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Hacksaw Ridge - Die Entscheidung Drucken E-Mail
Doppelreview zum Kriegsdrama von Mel Gibson Kategorie: Filme - Autor: C. Siegel | M. Spieler - Datum: Freitag, 27 Januar 2017
 
Oscar-SPECiAL

 
Hacksaw Ridge
Originaltitel: Hacksaw Ridge
Produktionsland/jahr: USA 2016
Bewertung:
Studio/Verleih: Cross Creek Pictures/Universum Film
Regie: Mel Gibson
Produzenten: U.a. Terry Benedict, Paul Currie & Bruce Davey
Drehbuch: Robert Schenkkan & Andrew Knight
Filmmusik: Rupert Gregson-Williams
Kamera: Simon Duggan
Schnitt: John Gilbert
Genre: Kriegsdrama
Kinostart Deutschland: 26. Januar 2017
Kinostart USA: 04. November 2016
Laufzeit: 219 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 16
Trailer: YouTube
Kaufen: Blu-Ray, DVD, Soundtrack
Mit: Andrew Garfield, Teresa Palmer, Richard Pryos, Jacob Warner, Milo Gibson, Darcy Bryce, Roman Guerriero, James Lugton, Kasia Stelmach, Hugo Weaving u.a.


Kurzinhalt: Der zweite Weltkrieg ist in vollem Gange, und praktisch all seine Freunde – und auch sein Bruder – sind zur Armee gegangen, um ihren Teil zu leisten, um die Deutschen und Japaner zu besiegen. Dem möchte Desmond T. Doss nicht nachstehen. Allerdings verbittet es ihm seine religiöse Überzeugung ausdrücklich, eine Waffe in die Hand zu nehmen und ein Leben auszulöschen – selbst wenn es sich dabei um jenes des Feindes handelt, oder es darum geht, das eigene zu verteidigen. Mit seiner entsprechenden Einstellung eckt Doss rasch an, und auch seine Kameraden sind anfangs über den Rekruten alles andere als erfreut. Mit Hilfe seines Vaters, einem dekorierten Veteranen des Ersten Weltkriegs, gelingt es ihm jedoch, eine entsprechende Anhörung zu gewinnen und zum Militärdienst antreten zu dürfen. An der Front, genauer gesagt der Hochebene Hacksaw Ridge, wird der Sanitäter dann schließlich mit dem Grauen des Krieges konfrontiert…

Review: Szenenbild. Dass jemand, er es aus religiösen Gründen ablehnt, eine Waffe abzufeuern, in den Krieg zieht, klingt im ersten Moment doch eher widersinnig. Insofern teilt man als Zuschauer die Skepsis – wenn auch nicht unbedingt unverhohlene Ablehnung bis hin zur Gewaltanwendung – seiner Kameraden und Vorgesetzten. Und wird dann im Verlauf des Films so wie sie eines Besseren belehrt. Denn ja, auch Desmond hat das Recht dazu, und muss das Recht dazu haben, seinen Beitrag zu leisten, wenn er dies will. Und wie der weiteren Verlauf der auf realen Begebenheiten beruhenden Geschichte (in den kurz eingespielten Interview-Schnipsels während des Abspanns wird deutlich, dass selbst der eine oder andere Moment, der nach typischer Hollywood-Überdramatisierung riecht, der Wahrheit – oder zumindest Doss' Erinnerungen – entspricht) beweist, heißt keine Waffe tragen und abfeuern zu wollen noch lange nicht, dass man in einem Krieg keinen wertvollen Beitrag leisten kann. Wenn er am Ende, wo alle anderen schon längst geflohen sind, wieder und wieder aufs Schlachtfeld zurückkehrt um einen verletzten Soldaten nach dem anderen zu retten, und vor allem auch nach den vorangegangenen Szenen, welche die Gräuel des Krieges in aller Schonungslosigkeit zeigen, ist man sogar geneigt. Desmond T. Doss mehr Mut zuzusprechen, als seinen bewaffneten Kameraden.

