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Am Anfang war das Wort: Von der Idee zum Drehbuch Drucken E-Mail
Die Entstehung von Babylon 5 - Teil 1


Der erste Schritt Alles beginnt mit einer Idee. Oder, wie im Fall von Babylon 5, mit zwei. Im Sommer 1988 musste JMS, damals Redakteur und hauptverantwortlicher Autor der SF-Anthology-Serie „New Twilight Zone“ aufgrund eines Streiks der Gewerkschaft der Drehbuchautoren die Arbeit an der besagten Serie einstellen. Er nutzte diese kreative Pause, um einige andere Ideen für Serien, die schon seit längerem in seinem Kopf herumschwirrten, weiterzuentwickeln. Dabei kristallisierten sich schon bald 2 Favoriten heraus, die ihm besonders interessant erschienen. Eine davon war eine SF-Serie auf einer Raumstation, der er den vorläufigen Titel „Babylon 5“ gab. Diese sollte mit verhältnismäßig kleinem Cast und geringem Budget auskommen. Das Problem: Wie sollte man eine solche, auf einen einzigen Handlungsort und nur wenige Figuren beschränkte Serie auf Dauer interessant gestalten? Die zweite Idee war deutlich gewagter: Eine groß angelegte Weltraumsaga über einen interstellaren Krieg zwischen verschiedenen Spezies, die mehrere Jahre benötigen würde, um sie zu erzählen. Das Problem an dieser Idee drängt sich nahezu auf: Wie kann man eine solche Geschichte mit verhältnismäßig geringem TV-Budget umsetzen?

ImageEs ist eine mittlerweile oft überlieferte und in weiten Teilen des Fandom wohlbekannte Tatsache, dass die Serie „Babylon 5“ so wie wir sie kennen in einer höchst ungewöhnlichen Umgebung entstanden ist: in JMS’ Dusche. In der ersten Ausgabe der Skriptbücher weist er darauf hin, dass dies nicht nur für „Babylon 5“ gilt, sondern für viele andere Projekte: Wann immer er vor einem großen Problem stand: eine Nacht darüber geschlafen, am nächsten Morgen auf in die Dusche – und schon offenbarte sich die Lösung quasi auf dem Präsentierteller. Mit „Babylon 5“ war es das Gleiche, denn als er in der Dusche über die angesprochenen Probleme der beiden Serienkonzepte nachdachte, erkannte er auf einmal, dass es sich dabei um EIN UND DIESELBE GESCHICHTE handelt. Plötzlich sah JMS, wie von einem Blitz getroffen, die komplette Geschichte der Serie vor sich – und stürmte (ohne sich lange mit unwesentlichen Details wie z.B. sich abzutrocknen aufzuhalten) aus der Dusche, um die wesentlichen Eckpfeiler des Handlungsrahmens aufzuschreiben.

Eben dieser Moment der Erkenntnis war die Geburtsstunde von Babylon 5...


Die Zukunft nimmt Gestalt an JMS‘ nach der Dusche schnell hingekritzelten Notizen nahmen insgesamt 10 Seiten ein, waren aber natürlich keineswegs dazu geeignet, die Serie auch anderen zu präsentieren und einen Sender zu finden, der sie ausstrahlen will. Doch bevor JMS die Idee weiterverfolgen und ausfeilen konnte, endete der Drehbuchautorenstreik, und es galt, so schnell als möglich neues Material für „The New Twilight Zone“ zu schreiben. Und so musste er sein Serienkonzept vorerst wieder auf Eis legen. Trotzdem verwendete er fast jede freie Minute darauf, weiter an „Babylon 5“ zu feilen, und schon bald hatte er seine Ideen ausreichend ausformuliert und strukturiert, um sie an andere Personen heranzutragen, und zu sehen, inwiefern daran Interesse besteht. Seine erste Anlaufstelle dafür waren Douglas Netter und John Copeland, welche die kurzlebige und nur mäßig erfolgreiche SF-Serie „Captain Power and the Soldiers of Fortune“ (lief auch hierzulande Ende der 80er/Anfang der 90er auf RTL Plus, unter dem vereinfachten Titel „Captain Power“) produziert hatten, bei der JMS als Drehbuchautor und Story Editor tätig war.
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JMS war mit besagter Serie selbst nicht sonderlich glücklich, die von Zwischenrufen seitens des Spielzeugfabrikanten Mattel geplagt war und sich 22 Folgen lang nicht zwischen Kinderserie und SF für Erwachsene entscheiden konnte – aber bereits über etwas verfügte, dass schließlich zum größten Markenzeichen und Vorteil von B5 werden sollte, nämlich einen Handlungsrahmen (wenn auch in deutlich rudimentärerer Form). Doch JMS war davon überzeugt, dass sich eine Science Fiction-Serie nicht auf solch einem Niveau bewegen müsste – er wollte ein Charakterdrama schaffen, das halt zufällig in einer SF-Umgebung angesiedelt ist. Eben dieses Konzept gefiel den beiden Produzenten sehr gut. Neben dem groß angelegten Handlungsrahmen überzeugte sie vor allem die Idee, die Handlung auf einer Raumstation anzusiedeln – was im Vergleich zu einer Serie, wo Woche für Woche ein neuer Planet besucht wird, natürlich entsprechende Kosteneinsparungen mit sich bringen würde.

Sofort erklärten sie sich dazu bereit, als ausführende Produzenten zu fungieren. Sie rieten JMS, ein Drehbuch zu einem sogenannten Hintertür-Pilotfilm zu schreiben, bei dem dessen Ratings darüber entscheiden, ob diesem eine Serie nachfolgt oder nicht. Zudem boten sie an, JMS dabei zu unterstützen, einen Käufer für die Serie zu finden - ein Prozess, der sich jedoch als deutlich schwieriger und langwieriger erweisen sollte, als es sich alle Beteiligten je hätten träumen lassen. Der erste Entwurf des Drehbuchs zum zweistündigen Pilotfilm wurde von JMS am 26. März 1989 fertig gestellt. Die offizielle Ankündigung, dass der Pilotfilm in Produktion gehen würde, kam am 20. November 1991. Die 2-1/2 Jahre dazwischen waren geprägt von schweren Verhandlungen, vielen Gesprächen, zahlreichen Ablehnungen und auch dem einen oder anderen gerissenen Geduldsfaden. Ein langer, steiniger Weg, der oftmals nur mehr aufgrund JMS‘ unbändigem Glauben an seine Geschichte weiterbeschritten wurde – und wo zuletzt, trotz aller Widrigkeiten, doch noch das B5-Credo gewann: „Faith Manages – Der Glaube kann Berge versetzen.“


Quellen:
„Babylon 5: The Scripts of J. Michael Straczynski - Volume 1”
„Babylon 5: Season by Season-Guides - Volume 1: Signs and Portents”



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Christian Siegel




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