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Star Trek - TOS: Gesichter aus Feuer Drucken E-Mail
Wie Jim von David erfuhr Kategorie: Star Trek (Literatur) - Autor: Christian Siegel - Datum: Samstag, 21 März 2026
 
Cover (c) Heyne
Titel: "Star Trek: Gesichter aus Feuer"
Originaltitel: "Star Trek: Faces of Fire"
Bewertung:
Autor: Michael Jan Friedman
Übersetzung: Ronald M. Hahn
Umfang: 298 Seiten (Print-Ausgabe)
Verlag: Heyne (D), Pocket Books (E)
Erstveröffentlichung: 1996 (D), März 1992 (E)
Deutscher eBook-Release: 25. Februar 2014
ISBN: 978-3-641-11720-7 (D), 978-0-6717-4992-7 (E)
Kaufen: Kindle (D), Kindle (E)
 

Kurzinhalt: Die Enterprise stattet der Föderationskolonie auf Beta Canzandia III einen Besuch ab. Dort trifft Captain James T. Kirk nach rund zehn Jahren zum ersten Mal wieder auf seine frühere Geliebte Carol Marcus. Diese hat ihm bislang verschwiegen, dass sie einen gemeinsamen Sohn, David, haben, und möchte dieses Geheimnis auch weiterhin bewahren. Als jedoch Dr. McCoy bei der medizinischen Untersuchung unweigerlich die Herkunft von David feststellt, ist sie auf dessen Diskretion angewiesen. Kurz darauf wird die Enterprise zum Planeten Alpha Maluria VI gerufen, um in einem drohenden Bürgerkrieg zu vermitteln. Spock bleibt jedoch vorerst auf Beza Canzandia III, um den Wissenschaftlern dort bei ihren Experimenten zu helfen. Nur kurz nachdem die Enterprise losgeflogen ist, wird die Kolonie von Klingonen angegriffen…

Review: Wie ich immer festhalte: Grob geordnet gibt es zwei Arten von "Star Trek"-Romanen: Jene, die in der Tradition der früheren Serien ein eigenständiges, unabhängiges Abenteuer erzählen, und sich somit als eine Art verlorene Episode der jeweiligen Serie verstehen. Und dann jene, die sich anschicken, Lücken in der "Star Trek"-Historie zu schließen. Für mich hat grundsätzlich beides seinen Reiz (und damit seine Daseinsberechtigung), als jemand, der auf Kontinuität wert legt, hatte ich jedoch tendenziell schon immer eher ein Faible für Zweiteres. Beste Voraussetzungen also für "Gesichter aus Feuer", wo Michael Jan Friedman behandelt, wie Jim von David erfuhr. Leider aber hat mich der Roman insgesamt, wie die meisten "Star Trek"-Werke des Autors, nur bedingt überzeugt. Doch beginnen wir mit den positiven Aspekten. So gibt es hier zweifellos einige wirklich starke Momente, wie z.B., wenn McCoy die Wahrheit über David erfährt (und daraufhin, da er zu Verschwiegenheit verpflichtet ist, Kirk an Bord der Enterprise meidet). Aber auch die Begegnungen zwischen Jim und Carol sind sehr gut geschrieben. Sei es ihr erstes Wiedersehen, oder dann auch der Abschied, nachdem er die Wahrheit über David erfahren hat, und Carol den Grund für ihre Entscheidung erklärt. Und ganz allgemein hat die Idee, uns diesen entscheidenden Moment in Kirks Leben zu zeigen (und so "Der Zorn des Khan" den Weg zu ebnen), definitiv seinen Reiz.

