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Star Trek - Rise of the Federation: Am Scheideweg Drucken E-Mail
Die Kinderkrankheiten der Föderation Kategorie: Star Trek (Literatur) - Autor: Christian Siegel - Datum: Montag, 07 August 2017
 
Cover (c) Cross Cult
Titel: "Star Trek - Rise of the Federation: Am Scheideweg"
Originaltitel: "Star Trek - Rise of the Federation: A Choice of Futures"
Bewertung:
Autor: Christopher L. Bennett
Übersetzung: Bernd Perplies
Umfang: 380 Seiten
Verlag: Cross Cult
Veröffentlicht: 02. Mai 2017 (D)
ISBN: 978-3-95981-188-0
Kaufen: Taschenbuch (D), Kindle (D), Taschenbuch (E), Kindle (E)
 

Kurzinhalt: Die nach dem romulanischen Krieg ins Leben gerufene Vereinte Föderation der Planeten – ein Bündnis aus Menschen, Vulkaniern, Andorianern und Tellariten – versucht, neue Mitglieder zu finden, die sich der jungen Allianz anschließen wollen. Die von der Föderation angestrebte rasche Expansion führt jedoch aufgrund der militärischen Macht, die sie darstellt, bei einigen unabhängigen Welten zu großer Sorge. Auch das Verbrechersyndikat der Orioner ist über diese Entwicklung alles andere als erfreut – und schmiedet ein Komplott, um die Föderation zu stabilisieren. Geht es nach ihnen, soll sich die Vereinte Föderation der Planeten auflösen, noch ehe sie die Kinderstube verlassen hat. Admiral Archer und seine früheren Besatzungsmitglieder von der Enterprise versuchen, genau das zu verhindern. Doch die Gräben zwischen den Mitgliedern der Föderation, insbesondere den Vulkaniern und Andorianern, sind immer noch tief…

Review: Mit der Serie "Enterprise" wurde ich ja erst ab der dritten Staffel langsam warm (und auch da gab's noch den einen oder anderen Ausfall); ihr größter Fan wurde ich aber nie. Den Romanen, die an die Serie anknüpften, ist es bislang aber trotzdem durchaus gelungen, mich gut zu unterhalten, was in erster Linie für die Mini-Reihe über den romulanischen Krieg gilt. Mit "Am Scheideweg" gehen die "Enterprise"-Romane nun in die neu geschaffene Reihe "Rise of the Federation" über. Statt Michael A. Martin und Andy Mangels, die bei den Enterprise-Romanen federführend waren, schmeißt sich hier nun vielmehr Christopher L. Bennett in den Ring. Dessen Schaffen im "Star Trek"-Bereich wird von mir zumeist ja durchaus geschätzt, "Am Scheideweg" konnte für mich aber leider an die Bücher zum romulanischen Krieg nicht mehr ganz anknüpfen. Wo diese mit einer dramatischen Handlung punkten konnten, ist der Einstieg in die "Rise of the Federation"-Reihe nämlich noch arg unspektakulär und wenig spannend. Ja, es gibt ein paar Scharmützel und Intrigen, aber diese waren überwiegend zu durchschaubar, und ich hatte auch nie den Eindruck, dass hiervon eine ernste Gefahr für die Föderation ausgegangen wäre. Möglich, dass dies damit zusammenhängt, dass Bennet die Schachfiguren hier erstmal in Stellung bring, und weitere Romane vom Aufbau hier profitieren werden. Für sich genommen war "Am Scheideweg" aber noch gänzlich unbemerkenswert.

Wo sich Bennet für die weiteren Romane auch noch Luft nach oben lässt, ist bei den Figuren. So beschäftigt er sich hier in erster Linie mit den altbekannten Charakteren, aber die wenigen neuen Personen die hier vorkommen wird leider so wenig Aufmerksamkeit geschenkt, dass sie keinen Eindruck hinterlassen. Etwas, dass ich mit für die größte Stärke der sogenannten "2nd Decade"-Romane von "The Next Generation" halte (sprich jene, die an "Nemesis" anknüpfen) ist ja, dass man dort nicht zurückblickte und mutig eine neue Brückencrew vorstellte, deren Neuzugänge sich vor den alten Helden, die mittlerweile weitergezogen sind, nicht verstecken mussten. Eben dies vermisse ich hier, sowohl was die Endeavour als auch die Pioneer betrifft. In beiden Fällen konzentriert man sich in erster Linie auf T'Pol, Reed, Mayweather, Sato, Phlox, und natürlich Admiral Archer – wobei auch Trip wieder einen kurzen Gastauftritt erhält. Ja selbst die Neuzugänge sind nicht immer gänzlich neu, handelt es sich doch bei einem von ihnen um Tobin Dax, und ein andermal um einen Vorfahren von James T. Kirk. Und selbst die werden, zumindest hier im ersten Band, noch kaum beleuchtet. Aus meiner Sicht eine vertane Chance, um die Fortsetzung zu "Enterprise" klar von der Serie abzugrenzen und mit ihr neue Wege zu beschreiten.

