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Star Trek - TOS: Identity Theft Drucken E-Mail
Pavel Chekovs Bewusstsein wird transferiert Kategorie: Star Trek (Literatur) - Autor: Christian Siegel - Datum: Sonntag, 10 Mai 2026
 
Cover (c) Pocket Books
Titel: "Star Trek - The Original Series: Identity Theft"
Bewertung:
Autor: Greg Cox
Übersetzung: -
Umfang: 338 Seiten
Verlag: Pocket Books (E)
Veröffentlicht: 02. Dezember 2025 (E)
ISBN: 978-1-6680-9662-8 (E)
Kaufen: Taschenbuch (E), Kindle (E)
 

Kurzinhalt: 2269: Die Enterprise wird zum Planeten Voyzr gerufen, auf dem seit Jahren ein erbitterter Bürgerkrieg herrscht. Captain James T. Kirk soll zwischen den beiden Parteien vermitteln – und tatsächlich gelingt es ihm mit Hilfe eines Tricks, beide Seiten an den Verhandlungstisch zu bekommen, woraufhin sie Frieden schließen. Zwanzig Jahre später sind jene Offiziere der Enterprise, die damals Teil der Außenmission waren, als Ehrengäste zu den Jubiläumsfeierlichkeiten auf Voyzr eingeladen. Doch nicht alle sind mit der damals getroffenen Vereinbarung zufrieden. Nach wie vor gibt es eine militante Gruppe der Voyzr, die glaubt, dass ihre Seite bei den Verhandlungen deutlich schlechter ausgestiegen ist, und deshalb Captain Kirk und seine Besatzung nicht als Helden feiert, sondern als Verräter verdammt. Sie planen bei den Feierlichkeiten einen Anschlag – und der damalige Fähnrich Pavel Chekov spielt dabei eine entscheidende Rolle. Denn ein paar Wochen vor der Zeremonie wird er entführt, und mit Hilfe der Maschine von Camus II das Bewusstsein zwischen ihm und einem Voyzr der Bewegung getauscht. Nachdem ihm die Flucht aus der Gefangenschaft gelungen ist, versucht er verzweifelt, die Enterprise zu warnen und den Anschlag zu verhindern. Sein Doppelgänger tut indes sein Möglichstes, um sich in die Crew zu integrieren, und keinen Verdacht zu erwecken…

Review: Ich lese ja gerade (parallel zur gelegentlichen Neuveröffentlichung) die TOS-Romane von Pocket Books aus den 90ern (die teilweise ebenfalls in der Film-Ära angesiedelt waren) – und "Identity Theft" fügt sich hier wunderbar ein. Nicht nur aufgrund des Settings; der ganze Romane machte auf mich einen wunderbar altmodischen, klassischen Eindruck, wie eben jene Bücher zur Original-Serie, die in den 70ern bis 90ern von Pocket Books veröffentlicht wurden, und hierzulande im Heyne-Verlag erschienen sind. Eben darin lag für mich dann auch seine größte Stärke. Mir gefiel darüber hinaus, wie sich Greg Cox hier mit Pavel Chekov eine Figur der zweiten Brückenreihe zur Brust nimmt, und ihn ins Zentrum des Geschehens stellt. Parallel dazu, notgedrungen aufgrund des Körpertauschs, lernen wir aber auch Ryjo – den jungen Voyzr, der seine Identität angenommen hat – besser kennen. Dort wiederum gefiel mir, wie die Zeit, die er an Bord der Enterprise verbringt, und insbesondere die Rettungsmission, zu der sie auf dem Weg nach Voyzr gerufen werden, zwingt, seine Vorstellungen (und Vorurteile) über Captain Kirk und seine Crew zu hinterfragen. Nicht zuletzt auch diesen Aspekt fand ich sehr spannend, insbesondere auch im Hinblick auf die dahintersteckende Aussage. Nämlich, dass es leichter ist, gesichtslose Feinde zu hassen, als wenn man sie näher kennenlernt, und die Menschen (oder ganz allgemein Wesen) dahinter erkennt. Und generell muss Ryjo erkennen, dass er da und dort falschen Annahmen und/oder Propaganda aufgesessen ist. Dass er dennoch, trotz aller sich daraus ergebender Zweifel, seiner Mission treu bleibt, war dann zwar wohl notwendig, um am Ende nochmal für ein bisschen Spannung zu sorgen. Und ich kann mir schon vorstellen, dass es manche sehr antiklimaktisch gefunden hätten, wenn Ryjo einfach aufgegeben hätte; zumal dann auch Chekovs Anstrengungen, die Enterprise zu warnen, sinnlos gewesen wären. Dennoch fand ich es doch fast ein bisschen schade.

