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Star Trek - TNG: Imzadi Drucken E-Mail
Erzählt die Vorgeschichte von Will und Deanna Kategorie: Star Trek (Literatur) - Autor: Christian Siegel - Datum: Montag, 15 Mai 2017
 
Cover (c) Heyne
Titel: "Star Trek - TNG: Imzadi"
Originaltitel: "Star Trek: Imzadi"
Bewertung:
Autor: Peter David
Übersetzung: Andreas Brandhorst
Umfang: 427 Seiten (Print-Ausgabe)
Verlag: Heyne
Erstveröffentlichung: Juli 1993 (E) bzw. 1997 (D)
Deutscher eBook-Release: 25. Februar 2014
ISBN: 978-3-641-11607-1
Kaufen: Taschenbuch (D), Kindle (D), Taschenbuch (E), Taschenbuch (E)
 

Kurzinhalt: Ein alter, verbitterter Admiral Riker fristet ein trostloses Dasein in einer Starbase, als ihn von Betazed eine Nachricht ereilt: Lwaxana Troi liegt im Sterben, und bittet ihn darum, ihr einen Besuch abzustatten. Eine Bitte, der Will nur widerwillig nachkommt, immerhin hat er den Verlust von Deanna Troi, die während seiner Zeit an Bord der U.S.S. Enterprise-D unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen ist, nie überwunden. Dennoch lässt er sich von der Enterprise-F unter dem Kommando von Captain Data abholen und nach Betazed bringen. Statt der erhofften Versöhnung erwarten ihn dort jedoch weitere Vorwürfe, als Lwaxana ihn mit ihren letzten Worten verwünscht. Sein Besuch von Betazed fördert nicht nur die alten Erinnerungen an seine erste Begegnung mit Deanna zu Tage, und wie sich diese einst während seiner Stationierung auf dem Planeten ineinander verliebten, sein Gespräch mit Data bringt ihn zugleich auf die Idee, in die Geschichte einzugreifen und deren Lauf zu verändern. Er kapert daraufhin ein Starfleet-Schiff und fliegt zum Wächter der Ewigkeit, um in die Vergangenheit zurückzukehren und das Leben seiner Imzadi zu retten…

Review: Man muss mit Etiketten und Schubladendenken ja vorsichtig sein, mein Austausch in diversen "Star Trek"-Gruppen und Foren lässt mich aber dann doch annehmen, dass "Imzadi" seine große Popularität innerhalb des Fandoms doch eher deren weiblichen Mitgliedern verdankt. Zwar gab es sowohl schon in den Serien als auch den Romanen teilweise Liebesgeschichten, "Imzadi" ist aber das erste Buch, den ich als echten, vollwertigen Liebesroman einstufen würde – wenn auch natürlich mit Science Fiction-Einschlag. Und das ist natürlich auch voll und ganz ok; Abwechslung ist immer willkommen, und der Mensch lebt ja bekanntlich nicht nur von Brot allein. Es gibt bereits so viele Geschichten über mysteriöse Weltraumphänomene, oder über politischen Intrigen, oder solche in denen die Galaxis zu retten ist, da darf es auch ruhig mal ein klassischer Liebesroman im "Star Trek"-Mantel sein. Ändert aber halt nichts dran, dass "Imzadi" meinen persönlichen Geschmack nicht ganz so getroffen hat. Was jedoch nicht zwingend bzw. grundsätzlich daran liegt, dass er eine romantische Liebesgeschichte erzählt, als vielmehr, wie er sie erzählt. Denn der Mittelteil des Romans, der Rikers Mission auf Betazed beschreibt und aufrollt, wie sich Riker und Deanna ineinander verliebten, ist dann doch ziemlich kitschig geschrieben, und wandelt sich zudem in weiterer Folge in einen erotischen Liebesroman. Vor allem letzteres hätte ich nicht unbedingt gebraucht, und war mir dann doch etwas zu peinlich-pubertär beschrieben. Aber auch davon abgesehen leistete sich David meiner Ansicht nach ein paar Schnitzer. Unsinnig genug, dass die Sindareen eine Betazoidin als Geisel mitnehmen, wenn diese doch über telepathische Fähigkeiten verfügen und so theoretisch den Verfolgern über ihren Standort Auskunft geben könnten. Aber dass sie just zu Deanna greifen war mir des Zufalls (oder Schicksals) dann doch eine Spur zu viel. Davon, wie Peter David Deanna hier als Jungfrau in Nöten darstellt, die dann von ihrem Prinzen gerettet wird (und sich natürlich gleich über mehrere Tage hinweg mit leidenschaftlicher körperlicher Liebe bedankt) ganz zu schweigen.