Leider aber steckt der Teufel im Falle von "Gesichter aus Feuer" wieder einmal im Detail. Das beginnt schon bei Davids Alter, welches mir angesichts der Einstufung des Romans in der Mitte der ersten Fünfjahresmission unter Kirk nicht 100%ig zu passen schien. Geht über die Art und Weise, wie nach McCoy hier dann auch Spock Davids Ursprung erkennt; angefangen dabei, dass er sich wundert, dass sich dieser im Gegensatz zu den anderen Kindern mit seinen Vornamen vorstellt – denn woher will Spock wissen, dass das nicht sein Nachname ist (man denke nur an den "Star Trek"-Autor Peter David)?! Aber auch, wie er dann aus seinem Verhalten (welches wohl genetisch vererbt wird?!) ableiten will, dass er Kirks Sohn ist, hat mich überhaupt nicht überzeugt. Der letzte Punkt ist dann, wie Michael Jan Friedman hier auf Teufel komm raus versucht, Davids ablehnende Haltung der Sternenflotte gegenüber aus "Der Zorn des Khan" mit den Ereignissen hier zu erklären. Mir ist natürlich bewusst, dass Kinder nicht immer rational agieren und denken, aber David ist hier ja keine fünf oder sechs, sondern zehn. Einige seiner Gedanken hier wirkten auf mich dementsprechend überhaupt nicht nachvollziehbar. Insbesondere natürlich, dass er hier am Ende dann der Sternenflotte, die zu ihrer Rettung geeilt ist, vorwirft, dass die zuvor bereits aggressiv agierenden Klingonen beim Rückzug das Labor zerstörten ("Warum hatte das Militär es für nötig gehalten, hier aufzukreuzen, um die Klingonen mit Phasern und Photonentorpedos wütend zu machen?"). Den Vogel schoss aber folgende Textstelle im Hinblick auf Jim ab: " Was fiel diesem Mann eigentlich ein, die Pflanzen seiner Mutter anzufassen?". Sorry, aber das war dann nicht einmal mehr "nur" verkrampft und konstruiert, sondern einfach nur mehr lächerlich.

Apropos lächerlich: Übersetzer Ronald M. Hahn hat sich hier leider ebenfalls wieder einmal alles andere als mit Ruhm bekleckert. Es ist echt auffällig, wie man wenn man schon ein paar "Star Trek"-Romane gelesen hat seine extrem gestelzte Ausdrucksweise schon auf den ersten Seiten erkennt, noch lange bevor die ersten "Star Trek"-untypischen Ausdrücke wie "Kreisbahn" auftauchen, die ihn dann endgültig und definitiv als Übersetzer ausweisen. So seufzt Carol Marcus an einer Stelle "wie ein lecker Ballon" (was mich echt kurz stutzen ließ, da ich im ersten Moment lecker im Sinne von schmackhaft, und nicht undicht, verstanden hatte). Am "besten" war aber folgende Textstelle: "Und dann eruptierte die ganze Kuppel wie ein erwachender Vulkan in einem unerwarteten Paroxysmus der Zerstörung". Ganz ehrlich: Da wäre ich auch fast eruptiert (und nicht auf die gute Weise), und hätte fast in bester Kirk-Manier einen verzweifelten Wutschrei losgelassen (nur halt mit "Haaaaaahn!" statt "Khaaaaaan!"). Die von Andreas Brandhorst übersetzten Romane lesen sich einfach so viel flüssiger und angenehmer; zumal der im Vergleich zu Hahn auch mit den üblichen Ausdrücken aus der Serie vertraut ist (während es Hahn ganz offensichtlich nicht für notwendig erachtete, sich mit dieser zu befassen) – als Beispiel sei "Langes Leben und Wohlstand" genannt, was eben nicht der in den Serien und Filmen gängigen Übersetzung von "Live long and prosper" entspricht. Als letzter Kritikpunkt an "Gesichter aus Feuer" ist dann – um wieder vom Übersetzer zum Autor zurückzukehren – die eher schwache Handlung auf Beza Canzandia III zu erwähnen. Man merkt, dass Friedman nach irgendeinem Grund gesucht hat, warum die Enterprise die Kolonie verlassen muss, damit die Klingonen sie angreifen können. Leider aber fand ich alles rund um den drohenden Bürgerkrieg auf dem Planeten nie interessant, geschweige denn spannend. Insofern zog auch dieser Nebenplot den Gesamteindruck eher nach unten.

Fazit: "Gesichter aus Feuer" ist leider wieder einmal einer jener Romane, wo mir die Idee deutlich besser gefällt als die Umsetzung. Zwar muss ich Michael Jan Friedman zugutehalten, zumindest die entscheidenden Momente rund um Carl Marcus und James T. Kirk sehr gut hinbekommen zu haben; das waren auch jene Stellen, an denen der Roman am hellsten strahlte. Neben diesem Licht gab es aber leider auch einiges an Schatten, angefangen bei einigen sehr erzwungen wirkenden Entwicklungen und/oder Gedanken der Figuren (insbesondere dann von David am Ende), über die ziemlich lahme und langweilige Handlung auf Beta Canzandia III, bis hin zu Hahns gestelzter Übersetzung (auch wenn Friedman dafür natürlich nichts kann). Und so macht "Gesichter aus Feuer" insgesamt leider doch einen nur durchschnittlichen Eindruck – was angesichts des vorhandenen Potentials doch etwas schade ist.

Bewertung: 2.5/5 Punkten
Christian Siegel






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