Immerhin, die aus der Serie bekannten Figuren werden von Bennett sehr gut getroffen. Interessant fand ich zudem die Entwicklung, die Reed hier durchmachen musste, und die der Figur, die bis zuletzt in der Serie leider sehr blass blieb, mehr Tiefe verlieh. Zudem wurde "Am Scheideweg" dank Bennetts schriftstellerischer Qualität selbst angesichts der Tatsache, dass die großen Spannungsmomente oder eine mein Interesse weckende Handlung fehlten, nie wirklich langweilig. Positiv fand ich auch die Offenbarung rund um die Langzeitschäden des Transporters, welche diese Technologie soweit es den Personentransport betrifft wieder auf Notfälle reduziert, und damit die Reihe wieder von den später spielenden Serien abgrenzt. Die größte Stärke war für mich aber sein Talent dafür, sich aus dem Kontinuitätsfundus zu bedienen und einige Völker und Figuren aus der Serie zurückzubringen. Zugegebenermaßen ist mir "Enterprise" – eine Serie, die ich erst 1-1/2x gesehen habe (sprich 1x nicht ganz) – längst nicht so gut in Erinnerung wie insbesondere TOS und TNG, weshalb er bei mir diese spezifische Stärke nicht ganz so sehr ausspielen konnte, wie das bei jemandem der Fall sein wird, dessen Erinnerungen an die Serie noch wesentlich ausgeprägter sind. Dennoch wusste ich diese Aufmerksamkeit und Mühe durchaus zu schätzen. Und wenn sich aus all der Vorbereitung hier in weiterer Folge tatsächlich auch noch eine packende und interessante Handlung entwickelt, dann war es den wenig begeisternden Einstieg rückwirkend betrachtet ja vielleicht doch noch wert.

Fazit: "Am Scheideweg" konnte mich leider nicht wirklich packen. Angesichts des Schwerpunkts dieser neuen Reihe auf den titelspendenden "Rise of the Federation" wäre es vielleicht besser gewesen, sich stärker auf die politischen Winkelzüge und diplomatischen Bemühungen zu konzentrieren, statt den Schwerpunkt weiterhin auf den Abenteuern von Raumschiffen zu belassen und damit den Lebensweg der aus der Serie bekannten Figuren weiterzuverfolgen. Denn so war vom eigentlichen Aufstieg der Föderation irgendwie nicht viel zu spüren. Oder wenn man schon bei den Forschungsmissionen bleibt, warum nicht den Fokus auf die Bemühungen legen, weitere Planeten und Völker in die Föderation aufzunehmen? Stattdessen bekommen wir eine wenig packende Handlung rund um die Intrigen der orionischen Piraten, die junge Föderation im Keim zu ersticken, was zumindest von mir mit eher mäßigem Interesse verfolgt wurde. Zudem ist die Handlung aufgrund von mehreren Schauplätzen sehr zerfahren, wobei sich Bennett noch dazu viel zu sehr auf die bekannten Figuren konzentriert, statt auch neue Charaktere vorzustellen und ihnen Tiefe zu geben. Immerhin ist der Roman, wie vom Autor nicht anders gewohnt, soweit gut geschrieben, und vor allem die zahlreichen Rückgriffe auf die "Enterprise"-Kontinuität (auch wenn ich nicht einmal die Hälfte davon ohne Nachzulesen nicht kapiert hatte) wusste ich zu schätzen. Insgesamt war mir "Am Scheideweg" aber zu viel Fan-Service und zu wenig Mut, dorthin vorzustoßen, wo noch kein "Star Trek"-Roman zuvor gewesen ist.

Bewertung: 2/5 Punkten
Christian Siegel



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