Generell reckte im Verlauf des Films das eine oder andere unschöne Klischee sein Haupt, wie z.B. auch das Reinplatzen des zweiten Teils des (Ex-)Pärchens in ein romantisches Stelldichein – was dann auch noch dadurch getoppt wurde, dass Riker behauptet, es hätte ihm nichts bedeutet, woraufhin Deanna erwidert, dass sie wünschte, sie könnte ihm das Glauben (ach ja, ist halt schon blöd, wenn die empathischen Fähigkeiten immer dann aussetzen, wenn man sie am dringendsten brauchen würde). Und auch das dann wieder in der Zukunft – bzw. der "Gegenwart" – angesiedelte Finale ist nicht frei von Fehlern. Da fliegt Data aus unerfindlichen Gründen mit der Enterprise-F nur mit Warp acht, und kommt dann auch just zu spät, um Riker aufzuhalten. Nicht glücklich war ich auch mit der Darstellung von Barclay, der mir hier doch etwas zu trottelig rüberkam (er mag schüchtern und patschert gewesen sein, aber ich hatte ihn nie als inkompetenten Idioten gesehen). Und das Finale in Deannas Quartier war mir dann auch übertrieben dramatisch dargestellt (der in der Flasche steckenbleibende Stöpsel z.B.). Last but not least offenbart sich Riker am Ende des Romans als gläubig, als er bezüglich des Wächters der Ewigkeit meint: "Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass diese Entität Gottes Fenster darstellt." Eine solche Überzeugung passt nicht wirklich zu Roddenberrys Vision einer aufgeklärten Menschheit, und spießt sich auch mit der Darstellung Rikers in der Serie – wo dieser nie auch nur ansatzweise eine Art Gottesglauben hätte erkennen lassen. Ein Schnitzer, der gerade auch in einem Werk von Peter David unangenehm hervorsticht, da dieser sonst eigentlich immer ein ausgesprochen gutes Gespür für die Figuren beweist.

Womit wir auch schon bei den positiven Aspekten wären. Abseits von Rikers plötzlichem Glauben sind die Figuren wieder einmal sehr gut getroffen. Sehr interessant fand ich zudem den Ansatz, nicht einfach nur irgendeine beliebige Geschichte zu erzählen, sondern vielmehr wichtiges Hintergrundmaterial zur Serie zu liefern. Die Rede ist natürlich von der Romanze zwischen Will und Deanna, die im Pilotfilm kurz angesprochen und auch danach noch gelegentlich thematisiert wurde, die genauen Details blieben dem geneigten Trekkie jedoch bis "Imzadi" verborgen. Ich mag es halt, wenn ein "Star Trek"-Roman nicht einfach nur eine gute Geschichte erzählt, sondern wichtige Lücken in der Kontinuität bzw. Vorgeschichte der Figuren stopft. Sehr gut gefallen hat mir auch wieder die Verbindung zu TOS, die durch die Verwendung des Wächters der Ewigkeit entsteht. Wie der Roman generell nett erdacht war, mit einem alten, verbitterten Riker, der in die Vergangenheit reist, um Deannas Leben zu retten. Eine tolle Idee war es zudem, ihn just gegen den rational-logisch denkenden Data und damit auch einen Kollegen und Freund antreten zu lassen. Sehr ungewöhnlich ist auch die Erzählstruktur des Romans, der mit "Das Ende" beginnt, dann "Das Ende vom Anfang" erzählt, daraufhin in einem Epilog mündet, der jedoch noch lange nicht das Ende darstellt, sondern man sich daraufhin vielmehr dem Anfang zuwendet. Damit spielt Peter David sowohl was die Einteilung des Romans als auch die Erzählstruktur betrifft mit Zeit, was sehr schön zur betreffenden Thematik des Romans passt. Und generell war "Imzadi" (abseits der mich nicht so recht überzeugenden romantischen und/oder erotischen Einlagen) für Peter David gewohnt wieder sehr gut geschrieben, und wartete u.a. auch mit einigen amüsanten Dialogen auf. Dennoch, zu meinen persönlichen Favoriten – sei es von "Star Trek" generell oder auch den Arbeiten des Autors – zählt "Imzadi" nicht.

Fazit: "Imzadi" gilt gemeinhin als einer der besten "Star Trek"-Romane, die je geschrieben wurde. Ich persönlich war jedoch bereits als ich ihn das erste Mal gelesen hatte, ein bisschen enttäuscht – und die Zweitsichtung zerschlug nun auch meine Hoffnung, dass es daran gelegen haben könnte, dass ich als Teenager damals halt einfach noch nicht emotional reif genug für ihn war. Damit wir uns nicht falsch verstehen, ich finde "Imzadi" keinesfalls schlecht. Die Ausgangssituation ist faszinierend, die Verknüpfung zu TOS grandios, der Aufbau der Geschichte so außergewöhnlich wie genial, und die Idee, hier Wills und Deannas Vorgeschichte zu erzählen und damit Hintergrundinformationen zur Serie zu liefern, gefällt mir ausgesprochen gut. Zudem ist der Roman – für Peter David typisch – sehr gut geschrieben, und die Figuren von kleinen Schnitzern abgesehen auch wieder sehr gut getroffen. Trotzdem haben sich in meinen Augen auch ein paar Schwächen eingeschlichen, machten die Aktion der Figuren nicht immer Sinn, und war Peter David da und dort auf erzwungen wirkende Entwicklungen angewiesen. Vor allem aber war mir die Liebesgeschichte zu kitschig und klischeehaft Geschrieben. Ich habe nichts gegen Romanzen bei "Star Trek", aber das war mir dann doch etwas zu dick aufgetragen, und wirkte wie die Mischung eines kitschigen Liebesromans mit einer schwülstig-erotischen Geschichte. Selbstverständlich muss, kann, darf und soll es bei "Star Trek" nicht immer um Aliens, Raumphänomene, neue Zivilisationen, politische Intrigen, Kriege, das Ende der Welt und so weitergehen. "Imzadi" hat somit zweifellos, als Abwechslung zum Einheitsbrei, seine Daseinsberechtigung. Aber meinen persönlichen Geschmack hat Peter David in diesem Fall halt eben nur teilweise getroffen.

Bewertung: 3/5 Punkten
Christian Siegel


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