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Phoenix ComiCon 2013 - Tag 3: Die große Babylon 5-Reunion Drucken E-Mail
Lachen und Weinen mit den B5-Stars Kategorie: Specials - Autor: Christian Siegel - Datum: Montag, 15 Juli 2013
 
Phoenix ComiCon '13 - Tag 3: Die große 'Babylon 5'-ReunionVon 23. bis 26. Mai 2013 fand die Phoenix ComiCon 2013 statt – und ich war dabei! In diesem vierteiligen Special lasse ich euch an meinen Erlebnissen teilhaben. In "Tag 1" bin ich u.a. ausführlich auf die Vorgeschichte eingegangen, und schilderte euch meine ersten Eindrücke von der Convention. In "Tag 2" erzählte ich von den Podiumsdiskussionen von Walter Koenig, Claudia Christian und JMS, wie ich die Stars bei der Signierstunde zum ersten Mal persönlich kennengelernt habe, sowie von der "Babylon 5"-Themenparty am Abend. Der nachfolgende Bericht von "Tag 3" beschäftigt sich nun vor allem mit der "Babylon 5"-Reunion-Veranstaltung am späten Nachmittag, die meinen Terminkalender an diesem Tag bestimmt hat; und dabei weniger mit der Podiumsdiskussion an sich (da diese ohnehin für alle die es interessiert online abrufbar ist), als das ganze Drumherum. Doch auch abseits dieser Veranstaltung hat sich noch das eine oder andere Erzählenswerte zugetragen: So habe ich mir die meisten noch ausständigen Autogramme geholt, saß während der Wartezeit auf die B5-Reunion in Farscape-panel mit Gigi Edgley und David Franklin, und nach der Reunion fand noch eine interessante Diskussion mit und rund um "Babylon 5"-Fans der zweiten Generation statt, die mich was die Zukunft des Fandoms betrifft zuversichtlich gestimmt hat, und wo zudem JMS als Überraschungsgast anwesend war. Der letzte Teil meines Convention-Logbuchs, "Tag 4" dreht sich u.a. um mein Zusammentreffen mit anderen anwesenden Stars sowie dem etwas ungeplant verlaufenden Ausklang der Phoenix ComiCon. Zudem werfe ich dort auch einen letzten Blick zurück auf dieses für mich ganz besondere Wochenende.

Mein dritter Convention-Tag begann um 9:30 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt trafen sich Jan Andersen, Neal Leathers, Alan Keatinge und meine Wenigkeit beim Eingangsschild der Phoenix ComiCon für unsere gemeinsame Photo-Opportunity mit der kompletten (anwesenden) "Babylon 5"-Besetzung. Was ich bis dato nicht gewusst habe, ist dass der Einlass zur Convention zwar um 9 Uhr startet, die Exhibitor Hall aber bis 10 Uhr geschlossen ist. Und so mussten wir uns jetzt noch eine knappe halbe Stunde in einer immer länger werdenden Schlange anstellen. Der Besucheransturm am Samstag war enorm. Ich bin mir zwar sicher, selbst das war nur ein Bruchteil dessen, was sich auf der San Diego Comic Con abspielt, aber mir war's schon mehr als genug. Gerade auch die Exhibitor Hall war am Samstag wirklich gerammelt voll, und im Kantinen-Bereich bei den Meetingräumen war stellenweise kein Durchkommen mehr. Da war's teilweise wirklich besser, den Umweg nach draußen zu nehmen (und dann halt die Rucksackkontrolle wieder über sich ergehen zu lassen). Doch zurück zur "Photo Op": Um 10 wurden wir dann schließlich in die Halle gelassen, und stellten uns am entsprechenden Stand an, wo schnell die nächste Schlange entstand. Wir kamen nicht umhin zu bemerken, dass wir eine der wenigen Vierergruppen waren; die meisten waren zu zweit oder dritt angestellt, mancher hat sogar tief in die Tasche gegriffen und $ 250 ganz allein für ein Photo ganz allein bezahlt. Als wir nach rund 20 Minuten endlich drin waren, war deutlich, dass sie nicht ganz wussten, wie sie uns vier aufteilen sollen. Letztendlich ist das Photo aber recht schön geworden. Kommt nicht oft vor, dass ich mich auf einem Photo ansehen kann, ohne zusammenzuzucken. So gesehen Kompliment an den Photograph! Wenn nur Neal Mira nicht in den Hintern gekniffen hätte…

