Star Trek
The Next Generation
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Star Trek: McCoy - Provenance of Shadows |
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Christoph Hühn stellt euch das Buch vor!
Kategorie:
Star Trek (Literatur) -
Autor: Alexander Lutz - Datum:
Mittwoch, 02 Mai 2007
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| Titel: |
"Provenance of Shadows" |
| Originaltitel: |
"Provenance of Shadows" |
| Buchreihe: |
Classic |
| Autor: |
David R. George III |
| Übersetzer: |
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| Preis: |
5,90 Euro |
| Umfang: |
627 Seiten |
| Verlag: |
Pocket Books (29. August
2006) |
| ISBN-10: |
0743491688 (bei
Amazon bestellen) |
| ISBN-13: |
978-0743491686 |
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Klappentext: In einem kurzen Moment werden die Leben
von drei Männern für immer geändert. In diesem Bruchteil einer Sekunde,
ausgelöst durch die paradoxe Sitation der Rettung und des gleichzeitigen
Verlusts, wird die Welt zerstören und wieder neu aufgebaut. Vieles ist passiert,
und vieles wird wieder passieren, aber nichts wird ihre Leben so beeinflussen
wie die einsame Stadt am Rande der Ewigkeit.
In einem kurzen Moment rettet Leonard McCoy, in die Zeit zurückgesetzt, eine
Frau vor dem tragischen Tod bei einem Autounfall und verändert die Geschichte
der Erde. Er ist in der Vergangenheit gestrandet und auf der Suche nach einem
Weg zurück in sein eigenes Jahrhundert. Er lebt eine Existenz, die nicht für ihn
bestimmt ist. Schließlich bricht er auf und wird mit den Auswirkungen seines
verlorenen Lebens konfrontiert…
In einem kurzen Moment wird McCoy daran gehindert, eine Frau vor dem Verkehrstod
zu retten und erlaubt der Geschichte wieder das zu werden, was sie eigentlich
sein sollte. Als er zurück in seine Zeit gerät, wird er mit einem medizinischen
Mysterium konfrontiert, das er lösen muss. Aber die Erinnerungen an eine
Existenz, die er niemals führte, jagen ihm nach. Und der Gedanke eines
frühzeitigen Tod treibt ihn in eine ungewöhnliche Situation......
Inhalt:
Die Episode "City on the Edge of Forever" ("Griff in die Geschichte")
dürfte jedem "Star Trek"-Fan ein Begriff sein, gilt sie doch nicht nur als eine
der besten "Classic"-Episoden, sondern von "Star Trek" allgemein. Kurz zur
Erinnerung: Die Enterprise stößt auf eine Anomalie, es gibt Verletzte auf der
Brücke. Während McCoy sie behandelt, wird das Schiff schwer erschüttert, und er
injiziert sich versehentlich eine Überdosis einer Droge.
Von Halluzinationen und Paranoia-Attacken geplagt, flüchtet er vom Schiff und
stürzt durch ein Zeitportal, dem "Wächter der Ewigkeit". Er erwacht im New York
des Jahres 1930 in der Obhut von Edith Keeler, der Betreiberin einer Suppenküche
in den Slums von New York. Später rettet er sie vor einem Verkehrsunfall, ohne
zu bedenken, dass sein Eingreifen den Gang der Geschichte verändern könnte.
Währendessen stellt die Besatzung der Enterprise fest, dass sie sich plötzlich
in einer anderen Zeitlinie befinden und nur die Nähe zum "Wächter der Ewigkeit"
sie davor bewahrt hat, zusammen mit dem Rest der Föderation ausgelöscht zu
werden. Daraufhin folgen Kirk und Spock McCoy in die Vergangenheit und treffen
die furchtbare Entscheidung, Edith Keeler sterben zu lassen, damit die
Geschichte ihren geplanten Verlauf nehmen kann.
