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Alex Proyas düsteres SF-Meisterwerk Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Donnerstag, 03 Dezember 2009
 
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Dark City
(Dark City, USA 1998)
 
Dark City
Bewertung:
Studio/Verleih: New Line Cinema
Regie: Alex Proyas
Produzenten: U.a. Michael De Luca, Brian Witten & Alex Proyas
Drehbuch: Alex Proyas, Lem Dobbs & David S. Goyer
Musik: Trevor Jones
Kamera: Dariusz Wolski
Schnitt: Dov Hoenig
Genre: Science Fiction
Kinostart (Deutschland): 27. August 1998
Kinostart (USA): 27. Februar 1998
Laufzeit: 100 (Kinofassung) bzw. 111 Minuten (Director's Cut)
Altersfreigabe: Ab 16 Jahren
Trailer: klick
Kaufen: DVD (Kinofassung) , DVD (Director's Cut; UK-Import ohne deutschen Ton), Blu Ray (beide Filmfassungen; UK-Import ohne deutschen Ton), Soundtrack
Mit: Rufus Sewell, Kiefer Sutherland, Jennifer Connelly, William Hurt, Richard O'Brien, Ian Richardson, Bruce Spence, Colin Friels, Mitchell Butel, Melissa George u.a.


Kurzinhalt: John Murdoch wacht in der Badewanne eines fremden Apartments auf, und kann sich an nichts erinnern: Weder, wie er dort hingekommen ist, noch wer er ist. Noch bevor er sich sammeln kann, klingelt das Telefon: Ein Dr. Schreber weiß, wie es ihm geht, und dass er sich an nichts erinnern kann, und möchte ihm helfen – allerdings muss er das Zimmer unverzüglich verlassen, da "sie" hinter ihm her sind. Murdoch macht sich gerade dazu auf, zu gehen, da entdeckt er eine übel zugerichtete Frauenleiche – ist er etwa ein Mörder? Die Ereignisse werden immer mysteriöser: Als er das Hotel verlässt erkennt er, dass alle anderen Menschen zu schlafen scheinen. Auch die Uhren stehen alle still. Doch bevor er sich damit aufhalten kann, was hier eigentlich vorgeht, ist er schon auf der Flucht – einerseits vor der Polizei, die ihn für einen Serienkiller hält, und andererseits vor seltsamen aschfahlen Männern in grauen Mänteln, die ihn verfolgen. Nachdem er seine Frau besucht hat, geht er zu Dr. Schreber, der mit den seltsamen Ereignissen irgendwie in Verbindung zu stehen scheint. Dieser äußert sich zuerst zwar nur vage, doch langsam aber sicher kommt John hinter das schreckliche Geheimnis dieser in ständiger Dunkelheit versunkenen Stadt…

Anmerkung: Das nachfolgende Review bezieht sich auf die von Regisseur Alex Proyas bevorzugte Schnittfassung des Films, die im englischsprachigen Raum auf DVD und Blu Ray erschienen ist.

Review: ImageEin Jahr bevor "Matrix" mit einem von der Grundidee her ähnlichem Konzept Kassenrekorde brach und das Actionkino revolutionierte, ging Alex Proyas düsterer, skurriler und einzigartiger Kultfilm "Dark City" an den Kinokassen leider ziemlich unter. Völlig zu unrecht, natürlich, und dennoch auch völlig verständlich. Denn Proyas in ständige Dunkelheit gehüllte und teils sehr deprimierende Vision ist sicherlich kein Film für jedermann. Düster, originell, aber eben auch verhältnismäßig langsam inszeniert und mit einem komplexen, mysteriösen Plot, der Nachdenken erfordert und sich dem Zuschauer – zumindest in der überlegenen Director's Cut-Fassung; war Proyas doch für die Kinoversion zu einem einführenden Voiceover-Monolog verdonnert, der viele der Geheimnisse des Films bereits verraten hat – erst langsam erschließt. Zudem gibt es so gut wie keine Action, stattdessen stehen zentrale, große Fragen der Menschheit wie "Wer sind wir" und "Was macht uns zu dem was wir sind" im Mittelpunkt der Handlung. Nicht gerade leichte Kost, was uns Proyas hier serviert.

Was andere eher abgeschreckt haben mag, ist im Wesentlichen genau das, was mir an "Dark City" so gut gefällt. Ich war von Dystopien schon immer auf eine seltsame Art und Weise fasziniert, und dieser Film ist in etwa so düster wie es nur werden kann. Ohne näher auf die Handlung des Films eingehen und zentrale Punkte verraten zu wollen sei gesagt, dass sich die Menschen in "Dark City" in einer schrecklichen Horrorvision befinden, deren Gedanken mir jedes Mal einen kalten Schauer über den Rücken jagt. Die deprimierende Grundstimmung, die sich aus dem erschreckenden Grundkonzept der Handlung ergibt, wird dabei von Alex Proyas düsteren Inszenierung perfekt unterstützt. Seine titelspendende dunkle Stadt erinnert am ehesten noch an Fritz Langs Metropolis oder auch Tim Burton's Gotham City, ist aber trotz dieser unverkennbaren Einflüsse eine eigenständige, originelle und optisch beeindruckende Vision, die viele verschiedene Stile und Ausrichtungen miteinander vereint, und sich daher in kein bestimmtes Schema pressen lässt. Die Stadt sieht einerseits seltsam vertraut und andererseits ungemein surreal aus, wie eine verzerrte Mischung der unterschiedlichsten Metropolen aus verschiedenen Epochen. In erster Linie ist sie aber optisch absolut beeindruckend und einzigartig. Keine Frage: Die Visualisierung des Films (seien es die Sets, die Ausstattung oder auch die Kostüme) und Alex Proyas düstere, an den guten alten Film Noir gemahnende Inszenierung, sind jedenfalls eine der größten Stärken des Films.

