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Star Trek - Strange New Worlds: Toward the Night Drucken E-Mail
Ein eher durchschnittlicher SNW-Roman Kategorie: Star Trek (Literatur) - Autor: Christian Siegel - Datum: Sonntag, 30 August 2026
 
Cover (c) Pocket Books
Titel: "Star Trek - Strange New Worlds: Toward the Night"
Originaltitel: "Star Trek - Strange New Worlds: Toward the Night"
Bewertung:
Autor: James Swallow
Übersetzung: -
Umfang: 336 Seiten
Verlag: Pocket Books (E)
Veröffentlicht: 29. April 2025 (E)
ISBN: 978-1-6680-7456-5 (E)
Kaufen: Taschenbuch (E), Kindle (E)
 

Kurzinhalt: Ein Notruf führt die Enterprise zum Planeten Gamma-685, auf dem man Anzeichen einer untergegangenen Zivilisation findet. Zudem ist vor rund hundert Jahren dort die U.S.S. Baldwin abgestürzt, auf der sich die Großtante von Erica Ortegas befand. Als sich ein erster Landetrupp unter dem Kommando von Una Chin-Riley hinunterbeamt, entdeckt man einerseits das Wrack der Baldwin, aber auch die Ruinen einer untergegangenen außerirdischen Zivilisation. Wie die Sensordaten zeigen, ist die Sonne des Systems vor ein paar hundert Jahren in eine instabile Phase getreten, die zu erhöhter Strahlung sowie unberechenbaren Sonneneruptionen führen. In einem der untersuchten Gebäude findet man dann auch ein außerirdisches Gerät unbekannter Funktion, welches man zur Erforschung zurück zur Enterprise nimmt. Als kurz darauf Captain Pike, Lieutenant Ortegas, Schwester Chapel und Sicherheitschefin Noonien-Singh mit einem Shuttle aufbrechen, wird das Gerät durch die Strahlung einer Sonneneruption unabsichtlich aktiviert – woraufhin das Shuttle auf die Planetenoberfläche stürzt. Kurz darauf stellt sich heraus, dass sie knapp hundert Jahre in die Zeit zurückgereist sind – ein paar Monate, nachdem die U.S.S. Baldwin auf Gamma-685 abstürzte…

Review: "Toward the Night" ist in der zweiten Staffel der Serie, genauer gesagt zwischen den Episoden "Unter den Lotusessern" und "Scharaden", angesiedelt – wobei die Story ziemlich unabhängig ist und von einzelnen Details (wie dem Status der Beziehung zwischen Spock und Christine) abgesehen eben diese zeitliche Einordnung letztendlich keine große Rolle spielt. Wie die Inhaltsangabe schon verrät, handelt es sich um eine Zeitreisegeschichte; für diese habe ich ja grundsätzlich durchaus ein Faible, im vorliegenden Fall haben aber ein paar Aspekte mein Vergnügen mit der Story hier ein wenig getrübt. Das größte Manko ist die Vorhersehbarkeit. Sobald Lieutenant Ortegas vom Schicksal ihrer Großtante erzählt, ist klar, dass das Außenteam – dem natürlich auch sie angehört – auf ihre verschollene Vorfahrin treffen wird. Für mich bestand auch von vornherein kein Zweifel daran, dass Captain Pike die in der Zeit verlorene Crew nicht einfach dort zurücklassen würde, sondern sie am Ende mit ihnen in die "Gegenwart" mitkommen würden. Diesbezüglich hält sich "Toward the Night" leider nicht lange mit dem moralischen Dilemma auf, und geht die Geschichte hier auch in keine ähnlich düstere Richtung wie zuletzt in der Auftaktfolge der vierten Staffel, "Valles Marineris". Und generell hätte es mir glaube ich besser gefallen, wenn wir hier "nur" mehr über Ortegas Familiengeschichte erfahren, Luciana Ortegas aber nicht höchstpersönlich aufgetreten wäre. Zumal eben diese Begegnung ebenfalls ziemlich vorhersehbar verläuft.

Der Roman lässt es zudem doch ziemlich an Spannung vermissen. Wie gesagt ist eigentlich von vornherein klar, wie das ausgehen wird, und dass es zumindest die eine Person zu der wir – dank Erica – einen Bezug haben überleben und in die "Gegenwart" gerettet wird. Dementsprechend verlaufen auch all jene Momente, in denen man mit einer Bedrohung auf dem Planeten zu kämpfen hat, doch eher im Sande – was insbesondere dann für den "Käfer"-Angriff beim Showdown gilt. Trotz dieser Mankos hat mir die im Mittelpunkt stehende Story rund um die unabsichtliche Zeitreise von Chris, La'an und Erica recht gut gefallen. Demgegenüber tat sich James Swallow aber sicherlich schwer, der auf der Enterprise zurückgebliebenen Crew etwas zu tun zu geben. Der Angriff der klingonischen Kommandantin Bren wirkt doch sehr beliebig. Zwar gibt dies zugegebenermaßen vor allem auch Una Chin-Riley Gelegenheit, ihre Befähigung zur Kommandantin eines Raumschiffs (die Enterprise wird es ja, wie wir wissen, nicht werden) unter Beweis zu stellen, und ist die eine oder andere Taktik, die sie sich zusammen mit dem Rest der Besatzung einfallen lässt, durchaus nett. Dennoch wirkte die B-Story rund um diesen Angriff doch eher wie ein Fremdkörper. Was man James Swallow aber jedenfalls zugutehalten muss: Er versteht es von Beginn an, nicht nur die Figuren, sondern auch den Ton und Stil von "Strange New Worlds" sehr gut und treffend einzufangen, so dass man wirklich das Gefühl hat, eine weitere, bislang verschollene Folge der Serie zu erleben – wenn auch, meiner Einschätzung nach, eine doch recht durchschnittliche.

Fazit: "Toward the Night" vermag es zwar, zu unterhalten, und kann somit insbesondere Fans von "Strange New Worlds" durchaus empfohlen werden. Im Gegensatz zum Vorgänger "Asylum" hält sich hier der Erkenntnisgewinn aber in sehr argen Grenzen. Die hier erzählte Story ist zwar nicht schlecht, aber doch ziemlich belanglos, wirkt stellenweise doch etwas konstruiert, und leidet vor allem auch an mangelnder Spannung gepaart mit Vorhersehbarkeit. Schade auch, dass sich James Swallow – statt sich stärker mit den moralischen Implikationen einer möglichen Rettung der Baldwin-Crew zu befassen – in wenig packenden Actioneinlagen verliert. Und auch die B-Story rund um den Angriff einer klingonischen Kommandantin wirkte doch sehr beliebig, und wie verzweifelte Beschäftigungstherapie für die restliche – an Bord des Schiffes zurückgebliebene – Enterprise-Crew. Immerhin ist die Geschichte flott genug erzählt, um keine Langeweile aufkommen zu lassen, und gelingt es James Swallow sehr gut, den Ton der Serie, und den Charakter der aus ihr bekannten Figuren, zu treffen. Mehr als ein doch recht durchschnittliches "Strange New Worlds"-Abenteuer sollte man sich von "Toward the Night" aber nicht erwarten.

Bewertung: 3/5 Punkten
Christian Siegel
(Cover © 2025 Pocket Books)





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