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Inception Drucken E-Mail
Ein Film wie ein Traum & ein Traum von einem Film... Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Montag, 20 Dezember 2010
 
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Inception
(Inception, USA 2010)
 
Inception
Bewertung:
Studio/Verleih: Warner Bros.
Regie: Christopher Nolan
Produzenten: U.a. Christopher Nolan & Emma Thomas
Drehbuch: Christopher Nolan
Filmmusik: Hans Zimmer
Kamera: Wally Pfister
Schnitt: Lee Smith
Genre: Science Fiction
Kinostart (Deutschland): 29. Juli 2010
Kinostart (USA): 16. Juli 2010
Laufzeit: 148 Minuten
Altersfreigabe: Ab 12 Jahren
Trailer: klick
Kaufen: Blu Ray, Blu Ray (Briefcase), Blu Ray (Steelbook), DVD, Soundtrack
Mit: Leonardo DiCaprio, Joseph Gordon-Levitt, Ellen Page, Tom Hardy, Ken Watanabe, Cillian Murphy, Tom Berenger, Marion Cotillard u.a.


Kurzinhalt: Als das Militär ein Gerät entwickelt, mit dem sich Traumwelten erschaffen und diese mit anderen Personen geteilt werden können, dauert es nicht lange, ehe die Technologie ihren Weg auf den Schwarzmarkt findet. Dort wird er von Spezialisten dazu genutzt, sich über eine Traumwelt Zugang zu den Geheimnissen der jeweiligen Zielperson zu verschaffen. Dom Cobb und sein Team sind gerade dabei, einen solchen Auftrag auszuführen – doch die Mission misslingt. Dennoch ist ihr "Opfer" von ihren Fähigkeiten begeistert, und beschließt, das Team für einen noch diffizileren Auftrag zu engagieren: Statt der Zielperson einen Gedanken zu entnehmen, sollen sie im Gegenteil eine Idee einpflanzen. Während seine Teammitglieder dies für unmöglich halten, ist Dom Cobb anderer Ansicht, und beschließt, den Auftrag anzunehmen und die "Inception" durchzuführen…

Anmerkung: Das nachfolgende Review ist spoilerfrei und kann daher auch von all jenen, die den Film noch nicht gesehen haben, gefahrlos gelesen werden.

Review: ImageNach einem eher schwachen Start in den Kinosommer mit einigen Enttäuschungen schrieb ein Filmfan auf der amerikanischen Filmseite "Aint It Cool News" den Kommentar „In Nolan we trust“. Kaum jemand hat es in den letzten Jahren wieder und wieder so gut geschafft, typische Blockbuster-Unterhaltung mit Tiefgang zu würzen, und damit ein wohlschmeckendes Mahl aufzubieten, dass deutlich länger satt hält als irgendein hohler Actionkracher, den man schneller wieder ausscheidet als man ihn gesehen hat (ob daher wohl der Begriff "Dünnschiss" für solche Filme kommt?). Und selten zuvor hatte ein Kinojahr ein köstliches 5-Sterne-Menü dringender nötig als 2010, gab es doch bis zum Sommer nur sehr wenige Highlights ("Shutter Island", "Kick-Ass"), dafür jedoch um so mehr Enttäuschungen (wenn auch teilweise auf durchaus hohem Niveau). Und so wendete auch ich mich an den Filmgott und flehte darum, aus dem finsteren Tal der kargen Blockbusterwüste herausgeführt zu werden - und Nolan sei Dank: Ich wurde erhört!

Mit "Inception" ist Christopher Nolan meines Erachtens ein weiteres Meisterwerk – und vermutlich sogar sein bisher bester Film – geglückt. Ein ungemein vielschichtiger und abwechslungsreicher Film, der zahlreiche Elemente in sich vereint und zu einem stimmigen, überzeugenden und faszinierenden Ganzen verschmelzen lässt. Einzelne Aspekte erinnern an die typischen "heist-movies", also Filme über große Coups – üblicherweise immer mit einem letzten, besonders schweren Auftrag, nach dem sich der Held zur Ruhe setzen will. Dann haben wir die ganzen Traumwelten und Fragen zu unserer Psyche und dem Unterbewusstsein. Die Idee, in fremde Träume eindringen bzw. diese gestalten zu können, um so die Geheimnisse einer Person stehlen zu können, fügt ein faszinierendes, originelles SF-Element in den Film ein. Die tragische Geschichte rund um Dom und Mal bietet das Herzstück des Films; großes Drama, das im weiteren Verlauf der Handlung zahlreiche interessante Wendungen und Offenbarungen bereithält. Und der Verfolgungsjagd im Schnee fehlt nur der typische John Barry-Score, ansonsten könnte sie genauso gut direkt aus einem James Bond-Film sein.

