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Star Trek - DS9: Das Böse Drucken E-Mail
Interessante Grundidee, schwache Umsetzung Kategorie: Star Trek (Literatur) - Autor: Christian Siegel - Datum: Montag, 22 Mai 2017
 
Cover (c) Heyne
Titel: "Star Trek - DS9: Das Böse"
Originaltitel: "Star Trek: Warped"
Bewertung:
Autor: K. W. Jeter
Übersetzung: Andreas Brandhorst
Umfang: 282 Seiten (Print-Ausgabe)
Verlag: Heyne
Erstveröffentlichung: März 1995 (E) bzw. 2000 (D)
Deutscher eBook-Release: 25. Februar 2014
ISBN: 978-3-641-13431-0
Kaufen: Taschenbuch (D), Kindle (D), Taschenbuch (E), Kindle (E)
 

Kurzinhalt: Eine neue Technologie in den Holosuiten von Deep Space Nine macht ihre Benutzer zu wahnsinnigen Mördern. Sisko lässt sie zwar daraufhin abbauen und verbieten, doch ihr Schöpfer McHague hat bereits den nächsten Markt im Auge: Auf Bajor soll eine Vergnügungsstadt entstehen, mit der man auch die Wirtschaft wieder ankurbeln will. Doch Moagitty, so der Name der Stadt, droht in einer Katastrophe zu enden…

Review: Während K.W. Jeters erster "Deep Space Nine"-Roman bei mir zumindest was das schriftstellerische betrifft bei mir noch überraschend gut weg kam (bin ich doch sonst eher nicht wirklich ein Freund seines Schreibstils), schlugen die typischen Schwächen, die ich mit seinen Werken (soweit ich sie bislang gelesen habe) in Verbindung bringe, wieder voll und ganz zu. Dies gilt insbesondere für seinen sehr ausschweifenden Schreibstil, der sich vor allem wieder einmal in elendslangen Dialogen ausdrückt. Vor allem das zentrale Gespräch zwischen Sisko und McHague in etwa zur Mitte des Buchs, welches über satte fünfzehn Seiten geht, sticht diesbezüglich hervor. Völlig ausufernd bis hin zu richtiggehend erschöpfend werden hier wieder die Motive, Pläne und Ziele der handelnden Personen besprochen, werden Dinge hinterfragt und erklärt, die keiner Hinterfragung und/oder Erklärung bedurften, bis man sich als Zuschauer einfach nur wünscht, dass das Gespräch endlich vorbei ist – ja selbst wenn dies bedeuten würde, dass ein großer Weltraumwal aus dem Wurmloch hervorkommt und die Station verschlingt. ALLES wäre besser, als den beiden noch weiter bei ihrem belanglosen Palaver zuzulesen. Auch spätere Dialoge sind teilweise viel zu ausgedehnt und in einem unnötig plappernd-schwafelnden Ton gehalten, der auch oftmals nicht zu den Figuren passen will. So kann man dem Leser den Spaß halt auch verderben.

Wobei im Falle von "Das Böse" sein ausschweifender Schreibstil nicht das einzige Problem ist. So ist die Grundidee rund um die Holo-Technologie zwar nicht uninteressant, lässt aber aus meinen Augen ungemein viel Potential ungenutzt liegen. Denn sowohl aus der daraus resultierenden Mordserie als auch generell der Gefahr für die Psyche der Benutzer hätte man weitaus mehr machen können. Ich persönlich hätte jedenfalls gern noch viel mehr Momente gesehen, in denen sich Sisko oder andere ins Holodeck begeben und Horrorvisionen erleben. Doch statt in eine solche psychologische Richtung zu gehen, die uns einen interessanten Einblick in die Figuren hätte verschaffen können, macht Jeter daraus lieber ein Abenteuer, in dem in weiterer Folge mindestens mal das Schicksal Bajors, wenn nicht gar der gesamten Galaxis (so genau habe ich das mit dem Wirken des titelspendenden Bösen offen gestanden nicht verstanden; mir war das insgesamt doch zu abstrakt), auf dem Spiel geht. Meh. Generell wirkte alles rund um Bajor seltsam aufgesetzt. Vor allem Kiras kurzer Ausflug inklusive Begegnung mit der Separationsfront (überhaupt: Separationsfront? Von wem oder was will sich Bajor denn separieren? Sie sind ja noch nicht mal Teil der Föderation) wirkt wie ein Fremdkörper bzw. wie ein nachträglicher Einfall, so als wäre Jeter fertig gewesen und dann hätte der Verlag entschieden, daraus eine Luxus-Hardcover-Variante zu machen, wofür man aber noch ein paar Seiten mehr brauchte. Letztendlich ist alles rund um die Unruhen auf Bajor aber unnötiger Ballast ohne Verknüpfung und/oder Bedeutung zur im Zentrum stehenden Handlung.