Zwischen den B5-Stars findet ihr, im Uhrzeigersinn, beginnend von oben: Neal Leathers, Alan Keatinge, Jan Andersen und meine Wenigkeit

Nur ein Scherz! (Auch wenn es ihren Gesichtsausdruck zugegebenermaßen erklären würde.) Nach unserem Gruppenphoto war es an der Zeit, die letzten noch ausständigen Autogramme für mein Poster und das "Babylon 5 At Twenty"-Artbook zu ergattern. Zuerst stellte ich mich bei Walter Koenig an, danach war Pat Tallman an der Reihe. Blöderweise vergaß ich auf Robin Atkin Dowes, wohl da dieser auf dem Poster nicht abgebildet ist. Haltet dies für meinen Con-Bericht zu Sonntag im Hinterkopf. Für 12 Uhr mittags wäre nun eigentlich die Signierstunde mit JMS angesetzt gewesen. Dort wollte ich mir seine Autogramme holen, danach eine Kleinigkeit essen, und mich dann langsam aber sicher in den "Ballroom", also den ganz großen Festsaal des Convention Centers, begeben, um mir einen guten Platz für die um 17 Uhr stattfindende "Babylon 5 Reunion"-Veranstaltung zu sichern. Und nun kam der Punkt, wo mein Zeitplan für den Rest der Convention ordentlich durcheinandergewirbelt wurde, und zugleich mein erstes Anzeichen, dass das restliche Wochenende nicht ganz so reibungslos verlaufen könnte, wie dies bisher der Fall gewesen war: Denn JMS Signierstunde wurde kurzfristig von 12 auf 14 Uhr verschoben. Nun war ich im Zwiespalt: Denn natürlich wollte ich mir sein Autogramm unbedingt holen. Andererseits wollte ich halt auch schon möglichst früh im Saal sein, da ich nun wahrlich nicht der Größte bin, und wenn ich schon mal dort bin halt von der Reunion schon auch was mitbekommen will. Und so entschied ich mich schweren Herzens, auf JMS vorerst zu verzichten, und auf den letzten Tag zu warten und zu hoffen – was jedoch wiederum bedeutete, auf das panel von Amanda Tapping zu verzichten. Man hat's nicht leicht auf so einer Convention! Eine schwere Entscheidung jagt die Nächste…

Die charmante Stimmen-Aktrice Tara Strong bei ihrem Fan-panel.

Nach einem kurzen Abstecher ins Hotel um die Bücher, Poster etc. loszuwerden, und einer kleinen Stärkung beim "Imbiss" vor dem Hotel stürzte ich mich dann wieder ins Getümmel, und war kurz vor halb 2 im großen Saal. Dort fand gerade das panel mit der mir unbekannten, aber scheinbar in Amerika (gerade auch im Kinderunterhaltungsbereich) sehr beliebten voice actress Tara Strong statt. Persönlich konnte ich zwar mit den Fragen und Antworten wenig bis gar nichts anfangen, ihr Charme und ihre Herzlichkeit machten aber selbst bei mir Eindruck, und ließen die knappe Stunde wie im Flug vergehen. Bereits davor hatte ich vermutet, dass ganz vorne im ersten Block wohl ihre ganz großen Fans waren, und daher nachdem ihre Fragerunde abgeschlossen war dort wohl einiges frei werden sollte – und genau so kam es dann auch. Ich machte es mir in Reihe 5 bequem, und merkte bald, dass ich schon von einigen Babylon 5-Fans umgeben war, die sich so wie ich möglichst gute Plätze für die Reunion-Veranstaltung sichern wollten. Kurz darauf sollte ich noch einmal einen ordentlichen Sprung nach vorn machen: denn die ursprünglich für 3 Uhr angesetzte Veranstaltung mit Laurie Holden musste abgesagt werden. Ich muss gestehen: Darüber war ich sehr froh. Ich hab von der dritten Staffel von "Walking Dead" bislang gerade mal nur die erste Folge gesehen (die Information, dass diese geschnitten war, hat mir die Lust daran geraubt, im TV weiterzuschauen) und wäre definitiv ordentlich gespoilert worden. "Babylon 5" wäre mir das zwar wert gewesen, aber wenn ich es mir ersparen kann, habe ich auch nichts dagegen. Nach dieser Ankündigung standen aber erwartungsgemäß wieder ein paar Leute aus den Reihen vor uns auf, und wir konnten uns wieder ein paar Reihen weiter nach vorn drängeln.

