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Die erste Fahrt zum Mond Drucken E-Mail
Verfilmung des H.G.Wells-Klassikers Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Samstag, 05 Dezember 2009
 
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Die erste Fahrt zum Mond
(First Men in the Moon, UK 1964)
 
Die erste Fahrt zum Mond
Bewertung:
Studio/Verleih: Ameran Films/Columbia Pictures
Regie: Nathan Juran
Produzenten: Charles H. Schneer & Ray Harryhausen
Drehbuch: Nigel Kneale & Jan Read, nach dem Roman von H.G. Wells
Musik: Laurie Johnson
Kamera: Wilkie Cooper
Schnitt: Maurice Rootes
Genre: Science Fiction/Abenteuer
Kinostart (Deutschland): 11. Dezember 1964
Kinostart (USA): 20. November 1964
Laufzeit: 103 Minuten
Altersfreigabe: Ab 12 Jahren
Trailer: klick
Kaufen: DVD, Roman
Mit: Edward Judd, Lionel Jeffries, Martha Hyer u.a.


Kurzinhalt: ImageEnde der 60er bricht eine Rakete der UN mit internationaler Besatzung zum Mond auf, und vollbringt die erste erfolgreiche Mondlandung in der Geschichte der Menschen. Oder etwa doch nicht? Denn die Astronauten entdecken auf dem Endtrabanten eine kleine britische Flagge und einen Brief, der mit 1899 datiert ist! Doch wie ist so etwas möglich? Nach dieser sensationellen Entdeckung versucht die internationale Weltraumbehörde, diesen Mondbesucher ausfindig zu machen – und findet ihn schließlich in einem englischen Altersheim. Sein Leben lang hat ihm niemand geglaubt, doch nun da er endlich ein interessiertes Publikum hat, beginnt er eine ausführliche Erzählung seiner phantastischen Reise zum Mond…

Review: Der 1964 produzierte "Die erste Fahrt zum Mond" ist die Verfilmung des SF-Literaturklassikers "First Men in the Moon" (deutsch "Die ersten Menschen auf dem Mond") von H.G. Wells. Damit hat man sich diesem Stoff gerade zu einem Zeitpunkt genähert, als die Menschheit tatsächlich dabei war, ihre Hand zum Mond auszustrecken. Einerseits wohl der optimale Zeitpunkt, um so einen Film in die Kinos zu bringen, andererseits musste man sich jedoch mit der Tatsache herumschlagen, dass angesichts unseres immer größeren Wissens über den Erdtrabanten einige der von H.G. Wells aufgestellten Vermutungen und Thesen einfach nicht mehr haltbar waren. Um diese Gefahr zu umgehen, hat man "Die erste Fahrt zum Mond" ganz bewusst einen phantastisch-verträumten Touch gegeben, der sehr an die Verfilmungen von Jules Verne's Werken die um diese Zeit herum entstanden sind erinnert. Der Ton und die Präsentation des Films machen jedenfalls schon bald deutlich, dass man "Die erste Fahrt zum Mond" nicht allzu ernst nehmen soll. Der Film versucht nicht, eine realistische, sondern eine phantastische Geschichte über die erste Reise zum Mond zu erzählen – und das gelingt ihm stellenweise wirklich gut. Sehr gelungen fand ich z.B. die Art und Weise, wie man die Handlung aus H.G. Wells Roman in eine neu geschaffene Rahmenhandlung rund um die – vermutete – erste Mondlandung Ende der 60er eingebaut hat. Damit verleiht man der doch sehr phantastischen Handlung einen recht realistisch gehaltenen Rahmen (so ist die Art und Weise, mit der die Männer auf dem Mond landen, grundsätzlich vom Konzept her mit der "echten" Methode praktisch ident).