ImageIn weniger begabten Händen würden sich all diese verschiedenen Facetten im Weg stehen und gegenseitig stören – doch unter Christopher Nolan’s meisterhafter Führung ergeben sie ein faszinierendes Mosaik aus Ideen, Gedanken und Geschichten, das von der ersten bis zur letzten Sekunde zu packen vermag. Die Handlung an sich ist zwar nicht übertrieben komplex, erfordert aber vom Zuschauer definitiv Aufmerksamkeit, um bei den zahlreichen Haken, die der Film schlägt, sowie dem späteren "Traum in einem Traum in einem Traum" mit mehreren parallel verlaufenden Handlungssträngen nicht den Überblick zu verlieren. Da dies jedoch in erster Linie immer noch ein Blockbuster ist, wird uns die Geschichte und die zum Verständnis erforderlichen Hintergrundinformationen in leicht verdaulichen Häppchen serviert, die zwischendurch auch immer wieder durch packende Actionszenen aufgelockert werden.

Die Action an sich ist, wie von Nolan gewohnt, zwar solide, aber doch etwas schlicht inszeniert, und wirkt teilweise sogar fast ein wenig einfallslos; so als hätte Nolan an den Actionszenen vergleichsweise wenig Interesse. Vor allem der abschließende Showdown rund um die "Burg" im Schnee vermag optisch nicht ganz so zu beeindrucken, wie das bei anderen Regisseuren vielleicht der Fall gewesen wäre. Einzig der Kampf in der Schwerelosigkeit sticht als originell und wirklich überzeugend in Szene gesetzt hervor; den Rest hätte ich mir persönlich etwas durchgestylter gewünscht. Aber übertriebene Spielereien sind nun mal Nolan’s Sache (noch?) nicht, schon gar nicht bei der Action. Dafür schmückt er "Inception" erneut mit einigen prägnanten, eindrucksvollen Bildern, die er gemeinsam mit Wally Pfister, dem Kameramann seines Vertrauens, virtuos einfängt. Hier besticht erneut die satte Farbgebung, wobei Nolan diese wie gewohnt mit Bedacht einsetzt, um die jeweilige Wirkung der Szene zu unterstützen; wobei vor allem die Szenen in Cobb’s Unterbewusstsein sehr warm gehalten sind und die Inszenierung damit in gelungenem Kontrast zur darin erzählten harten, kalten Handlung steht.

ImageWomit wir schon bei einer der größten Stärken von "Inception" wären: Die vielschichtige, abwechslungsreiche Handlung. Zugegeben, alle Figuren neben Cobb (und seiner Frau Mal) werden recht stiefmütterlich behandelt, dafür kann dessen komplexe, von Schuldgefühlen geplagte Persönlichkeit umso mehr faszinieren. Im Laufe des Films erfahren wir Schritt für Schritt mehr über ihn, und dringen dabei immer tiefer in sein Unterbewusstsein ein – ganz so wie die "Extractors" es im Film ebenfalls bei ihren Zielpersonen tun. Jede der Offenbarung lässt uns dabei seine Figur näher kennenlernen, ehe wir schließlich am Ende die Tragweite seiner Schuld erkennen. Eben dadurch, dass uns nicht alles in einem Aufwasch am Ende des Films (wie bei "Shutter Island"; der übrigens aufgrund der recht ähnlichen Thematiken – und da Leonardo diCaprio auch dort die Hauptrolle spielt – ein perfektes Double Feature mit "Inception" ergibt) offengelegt wird, sondern wir nach und nach jene Puzzleteile erhalten, die uns erst am Ende das Gesamtbild erkennen lassen, bleibt "Inception" schon allein deshalb – und ganz abseits der eigentlichen Mission – spannend und interessant.