Der Blick von vorne nach hinten im 'Ballroom', genau in der Saalmitte, Reihe 3.

Mitarbeiter der Convention informierten uns darüber, dass wir die ersten zwei Reihen frei halten sollten, da sie diese für Freunde und Bekannte der "Babylon 5"-Stars vor der Reunion räumen müssten. Wie durch Zufall landete ich nach dem ganzen Wirbel letztendlich in der dritten Reihe, genau in der Mitte: Der beste verfügbare Platz im ganzen Saal! Kurz überkam mich wieder das Gefühl, dass es schon so hat sollen sein. Dieser Hauch von Schicksal, der irgendwie diese gesamte Veranstaltung zu umgeben schien (siehe meine Einleitung im Bericht zu "Tag 1"). Ich meine: Besser geht’s ja nun wirklich nicht mehr. Zugleich reckte sich eine kleine, zarte, miesmachende, pessimistische Stimme in mir, die meinte: Das ist einfach zu gut um wahr zu sein. Was sich letztendlich leider bestätigen sollte. Zuerst war aber erst mal das Farscape-panel mit David Franklin und Gigi Edgley an der Reihe, das kurzerhand von einem anderen Saal in den Ballroom verlegt wurde. Ich muss gestehen, viel ist mir davon leider nicht mehr in Erinnerung – ich war schon irgendwie zu aufgeregt wegen "Babylon 5", und konnte mich kaum noch richtig auf die beiden konzentrieren. Ich erinnere mich aber noch, dass Gigi darüber sprach, wie sie den Charakter gefunden hat, und sie wirklich ganz außerirdisch darstellen wollte – etwas, wozu ihr die Macher dankenswerterweise die Möglichkeit gaben. Man erinnerte sich daran, dass es am Set meist sehr lustig zuging, vor allem Dank Ben Browder. Und an die abschließenden, nach der Absetzung der Serie hinterhergeschobenen "Peacekeeper Wars" hatten sie keine guten Erinnerungen, da kaum Geld zur Verfügung stand und man dies dem fertigen Produkt ansähe – vor allem auch, was die Sets betrifft. Wie das Leben so spielt: Da freue ich mich noch, keine "Walking Dead"-Spoiler abzubekommen, und dann erfahre ich im "Farscape"-panel (ich stecke bei der Serie gerade in der 2. Staffel fest), was mit D'Argo in den "Peacekeeper Wars" passiert. Wie sagt man bei uns in Wien so schön: Oft host a Pech…

David Franklin und Gigi Edgley.

