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Star Trek - Enterprise: Das höchste Maß an Hingabe Drucken E-Mail
Auf der Suche nach der Waffe der Xindi Kategorie: Star Trek (Literatur) - Autor: Christian Siegel - Datum: Montag, 27 Juni 2011
 
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Titel: "Star Trek - Enterprise: Das höchste Maß an Hingabe"
Originaltitel: "Star Trek - Enterprise: Last Full Measure"
Bewertung:
Autoren: Michael A. Martin & Angy Mangels
Übersetzung: Bernd Perplies
Umfang: 317 Seiten
Verlag: Cross Cult
Veröffentlicht: 2011 (D) bzw. 2006 (USA)
ISBN: 3-9426-4941-4
Kaufen: Deutsche Ausgabe, Englische Ausgabe
 

Klappentext: Ohne Warnung oder Provokation erscheint eine Xindi-Waffe über der Erde und entfesselt eine Explosion, die auf zwei Kontinenten Millionen Lebewesen tötet. Es ist nur die erste Waffe dieser Art: Eine zweite wird noch gebaut, und dieses Mal könnte sie sogar den gesamten Planeten zerstören. In einem verzweifelten Versuch, die Erde und ihre Bewohner zu retten, muss die Sternenflotte innerhalb von kürzester Zeit ihre Mission ändern: aus friedlicher, wissenschaftlicher Erforschung wird Militärdienst

Es gibt nur ein Schiff, dass schnell genug ist, um den Bau dieser neuen Waffe aufzuhalten: das Raumschiff Enterprise. Doch seine Mannschaft kann diese Aufgabe nicht allein bewältigen. Captain Jonathan Archer willigt ein, eine Truppe militärischer Spezialisten mit an Bord zu nehmen: kampferprobte Soldaten, genannt MACOs.

Die Sternenflotte und die MACOs sind zwei unterschiedliche Gruppen, die nun ein gemeinsamen Ziel haben. Über die methoden, wie sie dieses Ziel erreichen können, sind sie sich allerdings uneinig. Zwei Kulturen prallen aufeinander, doch die Männer und Frauen an Bord der Enterprise wissen, dass sie erfolgreich zusammenarbeiten müssen, denn andernfalls werden Unschuldige den Preis für ihren Misserfolg bezahlen. Sie können es sich nicht leisten, zu versagen.


Kurzinhalt: Die Enterprise befindet sich in der Delphi-Ausdehnung, auf der Suche nach der Waffe der Xindi, mit der diese die Erde vernichten wollen. Kurz nachdem eine Raumanomalie einige Leute aus der Besatzung außer Gefecht gesetzt hat, findet man endlich wieder einen Hinweis auf die Xindi: Offenbar haben diese kürzlich dem Raumhafen eines nahegelegenen Planeten besucht. Während sich Captain Archer, Malcolm Reed sowie ein paar weitere Offiziere und MACOs aufmachen, und ihren Kontaktmann zu finden, stoßen die Sensoren der Enterprise auf eine Energiesignatur, die ebenfalls von den Xindi stammen könnte. Da man den Orbit des Planeten nicht verlassen kann, da man das Außenteam sonst schutzlos ihrem Schicksal ausliefern würde, wird Mayweather gemeinsam mit ein paar MACOs losgeschickt, um der Spur zu folgen…


Review: Die nächste Romanreihe, die von Cross Cult übernommen und ins Deutsche übertragen wird, ist "Enterprise". Im Gegensatz zu "New Frontier", wo man sich dazu entschlossen hat auch die bereits von Heyne veröffentlichten Romane neu aufzulegen, lässt man hier nicht nur die bisher erschienenen Romane aus, sondern – zumindest bisher – auch ein paar, die es bisher noch nicht zu uns geschafft haben, und steigt quasi mitten in die Reihe ein. "Das höchste Maß an Hingabe" erweist sich diesbezüglich aus meiner Sicht als unkluge Wahl. Die Geschichte spielt mitten in der 3. Staffel und ist leider, wie die meisten Abenteuer dieser von der Bedrohung der Xindi geprägten Season, sehr action- bzw. missionsorientiert. Dabei bleibt die Handlung zudem leider die meiste Zeit sehr oberflächlich – wenn die Autoren mal versuchen, Tiefgang und Anspruch hineinzubringen, wie z.B. bei der Diskussion darüber inwiefern die etwas grobe Behandlung eines Verdächtigen mit den idealen der Sternenflotte vertretbar sind, scheitert dies meistens an einer gar halbherzigen Herangehensweise.

