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Star Trek - TNG: Das letzte Aufgebot Drucken E-Mail
Ein solider, klassisch-altmodischer TNG-Roman Kategorie: Star Trek (Literatur) - Autor: Christian Siegel - Datum: Samstag, 07 September 2019
 
Cover (c) Heyne
Titel: "Star Trek - TNG: Das letzte Aufgebot"
Originaltitel: "Star Trek: The Last Stand"
Bewertung:
Autor: Brad Ferguson
Übersetzung: Bernhard Kempen
Umfang: 313 Seiten (Print-Ausgabe)
Verlag: Heyne
Erstveröffentlichung: Oktober 1995 (E) bzw. 1998 (D)
Deutscher eBook-Release: 25. Februar 2014
ISBN: 978-3-641-11703-0
Kaufen: Taschenbuch (D), Kindle (D), Taschenbuch (E), Kindle (E)
 

Kurzinhalt: Als die U.S.S. Enterprise ein Sonnensystem erforscht, stoßen sie auf zwei Planeten, die vor langer Zeit eine Zivilisation beheimateten, die jedoch schon vor Jahrtausenden scheinbar ausgelöscht wurden. Der eine Planet fiel einem nuklearen Krieg zum Opfer, auf dem anderen raffte ein Virus die Bevölkerung dahin. Dafür ist das nächstgelegene Sonnensystem bewohnt, und als die Enterprise den Planeten scannt, macht man eine überraschende Entdeckung: So scheint es sich bei den dortigen Lebewesen um die Nachfahren von jenem Planeten zu handeln, der durch einen Atomkrieg unbewohnbar wurde. Offenbar ist es einer kleinen Gruppe Kolonisten gelungen, der Apokalypse zu entfliehen. Doch die Lenthantaner reagieren mit Misstrauen auf die intergalaktischen Besucher, leben sie doch in ständiger Angst vor den Krann – ihren früheren Nachbarn, die sie, so glauben die Lenthantaner, in Kürze auslöschen werden. Tatsächlich kommt es während des Besuchs der Enterprise-Delegation zu einem Angriff, und daraufhin entdeckt man tausende von Schiffen im Sonnensystem, die sich unter einem Tarnschirm verborgen haben. Die Krann sind in der Tat gekommen, um ihre alten Feinde auszulöschen, und so für jene schreckliche Taten, die ihnen vor unzähligen Generationen angetan wurde, Rache zu üben. Captain Picard versucht, zwischen beiden Mächten zu vermitteln – doch der Holocaust schein unausweichlich…

Review (enthält Spoiler!): Von Brad Fergusons "Lost Years"-Roman "Eine Flagge voller Sterne" war ich ja – vor mittlerweile fast sechs Jahren – doch eher weniger angetan. Mit "Das letzte Aufgebot" ist ihm jedoch ein sehr gutes TNG-Abenteuer gelungen, das bei mir vor allem mit der spannenden Ausgangssituation, und der darin vermittelten Message, punkten konnte. Vor Jahrtausenden haben die Lenthanta den Krann furchtbares Unrecht angetan. Sie haben die Bewohner ihres Nachbarplaneten Generationen lang versklavt und ausgebeutet – ehe sich diese schließlich gegen ihre Peiniger erhoben und sie von ihrem Planeten vertrieben. Doch damit war der Rachedurst der Krann noch nicht gestellt. Sie griffen daraufhin ihren Heimatplaneten mit Atomwaffen an, und machten ihn so unbewohnbar. Doch selbst damit war in ihren Augen der Gerechtigkeit noch nicht Genüge getan – gelang einigen Lenthantanern doch die Flucht. Und so haben sie ihre Feinde in dieses neue Sonnensystem verfolgt, wobei sie von ihrem eigenen Planeten vor einer todbringenden Seuche geflohen sind, und sich daraufhin in einem Netzwerk aus Schiffen einen neuen Lebensraum geschaffen haben. Die Lanthantaner wiederum sind sich ihren schändlichen Taten bewusst – und harren vermeintlich widerstandslos ihrer Vernichtung. Doch wie sich erst am Ende herausstellt, verbergen sie ein Geheimnis: Sie sind deshalb bereit, sich von den Krann vernichten zu lassen, um diese im Glauben zu lassen, dass sie dann auch wirklich das gesamte Volk ausgelöscht hätten; stattdessen sind sie nur die Nachkommen von einem Teil jener Vorfahren, die einst von ihrem unbewohnbar gewordenen Planeten aufgebrochen sind.