Ein Spruch, der sich nach der "Farscape"-Runde erst so richtig bewahrheiten sollte. Da sich einige Leute aufs WC aufmachten, beschloss ich, mich anzuschließen. Ich hatte zuvor erst den Platz für die nette Dame neben mir freigehalten, und sie war gern dazu bereit, diesen Gefallen nun zu erwidern. Ich beeilte mich, kam keine 2 Minuten später zurück, und sah, dass irgendetwas vor sich geht. Zuerst dachte ich, es wäre eine Streiterei wegen meines freien Platzes aufgekommen. Dann sah ich jedoch, dass die ersten vier Reihen schon fast völlig leer waren. Mit fassungsloser Stimme sagte die nette Frau die neben mir gesessen hatte, und so wie ich seit halb 2 im Saal ausgeharrt hatte, dass die Veranstalter nun plötzlich die ersten vier Reihen für Familie und Bekannte der B5-Stars brauchen würden. Alles bitten und betteln half nichts: Die Organisatoren blieben hart, und wiesen uns dazu an, uns andere Plätze zu suchen – in einem Saal, der sich zu diesem Zeitpunkt natürlich schon ordentlich gefüllt hatte. Zu sagen, dass wir uns unendlich verarscht vorkamen, wäre noch weit untertrieben. Da war ich nun, ein Kerl, der extra aus Österreich für so ziemlich genau jene Veranstaltung rübergeflogen war, die nun dort stattfinden sollte. Ich habe extra auf die Signierstunde mit JMS verzichtet und mich schon um halb 2 in den Saal gesetzt, um mir einen guten Platz zu sichern. Und jetzt konnte ich mir einen neuen suchen, und war genauso schlecht dran wie all jene, die sich erst eine halbe Stunde vor panel-Beginn in den Ballroom bequemten. Ich war rasend vor Wut und Enttäuschung. Und ich war natürlich nicht der Einzige, saßen zu diesem Zeitpunkt in den Reihen drei und vier doch fast ausschließlich nur mehr B5-Fans, die schon seit Stunden im Saal ausgeharrt hatten. U.a. waren auch Jan, Alan und Neal unter den Betroffenen.

Von dieser Position aus konnte ich das fan-panel dann doch noch so halbwegs genießen; wenns auch nicht grade bequem war.

Letztendlich gelang es uns, ca. Mitte Mitte einen Platz zu ergattern. Gleich nachdem ich mich hingesetzt hatte wusste ich aber auch, warum dieser freigeblieben war, obwohl viele hintere Reihen schon gut befüllt waren: Befanden sich diese Sitzplätze doch hinter der "Technik", mit Kamera, Computern und sonstigem Equipment. Sicht: Null. Weder zur Bühne, noch zu den beiden Leinwänden. Auf der einen Seite hatte ich einen großen Kopf vor mir, auf der anderen die Kamera. Supi. Und was gab's als Entschädigung? Einen Gutschein für ein gefrorenes Joghurt. Get the fuck outta here. Ich war wirklich fuchsteufelswild, doch es half alles nichts: Aus der Traum. So viel zum besten Platz im Saal. Alles für die Katz. Normalerweise bin ich ja ein Mensch, der versucht, aus jeder Situation das Optimum herauszuholen, die Dinge zu akzeptieren die man nicht ändern kann, und zu versuchen, sich so etwas nicht zu sehr zu Herzen zu nehmen. Letztendlich schade ich damit ja nur mir selbst, da ich mir die Laune ja selber erst recht verderbe, und die Veranstaltung dann nicht mehr genießen kann. Nicht zuletzt ist eines meiner Mottos "Mach das Beste draus". Diesmal waren der Zorn und die Enttäuschung aber zu groß. Eben dieses "organisatorische Missgeschick" hat mir den vermeintlichen Höhepunkt des Wochenendes leider gehörig verdorben. Ich konnte das ganze einfach nicht mehr so richtig genießen. 5 Minuten nach Beginn war ich es schon leid; und beschloss, mich kurz im Gang nach vorn zu schleichen, um zumindest ein paar Photos zu schießen. Danach ging ich wieder zurück, hielt es aber keine weiteren 5 Minuten aus, und beschloss, das panel einfach vom Gang aus anzusehen und fleißig Photos zu schießen – in der Hoffnung, die Leute denken, ich sei professioneller Photograph, und würden sich so nicht aufregen. Dabei sind immerhin stolze 263 Photos entstanden; 2/3 davon unbrauchbar, aber doch auch mit ein paar netten Aufnahmen. Einen Auszug davon findet ihr in der SpacePub-Galerie zu Tag 3.

