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Rückkehr zum Planet der Affen Drucken E-Mail
Enttäuschende Fortsetzung des SF-Klassikers Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Freitag, 04 Dezember 2009
 
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Rückkehr zum Planet der Affen
(Beneath the Planet of the Apes, USA 1970)
 
Rückkehr zum Planet der Affen
Bewertung:
Studio/Verleih: 20th Century Fox
Regie: Ted Post
Produzenten: Arthur P. Jacobs & Mort Abrahams
Drehbuch: Paul Dehn & Mort Abrahams
Musik: Leonard Rosenman
Kamera: Milton Krasner
Schnitt: Marion Rothman
Genre: Science Fiction
Kinostart (Deutschland): 01. Mai 1970
Kinostart (USA): 26. Mai 1970
Laufzeit: 95 Minuten
Altersfreigabe: Ab 12 Jahren
Trailer: klick
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Mit: James Franciscus, Linda Harrison, Charlton Heston, Kim Hunter, Maurice Evans u.a.


Kurzinhalt: Nach seiner schrecklichen Entdeckung dringt der Astronaut Taylor gemeinsam mit Nova tiefer in die verbotene Zone ein. Als dort zunehmend seltsame Dinge von sich gehen, beschließt er der Sache auf den Grund zu gehen – und verschwindet vor Nova's Augen ins Nichts. Währenddessen stürzt ein weiteres Raumschiff auf dem Planet der Affen ab. Drei Astronauten wurden losgeschickt, um Taylor und die restliche Besatzung des ersten Raumschiffs aufzuspüren. Der einzige Überlebende des Absturzes, Brent, trifft schon bald auf Nova, die ihn zur Stadt der Affen führt. Wie Taylor ist Brent schockiert von der Behandlung der Menschen durch die Affen. Zwar wird er gefangen genommen, doch mit der Hilfe von Cornelius und Zira gelingt ihm gemeinsam mit Nova die Flucht. Verfolgt von einer Horde jagender Gorillas verstecken sie sich im Untergrund, wo er schon bald auf Anzeichen einer Zivilisation stößt. In den begrabenen Ruinen des ehemaligen New York findet Brent schließlich die Nachkommen der Menschheit, die nicht nur über außerordentliche telepathische Fähigkeiten verfügen, sondern zudem eine Atombombe als ihren Gott anbeten…

Achtung, Spoilerwarnung! Das nachfolgende Review beinhaltet große Spoiler, sowohl zum Vorgänger als auch zu "Rückkehr zum Planet der Affen" selbst. Falls ihr den Film noch nicht kennt, rate ich euch daher, erst beim Fazit weiterzulesen.

Review: ImageDer Beginn von "Rückkehr zum Planet der Affen" (Gratulation an die Übersetzer zu diesem völlig bescheuerten deutschen Titel!) ist noch recht vielversprechend: Wir erleben noch einmal das schockierende Ende des ersten Teils, und sehen danach wie Taylor gemeinsam mit Nova scheinbar ziellos durch die Einöde reitet. Nach seinem mysteriösen Verschwinden beginnt jedoch der wohl schlechteste Teil des Film, sind doch die nachfolgenden 30-45 Minuten ein müder, billiger Abklatsch von Teil 1: Ein Astronaut landet auf dem Planeten, entdeckt diese verkehrte Welt, wird von den Affen gefangen genommen, und dank Cornelius und Zira gelingt ihm, gemeinsam mit Nova, die Flucht. All das haben wir bereits im ersten Film der Reihe gesehen, weshalb der betreffende Teil der Handlung leider sehr schnell langweilig wird, und zudem völlig überflüssig scheint. Dass die Hauptrolle vom Gewinner des "Charlon Heston-Lookalike-Wettbewerbs 1969" gespielt wird, hilft auch nicht gerade dabei, die Ähnlichkeiten zum ersten Film zu verschleiern. Jedenfalls zehrt dieser öde, einfallslose Einstieg sehr am Geduldsfaden des Zuschauers.

