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Jordan Peels Nachfolger zu "Get Out" Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Dienstag, 15 Oktober 2019
 
Halloween-SPECiAL

 
Wir
Originaltitel: Us
Produktionsland/jahr: USA 2019
Bewertung:
Studio/Verleih: Monkeypaw Productions/Universal Pictures
Regie: Jordan Peele
Produzenten: U.a. Jason Blum, Ian Cooper, Sean McKittrick & Jordan Peele/td>
Drehbuch: Jordan Peele
Filmmusik: Michael Abels
Kamera: Mike Gioulakis
Schnitt: Nicholas Monsour
Genre: Horror
Kinostart Deutschland: 21. März 2019
Kinostart USA: 22. März 2019
Laufzeit: 116 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 16
Trailer: YouTube
Kaufen: Blu-Ray, DVD
Mit: Lupita Nyong'o, Winston Duke, Elisabeth Moss, Tim Heidecker, Shahadi Wright Joseph, Evan Alex, Yahya Abdul-Mateen II, Anna Diop, Cali Sheldon, Noelle Sheldon, Madison Curry u.a.


Kurzinhalt: Die Wilsons fahren nach Santa Cruz, um sich einen Urlaub am Strand zu gönnen. Aufgrund einer traumatischen Erfahrung in ihrer Kindheit ist Adelaide allerdings etwas angespannt – weshalb sie auch rasch in Panik verfällt, als ihr Sohn Jason während sie am Strand sind kurz verschwindet. Ihr Unbehagen scheint sich zu bestätigen, als gleich in der ersten Nacht auf einmal vier Menschen in roten Anzügen und mit goldenen Scheren in den Händen vor ihrem Ferienhaus stehen. Diese erweisen sich in weiterer Folge als ihre Doppelgänger – die vorhaben, sie zu töten, um danach ihr Leben quasi übernehmen zu können. Und so entwickelt sich der vermeintlich entspannende Urlaub für Adelaide und ihre Familie vielmehr zu einem alptraumhaften Kampf ums Überleben…

Review: Szenenbild. Nach Jordan Peeles großartigem Regie-Debüt "Get Out", der für mich zu den besten Horrorfilmen der letzten Jahre zählt, sowie einem der besten Trailer der jüngeren Kinogeschichte, zählte "Wir" zu meinen am meisten erwarteten Filmen des Jahres. Das ist zwar grundsätzlich etwas Positives, bedeutet aber zugleich, dass meine Erwartungshaltung gegenüber "Wir" ausgesprochen hoch war – und das muss ein Film halt auch erst verkraften. Zumal Jordan Peele nun wahrlich nicht das erste frische Talent gewesen wäre, das an einen fantastischen Erstling nicht mehr so recht anknüpfen kann (ich erinnere nur an Richard Kelly). Und auch wenn ich "Wir" letztendlich nicht mehr ganz so stark fand wie seinen Erstling, gelang es dem Film weitestgehend, meine hohen Erwartungen zu erfüllen. Vor allem inszenatorisch stach der Film wieder heraus. Jordan Peele gelingt es auf phantastische Art und Weise, eine gruselige Grundstimmung zu erzeugen, und ausgehend von dieser die Spannungsschraube dann immer weiter anzuziehen. Das Ergebnis ist einer der spannendsten und mitreißendsten Filme, die mir heuer im Kino untergekommen sind.

Mit gut eingestreutem Humor sorgt er zudem wieder dafür, dass sich eben diese angestaute Spannung zwischendurch entladen kann, und sorgt generell für einen netten Kontrast. Und auch der Soundtrack von Michael Abels hat an der düster-packenden Atmosphäre zweifellos großen Anteil. Fast noch mehr als die Inszenierung sticht jedoch die absolut phantastische schauspielerische Leistung von Lupita Nyong'o heraus. Seit ihrem Durchbruch mit "12 Years A Slave" war diese ja in einigen größeren Produktionen zu sehen ("Black Panther") oder hören (z.B. in der "Star Wars"-Sequel-Trilogie, wo sie Maz Katana spricht), hier steht sie jedoch zum ersten Mal so richtig im Mittelpunkt, und trägt den Film mit Bravour. Sicherlich eine der besten schauspielerischen Leistungen, die ich im heurigen Kinojahr gesehen habe. Aber auch die Grundidee hinter der Geschichte konnte mir gut gefallen. Das mit den bösen Doppelgängern die einem an den Kragen wollen ist halt schon ein beängstigender Gedanke, der auch im Vergleich zu Zombies, Vampiren, Serienkillern und ähnlichem doch vergleichsweise unverbraucht ist. Und auch das Design eben dieser Doppelgänger sticht hervor, und ist zweifellos sehr einprägsam, mit den roten Kutten und den goldenen Scheren (das ideale Cosplay für die heurige Halloween-Party?!). Allerdings: Im Hinblick auf die Auflösung, was es mit diesen Doppelgängern auf sich hat, denke ich, dass der Film letztendlich als Allegorie besser funktioniert, als wenn man ihn wortwörtlich nimmt. Als solche ist er nämlich in der Tat sehr interessant, und lädt zum Nachdenken ein, dahingehend, wie eine Oberschicht eine Unterschicht ausbeutet – was übrigens etwas ist, dass wir uns alle bis zu einem gewissen Grad vorwerfen müssen. 100%ig plausibel erschien es mir so, wie es hier umgesetzt war, aber dann doch nicht. Und auch das abschließende Bild rund um die Menschenkette wollte für mich irgendwie nicht so recht funktionieren; das fand ich eher unfreiwillig komisch als bedrückend. Und last but not least: Der Twist mag den Film zwar grundsätzlich um eine interessante Komponente erweitern – war aber halt leider, nicht zurecht auch aufgrund einer hervorstechenden Szene aus dem Trailer, sehr vorhersehbar.

Fazit: Szenenbild. "Get Out" mag ich zwar noch die Spur stärker gefunden haben, dennoch ist Jordan Peele auch mit seiner zweiten Regiearbeit wieder ein sehr guter Horrorstreifen gelungen, der ihn nun endgültig als eines der interessantesten frischen Talente im Genre etablieren sollte. Vor allem seine Inszenierung stach wieder einmal hervor. Von Beginn an sorgt er für eine düstere Grundstimmung, die sich dann zunehmend verstärkt, und vor allem in einzelnen wirklich packenden Momenten bis auf die Spitze getrieben wird. Dabei vergisst er jedoch auch wieder nicht darauf, uns durch gut eingestreuten Humor zwischendurch auch immer wieder Gelegenheit zum Durchschnaufen zu geben. Auch der Look, den man sich für die Doppelgänger überlegt hast, ist sehr ikonisch und denkwürdig, und wird uns sicherlich auf den Halloween-Parties der nächsten Jahre begegnen (insbesondere für Zwillinge ein echter Geheimtipp!). Generell hat mir die Grundidee rund um die bösen Doppelgänger sehr gut gefallen. Neben dem netten Konzept sowie Jordan Peeles Inszenierung sticht aber in erster Linie Lupita Nyong'os phänomenale schauspielerische Leistung hervor. Zwar fand ich einen bestimmten Twist leider sehr vorhersehbar, und denke auch, dass der Film letztendlich als Allegorie besser funktioniert, als wenn man ihn wortwörtlich nimmt. Aber nicht zuletzt aufgrund der Art und Weise, wie "Wir" zum Nachdenken anregt, bin ich gerne bereit, ihm die eine oder andere kleinere Schwäche zu verzeihen.

Wertung:8 von 10 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 2019 Universal Pictures)


Weiterführende Links:
Halloween-SPECiAL 2019





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