Einer meiner besten Schnappschüsse: Ein in Gelächter ausbrechender Peter Jurasik

Eben das hat mir die Veranstaltung noch halbwegs gerettet, muss ich sagen. Es war zwar verdammt unbequem – nicht zuletzt da ich mich ein paar Tage zuvor bei einem Sturz auf den harten Asphalt Fort Lauderdales verletzt und mir die Knie ordentlich aufgeschürft hatte – aber wenigstens sah ich etwas. Ich kauerte mich ganz eng zur Reihe hin und achtete darauf, dass nach wie vor genug Platz ist, um durchzugehen, um nicht irgendeinen "Notausgang" zu versperren oder ähnliches. Es waren Gott sei Dank auch alle so nett, sich nicht aufzuregen, über mich zu beschweren oder ähnliches. Und so nahm das ganze letztendlich doch noch ein halbwegs gutes Ende. Als ich sah, dass in den ersten vier Reihen nur knapp die Hälfte der Sitze besetzt waren, war's mit der guten Laune aber schnell wieder vorbei. Zum panel an sich möchte ich eigentlich gar nicht allzu viel sagen. Wie in meiner Einleitung schon erwähnt, ist dieses bereits sehr ein paar Wochen online, und letztendlich ist es denke ich besser, ihr seht es euch unvorbereitet an, und lasst euch überraschen. Anbei habe ich euch dieses eingebettet, in zweifacher Ausführung. Video 1 ist die offizielle Variante, mit einer "professionellen Schnittführung" etc. Nachteil: Es ist im doch etwas veralteten 4:3-Format, was bei einem solch großen panel mit vielen Stars den Nachteil hat, dass immer nur rund 3 von ihnen zu sehen sind, und euch so manche Reaktionen entgehen. Daher tendiere ich persönlich fast mehr zum – zugegebenermaßen nicht ganz so professionell aussehenden – Fan-Video. Außerdem habe ich euch auch separat das wunderschöne, emotionale memorial video verlinkt, dass während des panels gezeigt wurde:









Als jemand, der so ziemlich alles an Hintergrundmaterial zur Serie verschlungen hat das es gibt, waren wenig neue Erkenntnisse dabei, es machte aber dennoch Spaß, diese Geschichten mal persönlich aus dem Mund der Beteiligten zu hören. Alle Anwesenden waren sichtlich gut gelaunt und genossen es, sich nach so langer Zeit wieder einmal zu sehen. Man hatte wirklich den Eindruck einer großen Familie, die wieder einmal zu einer großen Geburtstagsfeier zusammengekommen ist. Auch Bruce Boxleitner, der entgegen der ursprünglichen Ankündigung der Convention leider nicht teilnehmen konnte, da er zu der Zeit gerade in Kanada "Cedar's Cove" gedreht hat, ließ den anwesenden Fans eine kurze Nachricht zukommen. Es waren etwas mehr als 1-1/2 Stunden voller amüsanter Anekdoten, aber auch vieler emotionaler Momente. Vor allem das wunderschöne Memorial Video rührte sowohl die anwesenden Fans als auch die Stars auf der Bühne zu Tränen; ein sehr bewegender Augenblick. Gegen Ende der Veranstaltung erhielt JMS dann noch einen Preis für sein Lebenswerk, und nach ein paar kurzen Abschlussworten, in denen jeder Star noch einmal die Bedeutung von "Babylon 5" für sich selbst herausstrich, war die große Wiedersehensfeier schließlich vorbei. Zu den Klängen des B5-Soundtracks von Christopher Franke liefen die Credits, während die Zuschauer langsam aber sicher wieder aus dem Saal strömten.

Von links nach rechts: Jason Carter, Julie Caitlin Brown, Robin Atkin Downes, Walter Koenig, Mira Furlan, Jerry Doyle, J. Michael Straczinsky, Patricia Tallman, Andrea Thompson, Peter Jurasik, Claudia Christian, Bill Mumy, Tracy Scoggins & Stephen Furst.