ImageDie originelle, mysteriöse Handlung ist eine Weitere. Ohne zu viel verraten zu wollen, sei gesagt, dass John Murdoch – ähnlich wie Neo in "Matrix" – auf eine weitreichende Verschwörung aufmerksam wird, die alles was er über sich selbst und sein Leben zu wissen glaubt in Frage stellt. Die genauen Hintergründe erschließen sich dabei ihm wie uns nur sehr langsam, jedoch stetig, weshalb nie Frust aufkommt. Zudem ist das zugrundeliegende Mysterium allein schon spannend und interessant genug, um nie Langeweile aufkommen zu lassen. Diesbezüglich sei jedoch noch einmal darauf hingewiesen, dass die Kinofassung leider vieles schon zu Beginn verrät, der Film jedoch viel spannender wäre und die Offenbarungen deutlich größere Wirkung hätten, wenn man sie erst langsam, gemeinsam mit John, erfährt. Insofern rate ich allen englischsprachigen SF-Fans dringend dazu: Wenn ihr den Film noch nicht kennt, legt euch den Director's Cut zu, und lasst die Finger von der Kinofassung. Der DC ist definitiv die Version, die man zuerst sehen sollte, um von "Dark City" so richtig gepackt und fasziniert zu werden.

Was klarerweise in beiden Fassungen gleichermaßen zu gefallen vermag, sind die tollen schauspielerischen Leistungen. Dabei sticht im grandiosen und durchaus hochkarätigen Ensemble, das unter anderem Rufus Sewell, William Hurt und Jennifer Connelly umfasst, vor allem Kiefer Sutherland in einer für ihn untypischen Rolle hervor. Selbst dem größten 24-Fan dürfte es schwer fallen, in seinem Dr. Schreber auch nur irgendwelche Anzeichen von Jack Bauer zu entdecken. Jedenfalls meistert er diese etwas zwielichtige und durchaus vielschichtige Rolle mit Bravour. Die Effekte lassen sich aufgrund ihres surrealen Charakters, der sich damit perfekt dem Rest des Films anpasst, nur schwer beurteilen – wie soll man etwas als etwas unrealistisch ankreiden, wenn es offensichtlich von vornherein dazu gedacht war, etwas seltsam und skurril auszusehen? Im Gesamtbild des Films können die Effekte jedenfalls durchaus überzeugen. Der Soundtrack von Trevor Jones ist stimmungsvoll und im Großen und Ganzen gut gelungen; nur jene Melodie, die vor allem in actionreicheren oder optisch beeindruckenden Szenen zum Einsatz kommt, war mir für diesen eher düsteren, ruhigen Film etwas zu bombastisch. Die einzige richtige Schwäche des Films, die für mich dann auch die Höchstnote verhindert, ist jedoch der Showdown, der mir persönlich etwas zu sehr auf spektakulär und publikumswirksam getrimmt war, und zum Rest des Films nicht so recht passen wollte. Das eigentliche Ende von "Dark City" ist dann aber wieder sehr gut umgesetzt, und sorgt für einen perfekten Abschluss dieses außergewöhnlichen Films.

Fazit: Image"Dark City" ist ein sehr skurriler, ungewöhnlicher und einzigartiger Film, der sicher nicht jeden ansprechen wird. Er präsentiert eine düstere und aufgrund der vorherrschenden Dunkelheit sowie der erschreckenden Offenbarungen eine teilweise auch sehr deprimierende Zukunftsvision, und versteht es dabei vor allem aufgrund der originellen, beeindruckenden Optik, den Zuschauer gleichermaßen zu beunruhigen und zu faszinieren. Neben den surrealen Bildern und Proyas atmosphärischer Inszenierung erweist sich insbesondere die mysteriöse Handlung und die in ihrem Zentrum stehende Grundidee als die größte Stärke des Films. Darüber hinaus tragen auch noch die Schauspieler sowie Trevor Jones' stimmungsvoller (wenn auch teilweise etwas zu bombastischer) Score zum Gelingen des Films bei. Trotz eines etwas aufgesetzt wirkenden Showdowns, der wie aus einem anderen Film zu kommen scheint, ist und bleibt "Dark City" ein außergewöhnliches, originelles und düsteres Meisterwerk des Science Fiction-Genres, dass – idealerweise im überlegenen Director's Cut! – in keiner Sammlung fehlen darf.

Wertung:9 von 10 Punkten



Christian Siegel
(Bilder © New Line Cinema)


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