Womit wir auch die Brücke zum zweiten Handlungsstrang geschlagen hätten: Denn parallel zu Ryjos Erlebnissen an Bord der Enterprise sehen wir auch, wie es Chekov gelingt, seinen Entführern zu entkommen, und er daraufhin alles daran setzt, um mit dem Schiff Kontakt aufzunehmen und sie im Hinblick auf den "falschen" Chekov und seine Pläne zu warnen. Dies stellt eben nicht nur, wie zuvor lobend erwähnt, Pavel Chekov stärker in den Mittelpunkt, und gibt ihm Gelegenheit, zu glänzen (da und dort hatte ich fast ein bisschen den Eindruck, dass der Roman von Cox – ähnlich wie "Living Memory" im Hinblick auf Nichelle Nichols – als Verbeugung vor Walter Koenig gedacht war; nur dass diese hier, im Gegensatz zum anderen Roman, nicht erst posthum erfolgte). Zudem lernen wir über seine Erfahrungen auch das Volk der Voyzr näher kennen. Auch das war durchaus interessant. Und dann ist da noch der Punkt, dass Greg Cox hier mit dem Körpertausch-Gerät von Camus II ein Abenteuer aus der klassischen Serie direkt referenziert, und damit quasi ein (wenn auch sehr loses) Sequel präsentiert. Auch solche Bezüge gefallen mir ja immer sehr gut. Für mehr als einen soliden Eindruck reicht es aber trotz dieser Stärken insgesamt nicht. Dafür mangelte es "Identity Theft" dann zu sehr an Spannung, und konnte Greg Cox eben dieses Manko auch nicht durch eine interessante Handlung, einen "sense of wonder" oder andere hervorstechende Eigenschaften kompensieren. Er bleibt zudem im Hinblick auf die Herausforderungen von Ryjo und seinen Leuten zu vage, als dass man im Hinblick auf diesen internen Konflikt einen ausreichenden Eindruck gewinnen könnte, um sich auf die eine oder die andere Seite zu schlagen. Da und dort wirkt es zudem doch etwas seltsam, dass man an Bord der Enterprise nicht schon früher vermutete, dass etwas mit Chekov nicht stimmt; vor allem auch im Hinblick auf frühere Erfahrungen, sei es nun rund um Kirk und Lester, die Ceti-Aale, oder andere Gelegenheiten, bei denen Besatzungsmitglieder unter einer fremden Kontrolle standen. Last but not least verpasste Cox hier leider die Gelegenheit, um uns über Chekov irgendetwas Neues zu erzählen. In dieser Hinsicht erweist sich "Identity Theft" in meinen Augen leider als verpasste Chance.

Fazit: "Identity Theft" stellt in erster Linie Pavel Chekov in den Mittelpunkt. Das ist für sich genommen ja grundsätzlich nett und positiv. Leider schien mir Greg Cox nur bedingt etwas mit ihm anzufangen wissen. Wir erfahren hier nicht wirklich etwas Neues, und im Gegensatz zu anderen Besatzungsmitgliedern wird bei ihm auch nicht wirklich deutlich, worin denn eigentlich sein Alleinstellungsmerkmal besteht. Letztendlich wäre die Story mit irgendeinem anderen Besatzungsmitglied der Enterprise, ob bekannt oder unbekannt, nicht großartig anders verlaufen. Auch die Spannung hält sich eher in Grenzen. Und da und dort muss man sich, vor allem aufgrund ihrer früheren Erfahrungen mit Besatzungsmitgliedern, die unter fremder Kontrolle stehen, doch wundern, dass die Warnglocken der Enterprise-Crew nicht schon viel früher und vor allem auch lauter schrillen. Dessen ungeachtet ist "Identity Theft" aber ein solider Roman, der gut zu unterhalten versteht. Er hat etwas sehr klassisches, fast schon altmodisches an sich; wie eins der Bücher, die in den 80ern und 90ern zur Serie (bzw. der Film-Ära) erschienen sind. Das hatte für mich durchaus seinen Reiz. Ungeachtet der Kritikpunkte war es auch definitiv schön, Pavel mal stärker im Mittelpunkt zu sehen. Vor allem aber hatte es mir der Teil rund um Ryji angetan, wo dieser erkennen muss, dass er mit seiner Einschätzung der Enterprise-Crew zumindest teilweise falsch gelegen ist. Fans der Original-Serie kann "Identity Theft" somit durchaus empfohlen werden.

Bewertung: 3/5 Punkten
Christian Siegel
(Cover © 2025 Pocket Books)





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