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A GEEKs LiFE #16: Humor und Star Trek?! Drucken E-Mail
To boldly go where no man ... ever laughed before. Kategorie: Kolumnen - Autor: Daniel Klapowski - Datum: Sonntag, 31 August 2008
 
A GEEKs LiFE 16„Humor und Star Trek" sollte das grobe Thema dieses meines Gastartikels sein. Gar nicht so einfach, wenn man dieses Thema angehen will, OHNE sich über uralte Kirk-Sprüche die Schenkel grün wie Vulkanier-Hämoglobin zu klopfen...

Daher werde ich jetzt auch NICHT irgendwelche witzig gemeinten Geistesblitze aus dem Fundus eines bierseeligen ST-Autors zusammenkramen, sondern das Targ einfach von hinten aufzäumen: Wie wäre es, wenn ich einfach mal Folgen und Filme bespreche, die zwar witzig gemeint waren, letztendlich aber nur den Humor eines beidseitigen Warpkernbruchs verströmten?

Da gäbe es schließlich so einiges! Fangen wir doch gleich mal an:


ENTERPRISE: In guter Hoffnung

Trip Tucker hält auf einem außerirdischen Raumschiff seine Finger in einen Pott mit Dekoperlen und wird dadurch schwanger. Zurück auf der Enterprise schwillt nicht nur sein Bauch an, sondern auch die Lachmuskeln seiner Kameraden. Die finden seine Schwangerschaft nämlich zum Totlachen, womit sie eventuell sogar eher sterben würden als Tucker selber. Schließlich war die Wahrscheinlichkeit, dass der Trip hier seinen allerletzten selbigen ins All gemacht hat, durchaus im 4-stelligen Prozentbereich!

Aber lieber beömmelt sich die noch junge (und generell sehr infantile) Serie über den Zustand des zuständigen Gebärmaschinisten. Witzig fand ich das nur zu Beginn, obwohl diese Story als große humoristische Hoffnung der ersten Staffel geführt wurde. Und zwar von einem Blindenhund namens Rick Berman direkt vor die Wand. Schlimm!

Tucker mit Baby Archer

VOYAGER: Chaoticas Braut

Eigentlich mag ich es, wenn eine Serie sich auch mal nicht so ernst nimmt. So habe ICH weniger Arbeit und muss mich über weniger Kritikpunkte aufregen. - Jedoch scheint der Humor an sich nicht zu den so genannten „Kernkompetenzen" der Marke Star Trek zu gehören. Zumindest würde man es so gegenüber einer Firma (z.B. Sony) ausdrücken, die plötzlich themenfremde Produkte anbietet (z.B. Sexspielzeug).

So gingen mir die „Captain Proton"-Holodeck-Abenteuer bei Voyager auch mächtig auf den Sack, witzig gemeint hin, witzig gemeint her! Um sich selbst im Sinne der Parodie-Statuten korrekt zu persiflieren, sollte man sich vorher auch mal selber ERNST genommen zu haben. Aber da Voyager sowieso nur eine Anhäufung von Albernheiten mit Warpkernanstrich war, konnte ich mich über eine weitere Simplifizierung nicht wirklich freuen.

Schließlich hätte sich Picard niemals dazu herabgelassen, auf dem Holodeck als verkleideter Bösewicht aufzutreten (siehe Captain Janeway als „Königin Arachnia"). Da hätte er die bedrohten, photonischen Lebensformen (= Aufhänger für den ganzen Schwachsinn, nicht weiter beachten) vermutlich einfach bedrohte photonische Lebensformen sein lassen und sich grimmig mit einem ganzen Bücherregal auf dem Lokus zurück gezogen.

Chaotica Voyager

Außerdem halte ich es generell für bedenklich, dass Autoren ständig den Verführungen des „Alles kann, nichts muss" der Holodecks nachgaben und allerlei heiter-beschwingte Storys austüftelten, statt sich auf die Realität der Serie zu besinnen. Vermutlich sind die Autoren von Episoden wie „Chaoticas Braut" heute nur noch in „World of Warcraft" anzutreffen, wo sie Hichcock-Werke mit Spielfiguren nachstellen... Denn nachträglich betrachtet ist keine einzige Holodeckfolge ein echter Klassiker geworden. Oft sogar noch nicht mal Klass...e. - Was uns auch gleich zur nächsten unlustigen „Haha-Folge" bringt:


THE NEXT GENERATION: Eine Handvoll Datas

Okay, eigentlich ist dies keine GANZ üble Episode, nur halt hoffnungs- und gewissenlos überbewertet! Der eigentliche Gag ist natürlich, dass in dieser Western-Simulation nach und nach alle Holodeckfiguren wie Data aussehen. Dieser Witz, den Bully Herbig in „Raumschiff Surprise" innerhalb von 5 Minuten vorschriftsgemäß versemmelt hätte, soll also hier eine ganze Folge tragen. Gut, immerhin ist diese ein Federgewicht, doch man hat ja auch einen gewissen Anspruch-Anstrich, dem man gerecht werden möchte.

Irgendwann möchte man bald nur noch rufen, dass man den Gag verstanden hat und einem durchaus bewusst ist, dass von der Bardame bis hin zum Gläserputzer alle irgendwie nach geschminktem Spiner aussehen! Die ekligen TV-Kulissen und die aufgesetzte Lockerheit von Troi tun ihr übriges, damit man sich fragt, warum man solch einen Schwachmaten-Schwachfug vor über 10 Jahren mal lustig fand.

