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Star Trek: The Eugenics Wars - Vol. 1 Drucken E-Mail
Die Anfänge von Khan Noonien Singh Kategorie: Star Trek (Literatur) - Autor: Christian Siegel - Datum: Dienstag, 04 November 2008
 
Image
Titel: "Star Trek: The Eugenics Wars - The Rise and Fall of Khan Noonien Singh (Vol. 1)"
Bewertung:
Autor: Greg Cox
Umfang: 515 Seiten
Verlag: Pocket Books
Veröffentlicht: 2003 (USA)
ISBN: 0-7434-0642-7
Wo erhältlich? Dieser Roman wurde bisher in Deutschland nicht veröffentlicht. Die englische Originalausgabe ist u.a. bei amazon.de erhältlich.
 

Kurzinhalt: Seit den späten 60er Jahren bemüht sich der von Außerirdischen ausgebildete Gary Seven gemeinsam mit seiner Assistentin Roberta Lincoln und seiner geheimnisvollen Katze Isis die Menschheit davor zu bewahren, sich selbst zu vernichten (siehe TOS-Folge „Ein Planet, genannt Erde“). Mitte der 70er wird er auf ein geheimes Forschungsprojekt mit dem Namen "Chrysalis" aufmerksam, dass in Indien durchgeführt wird und dessen Ziel es ist, durch genetische Manipulation eine neue, verbesserte menschliche Rasse zu züchten. Es gelingt Gary Seven zwar, das Projekt zu beenden, doch die Wissenschaftler waren mit ihrer Forschung schon weiter, als er es befürchtet hatte: Es gibt bereits ein paar genetisch verbesserte Kinder. Man entschließt sich, diese auf der ganzen Welt zu verteilen - damit hofft Gary Seven, den Einfluss dieser Kinder auf das Weltgeschehen verringern zu können. Ein paar Jahre später wendet sich Gary an einen der genetischen Jungen, den indischen Teenager Noon. Dieser soll ihm bei einer schwierigen Mission helfen. Gary hofft insgeheim, den jungen Knaben für seine Sache begeistern zu können und ihn in einigen Jahren ins Team aufzunehmen. Schon bald wird Gary klar, dass er einen schweren Fehler begangen hat, ist der Junge doch viel zu gewalttätig, arrogant und ungestüm. Doch Khan Noonien Singh glaubt, nun endlich seine Bestimmung gefunden zu haben, und verschreibt sich, wie auch Gary Seven, dem Ziel, die Menschheit vor sich selbst zu retten - jedoch mit deutlich radikaleren Mitteln...

Review: Zukunftsvisionen wie „Star Trek“ haben ein großes Problem: Voraussagen zu Ereignissen, die während der Produktion noch weit in der Zukunft zu liegen scheinen, erweisen sich oftmals als falsch. Eines der prominentesten Beispiele: „Der schlafende Tiger“, eine der besten Episoden der klassischen Star Trek-Serie. Dort wird von eugenischen Kriegen berichtet, die sich angeblich in der letzten Dekade des 19. Jahrhunderts zugetragen haben sollen. Star Trek-Fan & Autor Greg Cox hat sich nun der herausfordernden Aufgabe angenommen, eben diese historische Lücke zu füllen - und dabei auch gleich einige andere offene Kapitel aus der ST-Historie auf logische und nachvollziehbare Art und Weise zu schließen. Das Ergebnis ist ein überaus spannender, interessanter und unterhaltsamer Roman, den sich ST-Fans nicht entgehen lassen sollten. Schon oft wurde versucht, die (ST-)Vergangenheit umzuschreiben, selten ist dies jedoch so gut gelungen wie hier. Dies liegt insbesondere daran, dass Cox sich um eine möglichst akkurate Darstellung der Vergangenheit bemüht. Geschickt gelingt es ihm, angebliche Ereignisse aus der ST-Geschichte mit der tatsächlichen (und von Cox hervorragend recherchierten) Geschichte des letzten Jahrhunderts miteinander zu verschmelzen, wobei er auch immer einige zeitlich-kulturelle Referenzen einfließen lässt, um den Eindruck einer Reise in die Vergangenheit noch zu verstärken.

Doch auch wenn man von der bemerkenswert-überzeugenden Mischung aus realer und erfundener Vergangenheit absieht, ist dieser Roman sehr gelungen und höchst unterhaltsam. Dies liegt vor allem an Greg Cox's tollem Schreibstil, gelingt es ihm doch, eine umfassende Geschichte auf durchwegs spannende und interessante Art und Weise zu erzählen. Außerdem würzt er seinen Roman mit einer ordentlichen Portion Humor, und vergisst trotz der spannenden Handlung nicht gänzlich auf Charaktertiefe. Und so wirkt Teil 1 der Reihe um die eugenischen Kriege weder zu oberflächlich noch zu ausschweifend, und versteht es aufgrund des packend-humorvollen Schreibstils trotz der mehr als 500 Seiten umfassenden und auf mehrere Jahrzehnte verteilten Handlung, zu fesseln und zu unterhalten. Gänzlich ohne Schwächen ist dieser Roman aber freilich auch nicht. So verhindern die großen Zeitsprünge leider teilweise, dass man so richtig in die Handlung eintauchen kann, und Gary Seven's Optimismus, den genetisch manipulierten Noon quasi auf den rechten Weg zu bringen, wirkt teilweise schon ein wenig naiv. Man macht ihm zwar nicht direkt einen Vorwurf, dass er Noon quasi aus der Versenkung geholt hat, kommt jedoch auch nicht umhin zu bemerken, dass damit die ganzen eugenischen Kriege im Prinzip erst ausgelöst wurden und Gary Seven für die weiteren Taten Khan's zumindest mitverantwortlich ist. Die größte Schwäche des Romans ist jedoch die Rahmenhandlung rund um Kirk und eine Kolonie aus genetisch verbesserten Menschen, die sehr konstruiert und vor allem überflüssig erscheint und daher teilweise doch etwas störend wirkt. Angesichts der Qualität des restlichen Romans sieht man über diese geringfügigen Mängel jedoch gern hinweg...

Fazit: Greg Cox stand vor einer großen Herausforderung, und hat diese zumindest mit seinem 1. Teil der Reihe um die eugenischen Kriege mit Bravour gemeistert. Mit viel Spannung, Witz und einer angemessenen Portion Tiefgang erzählt Cox eine höchst gelungene Mischung aus wirklicher und erfundener Geschichte, die wohl für jeden interessierten (und des englischen mächtigen) Star Trek-Fan ein absolutes Muss darstellt.

Christian Siegel

Bewertung: 4/5 Punkten

Tipp:Weitere dazu passende Reviews findet ihr im 5. Teil unseres "Star Trek XI"-Countdowns.

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