ImageWas mir auch gut gefällt ist die Tatsache, dass in diesem Film die erste Crew die auf dem Mond landet eine international zusammengestellte Besatzung der UNO ist – Russe inklusive. Zum Höhepunkt des Wettrennens zum Mond zwischen USA und Russland war das schon eine mutige Aussage (und das ca. 4 Jahre bevor man auf "Star Trek" einen Russen als Crewmitglied vorgestellt hat). Allerdings hat man hier in meinen Augen auch die Chance auf eine ironisch-kritische Betrachtung des Wettrennens zum Mond leider etwas verpasst. Man stelle sich nur vor, wie amüsant es hätte sein können, ein auf die Spitze getriebenes Wettrennen zwischen USA und UDSSR zu zeigen, mit zwei nebeneinander herfliegenden Raketen, wo jeder verzweifelt versucht unbedingt der erste zu sein der seine Flagge in den Boden des Mondes zu stoßen – nur um dann festzustellen, dass die Briten zuerst da waren! Aber das wäre nur ein zusätzliches, nettes Gimmick gewesen, denn der Beginn des Films funktioniert auch ohne sehr gut, und liefert die perfekte Einstimmung auf ein phantastisches Abenteuer.

Letzteres lässt dann aber leider doch noch einige Zeit auf sich warten, da sich der Film (zu) lange mit den Vorbereitungen zur Mission aufhält. Zwar sind viele dieser Szenen durchaus witzig und unterstreichen die Tatsache, dass "Die erste Fahrt zum Mond" nicht gänzlich ernst gemeint ist, doch gerade bei der Vorstellung der Figuren, die – vom Wissenschaftler Cavor mal abgesehen – ohnehin nicht sonderlich interessant sind, hätte man ruhig etwas kürzen können. Wenn Arnold Bedford, Kate Callender und Professor Cavor dann aber mal zum Mond aufbrechen, nimmt der Film wieder deutlich Fahrt auf und verstand es, mich zu faszinieren. Hier ist dann aber wohl ein Wort der Warnung angebracht: Mit der sehr phantastischen Darstellung der Reise zum Mond wird bestimmt nicht jeder etwas anfangen können. Das ganze ist viel mehr Science Fantasy als Science Fiction, und erinnert von der Umsetzung her mehr an phantastische Abenteuerfilme für Kinder. Der Flug zum Mond, die Ausstattung der Raumkapsel (mit einer Art Strickleiter als Haltevorrichtung in der Mitte) bzw. generell die Darstellung des Mondes können sicher nur jenen gefallen, die sich einen Hauch von kindlich-naiver Faszination bewahrt haben. Alle anderen werden wohl spätestens an jener Stelle, als die Astronauten in ihren Taucheranzügen (mit zwei deutlich zu sehenden Löchern auf der Seite) und ohne Handschuhe über den Mond spazieren aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr herauskommen und den Fernseher mit den Worten "So ein Schmarrn" abschalten (Das dies dann möglicherweise die gleichen sind, die an der sich dank Drehung mit Schwerkraft ausgestatteter MIR aus dem wirklich bierernst gemeinten "Armageddon" kein Problem haben, lasse ich jetzt lieber mal unkommentiert).

ImageWenn man es jedoch schafft, den inneren Vulkanier zum Schweigen zu bringen und in diesen phantastische Abenteuer eintaucht, dann sind genau die nachfolgenden Minuten das beste am Film. Bedford und Caver erkunden die Mondoberfläche und stoßen dabei auf eine außerirdische Zivilisation, die im Untergrund lebt, und vom Professor "Seleniten" getauft wird. Es ist auch dieser Teil des Films, bei dem der Altmeister der Stop Motion-Animation, Ray Harryhausen die Gelegenheit bekommt, uns ein weiteres Mal mit seinen faszinierenden Kreationen zu verzaubern. Zugegeben, nicht alle davon mögen überzeugend umgesetzt sein (so sieht der Mondwurm, so originell das Design auch sein mag, aufgrund der Bewegungen nie wirklich echt aus), und generell kann er hier aus meiner Sicht nicht ganz an seine geniale Arbeit aus "Jason und die Argonauten" anknüpfen, aber insbesondere die Seleniten fand ich sehr gut umgesetzt. Zugegeben, an ihr fremdartiges Aussehen mit den Elefantenrüsseln muss man sich erst gewöhnen – im ersten Moment sehen sie eher unfreiwillig komisch als erschreckend aus – doch dann wissen die entsprechenden Szenen wirklich zu gefallen. Auch die Mondoberfläche, so "falsch" sie auch aussehen mag, ist sehr fantasievoll und überzeugend gestaltet.

