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Precious Drucken E-Mail
Ein knallhartes, packendes Drama... Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Sonntag, 07 März 2010
 
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Precious
(Precious: Based on the Novel Push by Sapphire, USA 2009)
 
Precious
Bewertung:
Studio/Verleih: Lee Daniels Entertainment/Prokino
Regie: Lee Daniels
Produzenten: U.a. Lee Daniels, Gary Magness & Oprah Winfrey
Drehbuch: Geoffrey Fletcher, nach dem Roman "Push" von Sapphire
Soundtrack: Mario Grigorov
Kamera: Andrew Dunn
Schnitt: Joe Klotz
Genre: Drama
Kinostart (Deutschland): 25. März 2010
Kinostart (USA): 20. November 2009
Laufzeit: 110 Minuten
Altersfreigabe: Ab 16 Jahren
Homepage: klick
Trailer: klick
Kaufen: DVD (noch nicht verfügbar), Soundtrack, Roman (Englisch)
Mit: Gabourey Sidibe, Mo'Nique, Paula Patton, Mariah Carey, Sherri Shepherd, Lenny Kravitz, Stephanie Andujar, Chyna Layne u.a.


Kurzinhalt: Claireece "Precious" Jones ist 16 Jahre alt, und schon zum zweiten Mal schwanger. Als dies in ihrer High School bekannt wird, wird sie kurzerhand des Unterrichts verwiesen. Eine Lehrerin, die sich Sorgen um sie und ihre Ausbildung macht, verweist Precious an ein neuartiges Schulprogramm, an dem sie teilnehmen könnte. Als ihre Mutter das hört, ist diese überhaupt nicht begeistert. Sie hält weder von Schulen noch von Precious etwas, und rät ihr sich stattdessen lieber an die Wohlfahrt zu wenden. Doch Precious nimmt den Rat ihrer Lehrerin an, und nimmt am Programm teil – eine Entscheidung, die ihr Leben maßgeblich verändern wird.

Review: ImageDie Inhaltsangabe ist bewusst vage gehalten, um so wenig wie möglich vorwegzunehmen. Denn ohne euch irgend etwas genaueres verraten zu wollen, sei gesagt, dass Precious Leben eine regelrechte Hölle ist, und sie einige Dinge durchlebt, die man nach dem Film so schnell nicht vergessen wird. Diese schonungs- und kompromisslose Handlung ist zugleich eine der größten Stärken des Films. Es gibt einige Szenen, die wirklich unter die Haut gehen, und sogar den einen oder anderen wirklich spannenden Moment, wo ich teilweise mehr mitgefiebert habe als beim handelsüblichen 08/15-Horrorthriller. Beispielhaft sei die Auseinandersetzung zwischen Precious und ihrer Mutter ca. zur Hälfte des Films erwähnt. Generell zählen die Szenen zwischen Mutter und Tochter zu den absoluten Highlights von "Precious". Gleich zu Beginn erkennen wir ihr zerrüttetes Verhältnis zueinander (um es vorsichtig auszudrücken), und am Ende gibt es noch einmal eine wunderbare Szene zwischen den beiden, wo die Hintergründe ihrer Probleme näher erläutert werden. Auch das ist ein Moment, den man – hoffentlich! – nicht so schnell vergessen dürfte.

Trotz aller großartiger Szenen und der starken Handlung – ohne die grandiosen schauspielerischen Leistungen würde der Film nicht einmal ansatzweise so gut funktionieren. Gabourey Sidibe hat dabei möglicherweise die undankbarste Rolle, da sie die meiste Zeit über alles was ihr widerfährt einfach erträgt und eine sehr passive Figur ist. Trotzdem gelingt es ihr, Precious eine gewisse Würde zu verleihen, und sie nicht zu einem reinen bemitleidenswerten Geschöpf verkommen zu lassen. Auch Paula Patton nimmt als ihre Lehrerin, die ihr neue Kraft gibt, eine zentrale Rolle ein. In kleinen Nebenrollen sind dann noch Mariah Carey und Lenny Kravitz zu sehen. Etwas, dass mich bevor ich den Film sah ein wenig beunruhigt hat, aber kein Grund zur Sorge: Kravitz hätte ich nicht mal erkannt, wenn ich nicht gewusst hätte, dass er mitspielt. Auch Carey sieht nicht so glamourös aus wie man das gewohnt ist und meistert ihre kleine, wenig herausfordernde aber dennoch wichtige Rolle sehr gut. Aber… was niemand, der den Film gesehen hat ernsthaft bestreiten wird: Die mit Abstand beste Leistung kommt von Mo'Nique. Zugegebenermaßen ist ihre Rolle auch die interessanteste des gesamten Films, was es ihr verhältnismäßig leicht macht, zu glänzen. Trotzdem: mit einer Schauspielerin, die nicht so wie sie den Willen gehabt hätte, sich dermaßen energisch in diese abscheuliche Figur zu schmeißen und nicht nur zu riskieren, sondern es richtiggehend darauf anzulegen, vom Publikum gehasst zu werden, wäre der Film nicht einmal halb so gut geworden…

ImageEin paar Kritikpunkte habe ich dann aber doch auch noch vorzubringen. So hat "Precious" zwar zahlreiche großartige Szenen, zwischendurch schleichen sich aber auch immer wieder längere Pausen ein, in denen die Handlung nicht mehr ganz so zu packend und zu begeistern versteht. Einige der Nebenfiguren, die Precious in ihrer neuen Schule kennen lernt, bleiben zudem eher flach und steuern nur bedingt etwas zum gelingen des Films bei. Hier hätte sich die Möglichkeit geboten, neben Precious Schicksal auch noch die Geschichte anderer Figuren ins Spiel zu bringen, und dadurch noch weitere Themen anzusprechen. Eben dieses Potential wird aber leider kaum genutzt – lediglich ihre Lehrerin darf mit einer Überraschung bezüglich ihres Lebens aufwarten. In einigen Momenten gelingt es zudem wirklich nur haarscharf, dem schmalztriefenden Kitsch zu entgehen. Exemplarisch sei die aus dem Trailer bekannte Szene genannt, in der die Lehrerin Precious sagt, dass sie sie lieben würde. Zugegebenermaßen, dass sind alles eher kleine Kritikpunkte, aber sie verhindern für mich doch, dass sich "Precious" in die illustre Riege der ganz großen Drama-Meisterwerke einreihen kann.

Fazit: "Precious" ist ein packendes Drama, dass einige Tabuthemen anspricht, die sonst – nicht nur in der Filmwelt – gerne totgeschwiegen werden, und es versteht, unter die Haut zu gehen. Eben deshalb ist es aber auch ein sehr schwieriger, da ungemein deprimierender Film, der sicherlich nicht jedem gefallen wird, und für den man auch in der richtigen Stimmung sein muss. Neben der dramatischen Handlung, die mit zahlreichen großartigen und teilweise auch packenden Szenen aufwarten kann, sind es vor allem die schauspielerischen Leistungen, die "Precious" für alle Fans ernster Dramen empfehlenswert machen – allen voran eine grandios aufspielende Mo'Nique, die hier Mut zur Abscheulichkeit beweist. Wer von weichgespülten Hollywood-Dramen die Nase voll hat, und mal einen Film über die Abgründe sehen will, die das Leben leider für mehr Leute bereithalten mag, als wir uns das selbst eingestehen wollen, der kommt an "Precious" nicht vorbei…

Wertung:8 von 10 Punkten



Christian Siegel
(Bilder © Prokino)


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