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Star Trek - TOS: Der letzte Schachzug Drucken E-Mail
Nicht-Kanon-Einblick in die klingonische Kultur Kategorie: Star Trek (Literatur) - Autor: Christian Siegel - Datum: Samstag, 18 Mai 2019
 
Cover (c) Heyne
Titel: "Star Trek - TOS: Der letzte Schachzug"
Originaltitel: "Star Trek: The Final Reflection"
Bewertung:
Autor: John M. Ford
Übersetzung: Andreas Brandhorst
Umfang: 330 Seiten (Print-Ausgabe)
Verlag: Heyne
Erstveröffentlichung: März 1984 (E) bzw. 1988 (D)
Deutscher eBook-Release: 25. Februar 2014
ISBN: 978-3-641-11455-8
Kaufen: Taschenbuch (D), Kindle (D), Taschenbuch (E), Kindle (E)
 

Kurzinhalt: Leonard McCoy weist Spock und Kirk auf ein neu veröffentlichtes Buch hin, dass die ersten diplomatischen Treffen zwischen der Föderation und dem klingonischen Reich dramatisiert aufbereitet. In "Der letzte Schachzug" wird erzählt, wie der klingonische Kommandant Krenn auf den pazifistischen Föderations-Botschafter Tagore trifft, den er zur klingonischen Heimatwelt bringen soll – und wie sich zwischen ihnen eine Freundschaft entwickelt. Ein Jahr später findet dann die erste Babel-Konferenz statt – und man wird auf ein Komplott aufmerksam, mit dem ein Krieg zwischen der Föderation und dem klingonischen Reich inszeniert werden soll…

Review: Bei uns ist "Der letzte Schachzug" erst nach Diane Duanes Roman "Der Feind, mein Verbündeter" erschienen, in den USA war John M. Fords Beleuchtung der Klingonen jedoch ein paar Monate vor Diane Duanes Roman, der ein genaueres Licht auf die Romulaner warf, in den Regalen. In beiden Fällen ergibt sich das Problem, dass den hier vorgestellten Hintergrundinformationen in weiterer Folge innerhalb der "Star Trek"-Kontinuität widersprochen wurde. Insofern war die mangelnde Ausarbeitung der Hintergründe bei der klassischen "Star Trek"-Serie ein zweischneidiges Schwert. Einerseits lies es AutorInnen wie Diane Duane oder John M. Ford alle Freiheiten, um diese in den Büchern genauer auszuarbeiten. Andererseits hatten sie eben auch so gut wie keine offiziellen Informationen, auf die sie zurückgreifen konnten – und gingen damit unweigerlich das Risiko ein, dass ihren Büchern in weiterer Folge widersprochen werden würde. Und in der Tat ist es schwer bis unmöglich, "Der letzte Schachzug" mit dem etablierten "Star Trek"-Kanon in Einklang zu bringen. Insofern kann ich den Roman schon mal nur jenen empfehlen, für die eben dies kein Manko darstellt, und die auch an einem alternativen, nicht-offiziellen Hintergrund Interesse haben. Generell muss ich aber leider sagen, dass ich Diane Duanes Umsetzung des gleichen Konzepts weitaus gelungener fand. Diese achtete nämlich darauf, dass trotz aller Beleuchtung der romulanischen Kultur die Verbindung zur alten "Star Trek"-Serie erhalten bleibt – da Kirk, Spock, McCoy & Co. im Geschehen dort eine wichtige Rolle spielten – und dem geneigten "Star Trek"-Fan somit quasi als Anker dienten. Bei John M. Ford hingegen ist eine solche Verbindung nur äußerst rudimentär vorhanden. Wir bekommen einen kurzen Prolog und Epilog mit den bekannten Figuren – davon abgesehen gibt es zur klassischen Serie de facto keine Verbindung.

Eben dies ist dann auch mein größter Kritikpunkt an "Der letzte Schachzug". Unabhängig vom mangelnden Auftritt von Kirk, Spock, McCoy und Co. fühlte ich mich leider nur ausgesprochen selten in einem "Star Trek"-Roman. Vielmehr hatte ich bei "Der letzte Schachzug" den Eindruck, dass dies ursprünglich ein unabhängiger, eigenständiger SF-Roman war, den Ford an keinen Verlag bringen konnte, und es daraufhin innerhalb des "Star Trek"-Universums versuchte. Die hier vorgestellten Klingonen haben mit denen, die wir aus den Serien – auch der Originalserie – kennen, nichts zu tun, und auch sonst erkannte ich das bekannte "Star Trek"-Universum kaum wieder. Sehr irritiert war ich zudem davon, welchen großen Stellenwert – vor allem zu Beginn – das Spiel Klin Zha einnimmt. Ich fand dieses leider überhaupt nicht interessant, weshalb mich die entsprechenden Stellen doch ordentlich gelangweilt haben. Eher verkrampft fand ich auch die Auftritte des jungen Spock, sowie von Leonards Großvater. Und generell muss ich leider sagen, die hier vorgestellten Figuren nicht wirklich interessant gefunden zu haben. Zumindest eines muss ich "Der letzte Schachzug" aber zugutehalten: John M. Ford war der erste, der die Klingonen aus dem Eck des eindimensionalen Bösewichts geholt hat, und eine andere Seite von ihnen zeigte – und das noch einige Jahre vor ihrer Rehabilitation in "The Next Generation". Vielmehr ist es hier ein korrupter Admiral der Föderation, der als Haupt-Aggressor auf den Plan tritt. Das ist ihm zweifellos ebenso anzurechnen, wie die generelle, hier vermittelte Aussage, dass die Geschichte immer vom Sieger geschrieben wird. Inhaltlich hat mich "Der letzte Schachzug" aber, vor allem in der ersten Hälfte, doch eher gelangweilt.

Fazit: John M. Fords Zielsetzung bei "Der letzte Schachzug" ist zweifellos lobenswert – das Endergebnis in meinen Augen aber leider weniger. Im Gegensatz zu Diane Duane, die kurz darauf mit "Der Feind, mein Verbündeter" ähnliches für die Romulaner versuchte, verzichtet er fast vollständig auf eine Verbindung zur klassischen Serie. Sein Roman, der ein anderes Bild auf die Klingonen wirft, leidet zudem darunter, dass man in weiterer Folge den hier präsentierten Informationen nicht folgte, und sich Fords Erzählung somit kaum mit dem etablierten Kanon in Einklang bringen lässt. Am schwersten wiegt für mich aber, dass ich einerseits die hier erzählte Geschichte nur bedingt interessant fand, und auch, dass sich "Der letzte Schachzug" generell kaum wie "Star Trek" anfühlt. Einzelne interessante, lobenswerte Ansätze will ich John M. Fords Roman nicht absprechen – wirklich empfehlen kann ich ihn aber leider nicht.

Bewertung: 1.5/5 Punkten
Christian Siegel


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