Die zweite Hälfte des Films ist zwar insgesamt gelungener, hat jedoch auch ihre Tücken. Was mir gefällt, ist das beängstigende Konzept hinter den überlebenden Menschen, die sich – ziemlich entstellt – in den Untergrund zurückgezogen haben, und dort zu einer Atombombe beten. Genau jenem Werkzeug der Zerstörung, dem sie ihr bedauernswertes Schicksal erst verdanken. Es ist ein Gedanke, den ich heute immer noch so erschreckend finde wie damals, als ich den Film zum ersten Mal gesehen habe. Zugegeben, vor allem später dann beim Gebet mag sich auch der eine oder andere komische Moment eingeschlichen haben, aber selbst diese Stellen lassen sich einen irgendwie unwohl fühlen. Außerdem gefallen sie mir als subtile (?) Religionskritik, mit der man insbesondere die politische Rechte in den USA – damals wie heute – scharf attackiert. Auch das wahre Aussehen der Überlebenden ist beängstigend. Zugegeben, vergleicht man sie mit heutigen Standards – oder auch nur mit der grandiosen Arbeit, die man bei den Affenmenschen geleistet hat – sehen die Masken doch etwas unecht aussehen, aber… die Szene, als die Überlebenden zum ersten Mal ihr wahres Aussehen offenbaren, hat mich damals wirklich erschreckt. Zugegeben, allzu viel nachdenken darf man über einige der hier präsentierten Ideen nicht. Sonst müsste man sich z.B. die Frage stellen, wie es diesen Menschen gelungen ist, solch realistische Masken anzufertigen. Aber von solch logischen Überlegungen abgesehen ist das Bild, dass von dieser post-apokalyptischen Zivilisation gezeichnet wird, wirklich erschreckend. Nicht nur in ihrer Verehrung der atomaren Bombe, sondern auch in ihrem skrupellosen Verhalten gegenüber Brent und Nova.

ImageWas mich schon weniger überzeugen kann, sind ihre telepathischen Fähigkeiten. Irgendwie wurden diese zwar originell, aber doch etwas seltsam dargestellt. Grundsätzlich ist der Gedanke, jemand könne einem zu etwas zwingen, dass man gar nicht tun will, sehr erschreckend, und die entsprechenden Szenen haben auch durchaus eine beunruhigende Wirkung. Doch die Art und Weise, wie der Charlton Heston für Arme dies darstellt, ist nicht wirklich überzeugend. Auch bei der Gedankenübertragung generell hapert es an der Ausführung. Die Idee, jede Figur durch ein eigenes Geräusch zu symbolisieren, mag ja gut und originell gewesen sein, aber wenn eines davon an eine Autohupe erinnert, kann ich mir ein Lachen nur schwer verkneifen. Womit man aus meiner Sicht ebenfalls scheitert, ist durch den Anblick der verschütteten Ruinen von New York den schockierenden Effekt vom Ende aus dem ersten Teil zu wiederholen. Denn zumindest auf mich hatten die entsprechenden Szenen nur eine vergleichsweise schwache Wirkung, und waren nicht annähernd so schockierend, einprägsam symbolträchtig wie der Anblick der im Sand versunkenen Freiheitsstatue.