Diese gesamte Geschichte fand ich ungemein interessant. Einerseits, weil es hier kein definitives Gut oder Böse gibt, da beide Seiten der anderen in der Vergangenheit oder Gegenwart Unrecht getan haben. Darüber hinaus zeigt "Das letzte Aufgebot" sehr schön, wie tiefe Wurzeln Hass zu schlagen vermag, um daraufhin über Generationen hinweg auszuwuchern. Und dann kommt da noch die interessante Komponente hinzu, dass ein Großteil der Bevölkerung der Krann gar nichts mehr von den Lanthantanern – und deren schrecklichen Taten in der Vergangenheit gegen ihr eigenes Volk – gar nichts mehr weiß. Sie sind vielmehr unbewusste Komplizen eines geplanten Völkermords, der von ihren Anführern, ihrer Elite, angestrebt wird. Auch das war ein so interessanter wie verstörender Gedanke. Aber auch die Idee mit dem Netzwerk aus Schiffen, das den Lebensraum eines Planeten ersetzt (statt einfach "nur" einer Raumstation – welche ein wesentlich gewöhnlicheres Konzept ist) hatte es mir angetan. Und insgesamt hat Brad Ferguson diese beiden Zivilisationen einfach sehr gut ausgearbeitet, und stellt uns diese anhand von einzelnen Persönlichkeiten vor, so dass wir sowohl von den Lanthantanern als auch den Krann einen Eindruck gewinnen. Allerdings: Die Enterprise-Crew rückt gegenüber dieser sehr interessanten Handlung teilweise fast schon ein wenig in den Hintergrund, und bekommt nur vergleichsweise wenig Gelegenheit, sich so richtig in Szene zu setzen. Alles rund um die verdeckte Mission an Bord des Krann-Schiffs fand ich eine Spur zu lang (und uninteressant). Vor allem aber bin ich mir nicht sicher, ob ich nicht doch einen düsteren Ausgang des Geschehens vorgezogen hätte. Ferguson flirtet am Ende mit einem ebensolchen, nur um dann doch nochmal einen Rückzieher zu machen. Die im Roman steckende Aussage wäre mit dem unglücklichen Ende aber in meinen Augen doch noch die Spur stärker gewesen. Davon abgesehen ist "Das letzte Aufgebot" aber ein starker Roman, den ich nicht nur für "Star Trek"-Fans für lesenswert halte.

Fazit: An "Das letzte Aufgebot" hatte es mir vor allem das Grundkonzept rund um zwei seit Jahrtausenden verfeindete Völker angetan, die nun davorstehen, sich endgültig gegenseitig auszulöschen. Dabei macht Brad Ferguson deutlich, dass es in diesem Konflikt keine Seite gibt, die im Recht ist; beide haben in der Vergangenheit unvorstellbare Dinge getan – und sind dabei, dies nun in der Gegenwart zu wiederholen. Zusätzlich aufgewertet wird diese Ausgangssituation durch so interessante Einfälle wie ein Netzwerk von Raumschiffen als Planeten-Ersatz, dass ein Großteil der Bevölkerung auf beiden Seiten vom drohenden Untergang nichts mitbekommt (und somit der Krieg in erster Linie von den Eliten ausgetragen wird), sowie der netten Offenbarung am Ende. Allerdings: Unsere Helden von der NCC-1701-D können sich bei "Das letzte Aufgebot" doch nur eher sporadisch in Szene setzen. Zu Beginn des letzten Drittels gönnt sich der Roman einen etwas zu langen Umweg. Vor allem aber bin ich mir nicht sicher, ob ich nicht doch einen anderen Ausgang vorgezogen hätte. Insgesamt ist "Das letzte Aufgebot" aber ein sehr gelungener Roman mit wichtiger Message.

Bewertung: 3.5/5 Punkten
Christian Siegel






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