Zu viele Datas

Immerhin ist der reale Data in der B-Story etwas unterhaltsamer, wenn er plötzlich mit Cowboyfloskeln am Konferenztisch sitzt. So solche skurrilen Wandlungen kann man aber natürlich nicht zu oft bringen, denn sonst hieße es ja nicht „Data", sondern „Holodoc" und die Serie wäre auch eine ganz andere... In kleinen Dosen genossen ist diese Episode also durchaus Durchschnitt. - Aber noch lustiger als die Story selber ist wohl das theoretische Wortspiel, dass sich aus der Kombination „Data" und den eben genannten „Dosen" ergibt. O... Oder etwa nicht?


DEEP SPACE 9: Kleine grüne Männchen

Okay, eigentlich mag ich diese Folge ganz gerne, aber da wir hier ja nicht zum Vergnügen sind, erlaube ich mir mal ein grimmiges Austreten in Richtung Spielverderber... Denn wer diese Episode zum Lustigsten zählt, was Star Trek je hervorgebracht hat, muss schon sehr verzweifelt sein, um mit gewissen Stargate-, Buffy- oder Dr. House-Geschichten mithalten zu wollen.

The Ferengi Bunch


Der einzige Gag, der hängen geblieben ist, ist das gegenseitige Klopfen auf die Runzelköpfe, um den Universaltranslator zu reparieren. Dann noch ein paar kulturelle Verständigungsprobleme dazu und fertig ist der Trekkie-Kult für humorbegeisterte Brillenträger jenseits der 4 Dioptrien. Wie gesagt: Alles nicht übel, aber so oft genannt, dass man schon aus Prinzip keine Lust mehr hat, sich auf ST-Conventions auf die Ohren zu schlagen und zu fragen: „Na, welche KULTfolge, welche KULTfolge, na?"

Diese kleine Zusammenfassung soll vorerst genügen, schließlich haben sich schon Leute tot gelacht. Anzumerken wäre höchstens noch, dass vor allem Voyager es häufig schaffte, die Ernsthaftigkeit seiner Charaktere für einen mageren Witz, auf den sie auch noch die eigene Großmutter dazulegten (=Janeway?), zu verkaufen.

Jeder Satz, in dem Kim sich als Schwächling outete, war irgendwann einer zu viel („Buhää! Ich habe mir am Phaserabzug den Finger geschnitten!"). Neelix' ewige Fragerei nach Kaffee, Kuchen und Servietten mit lustigen Tiergesichtern, vorzugsweise vorgetragen in den letzten Minutnen
einer laufenden Selbstzerstörungssequenz, zerstörte meinen Glauben an die Serie.

Die ach-so-trockenen Kommentare von Seven, die in irgendeiner Art wohl Datas Verständnisprobleme für menschliches Verhalten imitieren sollten, waren irgendwann nur noch überflüssig und so witzig wie ein kaputtes Tonband mit Selbstfindungsproblemen. Oder, um es mit ihren Worten zu sagen: „Irrelevant!", „Unproduktiv!", „Unlogisch!"

Bei DS9 hingegen verlor man sich bei einigen Quark-Episoden ein wenig in der Welt des Humors, auch, wenn es nur eine Erzwungene war. Irgendwann litt auch die innere Logik der Serie unter den bescheuerten Vorschriften und Eigenheiten der Ferengi, die das einst stolze Volk aus unterschwelligen(!) Idioten zu einem unstolzen Volk aus bekennenden Ohrkaspern machte. Man mag sich gar nicht vorstellen, wie der große Nagus sich mit dem Föderationspräsidenten zu einem wichtigen Krisengespräch trifft. Vermutlich mopst er ihm die Brieftasche, niest ihm eine Wolke aus Schnupftabak ins Gesicht und verlangte Eintrittsgeld für die eigenen Gehörgänge, wenn der Gast was zu erzählen hat...


Fazit: Star Trek und Humor, das passte selten zusammen. Wer wirklich lachen will, muss sich schon die alte Serie ansehen. Aber bitte in der deutschen Synchro!

Daniel Klapowski
www.Zukunftia.de







Kommentare (1)
RSS Kommentare
1. 12.10.2008 12:35
 
Reaktion zu "A GEEKs LiFE #16: "Humor
Hallo, 
 
zu dem Beitrag "A GEEKs LiFE #16: "Humor und Star Trek?!" Teil 1&2" von Daniel 
Klapowski bleibt mir eigentlich nur zu sagen, dass es keine gute Idee war, jemanden 
einen Artikel über den Humor in Star Trek zu schreiben, der offensichtlich selber 
nicht allzuviel davon hat. Anders kann ich mir diese herablassende, teilweie schon 
beleidigende Berichtsweise (die in Richtung derer Zielt, die sich erdreisten doch 
über so manchen Gag zu lachen) nicht erklären.  
 
Die einzigen Gags wo mir das Lachen verging war dieses Joystick in Star Trek 9 auf 
der Brücke der Enterprise, bzw. Data als Schwimmkörper. Aber das fand seltsamerweise 
noch nicht einmal Platz in dem Artikel. Oder ist das die Art von Gag, bei dem sich 
der Autor vor lachen biegt ?! 
 
In diesem Sinne, hoffe heute schon gelacht zu haben. 
 
Besten Gruß 
Sascha 
 
(Leserbrief zur Zweitveröffentlichung dieser Kolumne im e!Scope Newsletter #649/650, 
siehe www.escope-magazin.de)
 
Sascha

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