Wie mir generell die Darstellung Bajors nicht wirklich geschmeckt hat, und auch nicht im Einklang mit der Darstellung aus der Serie zu sein schien. So wird z.B. von Hungersnöten berichtet; zumindest mir fiel es aber sehr schwer, zu glauben, dass die Föderation da tatenlos zusehen und keine Hilfsgüter zum Planeten schicken würde. Und auch die Figuren wirken nicht immer sonderlich gut getroffen, wie z.B. wenn Sisko frustriert-zornig in Anwesenheit anderer mit der Faust auf den Tisch schlägt. Mal abgesehen davon, dass der Sisko den ich aus der Serie kenne zu solchen Gewaltausbrüchen nicht wirklich neigt und mit seinem Frust auf andere Art und Weise umgeht, erschien mir vor allem auch die öffentliche Zurschaustellung dieses Wutausbruchs höchst untypisch für ihn. Als letzter Kritikpunkt sei dann noch erwähnt, dass mir das Geschehen in weiterer Folge etwas zu mystisch angehaucht war, immerhin nahmen die Ereignisse auf Bajor bzw. in Moagitty ja schon fast biblische Ausmaße an. Das mag zu "Deep Space Nine" insofern passen, als Religion dort ja generell eine größere Rolle spielt, da dies jedoch für mich schon immer einer meiner größten Kritikpunkte an der Serie war, hat sich Jeter hier halt aus meiner Sicht just den falschen Aspekt herausgepickt, um dort anzusetzen. Immerhin, die ersten paar Kapitel sind noch überraschend gelungen, wobei vor allem Jake Siskos erschreckende Erfahrungen im Holodeck etwas für sich haben. Die Grundidee gefällt mir wie gesagt ja eigentlich wirklich gut. Und es gibt zwischendurch schon auch immer mal gelungene Momente. Trotzdem, die weitere Richtung welche die Geschichte nahm in Verbindung mit Jeters viel zu ausschweifendem Schreibstil hatten mir "Das Böse" dann leider doch zunehmend verdorben.

Fazit: Ich und K. W. Jeter, das wird glaub ich nichts mehr. Auch "Das Böse" hat mich wieder einmal eher enttäuscht. Ausgangssituation und Grundidee sind zwar grundsätzlich nicht uninteressant, und der Einstieg somit eigentlich noch recht vielversprechend. Doch der weitere Verlauf der Handlung war dann leider überwiegend nicht meins; ich hätte mir halt eine gänzlich andere Ausrichtung des ganzen gewünscht, deutlich persönlicher und figurenbezogener, als es wieder in einer Beinahe-Apokalypse münden zu lassen. Auch Jeters ausschweifender Schreibstil mit ellenlangen, ermüdenden Dialogen machte das Lesen für mich teilweise zu einer eher mühsamen Erfahrung. Die Figuren schienen mir auch nicht immer sonderlich gut getroffen zu sein, und alles rund um die Separations(?)-Bewegung auf Bajor wirkte seltsam drangepappt und hatte letztendlich keinerlei Bezug zur Haupthandlung. Fügt dann noch die eine oder andere unplausibel wirkende Idee, eine mit der Zeit immer abstrakter werdende Bedrohung sowie ein fast biblisch wirkendes Finale hinzu, und ihr bekommt einen Roman, mit dem ich mir insgesamt doch ziemlich schwer tat.

Bewertung: 1.5/5 Punkten
Christian Siegel


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