"Provenance of Shadows" hat zwei parallel laufende Handlungsstränge, die sich an
dieses Ereignis anschließen, oder sagen wir, hätten anschließen können. Der eine
knüpft an die TV-Episode an, Kirk und McCoy, trauern nach dem traumatischen
Erlebnis um die Frau, die sie beide geliebt und doch wissentlich in den Tod
geschickt haben, ein Erlebnis das vor allem McCoy den Rest seines Lebens
verfolgen wird. Im Folgenden erlebt man im Zeitraffer McCoys weiteres Leben, den
Rest der Fünf-Jahres-Mission und ihr blutiges Ende in einer Schlacht gegen die
Klingonen um die Kontrolle über den "Wächter der Ewigkeit", der dabei komplett
zerstört wird und die Enterprise schwer beschädigt wird (daher die großen
Unterschiede zwischen der "Classic"-Enterprise und der aus "Star Trek: Der
Film"). Wir erleben, wie die Freunde am Ende getrennte Wege gehen, um dann beim
Angriff von V'ger wieder zusammenzufinden. Die große Lücke zwischen "Star Trek
I" und II wird im folgenden Abschnitt beleuchtet, man erfährt, dass die
Enterprise erneut eine mehrjährige Forschungsmission unternahm. Man erlebt die
Ära der Kinofilme erneut, diesmal aus der Perspektive McCoys, und wird Zeuge
seines Umgangs mit Spocks Tod und all den anderen traumatischen Erlebnissen.
Doch während all der Jahre leidet sein Privatleben unter einem Ereignis, dem
tragischen Tod Edith Keelers.
Die, man kann sie wohl so nennen, inoffizielle Biografie McCoys berichtet über
die Jahrzehnte nach Kirks vermeintlichem Tod auf der Enterprise-B und schließt
mit seinem Rundgang über die Enterprise-D in "Mission Farpoint", seiner letzten
großen Reise. Zwei Jahre später, 2366 stirbt McCoy im Beisein seiner zweiten
Ehefrau und Spocks im Alter von 140 Jahren.
Während eines Großteils dieser Zeit litt McCoy unter Alpträumer, die kurz nach
seiner Rückkehr vom Wächter der Ewigkeit einsetzten und meistens mit seinem
frühzeitigen Tod endeten. Sie sind Echos einer Existenz, die er hätte leben
können, wenn seine Freunde ihn nicht aus der Vergangenheit gerettet hätten und
stellen die Verknüpfung mit dem zweiten Teil dar. In diesem bleibt McCoy in der
Vergangenheit gestrandet und muss sich auf einer ihm primitiv und fremd
erscheinenden Erde zurecht finden. Ausgehend von dem Punkt, an dem McCoy Keeler
vor dem Unfall rettet, erzählt der Autor einerseits eine gut durchdachte
Parallelweltgeschichte, andererseits zeichnet er ein faszinierendes und
detailverliebtes Bild des Amerikas der dreißiger Jahre. Wir erleben mit, wie
McCoy sich versucht in New York einzuleben und gleichzeitig bemüht ist, seinen
Freunden im 23. Jahrhundert Hinweise auf seinen Verbleib zu hinterlassen, ohne
den Verlauf der Geschichte zu verändern.
Nach einigen Jahren vergeblichen Wartens verlässt er schließlich die Stadt und
strandet schließlich nach einer Odyssee durch die halben USA in einer Kleinstadt
in Georgia, in der er die folgenden fast 20 Jahre verleben wird. Er steigt vom
Hilfsarbeiter zum Dorfarzt auf, er findet Freunde, muss zunächst lernen, noch
ohne Elektrizität auszukommen, erlebt den primitiven, alltäglichen Rassismus der
amerikanischen Südstaaten und muss ohnmächtig mit ansehen, wie am Horizont der
Zweite Weltkrieg aufzieht, ohne dass er etwas unternehmen kann, da er immer noch
befürchtet, jeder seiner Eingriffe könnte die Geschichte beeinflussen.