Es ist unmöglich, "Inception" zu besprechen, ohne das Ende zu erwähnen. Da ich jedoch zugleich niemandem den Film spoilern will, sei nur festgehalten, dass es vermutlich das meistdiskutierte des Kinojahres 2010 ist. Auf dem ersten Blick bieten sich vor allem zwei Interpretationsmöglichkeiten an, wenn man sich jedoch noch näher mit dem Film auseinandersetzt, ihn sich ein paar Mal ansieht und weitere, faszinierende Details entdeckt (exemplarisch sei erwähnt, dass eine Szene, die zu Beginn und gegen Ende des Films vorkommt, nur scheinbar ident ist), bietet "Inception" so viel Interpretationsspielraum wie schon lange kein Film mehr. Mir hat es jedenfalls viel Spaß gemacht, mich mit anderen darüber auszutauschen und im Internet nach anderen Meinungen zu suchen – wobei ich auf zahlreiche Analysen gestolpert bin, in denen Richtungen eingeschlagen wurde, die ich noch nicht mal in Betracht gezogen hätte. Dennoch ist "Inception" kein Film á la "Primer", wo man unbedingt danach noch stundenlang im Internet recherchieren muss, um ihn ansatzweise zu begreifen. Der Film an sich bietet sehr wohl einen – absolut passenden – Abschluss, und kann auch wenn man nicht lange über ihn nachdenkt verstanden und genossen werden. Doch für all jene, die sich gerne auch nach dem Abspann mit einem Film beschäftigen, bietet "Inception" mehr als genug Denkanstöße, um eben dies zu tun.

ImageFür den Soundtrack zeichnet sich erneut Hans Zimmer verantwortlich – und in gewisser Weise hat er sich bei "Inception" selbst übertroffen. Nicht nur, dass es ihm mit einem abwechslungsreichen Score gelingt, alle auf Zelluloid gebannten Facetten des Films auch in die Sprache der Musik zu übersetzen, hat er sogar das zentrale Lied des Films, Edith Piaf’s "No, je ne regrette rien", auf kongeniale Weise in seinen Soundtrack eingebunden (mehr dazu findet ihr in diesem Clip auf YouTube). Darüber hinaus versteht er es, sowohl die actionreichen Szenen (mit einem peitschenden Score, der die Spannung der jeweiligen Szenen verstärkt) als auch die ruhigen, emotionalen Momente (mit teils wunderschönen Melodien und Motiven) gekonnt einzufangen und zu unterstützen. Vor allem die Melodie am Ende ist einfach nur herrlich, und schließt den Film auch musikalisch perfekt ab. Was den eigentlichen Sinn von Soundtracks betrifft – die Unterstützung der Bilder durch Musik – mag Hans Zimmer’s Komposition für "Inception" gut und gern die dahingehend erfolgreichste und beste Filmmusik des Jahres sein (auch wenn ich zugegebenermaßen subjektiv betrachtet nach wie vor jene von "Kick-Ass" vorziehe).

Auch die schauspielerischen Leistungen sind großartig. Nach "Shutter Island" beweist Leonardo diCaprio hier erneut, dass er zu den besten Schauspielern seiner Generation zählt. Vor 10 Jahren mag man ihn noch als Milchbubi verschrien haben, heutzutage überzeugt (und beeindruckt) er mit einer überragenden Performance nach der anderen. Zwar fand ich ihn in Scorsese’s Film noch eine Spur besser, trotzdem kann er auch hier absolut überzeugen. Unterstützt wird er von einem großen, hochkarätigen Cast, wobei die meisten in erster Linie Erfüllungsgehilfen der Handlung sind und daher nicht unbedingt viel zu tun bekommen. Lediglich die bezaubernde Ellen Page und die noch bezauberndere Marion Cotillard stechen hervor. Vor allem letzterer kommt als Cobb’s Frau eine absolute Schlüsselrolle zu. Ihr Schauspiel weiß den ganzen Film über zu gefallen – wobei ihr die Rolle für einen Blockbuster erstaunlich viel abverlangt – aber vor allem in der Szene gegen Ende kann sie ihr großes schauspielerisches Können erneut unter Beweis stellen. Davon abgesehen gelingt es dank einiger cooler Sprüche und einer spielfreudigen Performance in erster Linie noch Tom Hardy, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Der Rest fällt weder negativ noch sonderlich positiv auf – bekommt wie man fairerweise erwähnen muss dazu aber auch wenig Gelegenheit.