Das "Babylon 5"-reunion panel mag zwar der große Höhepunkt des Tages gewesen sein, dennoch war es nicht der einzige Programmpunkt, den die Convention rund um "Babylon 5" an diesem Tag zu bieten hatte. Nachdem ich das eine oder andere interessante panel aufgrund von Terminkollisionen verpasst hatte, beschloss ich, nun wenigstens noch dem "Babylon 5 Fandom Endures"-panel einen Besuch abzustatten – was sich in zweierlei Hinsicht als gute Entscheidung erweisen sollte. Einerseits, da JMS dieser Podiumsdiskussion als Überraschungsgast beiwohnte, und die Minuten vor dem offiziellen Start des panels für eine kleine spontane Q&A-Runde genutzt wurde. Auch danach brachte sich JMS immer wieder kurz in die Diskussion ein. Es war – meines Wissens nach – das einzige fan-panel, das er besucht hat, und seine Anwesenheit hat die Veranstaltung zweifellos aufgewertet. Auch ohne diese wäre es das panel allerdings wert gewesen. Vor der Convention war ich ja etwas besorgt, dass diese weniger eine Geburtstags- als vielmehr eine Art Abschiedsfeier für "Babylon 5" darstellen könnte. Analog zu Londo's Worten in "Der erste Schritt", als die Erdallianz ihren "Sieg" über das Flaggschiff der Minbari feiern: "It's not a party, it's a wake". "Babylon 5 Fandom endures" gab mir den Glauben daran zurück, dass die Serie – auch ohne neues Material – noch für einige Zeit lang weiterbestehen und die Fangemeinde weiter wachsen wird. Geleitet wurde es in erster Linie von Fans der 2. Generation; also solchen, welche die ursprüngliche Ausstrahlung verpasst haben (teilweise auch einfach, weil sie noch zu jung dafür gewesen wären), und die Serie erst später auf DVD, als Stream im Internet oder sonst wie nachgeholt haben. Auch sehr schön: Alle betreffenden Fans waren weiblich. Erwähnenswert erscheint mir zudem, dass einige von ihnen homosexuell waren; "Babylon 5" scheint also, auch wenn alles rund um Ivanova und Talia nur sehr vage blieb, auch in dieser Community einen überdurchschnittlich großen Stellenwert zu besitzen.

Junge, weibliche B5-Fans der 2. Generation, und in der Mitte Überraschungsgast JMS.

Auch im Auditorium meldeten sich viele neue, junge Fans zu Wort. Generell konnte ich während der Convention beobachten, dass vor allem auch der Anteil an weiblichen Fans überdurchschnittlich hoch zu sein schien. Ich war vor allem auch überrascht, wie viele junge Mädels sich teilweise in den Veranstaltungen einfanden. Doch unabhängig von Alter, Geschlecht, sexueller Ausrichtung… ich fand es einfach ungemein schön zu sehen, dass "Babylon 5" immer noch neue Fans dazugewinnt. Dies ist vor allem auch besonders bemerkenswert, da die Serie aktuell im amerikanischen Fernsehen nicht wiederholt wird. Wenn man sich für die Serie interessiert, muss man daher entweder zu den DVDs greifen (die in den USA auch heute noch um einiges teurer sind, als hierzulande, wo man "Babylon 5" zum Schnäppchenpreis veröffentlichte, in der Hoffnung, dadurch neue Fans für die Serie zu gewinnen, die in weiterer Folge dann auch zu den weiteren Staffelboxen greifen), oder auf ein Streaming-Angebot hoffen. Letztere sind jedoch sehr unzuverlässig; so sind auf wb.com manchmal nur die ersten zwei Staffeln abrufbar, nicht aber der Rest der Serie. Auch auf iTunes taucht "Babylon 5" in den USA immer wieder mal auf; verschwindet aber auch genauso wieder nach einiger Zeit aus dem Programm. Im Vergleich dazu hat man es hierzulande dank der billigen DVDs und/oder den Wiederholungen auf SyFy und/oder Tele5 ja vergleichsweise leicht, die Serie neu zu entdecken. Was für mich die Frage aufwirft: Wo sind eigentlich hierzulande die neuen, jungen "Babylon 5"-Fans? Natürlich hat die Serie bei der DVD-Veröffentlichung viele neue Fans gefunden – aber seither? Die große Welle an neuen Fans scheint in den letzten Jahren im deutschsprachigen Raum – im Gegensatz zu den USA, trotz der schlechten Verfügbarkeit – versieht zu sein. Woran kann das liegen? Wenn ihr eine Idee dazu habt, würde ich mich über eure Meinung in diesem Thread des SpacePub-Forums freuen!

