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Primer Drucken E-Mail
Ambitionierte, aber Kopfschmerzen verursachende Zeitreise-SF Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Donnerstag, 09 Dezember 2010
 
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Primer
(Primer, USA 2004)
 
Primer
Bewertung:
Studio/Verleih: N.b.
Regie: Shane Carruth
Produzent: Shane Carruth
Drehbuch: Shane Carruth
Filmmusik: Shane Carruth
Schnitt: Shane Carruth
Genre: Science Fiction
Kinostart (Deutschland): -
Kinostart (USA): 08. Oktober 2004
Laufzeit: 77 Minuten
Altersfreigabe: nicht geprüft
Trailer (Englisch): klick
Kaufen: DVD
Mit: Shane Carruth, David Sullivan, Casey Gooden, Anand Upadhyaya, Carrie Crawford, Samantha Thompson, Chip Carruth u.a.


Kurzinhalt: Vier junge Wissenschaftler haben in einer Garage ein kleines Mini-Labor eingerichtet, wo sie sich mit Auftragsarbeit einen netten Zuverdienst geschaffen haben, den sie wiederum in eigene Experimente und Forschungsarbeiten stecken. Als man sich nicht auf das nächste Projekt einigen kann, beschließen Aaron und Abe, auf eigene Faust aktiv zu werden. Gemeinsam arbeitet man an einem Gerät, mit dem sich die Auswirkungen der Gravitation verringern lassen sollen. Das Experiment gelingt, nach ein paar Wochen entdeckt Abe aber einen interessanten Nebeneffekt: Offenbar haben sie mit ihrer "Box" unbewusst auch eine Zeitmaschine erschaffen…

Review: ImageIch bin durchaus jemand, der einen anspruchsvollen Film und/oder ein gutes Rätsel zu schätzen weiß, aber hierfür gibt es für mich eine essentielle Grundregel: Ich glaube fest daran, dass allein die Sichtung eines Films schon ausreichend sein muss, um danach Theorien entwickeln zu können. Ob diese dann auch wirklich mit der angedachten Lösung der Filmemacher übereinstimmen, steht auf einem anderen Blatt, und tut eigentlich auch nichts zur Sache. Wichtig ist nur, dass man überhaupt mal spekulieren kann. Das diesbezügliche Paradebeispiel ist wohl "Donnie Darko", ein Film, der mich als ich ihn das erste Mal sah ungemein fasziniert und begeistert hat. Ja, er ist verwirrend, ja er ist komplex und er verlangt vom Zuschauer, das Hirn einzuschalten und lädt vor allem dazu ein, zahlreiche mögliche Erklärungen im Kopf durchzuspielen und sich seine Eigene zusammenzureimen – und der Film an sich bietet bereits ausreiche Informationen, um genau das zu tun.

Nicht so "Primer", denn dieser lädt nicht einfach nur dazu ein, im Internet nach Erklärungen zu suchen, er zwingt einen de facto dazu. Und selbst dann bleiben noch einige Fragen offen, wie z.B. rund um den berüchtigten "Granger-Zwischenfall", für den sich Hauptdarsteller, Drehbuchautor und Regisseur Shane Carruth erst gar keine Erklärung ausgedacht hat. Angeblich, um den Zuschauer seine eigene Lösung dafür finden zu lassen – auf mich wirkt es aber eher so, als hätte er diese Wendung gebraucht, um die Handlung vorantreiben zu können, ist jedoch selbst daran gescheitert (oder war zu faul), sich hierfür auch eine vernünftige Erklärung einfallen zu lassen. Damit wirkt die völlig aus dem nichts kommende Zeitreise eines Dritten wie eine umgekehrte "Deus Ex Machina". Gegen Ende hin halte ich es dann angesichts der zahlreichen Wendungen, Offenbarungen und Plotideen, die quasi 5 vor 12 noch in den Film gepackt werden, fast für unmöglich bei der Erstsichtung den Überblick zu behalten und der Handlung noch folgen zu können.

ImageAuch wird vieles hier zu schnell und überhastet abgehandelt – darunter auch einige durchaus interessante Ideen, die es verdient gehabt hätten, dass man sich länger mit ihnen beschäftigt. Und so scheint "Primer" ironischerweise gegen Ende hin die Zeit auszugehen – nachdem man sich im Gegenzug zu Beginn fast etwas zu lange mit der Einführung aufgehalten hat. Vor allem frage ich mich auch, welchen Zweck die beiden anderen Wissenschaftler erfüllt haben. Sie nehmen innerhalb der Handlung zu keinem Zeitpunkt eine wichtige Rolle ein – denkt man sie sich weg würde das den Film nicht im Geringsten verändern. Warum sie also überhaupt einbauen und damit von der aufgrund des geringen Budgets von vornherein arg begrenzten Laufzeit wertvolle Minuten für sie verschwenden?