Dass dies längst der Fall ist, wird ihm erst klar, als er wieder auf Edith
Keeler trifft. Sie ist mittlerweile Chefin einer einflussreichen
Pazifismus-Bewegung, deren oberstes Ziel eine Neutralität der USA im Krieg ist
und auf die sogar der US-Präsident hört. Als Folge dessen isolieren sich die USA
vom Kriegsgeschehen, während die Achsenmächte ungehindert in Europa, Asien und
Afrika wüten.
Erst 1943 kommt es zur unvermeidlichen Konfrontation - zwei Jahre zu spät. Eine
Allianz amerikanischer Staaten unter Führung der USA muss einem immer weiter
eskalierenden Krieg gegen einen ihnen ebenbürtigen Gegner vor dessen eigener
Haustür kämpfen, ein Massaker für beide Seiten, das sich bis in die fünfziger
Jahre zieht. Es endet mit einem Überraschungsschlag der Deutschen gegen die
Ostküste der USA und dem Einsatz von Atomwaffen. Der Krieg hält nun auch Einzug
im ländlichen Georgia und eines seiner ersten Opfer ist McCoy, erschossen von
einem Notgelandeten deutschen Bomberpiloten.
Kritik:
Wie man anhand dieser recht langen Inhaltsangabe erkennen kann, ist es
schwierig, den Inhalt dieses Buches in wenigen Sätzen zusammenzufassen. Dieser
Roman (nebenbei bemerkt der mit Abstand längste "Star Trek"-Roman aller Zeiten)
stellt eine absolute Zäsur im Bereich der "Star Trek"-Bücher dar. Hier verwischt
die Grenze zwischen den so genannten Media-Tie-ins (Bücher zu und über Serien
und Filme) und den reinen Science-Fiction-Romanen. Zäsur in dem Sinne, als dass
dieses Buch in allen inhaltlichen und qualitativen Punkten weit über dem
üblichen Tie-in-Niveau liegt und durchaus auch ohne das Label "Star Trek" als
eigenständiger Roman im Genre bestehen könnte; etwas, was kein "Star Trek"-Roman
vorher geschafft hat.
Dies ist eine konsequente Weiterentwicklung und der bisherige Höhepunkt einer
Entwicklung, die die "Star Trek"-Romane in den letzten Jahren durchgemacht haben
und stellt in dem Sinne einen Wendepunkt dar, ab dem man sagen muss, dass es
sich nicht um einen ungewöhnlichen "Star Trek"-Roman handelt, sondern dass es ab
diesem Punkt keine gewöhnlichen (im Sinne von Nutzung althergebrachter Schemata)
"Star Trek"-Romane mehr gibt. Was immer in dem kommenden Jahren an "Star
Trek"-Büchern auf uns zu kommt, es wird sich an diesem Buch messen lassen
müssen, und diese Messlatte liegt verflucht hoch.
Wer immer behauptet hat, "Star Trek" wäre mit der Absetzung von "Enterprise" der
längst überfällige Todesstoß versetzt worden, sollte dieses Buch lesen, um sich
eines Besseren belehren zu lassen. "Star Trek" ist so lebendig, wie die
kreativen Köpfe, die dahinter stecken, und zumindest soweit es den Buchsektor
angeht, sind sie kreativ wie nie zuvor in 40 Jahren "Star Trek"-Geschichte. Und
nun genug von meiner Lobhudelei, ab in den Bücherladen Ihres Vertrauens, "Crucible:
McCoy" kaufen und sich verzaubern lassen.
Fazit:
Höchstwertung, ein absoluter Pflichttermin für jeden "Star Trek"-Fan!
Christoph Hühn
Bewertung:
Christoph Hühn 5 / 5 Punkten
Das Review wurde uns mit freundlicher Unterstützung von
Trekzone zur Verfügung gestellt.
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