Zugegeben: Subtil geht anders. "Hacksaw Ridge" trieft nur so vor Pathos. Zudem ist die Darstellung teilweise doch etwas übertrieben, und auch nicht unproblematisch. So wird Desmond T. Doss, dessen Heldentat zweifellos Anerkennung verdient, wie ein Heiliger gefeiert, während ihn zuvor verachten Kameraden und Vorgesetzten blöd dreinschauend ihren Irrtum eingestehen. Auch die Darstellung der japanischen Soldaten ist alles andere als unproblematisch (auch wenn Gibson mit der Szene im Tunnel diesbezüglich zumindest Schadensbegrenzung leistet). Und zugegebenermaßen braucht der Film ein bisschen, um Fahrt aufzunehmen, und hätte man in der ersten Hälfte doch da und dort kürzen können, ohne wesentliches zu verlieren, und den Film so auf gesäßfreundlich(er)e und leicht verdauliche zwei Stunden zurechtstutzen können. Aber: Trotz aller – berechtigter – Kritikpunkte fand ich "Hacksaw Ridge", nach dem er etwas gemächliche Einstieg überwunden war, durchgängig unterhaltsam. Und vor allem bei der Schlacht an der titelspendenden Hacksaw Ridge dreht der Film dann so richtig auf. Wie schon andere Regisseure vor ihm nimmt sich Mel Gibson kein Blatt vor die Kamera, wenn es darum geht, die Gräuel des Krieges in aller blutig-splatterigen Deutlichkeit zu zeigen. Da werden Soldaten verbrannt, Gesichter weggeschossen, fliegen gleich mehrere Gliedmaßen durch die Luft. Ich bin nun wahrlich nicht zimperlich, aber die hier gezeigte Gewalt ließ selbst mir teilweise den Atem stocken. Man kann Gibson vorwerfen, Doss als Heiligen zu inszenieren, aber der Krieg selbst wird von ihm nicht im Geringsten verherrlicht oder verharmlost. Zugegeben, zum Ende hin wurde es dann zwar selbst mir des Pathos zu viel (z.B. wenn er an Gott betet, noch einen mehr retten zu können – wo ich an die letzte Szene aus "Schindlers Liste" zurückdenken musste), und vor allem auch bei der Frodo-Gedächtnis-Szene, wo Doss über allem schwebt. Doch wo mich der Pathos bei anderen Filmen auch schon mal mächtig gestört hat, konnte ich hier damit leben, einfach da es Gibson gelungen ist, mich an Bord zu holen, und ich im Film drin war. Wenn das bei euch nicht der Fall sein sollte, werdet ihr ihn wohl deutlich kritischer sehen.

Fazit: Szenenbild. Der Einstieg mag noch etwas gemächlich sein, aber dann fand ich ihn – trotz der eigentlich recht langen Laufzeit – insgesamt sehr kurzweilig. Nach anfänglicher Überwindung meiner Skepsis, da ein Soldat der sich weigert eine Waffe zu verwenden im ersten Moment natürlich überaus widersinnig erscheint, gefiel mir die Thematik rund um seinen Kampf, ebenfalls seinen Beitrag leisten zu dürfen, und die Art und Weise wie er den anderen während der Schlacht bei Hacksaw Ridge seinen Wert beweist, sehr gut. Wie die Figur an sich ein Plädoyer der Menschlichkeit inmitten unvorstellbaren Grauens war. Die schauspielerischen Leistungen, insbesondere von Andrew Garfield, wussten ebenfalls zu gefallen. Und vor allem die Schlachtszenen waren in ihrer schonungslosen Brutalität – Gibson zeigt die Gräuel des Krieges ohne Kompromisse – beeindruckend. Zugegeben, in der Darstellung der japanischen Gegner ist "Hacksaw Ridge" nicht unproblematisch, und zum Ende hin wurde es selbst mir, der im Film voll drin war, des Pathos etwas zu viel. Insgesamt empfand ich "Hacksaw Ridge" aber als beeindruckendes Dokument über inspirierenden, vorbildlichen Mut im Angesicht unvorstellbarer Grausamkeit.

Wertung:7 von 10 Punkten
Christian Siegel


Review von Michael Spieler: Der Pazifist zieht in den Krieg. Um seinem Land zu dienen und möglichst viele Verwundete im Feld zu retten. Ein Konzept, dass nach einem spannenden und aufwühlenden Film klingt und für die erste Hälfte auch genau das ist. Doss, gespielt von Andrew Garfield muss den Widerstand seines Vaters, den seiner Ausbilder, seiner Kameraden und der Army selbst überwinden. Dieser Kampf und Wille zu helfen, ohne seine Ideale zu verraten, wird von einer Messiasgeschichte abgelöst, wie sie wohl nur Mal Gibson hat so umsetzen können. Der Krieg wird in keiner Weise differenziert dargestellt. Doss war im Pazifik im Einsatz und Hacksaw Ridge ist eine Klippe auf Okinawa, die die Army im wahrsten Sinne erklimmen musste. Daher der Filmtitel. Der Feind, also die Japaner, werden als gottlose Wilde dargestellt, die der von Gott gegebenen Kraft des Sanitäters Doss, bei der Rettung seiner Kameraden, nicht in die Quere kommen. Ich will weder seine Leistung noch seine Überzeugungen in Frage stellen. Doch die Art und Weise, wie Gibson den Kampf und alles Folgende inszeniert ist für mich nur schwer ertragbar. Im gröbsten Kampfgeschehen, wenn die Körperteile nur so fliegen und alle wahnsinnig werden, spielt Heldenmusik. Das gipfelt in einer jesusgleichen Aufbahrung des Helden mit göttlichem Sonnenschein, dass die Zeitlupenszenerie durchflutet. Gibson hat nach 10 Jahren Pause nichts an seinem Stil geändert. Alles hat diesen christlichen Anstrich, der verhindert, dass daraus ein guter Film wird. Der Patriot und Pazifist wird zum Kriegshelden und es spielt Heldenmusik zu Tod und Zerstörung.

