter musste in der Serie viele der blutlastigen Arbeiten verrichten. War das für Sie störend?
John: Nein, war es nicht. Ich habe eine ganze Weile in Australien diese halb-reguläre Rolle eines Neuro-Chirurgen in einer TV-Serie gehabt, deshalb habe ich schon den einen oder anderen Blick in einen Körper werfen können. Es sieht seltsam aus, wenn ein Mensch sich jemand von Innen ansieht. Ich habe mich gefragt, „Nun, könnte ich das tun?" Und, die Antwort lautet ja. Es ist für mich jedoch schwierig, wenn Walter scheinbar Leuten weh tun oder sie verletzen kann, und dabei rein gar nichts fühlt. Würde jemandem tatsächlich echter Schmerz zugefügt, würde ich mich sehr viel unwohler fühlen als es aussieht.

MediaBlvd: Wie denken Sie so über Wissenschaft und wissenschaftliche Versuche bis an die Grenzen zu gehen, und wie beeinflusst das Ihre Figur?
John: Zu meiner Zeit wurden Laser als eine Art futuristische, törichte Idee angesehen, und heute verwenden wir sie täglich in allen möglichen Bereichen. Ich glaube, wir kratzen gerade mal an der Oberfläche dessen, was so alles möglich ist. Je mehr wir durch Quantenmechanik und die String-Theorie lernen, desto mehr finden wir heraus, dass die unterschiedlichsten Dinge möglich sind, von denen wir dachten, sie wären es nie. Wir werden, was die Möglichkeiten betrifft, weniger ignorant. Wir können uns das Unmögliche vorstellen, wie J.J. Abrams immer so schön sagt. Ich habe damit überhaupt kein Problem.

MediaBlvd: Walter scheint zweigeteilt zu sein hinsichtlich seiner Loyalität gegenüber Peter und seiner Loyalität gegenüber der Wissenschaft, als ob seine Experimente in gewisser Art und Weise ebenfalls seine Kinder sind. Wie gehen Sie hierbei vor, um das zu spielen?
John: Das ist eine erstaunliche Beobachtung, und sie ist absolut wahr. Wenn man Walter eine Aufgabe gibt, ist er unglaublich darauf fokussiert und kurzsichtig und andere Dinge werden zweitrangig. Viele Leute in unserer heutigen Gesellschaft sind Workaholics und sie haben Probleme damit, ihre Zeit zwischen ihrer Arbeit und ihrer Familie aufzuteilen. Das ist ein Problem mit dem viele von uns zu kämpfen haben. Das hier ist ein extremer Fall. Wenn er mit seiner Wissenschaft beschäftigt ist, hat er wirklich keine Zeit für das kreischende Kind neben ihm, oder für seine Frau. Ich denke, dafür gibt es genügend Beispiele in der Gesellschaft, aber Walter ist noch ein bisschen heftiger in der Hinsicht.

MediaBlvd: Was sind Ihre persönlichen Einstellungen zu Randwissenschaft? Interessieren Sie sich für Big Foot und UFOs und dergleichen?
John: Nein, ich interessiere mich nicht für UFOs. Ich habe nichts gegen sie, aber sie regen meine Fantasie einfach nicht an. Mich fasziniert hingegen viel mehr, was wir durch die Quantenmechanik usw. entdeckt haben. Im Prinzip fing alles mit Albert Einstein an, welcher die Tore zu einer neuen Welt geöffnet hat, und dann finden wir plötzlich heraus, dass wir Zeit krümmen können. Das bedeutet einfach, dass alles vorstellbar ist, und ich finde das faszinierend. Wir wissen bisher nichts. Wir wissen nicht einmal was Schwarze Löcher sind. Mich begeistert so etwas. Wir bewegen uns exponentiell vorwärts. Wir bewegen uns so schnell vorwärts, dass die Technologie von heute nächste Woche bereits veraltet ist. Es ist eine aufregende Zeit in der wir leben. Ich bin froh, dass ich lebe und das beobachten kann. Ich habe in einer erstaunlichen Zeit gelebt.

MediaBlvd: Was ist das Seltsamste, was sie bisher im Zuge Ihrer Arbeit an dieser Serie gelernt haben?
John: Mich interessieren die Nerven-Aspekte mehr als die parasitären Elemente davon. Wenn es an die Nerven-Dinge geht, bin ich voll aufgeregt. Die Parallel-Universum-Folge, die „The Arrival" (Die Ankunft) hieß, lag wahrscheinlich außerhalb der Bereiche, an die wir normalerweise denken. Wobei ich zugeben muss, dass ich eine ähnliche Unterhaltung über Paralleluniversen mal mit einem Freund geführt habe. Wir waren auf dem Uni-Campus, vor 30 Jahren und haben uns die Sterne angeschaut. Es war also eine interessante Sache, das wiederzuerleben.

MediaBlvd: Was waren bisher so Ihre Lieblingsszenen oder -momente in der Serie?
John: Alles, was mit der Kuh zu tun hat. Ich liebe es, mit der Kuh zu arbeiten. Ich weiß nicht warum, aber die Kuh bringt mich zum Lachen. Jeder wird voll rührselig und lustig, wenn die Kuh reinkommt. Und dann sollte ich die Kuh melken, also wurde ich angerufen und sie fragten, „Brauchst du etwas Training im Melken?" Ich antwortete, „Mit Sicherheit nicht! Ich weiß, wie man eine Kuh melkt. Ich bin ein Landei." Es hat riesigen Spaß gemacht, die Kuh zu melken. Als wir in der Pilotepisode Chinesisch gegessen und Sponge Bob geschaut haben und die Kuh uns im Nacken hing, das war die lustigste Szene überhaupt, denn sie hat sich die ganze Zeit an uns rangedrückt, weil sie an das chinesische Essen wollte. Sie hat einfach keine Ruhe gegeben, bis ich ihr etwas davon abgegeben hab. Es war eine absolut lustige Nacht, da wir die Szene um etwa vier Uhr morgens gedreht haben. Eine meiner Lieblingsbeschäftigungen ist derzeit zu versuchen, Broyles zum Lachen zu bringen, denn Lance Reddick ist in der Hinsicht eine echt harte Nuss. Wann immer wir eine gemeinsame Szene haben, gebe ich mir große Mühe und versuche ihn zum Lachen zu bringen. Als Schauspieler haben wir dabei eine Riesengaudi, denn in den Proben habe ich damit Erfolg, aber sobald die Kameras laufen, habe ich keine Chance. Eines Tages wird im ganzen Land die Schlagzeile zu lesen sein: „Broyles lächelt!"

Quelle: MediaBlvd
Übersetzung: Ulrike Waizenegger
Redaktion: Martin Wenzel

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