ImageWenn es etwas gibt, das mich an "Inception" ein wenig enttäuscht hat, dann ist das, wie verhalten die meisten der Traumszenen inszeniert sind. Dadurch, dass die Zielpersonen ja eigentlich nicht bemerken sollen, dass sie sich in einem Traum befinden, folgen diese im Wesentlichen den bekannten physikalischen Gesetzen aus der realen Welt. Hier hätte ich mir gerade nach dem opulenten Trailer mit zahlreichen überwältigenden Einstellungen (wie z.B. der "gebogenen" Stadt) doch etwas mehr erhofft. Immerhin, jene entsprechenden Szenen, die enthalten sind, vermögen es auch wirklich, zu begeistern. Neben zahlreichen einprägsamen Bildern – insbesondere von Cobb’s im Zerfall befindlicher Traumwelt – war es aber in erster Linie eine Einstellung, die mich ins Staunen versetzt hat, nämlich jene mit den unendlichen Reflexionen in den Spiegeln. Wie hat man hier nur die Kamera versteckt? Hat man etwa eine Scheibe genommen, die auf einer Seite spiegelt und auf der anderen durchsichtig ist? Wie auch immer, das war – wie viele der hier präsentierten Einstellungen und beeindruckenden Bildern – wahrlich meisterhaft…

Fazit: Christopher Nolan gelingt es bei "Inception" erneut grandios, typische, bombastische Blockbuster-Unterhaltung voller packender Actionszenen mit Tiefgang zu vereinen. Wo andere Blockbuster vom Kinobesucher erwarten, sein Hirn an der Kinokasse abzugeben, verlangt Nolan ganz im Gegenteil, es zu benutzen! Die Handlung ist zwar nicht übertrieben komplex, erfordert aber durchaus ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit (und Intelligenz), um ihr folgen zu können. Zugleich gibt es - wie auch schon bei "The Dark Knight" - auch wieder einige philosophische Ansätze. Die schauspielerischen Leistungen sind absolut top, und Christopher Nolan’s Inszenierung ist – vor allem in den Traumsequenzen – so verspielt und opulent wie nie zuvor. Das Faszinierendste an "Inception" ist aber wohl der Interpretationsspielraum, den er bietet. Vor allem das Ende lädt dazu ein, noch einmal über den Film nachzudenken und mit Anderen über dessen Bedeutung zu diskutieren.

ImageJeder kann und wird "Inception" anders verstehen, doch Nolan gesteht es uns eben auch zu – ja lädt uns sogar offen dazu ein – unsere eigene Interpretation zu finden. Und wenn man genauer über den Film nachdenkt, ihn sich erneut ansieht und erkennt, wie viele verschiedene – und teils widersprüchliche – Andeutungen und Hinweise uns Nolan hier gibt, erkennt man seine meisterliche Handschrift. Zusammen mit dem originellen SF-Einschlag, einigen emotionalen und/oder beeindruckenden Szenen und einem peitschend-emotionalen, von Hans Zimmer kongenial komponierten Score, der wie die Faust aufs Auge (oder in diesem Fall wohl eher das Ohr) passt, macht das ein grandioses Fest für alle Sinne – und einen im wahrsten Sinne des Wortes "traumhaften" Film…

Wertung:10 von 10 Punkten


Christian Siegel
(Bilder © Warner Bros.)


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Kommentare (3)
RSS Kommentare
1. 06.01.2011 00:07
 
Nachdem ich den Trailer gesehen hatte, war ich wirklich neugierig, und wenn der Film nur annähernd an das Niveau des Trailers herangekommen wäre, dann wäre er noch richtig gut gewesen. Als ich dann im Kino war, bin ich vor Langeweile fast gestorben! Ein ganz normaler Hollywood-Streifen der nach Schema "F" abläuft. Es findet sich ein Team aus Möchtegerncoolen, die selbst in kritischen Situationen noch einen lockeren Spruch auf den Lippen haben (kennt man ja aus fast jedem Blockbuster). Dann geht es durch verschiedene Sequenzen eines Traumes um einen Gedanken einzupflanzen (wenn es zwischendurch Probleme gab, waren diese immer mit an den Haaren herbeigezogenen Ideen gelöst worden) und nebenbei läuft auch noch eine zweite Story mit DiCaprio's Frau ab, die nur noch nervt. Immer wieder erscheinen seine Kinder und seine Frau innerhalb der Traumsequenzen, einfach nur ein Alptraum!!!!
 
ben
2. 06.01.2011 12:45
 
Hallo ben, 
 
mir ging es ähnlich wie dir. Auch ich fand den Aufbau des Films zu konventionell. Das alles war zwar mit der interessanten Idee der Traum-Manipulation verknüpft, aber der Rest roch irgendwie zu sehr nach Hollywood-Schema F. Das muss ja nicht schlecht sein, schließlich wollte Nolan einen Unterhaltungsfilm machen und kein Arthouse-Kino. Ich finde aber, man hätte zumindest ein bisschen mutiger sein können, dann wäre "Inception" weniger vorhersehbar gewesen. Trotzdem bleibt unter'm Strich ein interessantes Filmerlebnis, das am Schluss genug Spielraum für eigene Interpretationen lässt und eine Welt eingeführt hat, die viel Potential bietet. Auch die Darsteller konnten mich durchweg überzeugen. Vor allem die Besetzung von Ellen Page (*schwärm*) war ein gelungener Schachzug, denn sie entspricht definitiv nicht den üblichen Hollywood-Klischees.  
 
