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Star Trek - TOS: Der Saboteur Drucken E-Mail
Kurzweiliges Abenteuer in der Film-Ära Kategorie: Star Trek (Literatur) - Autor: Christian Siegel - Datum: Sonntag, 02 August 2026
 
Cover (c) Heyne
Titel: "Star Trek: Der Saboteur"
Originaltitel: "Star Trek: Death Count"
Bewertung:
Autor: L.A. Graf
Übersetzung: Harald Pusch
Umfang: 282 Seiten (Print-Ausgabe)
Verlag: Heyne (D), Pocket Books (E)
Erstveröffentlichung: 1997 (D), November 1992 (E)
Deutscher eBook-Release: 25. Februar 2014
ISBN: 978-3-641-11724-5 (D), 978-0-6717-9322-5 (E)
Kaufen: Kindle (D), Kindle (E)
 

Kurzinhalt: Bei einem kurzen Urlaub auf der Raumstation Sigma Eins schafft es das Trio Pavel Chekov, Hikaru Sulu und Nyota Uhura, sich in Schwierigkeiten zu bringen. Zurück an Bord müssen sie sich nicht nur einen Rüffel von Captain Kirk anhören, sondern auch mit einem Inspektionsteam herumschlagen, welches darauf pocht, dass auch wirklich alles an Bord streng nach Vorschrift abläuft. Vor allem bei Chekov, der mittlerweile die Verantwortung über die Sicherheitsabteilung inne hat, ecken die Inspektoren mit ihrer Einmischung wiederholt an. Kurz darauf wird die Enterprise dann zur andorianisch-orionischen Grenze gerufen. Der zuvor zu den Orionern übergelaufene andorianische Wissenschaftler Muav Haslev ist, nachdem er eine unbekannte Technologie für sie entwickelt hat, mit seiner Erfindung abgehaut, da sie ihm nicht das zahlen wollten, was ihm seiner Ansicht nach dafür zusteht. Er flieht auf die Enterprise, die kurz darauf von orionischen Schiffen umzingelt wird. Aber auch die Andorianer wollen den Fahnenflüchtigen in die Hände bekommen. Und als hätte man nicht damit schon genug zu tun, einen Krieg zwischen den beiden interstellaren Mächten zu verhindern, treibt dann auch noch ein Saboteur an Bord der Enterprise sein Unwesen…

Review: Mit "Der Saboteur" ist der unter dem Pseudonym L.A. Graf auftretenden Autorinnen Karen Rose Cercone and Julia Ecklar ein ungleich besseres Abenteuer als bei ihrem ersten TOS-Roman "Die Eisfalle" geglückt. Vor allem zwei Aspekte stechen dabei positiv heraus. Einerseits wäre dies das zeitliche Setting, denn im Gegensatz zum Großteil der TOS-Romane ist dieses Buch in der Film-Ära angesiedelt. Dies galt zwar genau genommen auch schon für "Die Eisfalle", aber sowohl aufgrund des ursprünglichen Buch-Covers (mit den Uniformen aus der Serie) als auch inhaltlich wäre es dort nicht wirklich aufgefallen. Zwar verzichten sie auch hier auf eine genaue zeitlich-"historische" Einordnung, aber auch abseits der diesmal richtigen Uniformen auf dem ursprünglichen Titelbild (auf dem Cover der deutschen eBook-Auflage ist es hingegen nicht mehr zu erkennen) ist es diesmal nicht zuletzt auch daran zu bemerken (und auffällig), als Pavel Chekov hier nicht mehr als Navigator, sondern Sicherheitschef seinen Dienst an Bord der Enterprise verrichtet. Dies bringt uns dann auch schon zum zweiten großen Pluspunkt: Während viele TOS-Romane das zentrale Triumvirat Kirk, Spock und McCoy beleuchten, wenden sich Cercone und Ecklar in erster Linie der zweiten Reihe zu, genauer gesagt Chekov, Sulu und Uhura. Das allein gibt "Der Saboteur" eine ganz eigene Dynamik und lässt ihn hervorstechen. Zumal mir das Zusammenspiel der Figuren, und die Kameradschaft, die dabei zum Vorschein kommt ("Ich könnte mir etwas völlig Sinnloses ausdenken." "Ja, darin bist du gut."), ausgesprochen gut gefallen konnte.

Zwar liegt in weiterer Folge der Schwerpunkt tendenziell auf Chekov (was ich ebenfalls als Plus empfand), dennoch spielen auch Sulu und Uhura im weiteren Verlauf des Geschehens eine wichtige Rolle. Und auch wenn der Fokus ganz klar auf ihnen liegt, wird natürlich auch auf den Rest der Besatzung – Kirk, Spock, Pille und Scotty – nicht vergessen. Last but not least ist "Der Saboteur" überaus kurzweilig – was nicht zuletzt daran liegt, dass L.A. Graf das Erzähltempo von Anfang bis Ende hoch halten. Dennoch darf man sich inhaltlich vom Roman nicht zu viel erwarten, erzählt dieser doch eine ziemlich austauschbare Geschichte ohne große Besonderheiten. Auch die Action ist zwar ausreichend vorhanden, um ebenfalls ihren Teil zum Unterhaltungswert beizutragen, aber jetzt nicht unbedingt sonderlich einfallsreich. Und nicht zuletzt hält sich die Spannung hier eher in Grenzen. Dies einerseits, weil wir halt von Anfang an wissen, dass niemand (oder zumindest niemand, der uns was schert) zu Schaden kommen wird. Aber auch, weil es die Autorinnen nur bedingt verstehen, durch ihren Schreibstil für Spannung und/oder eine dichte Atmosphäre zu sorgen. Ihre Stärken liegen eher in den Dialogen, und der treffenden Charakterisierung der Figuren – was sich dann eben auch auf das Endprodukt überträgt. Zuletzt noch ein paar Worte zur Übersetzung: Diese fühlte sich von Anfang an – dankenswerterweise – nicht nach Ronald M. Hahn an, auch wenn mich kurz die Verwendung "seines" Begriffs der Kreisbahn aus eben dieser warf. Davon abgesehen ist Harald Pusch zwar kein Andreas Brandhorst, schreibt aber deutlich flüssiger und weniger gestelzt als Hahn – und fängt generell, abseits einzelner Begriffe, den Ton der Serie (bzw. Filme) sehr gut ein.

Fazit: "Der Saboteur" ist sicherlich nicht der anspruchsvollste, faszinierendste und/oder komplexeste Roman, der je zu "Star Trek" geschrieben wurde. Als solcher ist er aber genau der richtige Lesestoff für die aktuellen Hundstage, wo das Hirn eh nur auf Sparflamme köchelt. "Der Saboteur" profitiert darüber hinaus von einem flüssigen Schreibstil und einem hohen Erzähltempo. Auch die Film-Ära lässt ihn hervorstechen. Vor allem aber hatte es mir der Schwerpunkt auf Chekov, Sulu und Uhura (statt immer nur Kirk, Spock und McCoy) angetan. Es ist vor allem dieser Aspekt, der "Der Saboteur" (positiv) hervorstechen lässt, und ihn trotz der wenig bemerkenswerten Handlung insbesondere für Fans der klassischen "Star Trek"-Serie (bzw. Filme) empfehlenswert macht.

Bewertung: 3/5 Punkten
Christian Siegel






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