Szenenbild. Immer der falschen Pathos. Der Gläubige bezwingt die gottlosen Massen, die wilden Tiere und Barbaren und dann wäscht er sich in einer Zeitlupe das Blut vom Leib, als wäre man in einer Davidoff-Werbung. Es ist alles völlig unpassend, undifferenziert und erhebt den Helden der Geschichte zum Messias. Da schaut lieber noch mal "The Thin Red Line" oder "Flags of our fathers/Letters from Iwo Jima". Oder "The Pacific". Jeder kann sich hier ein eigenes Bild machen, für mich ist das jedoch Schund mit hohem Produktionsbudget. Die Hauptfigur und die gesamte US Army werden wie Ritter unter dem Kreuz und der Feind unsäglich unmenschliche dargestellt. Hier steckt mehr Bombastspektakel drin, als so manchem lieb sein dürfte. Es gibt eine gesichtslose Feindarmee, die von einer Unterzahl (und einer wohl platzierten Artillerie) besiegt wird. Das klingt nicht nur nach "Avengers" oder "Independence Day", das fühlt sich auch so an. Man kann Gibson natürlich die komplette Schuld an der Umsetzung geben, aber die Soldaten und insbesondere Doss selbst glaubten das so, wie Gibson es schlussendlich inszeniert hat wirklich - wie man aus an den Film angehängten Interviewschnipseln erfährt.

Fazit: Ungefiltert kann ich "Hacksaw Ridge" niemandem empfehlen. Selbst in der übersättigten Kategorie der Kriegsfilme verschwindet er weit hinter seinen Vorgängern. Der Anfang, der Konflikt mit der Army und der Familie ist philosophisch interessant, daher versagt "Hacksaw Ridge" nicht völlig.

Wertung:4 von 10 Punkten
Michael Spieler
(Bilder © 2017 Universum Film)


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Kommentare (1)
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1. 20.02.2017 20:28
 
Zur Darstellung der japanischen Gegner: Die werden in dem Film nicht so entmenschlicht dargestellt, wie es vor allem Michaels Review vermuten lässt. Als ich HR einige Tage nach dem Lesen seiner Kritik angeschaut hatte, überkam mich mit zunehmender Laufzeit der Eindruck, dass wir zwei völlig unterschiedliche Filme gesehen haben.  
 
Es gibt immer wieder Szenen, die auch die menschliche Seite der Japaner zeigen. So beispielsweise der Moment, in dem Desmond während der Flucht durch einen Tunnel auf einen stark verängstigten, verletzten Japaner trifft und ihm zur Hilfe ein Beruhigungsmittel verabreicht. Auch als er zum Schluss nicht nur seine eigenen Kameraden, sondern mehrere Japaner rettet, ist das ein Moment, der zeigt, dass beide Seiten von diesem Krieg letztlich genauso schwer betroffen sind.  
 
Was man sonst im Film von den Japanern gesehen hat, waren die brutalen Auseinandersetzungen mit ihnen auf dem Schlachtfeld. Da HR aus der Sicht der amerikanischen Soldaten erzählt wird, ist es doch nur logisch, dass wir die Japaner in solchen Szenen auch als angsteinflößende Gegner sehen. Wie hätten sie denn sonst dargestellt werden sollen? Es ist ein Kriegsfilm, keine Romanze.  
 
Sollte Mel Gibson die amerikanischen und japanischen Soldaten beim Händchen halten zeigen, nur damit die Hypersensibilitäten des heutigen Zeitgeists nicht verletzt werden? Oder hätten die Drehbuchschreiber irgendeine sülzige Szene hinzuerfinden sollen, wo uns mit so richtig schön dick aufgetragenem Hollywood-Kitsch unter die Nase gerieben wird, dass eigentlich auch die Japaner nur Opfer dieses sinnlosen Krieges sind? Wie gesagt, es gab solche Momente im Film (sogar noch einige mehr als die, die ich oben beschrieben habe), nur eben subtiler und nicht mit der Klischeekeule verabreicht.  
 
Es drängt sich ein bisschen der Verdacht auf, dass einige Leute bei HR besonders kritisch hingeschaut haben, weil es sich um das neueste Werk von Mel Gibson handelt. Zum Glück haben sich die meisten Kritiker davon nicht anstecken lassen und dem Film eine faire Chance gegeben. Für mich ist HR jetzt schon eins der Highlights des Jahres. Wer handwerklich solides klassisches Kino mag, das sich nicht modernen Konventionen anbiedert, sollte sich Gibsons Comeback nicht entgehen lassen. 
 
Von mir bekommt HR insgesamt 8 von 10 Punkten. :)
 
Brainy

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