Traumhafte Grüße 
Martin
 
Martin
3. 01.04.2011 12:16
 
Traumwelten
Christopher Nolan ist derzeit wohl der König Midas von Hollywood, denn alles was er anfaßt, wird zu Gold. Er hat mit Batman The Dark Knight wohl Blut geleckt, was Action angeht und hat nun mit Inception für Action gleich neue Maßstäbe gesetzt. 
Der Plot klingt eigentlich recht simpel, aber Nolan macht wesentlich mehr daraus. Sein Held Dominic Cobb, sogar ein Leonardo DiCaprio in einer Glanzrolle, soll eigentlich nur in die Träume fremde Gedanken implantieren, um diese Menschen gefügig zu machen. Bei Nolan sind diese Träume aber irrwitzige Reisen, in der physikalische Gesetze nicht nur keine Rolle mehr spielen, sondern von Nolan wie auf einer Klaviatur bedient werden und in denen selbst Zeit und Tod sind keine berechenbaren Faktoren, sondern eher veränderbare Randerscheinungen. 
Der Zuschauer wird nicht nur an die Grenzen jeder Realität geführt, sonder die wird locker übersprungen und er landet in vielen fremden Träumen. Nur sind die Träume in Inception nicht einfach nur Träume, wie sie jeder normale Mensch hat, sondern es sind Schlachtfelder in denen soviel geschossen und in die Luft gejagt wird, dass Belfast und Beirut in ihren wildesten Zeiten wie etwas lautere Kindergeburtstage anmuten. 
Einen relativ roten faden gibt es übrigens auch und in dem versucht Cobb dem Industriellensohn Fischer, ein beeindruckend böser Cillian Murphy, die Geheimnisse seines Vaters im Traum abzujagen. Dazu sucht er sich eine Truppe zusammen, die ihm diese Art Traum erst möglich macht und ihn mehr oder weniger begleitet. So richtig blickt der Zuschauer dabei nicht durch, weil die Handlung zur selben Zeit auf bis zu drei Orte verteilt ist und so zusätzlich für Spannung gesorgt ist. 
Bei so einem rasanten Wechsel zwischen Traum und Realität passieren noch einige unerwartete Dinge und die 150 Minuten Film werden nie langweilig. Es gibt nur einige Längen bei der unvermeintlichen Liebesgeschichte des Dominic Cobb, aber ein wenig Herz muss in Hollywood wohl sein und die Längen sind auch schnell genug vorbei. Die Besetzung ist ganz schlicht großartig, denn neben Leonardo DiCaprio sind Nolans Favoriten Sir Michel Caine, Ken Watanabe, Cillian Murphy aus Batman Begins, Tom Berenger und eine erfrischend aufspielende Ellen Page, die sich nach ihrer Schwangerschaft in JUNO recht gut erholt hat, dabei. 
Nach meinem Dafürhalten und wenn die Academy 2011 besser drauf ist als die 2010, sollte diesmal für Christopher Nolan mindestens ein Oscar drin sein. Nach Batman Begins und The Dark Knight ist Inception nun der dritte Film von Nolan, der auf meiner persönlichen Wertung locker auf 10/10 kommt. Ohne Übertreibung hat Nolan einen Film der optischen Superlative abgeliefert, der einem zuhause Krieg mit den Nachbarn beschert, wenn man ihn wie im Kino sieht und vor allem hört. Ein Film, der es schafft, den Zuschauer wirklich aus der Realität in eine eigene Welt zu holen und von solchen Filmen gibt es zu wenige. 
Wenn DVD bzw. Blu ray nur halb so gut in Bild und Ton wie im Kino sind, gibt es von mir auch noch eine Kaufempfehlung, denn der Film ist ganz großes Kino im positivsten Sinn dieses Wortes. Ich werde wohl doch den Krieg mit den Nachbarn riskieren und mir die Blu ray holen, denn bei dem Film lohnt
 

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