Schade fand ich auch, dass sich "Primer" – im Gegensatz zu "Donnie Darko", der viele verschiedene Aspekte erfolgreich in sich vereinen konnte – etwas zu sehr auf den Rätsel-Aspekt fokussiert. Zwar wirft er am Rande ein paar moralische Fragen auf, erstickt diese aber fast völlig im großen Mysterium. Man hat als Zuschauer keine Zeit, mitzufühlen und/oder sich in die Figuren hineinzuversetzen, da man die ganze Zeit über nur versucht, irgendwie halbwegs zu verstehen, was hier gerade passiert – und damit spätestens in der letzten 1/4-Stunde scheitern dürfte. Ich gebe zu, es hilft nicht gerade, dass für "Primer" bislang keine deutsche Synchronisation existiert. Zwar schaue ich mittlerweile die meisten Filme und Serien ohnehin im O-Ton an und habe normalerweise keine Verständnis-Probleme, aber gerade bei einem so komplexen Film wie "Primer", wo noch dazu ungeniert mit vielen für Laien unverständlichen wissenschaftlichen Begriffen um sich geschmissen wird, erschwert dies den Zugang zum Film doch erheblich.

ImageIch möchte "Primer" jedoch auch nicht unnötig schlecht machen. Ich fand ihn leider als Filmerfahrung aufgrund einiger Plotwendungen die wie aus dem nichts zu kommen schienen sowie der mit Offenbarungen und Twists völlig überladenen und generell schwer verständlichen Handlung etwas frustrierend. Dennoch ist durchaus beachtlich, was Shane Carruth aus dem mickrigen Budget von gerade mal 7.000 Dollar herausgeholt hat. Zwar sieht man dem Film an, dass er "nur" auf einer 16mm-Kamera gedreht und das Bild danach künstlich aufgebläht wurde – vor allem in den Nachtaufnahmen grieselt das Bild teilweise grauenhaft – dies unterstützt aber den Charakter des Films, der seine Zeitreisethematik möglichst wissenschaftlich und realistisch darstellen will, sehr gut. Die Idee, dass man immer nur einen begrenzten Zeitraum in die Vergangenheit gehen mag, ist zwar nicht neu, allerdings wird hier auch endlich einmal eine plausible Begründung für diese Beschränkung gefunden.

Generell fand ich den Zugang zur Zeitreisethematik angesichts der Tatsache, wie viele Filme sich bereits mit diesem Thema auseinandergesetzt haben, recht frisch, originell und eine willkommene Abwechslung. Und wenn man sich dann mal durch einige Foren und Internetseiten gestöbert hat und langsam Licht ins Dunkel der letzten 15 Minuten gebracht wird, weiß auch die Handlung des Films langsam zu gefallen. Schade halt, dass zumindest ich ohne diese nachträgliche Recherche mit "Primer" nicht viel hätte anfangen können – und allen wird er es wohl nicht wert sein, sich danach noch einige Stunden mit den verschiedenen Theorien und Erklärung(sversuch)en zu beschäftigen. Wenn Carruth seinen Film nur etwas verständlicher gemacht hätte, wäre er immer noch komplexer und anspruchsvoller gewesen als 99% der heutigen Filme, dafür aber auch um einiges zugänglicher…

Fazit: ImageWer auf eine deutsche Synchronisation nicht angewiesen ist, Zeitreise-Geschichten mag und rätselhaft/mysteriöse Filme á la David Lynch zu schätzen weiß, dem kann "Primer" vorbehaltlos empfohlen werden. Alle anderen seien gewarnt, dass vor allem die letzte 1/4-Stunde beim einen oder anderen Frust auslösen dürfte, und nach der Sichtung des Films definitiv etwas Zeit für eine ausgiebige Recherche im Internet eingeplant werden sollte, um "Primer" halbwegs verstehen zu können. Für meinen Geschmack hat sich Carruth zwar etwas zu sehr auf das im Zentrum stehende Mysterium verlegt und andere interessante Aspekte wie die moralischen Implikationen vergleichsweise stiefmütterlich behandelt, und auch das Tempo des Films erscheint mir nicht optimal, dennoch ist "Primer" ein ambitionierter und lobenswert origineller Eintrag ins Geschichtsbuch der filmischen SF-Unterhaltung.

Wertung:5 von 10 Punkten


Christian Siegel
(Bilder © mystorm)


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