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Star Trek - Prey: The Jackal's Trick Drucken E-Mail
Einschläfernder Intrigantenstadl Kategorie: Star Trek (Literatur) - Autor: Christian Siegel - Datum: Montag, 20 März 2017
 
Cover (c) PocketBooks
Titel: "Star Trek - Prey: The Jackal's Trick"
Bewertung:
Autor: John Jackson Miller
Übersetzung: -
Umfang: 384 Seiten
Verlag: Pocket Books
Veröffentlicht: 25. Oktober 2016
ISBN: 978-1-5011-1580-6
Kaufen: Taschenbuch (E), Kindle (E)
 

Kurzinhalt: Zusammen mit dem betazoidischen Zauberkünstler Buxtus Cross setzt Lord Korgh seine Intrigen fort, und arbeitet unentwegt an seiner Agenda, zwischen der Föderation und dem klingonischen Imperium einen Bruch herbeizuführen. So soll in Kürze auf einem Planeten der Klingonen jene Konferenz stattfinden, in der man über den Flugkorridor für Schiffe der Sternenflotte mit allen betreffenden Mächten des Alpha- und Betaquadrantens verhandeln will. Sich als Lord Kruge ausgebend, soll Cross die Unbesungenen beim Angriff auf besagte Konferenz anführen, wofür diese einen Photonentorpedo in der Decke des Konferenzraums befestigen. Als Vertreterin des Hauses Kruge schickt er das – neben ihm – einzig verbliebene Mitglied aus, dass ihm den Anspruch noch streitig machen könnte, nämlich Kersh, die einst mit Admiral Riker während der "Takedown"-Krise aneinandergeraten ist. Doch der ausgeklügelte Plan geht schief, als Valandris, von Worf auf die Lehren Kahless aufmerksam gemacht, zu viel Aufmerksamkeit auf sich zieht, und das Komplott entdeckt wird. Als die Titan und die Enterprise daraufhin die Verfolgung der Verschwörer aufnehmen, und sich die Schlinge um sie immer enger zieht, gerät die Situation für Cross und Korgh zunehmend außer Kontrolle…

Review: Ich war ja bereits vom Einstieg in diese weitere Jubiläums-Trilogie nicht sonderlich angetan, aber "The Jackal's Trick" hätte mich dann endgültig fast in den Schlaf gelangweilt. Ich fand die hier erzählte Geschichte, die noch dazu stark auf bisher unbekannte Figuren konzentriert ist, einfach nicht interessant. Dabei muss ein entsprechender Fokus nicht zwangsweise ein Knackpunkt sein, solange die neu geschaffenen Charaktere faszinierend sind, aber genau das ist die Krux, denn zumindest mir hätten Cross und Korgh nicht egaler sein können. Ich fand beide nicht übertrieben originell und/oder interessant, und gebe auch unumwunden zu, dass ich – gerade auch bei solchen Jubiläums-Geschichten – insgesamt jene Geschichten vorziehe, die sich stärker auf die bekannten Figuren konzentrieren, und darauf, welche Auswirkungen andere Charaktere, die Ereignisse usw. auf die von uns geliebten Helden haben. Eben dies kam mir bei "The Jackal's Trick" wieder einmal viel zu kurz. Wenn man denn wenigstens Figuren genommen hätte, die aus der Serie oder den Filmen bekannt sind, und die man hier nun näher ausleuchtet – auch dies kann viel Reiz besitzen. Aber mich interessierten einfach weder dieser betazoidische Zauberkünstler/Trickbetrüger noch der x-te klingonische Intrigant. Erschwerend kommt nun hinzu, dass sich John Jackson Miller eben diesen – ihren Hoffnungen, Träumen, Plänen, Motivationen usw. – in aller Ausführlichkeit widmen. Ein solcher charakterorientierter Schreibstil wird von mir üblicherweise ja durchaus geschätzt, aber einerseits fand ich generell, dass es Miller in diesem Fall damit deutlich übertreibt, und die Handlung deshalb teilweise fast völlig einschläft. Vor allem aber ist ein solcher Zugang dann fatal, wenn einen die Figuren, denen so viel Zeit gewidmet wird, nun mal nicht interessieren.