Im Interesse der Offenheit sei festgehalten, dass ich nicht der größte "Enterprise"-Fan bin. Die ersten beiden Staffeln fand ich überwiegend grauenhaft, mit der 3. Staffel wurde es zwar endlich spannend, als man mit "Brutstätte" dann aber alles, was Roddenberry’s Zukunftsvision ausgemacht hat, mit Füßen getreten hat, habe ich endgültig die Lust und das Interesse verloren – dementsprechend kenne ich weder den Ausgang der Xindi-Krise (Ich vermute mal, die Erde wurde nicht zerstört?!?!) noch der Serie an sich. Da die Handlung ohnehin innerhalb der 3. Staffel spielt denke ich zwar nicht, dass dies in irgendeiner Art und Weise für mein Verständnis bzw. meinen Eindruck von Bedeutung sein sollte, dennoch sei es hiermit erwähnt. Und ob ihr es nun auf meine generelle Ablehnung der Serie (wobei ich eigentlich fand, dass es in der 3. Staffel wieder aufwärts ging; bis zu dieser völligen Katastrophe) schieben wollt oder nicht, aber "Das höchste Maß an Hingabe" hat mich nicht wirklich überzeugt.

Was die 3. Staffel so ausgezeichnet (und gerettet) hat, waren neben ein paar höchst willkommenen Anflügen eines Hauchs von Anspruchs vor allem die fortlaufende Handlung, die für Spannung gesorgt hat. Ein Roman, der nun eine losgelöste Geschichte innerhalb dieses Handlungsstrangs erzählt, kann naturgemäß längst nicht so packen, da man weiß, dass nichts dramatisches passieren und es maximal irgendwelche unwichtige Figuren am Rande erwischen kann. Hier reckt das Rothemden-Syndrom sein schreckliches, wohlbekanntes Haupt, und die Versuche von Michael A. Martin und Andy Mangels, den Bauernopfern zumindest einen Hauch von Persönlichkeit zu verleihen ehe man sie über den Jordan schickt, wirken ebenso verzweifelt, wie sie wirkungslos verpuffen. Andere Schwächen hat man aus der Serie übernommen: Vor allem der Konflikt zwischen Schiffsbesatzung und MACOs wirkt verkrampft und aufgesetzt, und kann nicht überzeugen.

Generell vermittelt "Das höchste Maß an Hingabe" kein Gefühl von Kameraderie, im Gegenteil, überall werden krampfhaft Konflikte und Streitereien herbeigebeamt. Hier hilft es auch nicht, dass viele der aus der Serie bekannten Figuren gleich zu Beginn des Romans außer Gefecht gesetzt werden, und sich der Rest danach in mehrere Gruppen mit unterschiedlichen Handlungssträngen spaltet. Schade auch, dass das Geschehen auf der Enterprise fast völlig vernachlässigt wird und mit T’Pol damit eine der interessanteren Figuren der Serie fast völlig in den Hintergrund verschwindet. Teils nicht nachvollziehbare bzw. nicht allzu klug wirkende Entscheidungen der Protagonisten sowie die eine oder andere einfallslose Deus Ex Machina-Rettung (natürlich in letzter Sekunde) geben "Das höchste Maß an Hingabe" dann den Rest.

Positiv ist hingegen zu vermerken, dass der Roman recht kurz und das Tempo, von den sinnfreien Sprüngen in die Vergangenheit der Figuren mal abgesehen, sehr hoch ist. Der Schreibstil ist zwar wahrlich keine Offenbarung und für meinen Geschmack zu oberflächlich – zudem lassen es die Autoren an (Wort-)witz vermissen – dafür aber sehr flüssig, was zur leichten und schnellen Lesbarkeit des Romans beiträgt. Die Rahmenhandlung rund um den Besuch einer Statue wird zwar durch den etwas konstruiert wirkenden Auftritt einer anderen wichtigen Star Trek-Figur etwas hinuntergezogen – zudem fragt man sich, warum hier gerade einer jener Figuren ausgewählt wurde, die in der Haupthandlung des Romans dank einer der Anomalien der Xindi-Ausdehnung außer Gefecht ist und die Ereignisse somit nicht einmal unmittelbar miterlebt hat – war aber trotzdem ein netter Einfall (wenn auch suboptimal umgesetzt). Last but not least: Ein Roman, der meinen Lieblingsfilm "2001 - Odyssee im Weltraum" referenziert, bekommt schon allein dafür noch einen Gnadenpunkt zusätzlich…

Fazit: "It’s been a long road…", aber nun hat es eine weitere, bisher noch nicht auf Deutsch veröffentlichte Star Trek-Romanreihe – CrossCult sei Dank – in unsere Regale geschafft. Einzig, ich frage mich: Warum hat man mit "Das höchste Maß an Hingabe" just einen derart durchwachsenen und nur bedingt überzeugenden Roman für dieses Debut ausgewählt? Michael A. Martin und Andy Mangels haben leider nicht nur einige der Schwächen aus der Serie bzw. der dritten Staffel übernommen; dadurch, dass man eine Geschichte mitten aus der Xindi-Handlung erzählt fehlt zudem eine der größten Stärken von Season 3: Die aufgrund der fortlaufenden Geschichte erhöhte Spannung. Immerhin ist der Roman flüssig geschrieben und flott erzählt, und bietet somit gerade auch für die höheren Temperaturen im Sommer, wenn die Gehirnzellen auch ohne große Anstrengung schon in der Sonne dahinbrutzeln, das ideale, oberflächliche literarische Fast Food für den anspruchslosen Star Trek (Enterprise)-Fan.

Christian Siegel

Bewertung: 1.5/5 Punkten


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