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Star Trek - TOS: Die Geisterstation Drucken E-Mail
Solides TOS-Abenteuer von Melissa Crandall Kategorie: Star Trek (Literatur) - Autor: Christian Siegel - Datum: Sonntag, 25 Oktober 2026
 
Cover (c) Heyne
Titel: "Star Trek: Der Saboteur"
Originaltitel: "Star Trek: Shell Game"
Bewertung:
Autorin: Melissa Crandall
Übersetzung: Ronald M. Hahn
Umfang: 282 Seiten (Print-Ausgabe)
Verlag: Heyne (D), Pocket Books (E)
Erstveröffentlichung: 1997 (D), Februar 1993 (E)
Deutscher eBook-Release: 25. Februar 2014
ISBN: 978-3-641-11725-2 (D), 978-0-6717-9572-4 (E)
Kaufen: Kindle (D), Kindle (E)
 

Kurzinhalt: Während einer Mission, die sie an den Rand der Neutralen Zone führt, stößt die U.S.S. Enterprise auf eine verlassene Raumstation der Romulaner, die in den Raum der Föderation getrieben wurde. Als sich das Außenteam, angeführt von Spock und McCoy, dort umsieht, meint man, geisterhafte Erscheinungen wahrzunehmen. Vor allem aber scheint irgendetwas – oder jemand – nicht nur der Station selbst, sondern auch den Lebewesen, die sich in ihr befinden, sämtliche Energie, bzw. Körperwärme, zu entziehen. Etwas, dass sich auch an Bord der sich in der Nähe der Station befindlichen U.S.S. Enterprise zunehmend bemerkbar macht. Als der Transporter ausfällt, und ohne Energie für das Shuttle, steckt das Außenteam auf der feindlichen Raumstation fest. Während Spock, McCoy, Chekov und die anderen Teammitglieder verzweifelt nach der Ursache für den Energieabfall suchen, muss sich Captain Kirk an Bord der Enterprise mit einem romulanischen Schiff herumschlagen, welches der Sternenflotte vorwirft, die Raumstation sabotiert und gestohlen zu haben…

Review: "Die Geisterstation" beginnt mit einer von Scotty vorgetragenen Schauergeschichte. Eben damit stimmt uns Autorin Melissa Crandall perfekt auf das – in der Film-Ära angesiedelte – Abenteuer ein, welches die Enterprise-Crew hier erwartet. Wobei sie erfreulicherweise darauf achtet, den geheimnisvollen Vorkommnissen an Bord der titelspendenden romulanischen Raumstation eine im Science Fiction-Genre verankerte Erklärung zu geben, statt sich auf irgendetwas übersinnliches zu berufen. Das war für mich dann auch gleich die erste wesentliche Stärke von "Die Geisterstation". Ich fand auch, dass es Crandall sehr gut gelang, in den Szenen auf der verlassenen Raumstation für eine unheimliche bis gruselige Stimmung zu sorgen. Sie schaffte es darüber hinaus, den uns bisher nicht bekannten Begleitern von Spock, McCoy und Chekov mit wenigen Momenten eine Persönlichkeit zu geben, und sie damit aus der Reihe unscheinbarer Rothemden (die sterben, um uns zu zeigen, wie gefährlich die Situation nicht ist) hervortreten zu lassen. Die Geschichte ist flott erzählt, wartet mit dem einen oder anderen durchaus packenden Moment auf, und nicht zuletzt die geringe Seitenzahl sorgt dafür, dass keine Gelegenheit ist, um Langeweile aufkommen zu lassen. Und nicht zuletzt sind die Figuren allesamt sehr gut getroffen, und reden sowie verhalten sich genau so, wie man das anhand der Serie sowie der Filme erwarten würde.

Indes: Wirklich etwas besonderes ist "Die Geisterstation" – oder genauer gesagt, die darin erzählte Geschichte – nicht. Da neben uns unbekannten Figuren auch Spock, McCoy und Chekov in Gefahr geraten, hält sich zudem die Spannung von vornherein eher in Grenzen. Ich bin mir auch nicht sicher, ob die zusätzliche Bedrohung durch das romulanische Schiff unbedingt notwendig war, und würde behaupten, das war in erster Linie dafür da, damit auch Kirk zum Erfolg der Mission irgendetwas beitragen konnte. Und am Ende brauchte man dann doch auch eine gehörige Portion Glück, damit alles gut ausging. Last but not least hatte ich dann doch den Eindruck, dass man rund um das außerirdische Wesen, dass auf die romulanische Station gekommen ist, doch noch ein bisschen mehr hätte machen können, als Crandall hier herausholt. Insgesamt ist "Die Geisterstation" aber ein grundsolides TOS-Abenteuer, dass vor allem mit seiner für die Romanreihe doch eher ungewöhnlichen (und durchaus effektiven) Gruselstimmung besticht.

Fazit: "Die Geisterstation" ist ein guter, in der Ära der Filme rund um die klassische "Star Trek"-Crew angesiedelter, Roman, der für mich aber in erster Linie von der netten (gruseligen) Atmosphäre lebt. Die Story ist zwar ok, aber jetzt nicht wirklich etwas Besonderes. Spannung kommt ebenfalls eher nur sporadisch auf, was auch daran liegt, dass Spock & Co. Natürlich nichts passieren kann. Und nicht zuletzt alles rund um das romulanische Schiff wirkte auf mich doch eher überflüssig. Dafür sind die Charaktere allesamt gut getroffen, und gefiel mir, wie es Crandall gelingt, auch den bislang unbekannten Figuren zumindest ein Minimum an Persönlichkeit zu geben, so dass uns ihr weiteres Schicksal nicht völlig egal ist. Insgesamt ist "Die Geisterstation" ein kurzweiliger Roman, der gut unterhält – aber wohl den wenigsten allzu lange in Erinnerung bleiben wird.

Bewertung: 3/5 Punkten
Christian Siegel






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