Das größte Problem ist für mich aber das Ende. Die Grundidee dahinter – die Menschheit hat nichts aus ihren Fehlern gelernt und bombt sich erneut in die Steinzeit zurück – gefällt mir zwar wirklich gut, aber so wie in vielen anderen Bereichen scheitert es aus meiner Sicht an der Ausführung, bzw. an den Details. Hätte man die Atombombe grundlos oder aus zerstörerischen Motiven gezündet, ok. Stattdessen war es aus Sicht der Überlebenden ein schierer Akt der Verzweiflung. Sie sind den Affen zahlenmäßig weit unterlegen, und da ihre telepathischen Fähigkeiten bei ihnen nur bedingt funktionieren und sie auch sonst keine Waffen haben, mit denen sie sich verteidigen könnten, ist die Atombombe alles, was sie noch haben. Zumal man ihr Anliegen, sie zu verwenden zumindest ansatzweise damit entschuldigen kann, dass ihnen ihre volle Zerstörungskraft nicht bewusst ist. Zudem agieren mir die Affen diesmal etwas zu aggressiv. Natürlich waren sie schon im ersten Teil zu den Menschen nicht gerade freundlich, doch in erster Linie ging es ihnen darum, uns zu kontrollieren. Die meisten taten es deshalb, da sie uns für Tiere hielten, doch einige wenige Eingeweihte wie Dr. Zaius kennen einen noch triftigeren Grund dafür: Die Menschen sind von Natur aus zerstörerisch. Wenn man sie nicht unterdrückt, mögen sie sich eines Tages erheben und Tod und Verderben nicht nur über die Affen, sondern die ganze Welt bringen – wie es am Ende dieses Films ja auch passiert. Leider jedoch gerät dieser Aspekt sehr in den Hintergrund, während vor allem die kriegerischen Gorillas zu aggressiv agieren. Dies macht die Verwendung der Atombombe zumindest teilweise entschuldbar, im Sinne von "Sie wollten es ja nicht anders" bzw. "Wir hatten keine andere Wahl."

ImageWas für mich das Ende dann endgültig ruiniert, ist die Tatsache, dass es gerade Taylor ist, der auf den Knopf drückt und damit die Bombe zündet. Es ist nicht so, dass diese Wendung aus dem Verlauf des Films heraus völlig unlogisch und aus der Luft gegriffen wäre. Im Gegenteil, das Gefühl der Verlorenheit in dieser fremden Welt, dass Charlton Heston dem Zuschauer bereits zu Beginn des Films vermittelt, sowie sein Zorn über den Tod von Nova und Brent, machen diese Tat durchaus nachvollziehbar. Doch genau darin liegt eben auch mein Problem. Am Ende des ersten Teils ist Taylor ungläubig, schockiert, verzweifelt und voller Zorn zu Boden gegangen, hat die Hände in den Sand geschlagen und ein wütendes "Damn them all to hell" gen Himmel geschickt – und jetzt drückt er selbst auf den Knopf? Natürlich lässt sich hieraus eine durchaus gefällige Message ableiten – nämlich dass der Mensch aus seinen Fehlern nicht lernt. Dennoch gefällt mir der Gedanke nicht, dass die Tatsache, dass gerade der zuvor die Atombomben verdammende Taylor nun eine zündet, deren Einsatz in den Augen einiger zumindest ansatzweise wieder legitimieren könnte. Zugegeben, man muss das Ende nicht zwingend so verstehen – aber es ist eine mögliche Interpretation, die im krassen Widerspruch zur warnenden und mahnenden Aussage des ersten Teils steht.

Fazit: Die erste Hälfte ist eine billige, einfallslose Kopie der Handlung aus dem Vorgänger. Danach präsentiert man zwar die eine oder andere interessante Idee und schafft es, auf die Mythologie des Original aufzubauen und diese zu erweitern, scheitert aber allzu oft an der Ausführung. Die größte Schwäche von "Rückkehr zum Planet der Affen" ist meines Erachtens aber der finale Twist, welcher zwar angenehm (und erschreckend) düster ist, jedoch aus meiner Sicht die Aussage des Endes aus dem ersten Teil zumindest ansatzweise konterkariert. Insgesamt betrachtet ist "Rückkehr zum Planet der Affen" – trotz einiger interessanter Ideen und Stärken – ein enttäuschendes und unwürdiges Sequel. Und angesichts des Potentials, dass in einigen der hier vorgestellten Ideen und Konzepte steckt, ist das wirklich eine Schande.

Wertung:4 von 10 Punkten



Christian Siegel
(Bilder © 20th Century Fox)


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