Generell ist "The Jackal's Trick" für das bisschen Handlung, das hier erzählt wird, viel zu lang. Wenn Miller darauf verzichtet hätte, hier eine Trilogie zu schreiben, und die ersten beiden Bände zu einem zusammengelegt und entsprechend runtergekürzt und da und dort die Handlung komprimiert hätte, hätte das schon mal ein bisschen geholfen. Denn so wiederholt sich halt das eine oder andere, wie ein weiterer Angriff auf eine Konferenz – hatten wir das nicht schon bei "Hell's Heart"? Vor allem aber bewegt sich der Roman aufgrund Millers extrem gemächlichen und in seiner Charaktertiefe, der zahlreichen Figuren und Schauplätze zwischen denen beständig hin- und hergeschwenkt wird, sowie der genauen Beschreibung einzelner Momente im Schneckentempo voran. Bei einer derart langsamen Erzählweise kann letztendlich bei den actionreicheren Passagen keine Spannung aufkommen, weil das so ist, als würde man sich irgendeine Kampfszene in Zeitlupe anschauen. Und wie schon bei "Hell's Heart" frage ich mich auch hier wieder, ob Miller eigentlich "Deep Space Nine" nie gesehen hat, wo der Khitomer-Vertrag kurzzeitig aufgelöst wurde – da er auch hier wieder mehrmals behauptet, zwischen der Föderation und den Klingonen hätte 100 Jahre Frieden geherrscht. Was gerade auch wenn man parallel zum Roman grad die Serie schaut und wie es der Zufall so will an eben dieser Stelle angekommen ist, schon ziemlich irritiert. Zugegeben, der Plan der Unsung was den Angriff auf die Konferenz betrifft, sowie generell die dortige Auseinandersetzung, waren gut geschrieben, und durchbrachen kurzzeitig die Langeweile. Und nachdem sich am Status Quo allzu lang nichts getan hat, gibt es am Ende dann doch noch die eine oder andere nette, dramatische Wendung, die mir gut gefallen konnte, wobei ich vor allem mochte, wie Korgh hier nun die Rechnung für seine Intrigen präsentiert bekommt. Und zweifellos lässt sich in der Art und Weise, wie Korgh und Cross hier just jene manipulieren, die nichts mehr zu verlieren haben, ein interessanter Subtext zu Populisten jener Art – und ihrer Ziele (da diesen eben nicht an jenen gelegen ist, derer sie sich bedienen, sondern es immer nur um die eigene Macht geht). Aber das hilft halt auch nichts, wenn diese grundsätzlich lobenswerte Message unter einem Berg von Langeweile begraben wird.

Fazit: "The Jackal's Trick" war für mich teilweise ein echter Kampf – nämlich gegen den Schlaf. Dass ich diesen trotz der Langeweile die mich befiehl bezwang, ist eine Leistung, die eines großen klingonischen Kriegers würdig wäre und hoffentlich noch lange in den Hallen der Helden besungen wird. Leicht hat es mir John Jackson Miller jedenfalls nicht gemacht. Einerseits aufgrund der für diese sehr dünne Geschichte, in der sich wenig Wichtiges tut, viiiiiiiel zu langen und ausgedehnten Handlung, und andererseits aufgrund seiner Konzentration auf von ihm für diese Romanreihe neu geschaffene Figuren, die ich noch dazu völlig uninteressant fand. Zumal ich mir gerade auch für eine solche Jubiläums-Reihe generell einen anderen Zugang und einen stärkeren Fokus auf die bekannten Helden gewünscht hätte. Und so sehr ich charakterorientierte Geschichten normalerweise auch mag, aber John Jackson Miller hat dabei einfach deutlich übertrieben. Wäre "Prey" von einem deutlich oberflächlicher erzählenden Autor wie einem Michael Jan Friedman oder John Vornholt geschrieben worden, wäre es wohl bei einem einzelnen Roman geblieben. Und so sehr es mich als Kritiker eines eben solchen Schreibstils auch schmerzt, aber ich glaube, im vorliegenden Fall wäre das auch besser gewesen.

Bewertung: 1.5/5 Punkten
Christian Siegel


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