Ohne Worte...Anstatt nach der Veranstaltung gleich rauszuflüchten, nahm sich JMS nun die Zeit, um den anwesenden Fans noch kurz persönlich für ein paar Fragen und ein kurzes "Meet & Greet" zur Verfügung zu stellen. Auch ich nutzte die Gelegenheit, um mich ihm kurz vorzustellen, für die Serie zu danken und um ein Photo zu ersuchen. Sicherlich einer meiner größten Geek-Momente des Wochenendes, und einer der Höhepunkte der Convention. Leider bieten modernen Bildbearbeitungsprogramme zwar alle möglichen Funktionen, "stupid fanboy grin-removal" gehört aber leider noch nicht dazu, weshalb ihr euch mein dämliches Grinsen anschauen müsst. Es tut mir ja wirklich leid, aber in diesem Moment konnte ich mich einfach nicht zurückhalten. Ihr werdet es überleben. Ich hätte mich mit JMS gerne noch ein wenig länger ausgetauscht; mein persönlicher Eindruck war aber, dass er doch von dem Tag schon etwas geschlaucht war. Er war offensichtlich zu höflich, um einfach schnell abzurauschen, und wollte für die Fans da sein, aber ich wollte ihn auch nicht zu lange aufhalten. Zumal ich ohnehin davon ausging, ihn am nächsten Tag bei der Signierstunde zu sehen und dabei noch die Gelegenheit zu haben, ein paar persönliche Worte zu wechseln.

Nach "Babylon 5 Endures" wäre eigentlich noch ein "Babylon 5 Bingo"- sowie eine "Stump the Editor" (wo man dadurch, dass man Jason Davies von B5Books.com Fragen stellt die er nicht beantworten kann, Preise gewinnen konnte)-Veranstaltung gewesen, aber irgendwie hat es mich nicht mehr gefreut. Das mit dem Reunion-panel wurmte mich nach wie vor, und so ging ich stattdessen zurück ins Hotel, um mir in einer E-Mail meinen Frust von der Seele zu schreiben. Obwohl trotz meiner Wut noch höflich formuliert, erhielt ich auf die erste E-Mail nie eine Antwort. Erst als ich von der Convention angeschrieben und darum gebeten wurde, an einer Umfrage teilzunehmen, und an diese Adresse dann meine E-Mail weitergeleitet habe, erhielt ich eine sehr kurz angebundene Antwort. Im deutschsprachigen Raum nichts ungewöhnliches, bin ich in den USA was Kundenservice betrifft eigentlich besseres gewohnt. Nun ja, was solls – in Wahrheit konnten sie mir zu diesem Zeitpunkt ja ohnehin nicht mehr helfen. Dennoch ist es schon ein wenig schade. Denn bis dahin war ich von der Convention derart begeistert, dass ich ernsthaft in Betracht gezogen habe, demnächst wieder zu kommen. Natürlich nicht gleich im nächsten Jahr, aber vielleicht 2015. Nach dieser Erfahrung – und vor allem auch der Art und Weise, wie man damit umgegangen ist – bin ich mir da aber nicht mehr so sicher. Da müsste schon die große Babylon 5-25 Jahr-Feier oder etwas Ähnliches daherkommen. Nachdem ich mir also meinen Frust in der besagten E-Mail von der Seele geschrieben hatte, hieß es "ab ins Bett", um für den letzten Tag der Phoenix ComiCon wieder fit zu sein!
Christian Siegel


Weiterführende Links:
Phoenix ComiCon 2013 - Tag 1: Ein B5-Fan im Geek-Himmel
Phoenix ComiCon 2013 - Tag 2: Begegnung mit den Stars
Phoenix ComiCon 2013 - Tag 4: Schrei zum Abschied leise Feuer!
SpacePub.net-Galerie zu Tag 3 der PCC 2013
Phoenix ComiCon

Bildquellen:
PCC-Logo & Photo 1 (c) 2013 Phoenix ComiCon
Alle anderen Photos (c) Christian Siegel
Video 1 (c) Phoenix ComiCon
Video 2 (c) Nai Wang
Video 3 (c) John E. Hudgens






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