Mit der Entdeckung der Seleniten ändert sich jedoch auch der Ton des Films sehr stark. War "Die erste Fahrt zum Mond" zu Beginn ein auf amüsant-humoristisch und romantisch-verklärt getrimmtes Abenteuer, dass eher leichte Kost serviert hat, wird die Handlung nun zunehmend ernst. Dies beginnt schon in jener grauenerweckenden Szene, als Bedford ohne Skrupel einige der Seleniten in den Abgrund wirft. Zugegeben, man wollte sie gefangen nehmen, trotzdem stellt er hier eine Arroganz und einen Mangel an Wertschätzung für fremdes Leben zur Schau, dass es danach nahezu unmöglich macht, zu diesem Kerl Sympathien aufzubauen. Gleichzeitig macht es die Tatsache, dass Professor Cavor zuvor doch ein wenig ins Lächerliche gezogen wurde schwer, jetzt seine Rolle als moralischen Kompass zu akzeptieren und ihn in deutlich ernsteren Szenen ernst nehmen zu können. Grundsätzlich gefällt mir die Thematik, die "Die erste Fahrt zum Mond" in der letzten halben Stunde anschlägt, ja recht gut. Die Szene von Professor Cavor vor dem Anführer der Seleniten halte ich sogar mit Abstand für die beste des Films. Aber irgendwie will dieser Teil der Handlung nicht so recht zu dem passen, was davor kam. Und auch das Ende konnte mir nicht wirklich gefallen. Zwar war es erstaunlich düster und birgt die mahnende Message, dass wir Menschen selbst wenn wir gutes tun wollen doch die Fähigkeit in uns tragen, mehr Schaden als Nutzen anzurichten, dennoch war mir diese Wendung jener aus dem ebenfalls aus H.G. Wells Feder stammendem "Kampf der Welten" einfach zu ähnlich. Ein anderer Zugang mit ähnlich düsterem Ergebnis hätte mir jedenfalls deutlich besser gefallen.

Fazit: Image"Die erste Fahrt zum Mond" ist eine nostalgisch-phantastische Reise, mit der sicherlich nicht jeder etwas anfangen kann. Dafür ist die hier vorgestellte Vision vom Mond zu kindlich-naiv und realitätsfern. Wer die alten Verfilmungen von Jules Verne's Werken mag, sollte jedoch auch an diesem Abenteuer gefallen finden. Die Stop Motion-Arbeit des Effektezauberers Ray Harryhausen kann auch heute noch gefallen, wenn es auch natürlich nicht unbedingt realistisch aussieht. Der ganze Film sprüht nur so über vor Charme und kindlichem Entdeckergeist, und wirkt sehr sympathisch. Die Einbettung in die sich abzeichnenden realen Ereignisse einer echten Mondlandung wurde zudem genial gelöst. Das einzige, was dem Film aus meiner Sicht enorm schadet, ist sein schizophrener Charakter. Zuerst ist "Die erste Fahrt zum Mond" abenteuerlich-naiv, danach wird er überraschend ernst und düster. Oder, um es anders auszudrücken: Den ersten Teil des Films darf man nicht ernst nehmen, um ihn genießen zu können. Der letzte Teil funktioniert hingegen nur dann, wenn man ihn ernst nimmt. Es ist dieser Spagat, an dem "Die erste Fahrt zum Mond" letztendlich scheitert, und der dafür sorgt, dass man diesen Film nicht als Klassiker, sondern "nur" als Kuriosum des Genres einstufen kann.

Wertung:6 von 10 Punkten



Christian Siegel
(Bilder © Columbia Pictures)


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